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Die Wahrheit · 1933-01-20 · Heft 3 (20.1.1933) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 3 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ME WAHRHEIT Seite 3 Judentum wird, so führte Dr. Breslauer weiter aus, in der Welt nur dann etwas gelten, wenn seine Träger ihm die Treue halten. Dr. Breslauer besprach die Gefahren einer falsch verstandenen Assimilation. Er stellte fest, daß die Gemeinde für die Bestrebungen der Juden jeder Herkunft, die in ihr vereinigt sind, Verständnis zeige. Er teilte mit, daß bei Einsparungen auf allen artdlsren Gebieten der W o h 1 f ah r t se ta t für 1933 gegen 1932 b edeutend erhöht werde, und begründete die Beschränkung der Gemeindearbeit auf bestimmte eng umschriebene Aufgaben, die von allen als lebenswichtig anerkannt sind. Wer die Gemeindearbeit kennen lernt, soll sich das Schlagwort ..Weitersagen" zu eigen machen. Dr. Breslauer schließt: „Die jüdische Gemeinde steht für alle, mag auch jeder Jude für seine Gemeinde einstehen!" Der Finanz- und Jugendpflegedezernent Wilhelm Graetz stellt die sozialen und kulturellen Probleme der jüdischen Jugend in der Großstadt dar und spricht die Hoffnung aus, daß die A nsätze zu jüdischer Selbstbesinnung alsbald wachsen und sich zum Besten "von Judentum und Vaterland auswirken werden. Die jüdische Großstadtjugend, alter Ideale beraubt, ohne Verständnis für die Anschauungswelt früherer Generationen und ohne Ausweg und Ausblick in eine bessere Zukunft, flüchtet sich in religionsfremde Welten, um sich eine Ersatzreligion zu schaffen. Es gilt, den berechtigten Kern dieses Verzweifelns und Irrewerdens an früher unumstößlichen Werten zu erkennen. Die Einheit von Gesinnung, Lebensauffassung und Lebensführung ist in der jüngsten Vergangenheit den Einzelnen und der Gesamtheit verloren gegangen. Eine Führeurolle kann die Religion bei der Jugend erst dann beanspruchen, wenn diese verlorene Einheit auf dem Boden des alten Judentums in ansprechenden Formen wiederhergestellt ist. Werden sich die zur Führung Berufemen dieser Notwendigkeit bewußt, so wird die Jugend in ihrem reinen Wollen den Weg zum Kulturgut der Religion wiederfinden. Der Gemeindevorsteher Moritz Rosenthal stellt „jüdischen Geist und jüdische Solidarität" in Parallele. Er weist aus den Schriften der bedeutendsten jüdischen Forscher von Samson Raphael Hirsch bis Abraham Geiger und nichrjüdischer Theologen nach, daß der jüdische Geist stets im Umversalismus und in der Gleichachtung jedes Gliedes der menschlichen Gesellschaft wurzelte. Die jüdische Solidarität ist keine politische und hat sich nie zum Schaden der Völker, denen die Juden angehören, ausgewirkt, sondern sich nur betätigt, um Not zu lindern, Unrecht wieder gut zu machen und religiös-kulturellen Fortschritt zu fördern. Abschließend appelliert Rosenthal an die Solidarität der Berliner Juden im besten jüdischen Sinne: mit der Gemeinde Not zu bekämpfen und den Glauben der Väter hochzuhalten. „Scharen wir Juden uns in Treue um unsere Gemeinde!" Die Ansprachen, denen die Zuhörer bis in die späten Nachtstunden mit größter Aufmerksamkeit folgten, waren umrahmt durch Musikvorträge des Kammerorchesters Taube und Gesangsdarbietungen des Mitglieds der Staatsoper Lotte Schöne und des Sängers Joseph Schmidt, . der zuletzt die Arie des Eliazar aus der „Jüdin" von Halevi in hebräischer Sprache sang. »■■■■■■■■■■■■■■■■■■asBi Die Kommissionen des Kultusvorstandes. In der vertraulichen Sitzung, die der an leitender Stelle unserer heutigen Nummer besprochenen •ffentlichen Sitzung des Wiener Kultusvorstandes voranging, wurden die Wahlen der Kommissionen des Vorstandes und die Berufungen zu Vertrauensmännern der Bezirkskommissionen vorgenommen. Die internen Kommissionen des Kultusvorstandes setzen sich nun wie folgt zusammen: Kommission I für Kultus und rituelle Angelegenheiten: Obmann: Dr. Mendel Rosenberg. Obmann-Stellvertreter: Qeza K1 i n g e r. Mitglieder: Komm.