Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 11 (17.3.1933)
- Date
- 1933-03-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 lafltl's Selchwaren-Restaurant Selchwaren ans der Fabrik Elsen & Hönigsber streng orth. (Unter Aufsicht der Adas-Jisroel-Schiffscnul) Wl«n II., PraterslraBe 33, Telephon R-47-4-49 Hochzeiten und Banketts werden bestens arrangiert Tod Konditoreiwaren tos Abraham Leib Pomeranz, IL, Herminengasse 13 Verkaufslokal: II., Floßgasse 7, Telephon A 41-7-f» Filiale: II. Hollandstraße 8 Bestellungen für Hochleiten, Sndea und alle anderen Festlichkeiten, sowie verschiedene Zuckerbackereiwaren für Paaaach werden prompt und billigst aiiagitfihrt. Unter Anflicht der Adas Jiaroel jSchiffacanl.'.__ TW Ji&a [ -rao hängern und Freunden bot. Der Besuch war ein kolossaler, die Stimmung glänzend, die Vereinsleitung, insbesondere die Damen Fränkel, Dr. Frankfurter und die ungemein rührige Frau Dr. Herrnstadt dürfen stolz auf dieses schöne Fest sein, bei dem sie auch die Unterstützung einiger Herren des Döblinger Tempelvereines genossen. Die hier gebotene Akademie stand auf hohem künstlerischen Niveau, Beifallsstürme erzielte insbesondere die Opernsängerin Fleischmann-Königsfest, die auch in Floridsdorf briöiert hatte, und der große junge Geigenkünstler David Grünschlag, von seiner Schwester Toni feinfühlig begleitet. Sehr gut gefielen auch die Tanzdarbietungen der Schule Hilde H o I g e r. Die Besucher, zu denen auch später jene kamen, die der schönen internen Feier im Merores-Walsenhaus beigev/ohnt hatten, blieben sehr lange in den prachtvoll dekorierten Räumen beisammen und unterhielten sich köstlich bei guter Musik und den kulinarischen Genüssen, die das reichhaltige, von den Damen des Vereines selbst beigestellte Büfett bot. Sehr starken Besuch wies auch der Abend des Vereines „Mathilde" auf, jenes rührigen Woldtätigkeitsvereines, der unter der bewährten Leitung des Herrn Cafetier S. Buchsbaum und seiner trefflichen Mitarbeiter viel jüdische Not lindert. Auch hier war die Stimmung eine ganz ausgezeichnete, das Programm ein sehr gutes. Dieser dem Raummangel entsprechend kurze Ueberblick wird die Richtigkeit unserer einleitenden Feststellung beweisen, daß auch an diesem Purim gute Menschen sich trotz der Nöte der Zeit zu fröhlichem Tun zusammenfanden, das vor allem dem Wohle der Aermsten unserer Stadt galt. Xafrem&reuz amWexfo Das Ende der Lemberger antisemitischen Legende. Im November 1932 halt, wie erinnerlich, die Legende, daß jüdische junge Leute; den polnischen Studenten Grotkowsky ermordet haben, den Anstoß zu einer Woche lang andauernden pogromartigen Ausschreitungen gegen die Juden Lembergs gegeben. Nunmehr sind von dten damals als angeblich Schuldige an dem Mord verhafteten vier jüdischen jungen Leute drei, nämlich Sper, Tune und Keller,- aus der Haft entlassen worden, die Enthaftung des vierten Angeschuldigten, Katz, wird in Kürze erwartet. Den Angeschuldigten konnte keinerlei Zusammenhang mit dem Mord nachgewiesen werden. Bestrafung von Synagogeuschändern in Rumänien. Das Professorenkollegium der Handelshochschule zu Bukarest hat die Hörer des Vorbereitungsjahrganges Enacle Asimacopol und A. Teodor Stanescu für ein Jahr ausgeschlossen, weil sie, wie dem Unterrichtsminister