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Die Wahrheit · 1932-10-14 · Heft 42 (14.10.1932) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 42 (14.10.1932)
Date
1932-10-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Polnischer Brief. Metamorphosen: Vom Großhandel zu Sodawasser. — Zur Psychologie der Boykottbewegung. Besinnen wir unsere heutige Revue bei .... Sodawasser. Lemberg bietet — im schönen Herbst — ein interessantes Bild: im Zentrum der Stadt, in der irüheren Karl Ludwigstraße, sieht man eine Unmenge von Sodawasserschenken und Eisverkaufsstellen. Wer die Stadt früher kannte, wundert sich über den plötzlichen Zudrang zu diesen Branchen, die sonst ein ernst zu nehmender Kaufmann nur mit mitleidigem Lächeln betrachten mochte. Des Rätsels Lösung ist verblüitend einfach: Inhaber von Tuch-, Galanterie- und Modewarenlagern liquidieren unter dem Drucke der Krise, der Schulden und der Steuern und an Stelle dieser Geschäfte entstehen eben Sodawasserverkaufsstellen und Eishallen. Es ist noch recht warm, mitunter heiß, der kühlende Trank findet mehr minder reißenden Absatz und das Geschäft blüht . . . Glücklich, wer noch umsatteln konnte, wer noch den Mut in sich fand, anstatt englischem Stoff Sodawasser, anstatt feiner Spitzen eine Portion Eis auszubieten, die Höflichkeit aus dem irüheren Geschäfte mitherüberzunehmen und sie der neuen Kundschaft gegenüber anzuwenden. Glücklich, wer sich aufs „Umstellen" versteht . . . Wer das nicht kann, wei diesen Mut nicht findet, der ist wohl auch nicht ratlos, er hat drei Wege vor sich: an die Türen und Herzen jener zu pochen, die noch nicht soweit „gediehen" sind, an Nervenzerrüttung langsam, aber sicher zugrunde zu gehen oder . . . vom dritten Stock aus die intime Berührung mit dem Hofpflaster zu suchen und sich so allen weiteren Konsequenzen, die das unerträglich gewordene Leben poch bieten mag, mit einem Ruck zu entziehen. Manches jüdische Geschäftslokal, das liquidiert werden mußte, weist nun eine andere Physiognomie auf: Polen oder noch häufiger Ukrainer füllen den freigewordenen Platz aus. Besonders die Ukrainer haben in den letzten Jahren eine bei der sozialen Struktur dieses Volkes besonders auffallende Rührigkeit gezeigt: ihre Kooperativen, die Milch- und Agrarprodukte liefern und ein über ganz Ostgalizien dichtverbreitetes Netz bilden, ferner ihre Verkaufsstellen für landwirtschaftliche Bedarfsartikel sowie für Gegenstände des täglichen Gebrauchs — all das hat den schwachen Rest an wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit beim jüdischen Kaufmann zermürbt. Der Jude leidet also sowohl an der polnischen als auch an der ukrainischen Boykottbewegung. Wer nicht mit jüdischen Augen diese Bewegung verfolgt dem mag sie begrüßenswert erscheinen. Er wird finden, daß jedes Volk das Recht und die Pflicht habe zu wirtschaftlicher Expansion. Blickt er jedoch tiefer und sieht die jüdischen Opfer dieser Bewegungen, die beispiellose Verarmung, die Selbstmordfälle, dann kommt er zu merkwürdigen Feststellungen: jede an sich nicht unberechtigte Neuerung im wirtschaftlichen Leben — der jüdischen Wirtschaft schlägt sie nur neue Wunden! Eine abnormale Lage, die aller Logik hohnspricht . . . Die ganze tragische Problematik der jüdischen Wirtschaft in Ostgalizien ist im Sat2e enthalten: die Ukrainer bauen ihr Netz wirtschaftlicher Genossenschaften immer