Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 46 (11.11.1932)
- Date
- 1932-11-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Kandidcitenliste der Nidilnaflonalcn liste der jflaisdi-DemoKratlsdien Arbclfsaemeinsdiatt .Union österreidiisdier Joden'4 — „Yereiniaunü werhfäflaer Juden' 3 4 10 11 12 13 14 15 Prof. Dr. Alois Pick, Generaloberstabsarzt i. R., Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Jakob Ornstein, Rechtsanwalt, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Bezirksrat Dr. Jose! Löwy, Beamter, Dr. Josef Ticho, Rechtsanwalt, Mitglied des Vertreterkollegiums der Israelitischen Kultusgemeinde, Baurat Dir. Ing. Wilhelm Kempler, Architekt, Mitglied des Vertreterkollegiums, Leo Rath, Sekretär, Ministerialrat Ing. Friedrich Schläfrig, Architekt, Richard Bettelheim, Prokurist, Kultusvorsteher, Börserat Ignatz Glück, Obmann der Organisation der Wiener Tempelvereine, Mitglied des Vertreterkollegiums, Fürsorgerat Max Weiß, Installateur, Dr. Ernst Feldsberg, Bankbeamter, Dr. Maximilian Stiglitz, Rechtsanwalt, Dr. Paul Raumann, Bankier, Ignaz Roßmann, Vertreter, Gremialrat des Gremiums der Wiener Handelsagenten, Geza Künger, Fabrikant, 16 Dr. Leonhard Maier, Rechtsanwalt, 17 Fürsorgerat Julius Grün, Kaufmann, 18 Berthold Sinai, Kaufmann, 19 Med.-Rat Dr. Jakob Deutsch, Arzt, Kultusvorsteher, 20 Edmund Hofmann, Tapezierer, Kultusvorsteher, 21 Eduard Widrich, Kaufmann, 22 Bundesfürsorgerat Adolf Sobel, Bundesbahnbeamter i. R., 23 Dir. Joab Friedmann, Bankbeamter i. R., 24 Fürsorgerat Leopold Pollitzer, Ledergürtelerzeuger, 25 Dozent Dr. Hugo Stern, Arzt, 26 Dr. Julius Grünwald, Rechtsanwalt, 27 Dir. Alois Donnebaum, Handelsagent, 28 Reg.-Rat Dr. Max Lenk, Journalist, 29 Eugen Messinger, Häuserverwalter, 30 Sandor Baroti, Kaufmann, 31 Komm.-Rat Gustav Stößler, Gutsverwalter, 32 Woli Waldmann, Schneider, 33 Alfred Tonelles, Trafikant, 34 Salomon Natowic, Sodawassererzeuger, 35 Komm.-Rat Sigmund Planer, Kaufmann, 36 Israel Chaim Welsch, Galanteriewarenhändler. ■■traiimHiif a Aus der „recSktlidk gesicherten Heimstätte. Antisemitische Verleumdungen eines palästinensischen Kronanwalts. Der palästinensische Kronanwalt E. F. Elliot, der die Klage gegen einen georgischen Juden namens Thurshvill wegen Brandstiftung vor Gericht vertrat, führte zur Erhärtung der Klage aus, in London sei es bekannt, daß Juden ihre Läden und Warenbestände versichern und sie dann in Brand stecken, um die Versicherungssumme einzustecken. Bei diesen Ausführungen Elliots unterbrach Richter Frumkin die Verhandlung und fälltekein Urteil. In der jüdischen Bevölkerung Palästinas, besonders in der englisch-jüdischen Kolonie, ist man über diese Aeußerung des palästinensischen Kronanwalts empört und verlangt, daß er von seinem Posten entfernt und gegen ihn die Klage wegen Kollektivverleumdung erhoben wird. * Juden beim Bau des Rockefeller-Museums in Jerusalem nicht beschäftigt. Die hebräische Arbeiter-Tageszeitung „D aw a r" weist darauf hin, daß beim Bau des John D. Rockefeller Palestina Archeological Museum, das in der Nachbarschaft der hebräischen Universität errichtet wird und für welches John D. Rockefeiler jun. eine Summe von 2 Millionen Dollar gestiftet hat, kein einziger jüdischer Arbeiter beschäftigt wird. An der Errichtung des jetzt fertigen Rohbaues waren ausschließlich Nichtjuden beschäftigt und jetzt bei der Fertigstellung und Inneneinrichtung der Anstalt werden alle jüdischen Arbeitsangebotezurückgewiesen. Die Regierung hat, schreibt „Dawar", die Arbeit an einen Unternehmer vergeben, ohne, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, dahin Vorsorge zu treffen, daß eine Benachteiligung der jüdischen Arbeiter nicht Platz greift. Oerlanst in Cafes dsw. „Die Wahrbein | Rabb. Dr. Josef Link | ["sSömon^Reinad^ Im Alter von 74 Jahren verstarb in Paris der berühmte Archäologe und Kunsthistoriker Salomon Reinach. Mit ihm ist der letzte der drei großen Brüder Reinach (Joseph, Salomon und Theodore) dahingegangen, die im wissenschaftlichen wie im gesellschaftlichen Leben Prankreichs eine führende Rolle spielten und bei verschiedenen Gelegenheiten für jüdische Rechte und Menschenrechte eingetreten waren. Salomon Reinach, Professor der Philologie und Archäologie, wurde am 29. August 1858 in St. Germain-en-Laye geboren, war 1879 bis 1883 Mitglied der Ecole d'Athenes, beteiligte sich 1880 bis 1883 an den Ausgrabungen in Myrina, Kyme, Delos und Karthago und brachte von diesen Ausgrabungen wichtige Ergebnisse heim. 1886 trat er in die Verwaltung des französischen Nationalmuseums ein, war seit 1896 Mitglied dieses Instituts, seit 1902 Professor an der Ecole du Louvre in Paris, später oberster Leiter des Museums französischer Altertümer in St. Germain. 