bekannt geworden ist, an dem Mitte Januar erfolgten c u z i s t ischen Ueberfall auf die Synagoge in Turnu Magurele teilgenommen und dabei sämtliche Fensterscheiben der Synagoge zertrümmert haben. Der Cuzistensturm auf die Synagoge erfolgte ohne jeden äußeren Anlaß. Eines Abends rotteten sich die im Ort befindlichen Studenten, verstärkt durch andere jugendliche Elemente, zusammen, drangen in die Synagoge ein, zertrümmerten die gesamte Inneneinrichtung und1 alle Fensterscheiben und entweihten Thorarollen und Synagogengeräte. Außer der soeben über die beiden Handelshochschüler verhängten Disziplinarstrafe ist bisher eine Sühne der cuzistischen Missetat nicht erfolgt. Es wurden bisher weder polizeiliche noch gerichtliche Strafen über die Sy nagogen schänder verhängt. Intelligenter, junger Mann sucht in einem soliden Hause als Lagerbuchhalter oder ähnliches, anfangs auch als Volontär unterzukommen. Berthold König, XXI/5. Varnhagengasse 4 Jüdischer Feuerzauber. Unter diesem Titel weiß der „Völkische Beobachter" vom 9. März seinen anspruchslosen Lesern zu berichten, daß englische Versicherungsgesellschaften jüdischen Besitz nicht zu den gleichen Bedingungen wie den von Engländern versichern wollen, und zwar deshalb, weil es bei Juden häufiger brenne und öfber eingebrochen werde als bei Nichtjuden. Die Juden wenden demnach in dieser gehässigen, jeder Grundlage entbehrenden Notiz des Versicherungsbetruges bezichtigt, eine Beschuldigung, die jeden Versicherungsfächmann belustigen muß. Versicherungsbetrug, speziell in Form von Brandstiftung, ist erfahrungsgemäß auf Idlem flachen Lande, vor allem z. B. in Oberösterreich vorherrschend, also irt Gebieten, in denen Juden absolut keine Rolle spielen. Die Landesregierungen, die Gendarmeriekomirtamden und die Versicherungsgesellschaften haben wiederholt Enqueten abgehalten und wissen noch immer nicht, wie die Versicherungsmoral der bodenständigen Landbevölkerung gehoben und ihre kriminellen Ausschreitungen verhindert werden könnten. Und jetzt kommt der „Völkische Beobachter" mit seiner läppischen Beschuldigung, die auch seine vielen Leser unter dem Landvolk gewiß erheitern wird. om. Antisemitische Propaganda in Bulgarien. Das Zentralkonsistorium der jüdischen Gemeinden Bulgariens, das gegenwärtig bei allen hohen Regierungsstellen eine D emarche gegen die in Bulgarien überhandnehmende antisemitische Propaganda und die sich häufenden antisemitischen Akte unternimmt, entsandte in diesen Tagen seinen Präsidenten Haim Farchi und einige andere Mitglieder der Konsistoriumsleitung zum Justizminister. Herrn Jordan Katschakoff. um von diesem strengste Verfolgung der antisemitischen Propaganda in Druck und Schrift, bzw. Beschlagnahme antisemitischer Druckschriften, die die Bevölkerung gegen die Juden aufhetzen, zu verlangen. Die Delegation überreichte dem Minister zahlreiches einschlägiges Material, u. a. ein Exemplar der soeben erschienenen Broschüre „Was haben die Juden für Bulgarien geleistet?"', in der versucht wird, den Beweis zu erbringen, daß alles Unheil Bulgariens von den Juden herrührt und daß auch die Unterjochung Bulgariens durch die Türkei auf Betreiben der Juden erfclgt war. Dabei werden Namen von Gen.i. '-•"•""denten genannt, die überhaupt nicht existiert h?ben. Das