Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1932-11-18 · Heft 47 (18.11.1932) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 47 (18.11.1932)
Date
1932-11-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3062972-3064401-3064446--19078-3084176
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 6 DIE WAHRHEIT Dr. Links Kriegsfürsorge war beispiellos! In allen Kriegs- und Zivilämtern kannte und respektierte man ihn, gewährte ihm, was bloß „kriegsdienstmöglich" war. Während meines Krankenstandes besuchte ich häufig das Gotteshaus und versah den öffentlichen Gottesdienst, denn zu jener Zeit war der Kantorenposten in Innsbruck vakant In der Familie des Kultusvorstehers Wilhelm Dannhauser fand ich auf Fürsprache des edlen Verblichenen gastliche Aufnahme und Bewirtung, trotz der Not der Zeit Zedek lefonow iaaloch! Oberkantor Armin Wilkowitsch, Eger. Wählerversammlungen der mdrtnattonalen Liste II. Bezirk Montag, 21. November: Cafe Kaiser Josef, II., Heinestraße 25. Referenten: Sekretär Leo Rath, Redakteur Oskar Hirschfeld. * Miichhaile Deutsch, IL, Herminengasse 10. Referenten: Dr. Josef Ueno, Dr. E. Feldsberg, Bundesfürsorgerat A. SobeL Dienstag, 22. November: Restaurant Tonello, IL, Lilienbrunngasse 2. Referenten: Baurat Wilhelm Kempler, Dr. J. Löwy. * Restaurant Grüner, IL, Große Pfarrgasse 23. Referenten: Dr. J. Löwy, Felix Wacbsberger. Mittwoch, 23. November: Restaurant Guth, II., Hollandstraße 14. Referenten: Dr. Josef Ticho, Dr. Josef Löwy. * Cafe Orient, IL, Praterstraße 66. Referenten: Dr. Max Lenk, Sekretär Leo Rath Donnerstag, 24- November: Massenversammlung im Bayrischen Hof. II., Taborstraße 39 * * * IX. Bezirk Dienstag, den 22. November: Cafö City, IX„ Porzellangasse 1. Referenten: Börserat I. Glück, Dr. J. Ticho, Dr. E. Feldsberg, Sekretär L. Rath. Mittwoch, den 23. November: Cafe Klinik, IX., Spitalgasse 21 a. Referenten: Dr. E. Feldsberg, Sekretär L. Rath, S. Mauner. Donnerstag, den 24. November: Cafe Kolosseum, IX., Nußdorferstraße 6. Referenten: Baurat W. Kempler, Dr. J. Löwy. Voranzeige: Montag, den 21. November: Etablissement Gschwandtner, XVIL, Hernalser Hauptstraße 41. Referenten: Dr. M. Lenk, Dr. J. Löwy, Sekretär L. Rath. Dienstag, den 22. November: Restaurant Kohn, XX., Heinzelmanngasse 1. Referenten: Dr. M. Lenk, Sekretär L. Rath. Donnerstag, 24. November: Cafe Ilion, HL, Löwengasse 39. Referenten: Dr. J. Ticho, Sekretär L. Rath. Alle Wählerversammlungen beginnen, wenn nicht anders angegeben, um 8 Uhr abends. ^©IMßCyiRS In der Isr. Knltnseemelnde St. Pölten Ist die Stelle elnei Kantors ab 1 Janner i933 zu besetzen Bewerber mU *en österr. StaatFbIHter sein, Or-er eine schöne Wann volle Si'mme verffleen, enle HUitleser sein, Rerecbtigune zurErteilonp des Pellgionsunterrirbtes an Volks- und Mittelschulen haben und Kabole- <ur Groß- und Klein-Scbechita besKzrn und in der tage sein, die Kanzleiarbeiten zn verrichten OHerte mit genfer Anetne d*s Alters, Famiii nstandes und Gehaltsansprue'e sind an den fultusvors'eher Kommczialrat Albert Lelcbt za lichten. Lichtbild wennmöglich beilegen. Für den Kultnsrat: Der KuVusvorMener: Kommerzialrat Albert Leicht Jedew£esertkat dasWortl Ztts cSkziften aus dem f?uf»£ißinn In persönlicher Sache. In meiner unter obigem Titel in diesem Blatte erschienenen Erwiderung auf die Angriffe der „Stimme" habe ich erklärt, daß ich die Chrestomathie von Prof. Dr. Pap o durchgesehen und den grammatischen Abriß