-Rat Artur Albers, Dr. Ernst Feldsberg, Börserat Ignaz Qlück, > Dr. Leo Landau, Dr. Josef Löwy, Dr. Leonhard Maier, ' Moses Rath, ' Max Schiffmann, I. H. Waltnch. Kommission II für Schuiangelegenheitea: Obmann: Moses Rath. Obmann-Stellvertreter: Dr. Leonhard M a i e r. Mitglieder: : Dr. Oskar Grünbaum, Dr. Isidor Klaber, Dr. Josef Löwy, Dr. Mendel Rosenberg, Ministerialrat Arch. Friedrich S c h 1 ä i r i g, Mendel Singer, Dr. Maximilian Stieglitz, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Dr. Josef Ticho. Kommission III für Friedhof- und Beerdigungswesen: Obmann: Dr. Ernst Feldsberg. Obmann-Stellvertreter: I. H. Waltuch. Mitglieder: Komm.-Rat Artur Albers, Ing. Eugen Buchbinder, Oeza Klinger, Dr. Leo Landau, Salem Mayer, Dr. Paul Raum an n, Dr. Mendel Rosenberg, Ministerialrat Arch. Friedrich S c h 1 ä i r i g, Max Weiß. m Spitalskommission: Obmann: Börserat Ignaz Glück. Obmann-Stellvertreter: Ing. Eugen Buchbinder. Mitglieder: Komm.-Rat Artur Albers, ': Richard Bettelheim, 1 Batirat Ing. Wilhelm Kempler, Dr. Isidor Klaber, Dr. I. H. Körner, Leo Rath, Moses Rath, Dr. Paul R a u m a n n, Saul Weinreb. Kommission für die Versorgungsanstalt: Obmann': Dr. I. H. Körner. Obmann-Stellvertreter: Börserat Ignaz Qlück. Mitglieder: Geza Kl ing er, Dr. Leo Landau, Dr. Josef Löwy, Dr. Leonhard M a i e r, Salem Mayer, Dr. Paul Raumann, Dr. Dagobert Rybaczewsky, Max Schiffmann, I. H. Waltuch. Kommission für Fürsorgeangelegenheiten: Obmann: Dr. Isidor Klaber. Obmann-Stellvertreter: Börserat Ignaz Glück. Mitglieder: Komm.-Rat Artur Albers, Siegfried Graubart, Dr. Leo Landau, Salem Mayer, Leo Rath, Dr. Paul Raumann, Ministerialrat Arch. Friedrich S c h 1 ä i r i g, Mendel Singer, Dr. Maximilian Stieglitz. Kommission für finanzielle und administrative Angelegenheiten: Obmann: Dr. Josei Löwenberz. Obmann-Stellvertreter: Dr. Paul Raum an n. Mitglieder: Komm.-Rat Artur Albers, Börserat Ignaz Glück, Siegfried Graubart, Geza Kl ing er, Dr. Leo Landau, Dr. Leonhard M a i e r, Ignaz Rossmann, I. M. Waltuch, Saul Weinreb. Kommission für technische Angelegenheiten: Obmann: Ministerialrat Arch. Friedrich Schläfrig. Obmann-Stellvertreter: Ing. Eugen Buchbinder. Mitglieder: Komm.-Rat Artur Albers, Baurat Ing. Wilhelm Kempler, Geza K1 i n g e r, Dr. I. H. Körner, Salem Mayer, Dr. Mendel Rosenberg, ENODMC ADSWAM. B1LUOSIE PREISE EP # ft# S.*« \- TEPPICHE VOMIAN6E riODEisiorre, decken NUR I.,DA0ERNMADHT12-14 Dr. Dagobert Rybaczewski, Dr. Maxmilian Stieglitz, Max Weiß. Statutenkommission: Obmann: Dr. Rudoii Glanz. Obmann-Stellvertreter: Dr. Maximilian Stieglitz. Mitglieder: Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Ernst Feldsberg, Dr. Oskar Grünbaum, Dr. I. H. Körner, Dr. Leonhard M a i e r. Leo Rath, Dr. Dagobert Rybaczewski, Oberbau rat Ing. Robert Stricker, Dr. Josei Ticho. Statistische Kommission: Obmann: Leo Rath. Obmann-Stellvertreter: Dr. Rudoii Glanz. Mitglieder: Ing. Eugen Buchbinder, Moses Rath, Maximilian Schitfmann. Ministerialrat Arch. Friedrich Schläfrig, Dr. Maximilian Stieglitz. Schriftführer: Matrikenführer Julius Rosenfeld. Paritätische Kommission: Obmann: Dr. Josef Löwy. Mitglieder: Dr. Isidor Klaber, Dr. I. H. Körner, Moses Rath, Dr. Paul Raumann, Ministerialrat Arch. Friedrich Schläfrig, Dr. Maximilian Stieglitz, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Saul Weinreb, Max Weiß. Vertreter der Angestellten: Für die Beamten: Josef Popper. „ Lehrer: Betti Gollerstepper. „ Kantoren: Matthias Matyas. „ Chorsänger: Michael Stryks. ,. Schächter: Felix Serebrenik. „ Amtsgehilfen: Robert Tichy. Delegierte für die Schäizangskommlsstoa: 1. Geza Klinger. 2. Dr. Leo Landau. 3. Salem Mayer. 4. Dr. Maximilian Stieglitz. 5. I. H. Waltucb. 6. Max Weiß. Stellvertreter: Siegfried Graubart, Dr. Paul Raumann, Ignaz Rossmann, Dr. Dagobert Rybaczewski, Mendel Singer. Man sieht, die „Union" hat trotz ihrer oppositionellen Stellung auch in den für die Verwaltung der Gemeinde wächtigen Kommissionen ihre berechtigten Ansprüche durchzusetzen verstanden. Insbesondere wird die Wahl mehrerer hervorragender Mitglieder der „Union" zu Obmännern, bzw. Obmannstellvertretern einzelner Kommissionen in der jüdischen Oeffentlichkeit sicherlich mit Genugtuung begrüßt werden. Die „Union" hat im Bewußtsein ihrer Pflicht die richtigen Männer auf den richtigen Platz gestellt. Die unionistischen Mitglieder tfier Bezirkskommissionen werden wir in unserer nächsten Nummer bekanntgeben. Wien L, Seitenstettengasae 2, Tel. 17 28-1-28 XL, Zentralfriedhot» Nlu 1« I. Cor, TeL U18-0-85

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