weiter aus und der jüdische Kaufmann — bietet Eis feil, ladet zum labenden Trünke . . . Wir haben oben vom Boykott schlechtweg gesprochen, ohne dessen nationales Gepräge hervorzuheben. Und doch ist dies wichtig. Unsere Revue wäre unvollständig, wenn wir den besonderen Charakter der ukrainischen Bewegung nicht beleuchten und nicht eine Parallele zwischen ihr und der polnischen Boykottbewegung ziehen würden. Wir sprachen oben vom ukrainischen Bohkott, der gegen den jüdischen Handel angewendet wird. Betrachten wir objektiv, sine ira et studio, zunächst einmal dieses Problem von der psychologischen Seite. Ist Boykott antisemitisch? Immer? Unter allen Umständen? Mit nichten. Man muß unterscheiden können zwischen Boykott und Boykott. Es ist auseinander zu halten: Boykott als Mittel und Boykott als Zweck, als Ziel. Ersteres kann muß freilich nicht — frei sein von antisemitischen Motiven, während letzteres rein antisemitischen Motiven entspringt Der Boykott als Mittel vernichtet jeden, der ihm bei seiner wirtschaftlichen Expansion im Wege steht ganz gleich, ob es ein Jude ist oder nicht. Der Boykott als Zweck, als Zielsetzung, wendet sich ohne jede wirtschaftliche Notwendigkeit gegen den Juden, den er von seiner wirtschaftlichen Position verdrängen will. Freilich gibt auch letzterer „nationale" Motive an, auch er verbrämt ssine Tätigkeit mit wirtschaftlichen Postulaten des eigenen Volkes, aber das geschieht selten und ist nur Staffage, mehr pro foro externo, ein Aufputz, auf den auch die Anständigen, aber herzlich Naiven des eigenen Volkes hereinfallen sollen . . . Was er wirklich will, ist rettungslose Vernichtung des Juden, wirtschaftliche Abtötung und völlige Drosselung des jüdischen Handels und der jüdischen Industrie. Und nun sprechen wir konkret. Die Ukrainer sind ein aufstrebendes Volk. Außer der Landwirtschaft die ja seit uralten Zeiten ihre Domäne ist haben sie bis vor kurzer Zeit auf keinem Gebiete wirtschaftlicher, kommerzieller oder industrieller Erwerbstätigkeit Fuß gefaßt Der Bauer am Lande und in der Stadt der Handwerker, der Beamte und eine dünne Intelligenzschicht — das war bislang das ukrainische Volk in seiner sozialen Schichtung. Seit dem Kriege ist es anders geworden. Wir haben im ersten Teil unserer heutigen Revue gesehen, daß dieses Volk in seiner wirtschaftlichen Expansion unermüdlich ist Bei allem Schmerze, mit dem der jüdische Chronist diese Erscheinung notiert, muß zugegeben werden: die Mätive dieser Expansion sind nicht antisemitisch. Die wachsende Intelligenz dieses Volkes und der dadurch bedingte Ruf: „Hinaus aus dem Dori!" einer- und die in den Nachkriegsjahren immer stärker werdende Unretabilität der Landwirtschaft anderseits bedingen diesen notwendigen Prozeß. Ein führender Ukrainer sagte mir vor einigen Jahren: „Warten Sie, Sie werden sehen, daß den Juden keine soziale Position in Ostgalizien gelassen wird. Die Ukrainer werden überall Fuß fassen und die Juden werden von überall hinausgedrängt. Es ist ein unvermeidlicher Prozeß, eine notwendige Expansion . . ." Soweit die ukrainische Persönlichkeit. Und die Ukrainer machen das wahr. Es entstehen immer mehr Kooperativen, immer mehr Einzelgeschäfte und der ukrainische Konsument der immer stärker die Stadt bevölkert meidet das jüdische Geschäft. Die ukrainischen Geschäfte genießen alle Vorteile, die ihnen die stramme ukrainischnationale