1903 wurde er Offizier der Ehrenlegion. Im Jänner 1927 wurde er zum Präsidenten der Academie des Inscriptions et Beiles Lettres in Paris für das lautende Jahr gewählt. Seinen wissenschaftlichen Ruf hat Salomon Reinach durch die überaus wertvollen archäologischen Entdeckungen und durch seine damit zusammenhängenden grundlegenden Arbeiten begründet. Von seinen größeren oit mehrbändigen Werken sind zu nennen: Manual de Philologie classique, Gramrnaire latine, Traite d'epigraphie grecque, La Necropole de Myrina, Esquisses archeologiques, Chronique d'Orient, Documents sur les feuilles et decouvertes de 1883 a 1890, Antiquites de la Russie meridionale, Repertoire de la statuaire grecque et romaine, Repertoires des oases peints grecs et etrusque, Recueil de tetes ideales du idealisees. Die von ihm 1902/03 an der Ecole du Louvre gehaltenen Vorlesungen über Kunst erschienen gesammelt unter den Titeln: Apollo, Histoire generale des arts plastiques (in mehrere Sprachen, auch deutsch, übersetzt) und Cultes, mythes et religious. Seit 1888 gab Reinach die „Bibliotheque des monument iigures, grecs et romans", seit dem Jahre 1903 die „Revue Archeoiogique" heraus. Neben seinen Fachstudien trieb er solche über allgemeine Philosophie und Religionsgeschichte und übersetzte u. a. Schopenhauers „lieber den Willen in der Natur". Salomon Reinach, der in der Zeit des Dreyfus-Prozesses neben seinem Bruder Joseph für die Revision des Prozesses kämpfte, nahm aktives Interesse an allen jüdischen Gemeindeangelegenheiten. Er war Vizepräsident des Zentralkomitees der Alliance Israelite Universelle und seit 1929 Vizepräsident der Jewish Colonisation Association (ICA). Er war wiederholt Präsident der Societe des Etudes Juives und hat eine große Anzahl von Aufsätzen zur Geschichte der Juden geschrieben. Knapp vor Drucklegung der heutigen Nummer der „Wahrheit" erreicht uns die niederschmetternde Nachricht, daß der Innsbrucker Oberrabbiner Dr. Josef Link nach längerer schwerer Krankheit verschieden ist. Wir werden in der nächsten Nummer unseres Blattes die Verdienste und die Persönlichkeit dieses prächtigen Menschen, der erst vor kurzem mit dem goldenen Ehrenzeichen der Republik Oesterreich ausgezeichnet worden ist, gebührend würdigen. Yersammluiigskalenaer der NICÜTNAIIONALEN LISTE der JOffisdKDemohrattsdien Arbeilsgemelnsthatt Honfag, den 14. November Winzig's Gasthaus, X., Favoritenstr. 111 Referenten: Dr. ErHStfeldSOerg, Mammerrat Arnold friedmann, Ludwin Hellner Dienstag, den 15. November Yerfranensmännerversamniinnd der „Union öslerreidüsdier Joden" Cafe Colonnaden I., Rathausplatz 4 In diesem Versaratnlungskalender erscheinen die In allen Wiener Bezirken stattfindenden Sprengelversammlungen aus Raumgründen nicht angezeigt, die Kultuswähler erhalten hiervon Im Wege des täglich erscheinenden „Mitteilungsblattes der Nichtnationalen Liste" Kenntnis. Alle Wähler Versammlungen beginnen um 8 Uhr abends VeröffentficQungen der _„Juffenö-Vnfon"_ Die Jugend-Union hat kürzlich ihre geselligen Abende wieder aufgenommen, die von nun ab unter der ausgezeichneten künstlerischen Leitung von Otto P r e s s e r stehen. Das gediegene Programm des gut besuchten ersten Abends bot den Beweis, daß die neue Leitung sich ernstlich bemüht, das gute Renommee dieser Abende nicht nur zu erhalten, sondern dieselben durch tätige Mitarbeit auszubauen. Es wirkten u. a. der ausgezeichnete Opernsänger Reich und die gelungenen Humoristen Kurt Karsten und Eugen Hoff mann mit. Otto Pressers Conference fand viel berechtigten Beifall. « Am Samstag, den 12. November, lA9 Uhr abends, findet diesmal im Theatersaal des Cafe Landmann, I., Ring des 12. November 4, der 2. gesellige Abend der Jugend- Uni o n statt, der eine besondere Bedeutung durch das erstmalige Auftreten unserer unter der künstlerischen Leitung des Herrn Otto Presser stehenden Theatersektion der Jugend- Union erhält. Programm der Akademie: Melitta Guttmann, Opernsängerin, Emmy Hofmann, Pianistin, Otto Presser, Solo, Kurt Spitzer, Simpl. * * Im dritten Stock. Schwank in einem Akt von Wilhelm Mejo. Regie: Otto Presser. Mitwirkende aus der Theatersektion der Jugend- Union. Vor und nach der Akademie Tanz. Boheme-Band. Entree S 1.50. Infoige Raummangels mußten einige lokale Berichte für die nächste Nummer zurückgestellt werden.