teilweise umgearbeitet habe. Es soll damit nicht gesagt werden, daß der vorgelegte Entwurf etwa unbrauchbar und fehlerhaft gewesen ist, sondern daß ich den Kollegen in fachlicher und methodischer Beziehung beraten habe, was von ihm auch dankbar anerkannt wurde. Es ist mir selbstverständlich ferne gelegen, die Person und die gewiß anerkennenswerte Leistung des Herrn Prof. Dr. Papo herabzusetzen. Dr. H. Redisch. Jlus äffet Wett Für einen Schuß sieben Jahre Gefängnis. Das Jerusalemer Gericht verurteilte den Araber Issa Dwek, der am 7. August d. J. während eines Srraßentumultes in der Altstadt von Jerusalem einen Schuß auf den intervenierenden jüdischen Polizeioffizier Goldman abgab, zu sieben Jahren Gefängnis. Die arabische Exekutive und die arabisch^. Presse leiten eine Protestbewegung gegen dieses Urteil ein. Stirbt das jüdische Prag aus? Im Monat Oktober 1932 waren in Prag 2 jüdische Geburten, 24 Todesfälle von Juden, 4 jüdische Eheschließungen und 8 Austritte aus dem Judentum zu verzeichnen. Paris. Die sterblichen Reste des verstorbenen hervorragenden Archäologen, Kunstforschers und jüdischen Politikers Salomon Rein ach wurden unter Teilnahme einer sehr großen Reihe von Vertretern der französischen Gelehrtenwelt und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde auf dem jüdischen Friedhof von Montmartre beigesetzt. Hinter dem Sarge schritten neben den Mitgliedern der Familie der Großrabbiner, voa Frankreich Israel Levij der Leiter des Rabbiner-Seminars in Paris Maurice L i b e r, der Präsident der Alliance Israelite Universelle Prof. Sylvan Levi, der Sekretär der Alliance Jacques Bigard, der Direktor der JCA, Dr. Edouard O u n g r e u. a. m. Auch die Leiter der großen französischen Kunst-Institute hatten sich eingefunden. Dem Wunsche des Verstorbenen gemäß wurden keine Reden gehalten. Die Gebete sprach Großrabbiner Julien Weil. tyglenlsules Königsltch. Seit vielenjabren dasa_erkaunt beste vyb'nüvi Mao achte auf die gesch. Marke „Hysicn. Königsticht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengassse 3 Telephon R -3-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt London. Am Sonntag, den 6. November, fand in London eine Parade der jüdischen Frontsoldaten zur, Erinnerung, an die Kriegsgefahren statt, an der über 4000 ehemalige jüdische Soldaten, die im Weltkriege an der Front gekämpft haben, unter Führung des Obersten J. H. L e v e y teilnahmen. Generai Sir Webb G i 11 m a n, das militärische Oberhaupt des Eastern Command, nahm die Parade ab. Der mit der Parade verbundene Gottesdienst wurde an Stelle des erkrankten Chief Rabbi J. H. Hertz vom Senior der jüdischen Feldgeästlichkeiten Dajan Gollop geleitet. Nach dem Kaddisch-Gebe* wurde die letzte Reveille geblasen, worauf eine Minute „Schweigen des Gedenkens" eintrat. Die Frontsoldaten sangen, vom Orchester der Scots Guards begleftet, das „Adon Olam". Vor dem Cenotaph wurden Kränze niedergelegt. Nach der Zeremonie fand ein Tee in der Albert Hall statt. Oberst L e v e y referierte über das Projekt der Errichtung eines jüdischen Kriegerdenkmals. General Gillman erklärte: Es war mir eine Ehre und eine Freude. Ihrer Feier beizuwohnen. Dem Plan der Errichtung eines jüdischen Kriegerdenkmals bringe ich vollste Sympathie entgegen, denn die jüdischen Frontsoldaten haben für König und Vaterland die höchsten Opfer gebracht. Die Feier wurde durch das Londoner Radioverbreitet. Rustschuk. Im Vorraum der