Organisation gewährt: Kredite, gemeinsamen Einkauf, also Verbilligung und — was die Hauptsache ist — Kunden. Der jüdische Kaufmann sinkt unter der Last der Schulden, des Zinsendienstes, der Steuern, die Auflösung jüdischer Geschäfte ist an der Tagesordnung und — der ukrainische Haudelsstand blüht. Allerdings, und das ist die besonders schmerzliche Seite der Sache, wirkt in sehr vielen Einzelfällen der krasseste, niedrigste Antisemitismus mit Wir haben Fälle erlebt, wo Bauern eines Dorfes das Haus des einzigen jüdischen Insassen, eines Krämers, anzündeten, das Haus an allen Seiten brannte, die Familie — es war in später Nachmittagsstunde — kaum das nackte Leben retten konnte, die Bauern aber in leidenschaftlicher, bei Menschen schier unverständlicher Schadenfreude das prasselnde Element segneten, weil es den Juden für ewige Zeiten aus dem Dorfe treibt und sie nun judenrein werden .... Wie gesagt, das Primäre ist bei der ukrainischen Bewegung der Auibau, der, wenn es sein muß, auf den Trümmern des jüdischen Handels geschehen mag und das Sekundäre ist der Antisemitismus. Bei der polnischen Boykottbewegung (wir haben darüber in diesen Blättern bereits gesprochen) ist von polnischem Aufbau keine Rede, er wird nur selten als Mäntdchen, als Staffage, benutzt Im übrigen kein Wunder: der Pole ist in dieser Beziehung saturiert. Alles im Staate ist ihm zugänglich, alle Positionen erreichbar, alle staatlichen Hilfsmittel stehen ihm zur Verfügung, es gibt einen ausgedehnten polnischen Handel, die polnische Industrie ist mächtig. Der einzige Beweggrund der polnischen Boykottbewegung ist also nur der Antisemitismus, das Bestreben, die jüdischen Positionen zu untergraben, unmöglich zu machen und den Juden . als wirtschaftlichen Faktor von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Ob dann an Stelle des Juden Polen treten oder nicht — das ist nicht wichtig. Die Hauptsache ist der alte Traum: „der Jude wird verbrannt" . . . Gerechterweise muß zugegeben werden, daß — den wirtschaftlichen Motiven entsprechend — nicht die ganze polnische Nation dieser entmenschten, weil mit unmenschlichen Methoden arbeitenden Bewegung huldigt. Der edler denkende Teil des polnischen Volkes steht diesem Getriebe ganz fern, die fortschrittliche Presse ist in dieser Beziehung anständig und die Regierung tut vollständig ihre Pflicht um Auswüchse der Boykottbewegung zu unterdrücken. Bei den Ukrainern dagegen steht das ganze Volk mitsamt Intelligenz und Presse ausnahmslos aui Seite der Prediger der Heilslehren des Boykotts. Alle Kreise sind von der Berechtigung und von der Notwendigkeit des Boykotts durchdrungen. Freilich: dem Juden ist es ganz egal, von welcher Seite das Unglück kommt, von der polnischen oder ukrainischen. Wer schlage bekommt, der hat weder Lust noch Muße, darüber nachzudenken, in welche soziale Kategorie er den Schläger einzureihen hat. Genug: er hat die Hiebe und die tun ordentlich weh. Wenn der Jude sein Geschäft aufgeben muß, ist es ihm herzlich gleichgültig, ob der rein wirtschaftliche Expansionsdrang des Ukrainers ihn von seiner in harter, jahrzehntelanger Arbeit errungenen Position verdrängte oder der polnische Haß gegen den Juden ihm den Bissen Brot wegnimmt. Subtile Erwägungen über die Psychologie des Schlägers können weder die Schläge noch ihre Wirkung abschwächen, noch auch den Hunger stillen. So oder so — der