Zentralkonsistorium selbst wird in der Broschüre als ein Organ des Kommunismus dargestellt. Minister Katschakoff begab sich mit den Herren der Delegation zum Oberstaatsanwalt Zarw u 1 k o f f. dem ebenfalls das Materiad unterbreitet wurde. Der Minister und der Oberstaatsanwalt versprachen, gegen die Verbreiter beunruhigender Propaganda im Justiz wege schärfstens vorzugehen. Das Zentralkonsistorium reichte gegen Autor und Verleger der genannten Broschüre, sowie gegen die Zeitung „Attaka" Klage ein. Das Zentralkonsistorium setzte ferner eine Kommission ein. die die Aufgabe haben wird, der antisemitischen Propaganda durch Aufklärung und auf dem Rechtswege entgegenzutreten. Aus aller Weit Der Prinz von Wales und die Talmud Thora. In Claridge's Hotel zu London fand jüngst ein Fest-Dinner zugunsten der vom früheren und vom jetzigen LordMelchett geförderten Talmud Thora-Schule in der Commercial Road (London East End) statt. Im Verlauf des Dinners, dem eine große Reihe prominenter Persönlichkeiten der englischen Gesellschaft beiwohnte, hielt der Vorsitzende des „Appeal Committee" der Talmud Thorai, Lord Melchett, eine Ansprache, in der er erklärte, die Arbeit für die religiöse! Erziehung der jüdischen Jugend sei in der heutigen Zeit von größter Bedeutung für die jüdische Gemeinschaft. Der Minister für die Dominions J. H. Thomas sagte: „Nichts in der Welt verachte) ich mehr als Menschen, die sich wegen ihrer Geburt oder ihres Glaubens entschuldigen zu müssen glauben." Der Prince of Wales sandte eine Kundgebung, in der er ausführt, er freue sich, daß beschlossen worden sei, zur Erinnerung an den verstorbenen Lord Melchett die Talmud Thora-Schule der Commercial Road, mit der er so e n g v e r b u nid! e n war, auszugestalten; er, der Prince of Wales, habe Gelegenheit gehabt, die ausgezeichnete Arbeit dieser SUPPENWÜRFEL Erzeugt anter Aufsicht des ehrwürdigen Herrn Rabbiners H. SCHENK Si BEUCHTEN SIE DIE BLAU-7EISSEN W ÜRPEl SCHLEIFEN I ■) seit 25 Jahren bestehenden Institution für die Kinder eines der ärmsten Londoner Distrikte kennen zu lernen. Ein wahres Blutmärchen. König Carol hat dem Bukaresrer jüdischen Bürger Isaak Silbermann den OriJen für sanitäre Verdienste I. Klasse verliehen. Der Ausgezeichnete hat in den letzten Jahren 115mal unentgeltlich Blut zu Transfusionszwecken abgegeben. Die Auszeichnung SUberrn&nns wurde vom Gesundheitsminister Ioanitzescu vor einiger Zeit in der Kammer anläßlich der Abwehr eines Angriffes des Antisemitenführers Cuza gegen die jüdischen Aerzte angekündigt. Mazzoth-Bäckerei auf dem Moskauer jüdischen Friedhof. Albert Fuchs, der langjährige Vorsitzende der Moskauer Jüdischen Gemeinde (heute, wo eine Gemeindeorganisation nicht existiert, unterstehen ihm bloß die Verwaltungen der Synagoge und des Friedhofs), teilte dem JTA-Vertreter mit, daß die im Ausland verbleitet gewesenen Gerüchte, daß in diesem Jahre das Backen von Mazzoth zu den Pessachtagen verboten sein soll, jeder Grundlage entbehren. Private Bäckereien freilich geben sich mit Mazzoth-Herstellung nicht ab, weil es niemand danach gelüstet, sich mit Angelegenheiten zu beiassen, die eine Beziehung zur Religion haben. Kooperative oder Staatsbäckereien wollen sich um so weniger mit Mazzoth-Herstellung abgeben. Die Aufgabe, die