Zentralsynagoge in Rustschuk wurde eine Gedenktafel für die 36 in den bulgarischen Kriegen gefallenen jüdischen Bürger von Rustschuk sowie eine Fahne des Vereins jüdischer Frontsoldaten von. Rustschuk feierlich eingeweiht. Abordnungen der Vereine jüdicher Frontsoldaten in Soiia. Plowdiw und in anderen Städten fanden sich zu der Feier ein. Die Rustschuker Garnison entsandte eine Ehrenkompagnie. Die Enthüllung nahm der Garnisonschei Generalmajor Peneff vor, der erklärte, während des Krieges haben die Juden mit dem gleichen Heldenmut wie die Bulgaren gekämpft Nach ihm sprachen Rabbiner Dr. Ascher Hananel, der Präsident der jüdischen Gemeinde Kakum Hasson, der General d. R. Lazaroff, der Vertreter des Zentralkonsistoriums der Juden Bulgariens, Jacques Pardoff, der erklärte, alle Verleumdungen und Schmähungen gegen die Juden von antisemitischer Seite prallen an dieser Gedenktafel ab. und andere Redner. Generalmajor Peneff weihte auch als Vertreter des Kriegsministers die Fahne des Vereins jüdischer Frontsoldaten, der Bürgermeister von Rustschuk, der Mazedonische Verein, die armenische Gemeinde, Bischof Michail, der armenische Bischof und viele hohe Offiziere wohnten der Feier bei und stifteten zum Teil Kränze. Budapest. Der ehemalige Professor der Orientalischen Akademie, der Schauspielakademie und des jüdischen Realgymnasiums, Dr. Hugo L a t z k o. ist im Alter von 56 Jahren in Budapest verstorben. Er war ein hervorragender Sprachwissenschaftler und verfaßte u. a. einigie vielbenutzte englische Sprachbücher. Er studierte in Oxford und Cambridge und galt als einer der besten Kenner der westlichen Literatur. Die Zeitungen beklagen seinen Tod als einen schweren Verlust für die ungarische Sprachwissenschaft und das ungarische Unterrichtswesen. Mafoenfeveuz am Wewfc Der jüdische Friedhof in Altona geschändet. Auf dem jüdischen Friedhof in der Bismarckstraße in Altonawurden in einer der vergangene» Nächte eine Anzahl Gräber beschädigt Grabsteine zerstört und sonstige Verwüstungen angerichtet. Auf fünf Grabsteinen fand man, offenbar von fachmännischer Hand, große Hakenkreuze eingemeißelt. Aus dem „Dritten Reich". In der Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung vom 11. November beantragte die Nationalsozialistische Fraktion „Verfügungen" über den Unterricht, in denen verlangt wird, daß die „jüdische Bibel" (gemeint ist das Alte Testament) aus dem Unterricht in den Schulen ganz ausgeschaltet wird. In den Religionsstunden soll gemäß den „Verfügungen" darauf hingewiesen werden, daff Christus ein Germane, Gott ein Deutscher ist. Die Warschauer Universität geschlossen. Am 9. November kam es an der Warschauer Universität aus Anlaß des ersten Todestages des in Wilna während der mehrtägigen antisemitischen Exzesse von unbekannter Hand getöteten polnischen Studenten Waclawsky zu schweren antisemitischen Unruhen, so daß die Universität geschlossen werden mußte» Zweimal stürzten sich die nationaldemokratischen Studenten auf ihre jüdischen Kollegen, die sich tapfer ihrer Haut wehrten. Mehrere jüdische Studenten wurden verletzt. Der 19jährige Jakob Brando, der 21jährige Simon Biener und die 20jährige Ira Pusceka erlitten so schwere Verletzungen, daß sie ins Hospital gebracht und dort verbunden werden mußten. Der polnische Numerus Clausus. Der jüdische Klub im polnischen Sejm hat. einen Antrag auf Abschaffung des an den poln!^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.