Jude ist und bleibt das Opfer . . . Spricht mau jedoch von den Verhältnissen in Ostgalizien, dann muß man sagen, daß hier der ukrainische Boykott viel schwerer ins Gewicht fällt Die Ukrainer stehen erst im Anfangsstadium ihrer Entwicklung. Bis sie, wie heutzutage der Pole, gesättigt sind, kann der Jude vernichtet am Boden liegen . . . Ist die Gegenwart traurig, viel trauriger ist die Aussicht viel düsterer die Perspektive . . . Lemberg, im Oktober 1932. Hebräisch- Unterricht Von Prof. Dr. Manfred P a p o. Obmann dus Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. (Schluß.) Die Lehrerschaft der Volksschulen setzt sich gegenwärtig ebenfalls mit dem Problem des Hebräisch-Unterrichtes für ihren Wirkungskreis intensiv auseinander. Da das Ergebnis noch aussteht, wissen wir nicht recht, was wir bei den Mittelschülern an Vorbildung voraussetzen können — aber selbst der Fall, daß nichts weiter gegeben sei. als halbwegs geläufiges Lesen, ist als hinreichende Basis anzusehen. Die Unterstufe, womit die beiden ersten Klassen gemeint sind, soll der Vorbereitung für die Bibellektüre gewidmet sein. Ohne Intensität mehr in spielender Art, sollen dem Kinde die in Gebetbuch und Bibel immer wiederkehrenden Wörter eingeprägt und auch die einfachsten, leichtesten Dinge aus der Grammatik vermittelt werden. Als Lehrbuch ist das aus Deutschland stammende Büchlein „Scha'are Zedek" von Abraham und Levy in Aussicht genommen: da aber dieses Buch infolge der Auslandvaluta unverhältnismäßig teuer und auch nicht völlig den österreichischen Verhältnissen angepaßt ist ist der Gedanke aufgetaucht ein speziell dem österreichischen Lehrplan entsprechendes Buch zu schaffen, welches nebst den sprachlichen Elementardingen die biblischen Erzählungen in ganz kurzer Form in leichtestem Hebräisch unter Vermeidung jeder sprachlichen Unregelmäßigkeit bieten und so eine enge Verbindung zwischen Geschichts- und Hebräisch-Unterricht schaffen soll. In der Mittelstufe (3. bis 5. Klasse) muß mit dem ernsten sprachlichen Arbeiten begonnen und parallel damit Pentateuch-Lektüre betrieben werden. Neben der Kenntnis der grammatischen Formenlehre wäre Erweiterung des Vokabelschatzes zu fordern; auch das Erkennen des Wertstammes muß ständig geübt werden und auch die entsprechende Anleitung zur Benützung eines Vokabels ist zu bieten. Im Sinne dieser Intentionen hat der Schreiber dieser Zeilen ein Lesebuch aus der Bibel mit Grammatik und Wörterverzeichnis herausgegeben und der Lehrerschaft zur Einführung empfohlen. Es ist selbstverständlich, daß über der sprachlichen Behandlung der Bibeltexte die inhaltliche in keiner Weise beeinträchtig: werden darf. Aber die Erfahrung hat gelehrt, daß die Besprechung von Bibeltexten, die ohne sprachliches Verständnis nach mechanischer Art übersetzt wurden, völlig wertlos ist und daß das. was lediglich mit einer Uebersetzung erreicht werden könnte, durch das mechanische Uebertragen mit seiner Geistlosigkeit und Lächerlichkeit zerstört wird. Auf der Oberstufe (6. bis 8. Klasse) soll die bereits in der letzten Klasse der Mittelstufe angestrebte Selbständigkeit beim Präparieren der Texte erweitert werden. Selbstverständlich werden sich die Vokabelkenntnisse stets vergrößern: ebenso wird man dem Erkennen unregelmäßig gebildeter Verbalformen auf der Oberstufe mehr Augenmerk zuwenden. Lehrplangemäß kommen für die 6. Klasse die Lektüre