religiöse jüdische Bevölkerung mit Mazzoth zu versorgen, obliegt darum einzig und allein den jüdischen Synagogen-Verwaltungen. Die Moskauer Synagogenverwallung richtete im Gebäude des Neuen Jüdischen Friedhofs, der sich jetzt 15 km von Moskau entfernt befindet, eine mit modernen Maschinen ausgestattete Mazzoth-Bäckerei ein, die in der Lage sein wird, alle jene Moskauer jüdischen Familien, die ein religiöses Pessachiest halten wollen, mit Mazzoth zu versorgen. Mehl kann man überall auf freien Märkten erwerben. Leider ist ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung nicht in der Lage, die auf den ireien Märkten geforderten Mehlprcise zu bezahlen. Torgsin (das staatliche Magazin) gibt seine Waren nur gegen ausländische Valuta ab, die sich inländische Juden nicht beschaffen können. Juden im Auslände, die Verwandte in Rußland haben, müssen nach dieser Richtung hin ihre Angehörigen unterstützen. Rom. Prof. Umberto C a s s u t o. der zum Verwalter des Lehrstuhles für hebräische Sprache und semitische Linguistik an der Universität Rom ernannt wurde, hielt seine Antrittsvorlesung über das Thema „Die epische Poesie in der alten hebräischen Literatur". Der Vorlesung wohnten zahlreiche Prozessoren der Universität und Vertreter der Jüdischen Gemeinde mit Rabbiner Prof. Angelo S a c e r d o t i an der Spitze bei. Prof. Cassuto ist einer der hervorragendsten jüdischen Historiker Italiens. Sein Werk über die Geschichte der Juden in Florenz in der Renaissance erhielt einen Preis der italienischen Akademie der Wissenschaften. Prof. Cassuto behielt auch nach seiner Ernennung zum Professor an der römischen Universität sein Amt als Oberrabbiner von Florenz. Unter seiner Redaktion wird der jüdische Teil der neuen großen „Enciclopedia Italiana" bearbeitet. Gouverneur Lehman Finanzdiktator von New York. Der Gouverneur des Staates New York, Herben H. Lehman, hat vom der Gesetzgebenden Körperschaft des Staates für die Dauer der Finanzkrise weitestgehende Vollmachten zur Regelung und Kontrolle des Finanzwesens erhalten. Er ist faktisch .Finanzdiktator des Staates und ermächtigt. Gesetze betreffend Bank- und Versicherungswesen außer Kraft zu setzen. Gouverneur Lehman, einer der enjssten Mitarbeiter des Präsidenten der Vereinigten Staaten Franklin Roosevelt, war, bevor er das Amt eines Vizegouvernturs und später eines Gouverneurs des Staates New York angetreten hat, Finanzmann und Mitinhaber der Bankürma Lehman Brothers, der drittgrößten Bankfirma der Vereinigten Staaten. Er ist heute 55 Jahre alt. Als er 1928 zum Vizegouverneur gewählt wurde, trat er aus der Firma aus 'und legte auch alle arideren Privatämter nieder. Er bekleidet aber nach wie vor zahlreiche Ehrenämter, er ist z. B. Vizepräsident des Joint Distribution Committee, der Palestine Economic Corppration, Mitglied der Executive des American Jewish Cornittee und unterstützt auch die Arbeit von ORT. 1930 wurde ihm die Zeta Beta Thau- Medaille verliehen, die für den Juden bestimmt ist, der sich im Verlaufe eines Jahres am meisten um Judenheir und Judentum in Amerika verdient gemacht hat. Streng orthodox rtDB b& Prima ungarisches Mastg«flüg«r, sowie erstklassige Walae per Liter von S 1.10 aufwärts. Auf Wunsch ins Haus gestellt, ftdolt Meubauer, II., Meg«ri»flai«j« 3