ausgewählter Psalmen, für die 7. und 8. Klasse die wichtigsten Stellen aus den großen Propheten Jesajas, Jeremias und Ezechiel in Betracht Soweit es möglich ist wären parallel mit dem Geschichte-Unterricht der spanischen Blütezeit einige Proben aus den Meisterwerken der jüdisch-spanischen Dichteriürsten zu lesen. Das Lesebuch für die Oberstufe befindet sich in Vorbereitung und dürfte im Laufe des heurigen Schuljahres erscheinen. Haben wir unsere Jugend bei der Matura so weit gebracht, daß ihr die wichtigsten Kapitel der Heiligen Schrift bekannt sind und der Rest der Bibel mit Hilfe eines Wörterbuches leicht zugänglich ist. haben wir die Erkenntnis erreicht daß es eine große und reichhaltige hebräische Literatur gibt, auf deren Grundlage wir besondere Achtung von der Welt verlangen können, und daß die jüdische Jugend berufen und verpflichtet ist diese Literatur zu pflegen, dann haben wir unsere Pflicht der Jugend gegenüber zum Großteil erfüllt Und die Schüler werden uns auch dankbar sein — dankbarer als bisher: denn was soll tatsächlich ein akademisch gebildeter Jude über einen Unterricht denken, der ihm in den vier Jahren der Volksschule und den acht Jahren der Mittelschule in einer „Fremdsprache" geboten wird und durch den er nie über ein holperiges, fehlerhaftes Lesen hinauskommt? Im heutigen Zeitalter spielt die Kritik der Jugend eine nicht zu unterschätzende Rolle — und diese Kritik ist leicht herausgefordert Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß auch schon aus Schülerkreisen in nicht gerade taktvoller Art Reform des Religionsunterrichtes verlangt wurde. Die Lehrerschaft hat zwar ein Eingehen auf diese Forderung ebendarum, weil sie in unrichtiger Form und auch von unzuständiger Seite vorgebracht wurde, abgelehnt, aber symptomatisch bleibt die Sache trotzdem. Wir sind uns wohl darüber im klaren, daß unser© Reformpläne zwar bei einem Großteil der Judenschaft Anklang finden werden, daß es aber auch hie und da Widerstand setzen wird. Da wird in der Oberstufe mit der so beliebten und „modernen" Drohung des „Austrittes aus dem Judentum" aufgefahren. Damit rechnet jeder ernst arbeitende Lehrer — oder vielmehr er rechnet nicht damit: es muß ihm seit seiner ersten Unterrichtsstunde klar sein, daß hier Aengstlichkeit und Zimperlichkeit nur schaden und nicht im mindesten nützen können. Schaden dadurch, daß die anderen Schüler zur Nachlässigkeit und Laxheit verfettet werden, und nützen — ja, wird denn wirklich ein Junge, der um ein bißchen Arbeit willen das Judentum gedankenlos wegwirft und von den Eltern ganz und gar nicht daran gehindert wird dem Judentum treu bleiben, oder wird er nicht bei der erstbesten anderen Gelegenhit fahnenffifchäa werden? „Was abfällt, ist Abfall", das ist der Grundsatz jedes Religionslehrers, der seinen Gegenstand ernst nimmt und die Erfahrung hat gelehrt daß dieser entschiedene Standpunkt der schwankenden Jugend viel mehr imponiert als Aengstlichkeit und Schwäche, die durchaus nicht am Platze ist Aber wir hoffen alle, daß dies Einzelfälle bleibe* werden und die jüdische Allgemeinheit uns hilfreich und fördernd zur Seite stehen wird. Und zwar rechnen wfr auf die Mithilfe aller Parteien und Richtungen. Es soft jeder Partei unbenommen bleiben, ihre fugendfichen Anhänger außerhalb der Schute mit ihren Intentionen ver-

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