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Die Wahrheit · 1932-08-05 · Heft 32 (5.8.1932) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 32 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 isdilas, Rheuma, Gidil 14tägige Ischias - Schnellkuren (Italienische Methode) Fango-, Schlammpackungen» Moor-, Schwefel-, Sool-, Fichten-, Kohlensäurebäder, Diathermie Heißluft, Höhensonne Paraffin-Entfettungskuren und alle sonstigen modernen physikalischen HeMmethoden täglich von 8-6 Uhr. H«I1«um*€iM „Thermla" I., Franz Josetskai 1 - Telephon R 29-1-37 Leiter: Dr. Wolf Somer jenen Kampiesmut betätigen, der nur aus der Kenntnis des Gegners, seiner Ziele und Methoden erwachsen kann. Wir wollen zur Anfeuerung dieses Kampfesmutes ein wenig beitragen, indem wir unseren Lesern verraten, was Protokoll 20, Punkt 36 der „Weisen von Zion" besagt: „Die primitive Natur der auf der Entwicklungsstufe des Tieres stehengebliebenen Verstandeskräfte der Nichtjuden tritt in der Tatsache, daß sie bei uns Anleihen gegen Zinsen aufnehmen, deutlich zutage. Sie machen sich nicht klar, daß dieses Geld, weiches mit Zinsen an uns zurückzuzahlen ist, auf alle Fälle den Hilfsquellen des Landes entnommen werden muß. Wäre es nicht' viel einfacher, die erforderlichen Mittel unmittelbar von dem eigenen Volke aufzubringen? Darin zeigt sich unsere geistige Ueberlegenheit über die Nichtjuden. Wir waren imstande, die Frage der Anleihen den Nichtjuden in einem solchen Licht darzustellen, daß sie darin Vorteile für sich selbst sehen!" Die „Dötz" hat wohl selbst nicht gehofft, daß ihre „sensationelle Enthüllung" über den Zusammenhang zwischen Lausanne und Judentum sowie über „die Absichten der überstaatlichen jüdischen Geldmächte und der überstaatlichen Oberleitung der Juden" dem Herrn Bundeskanzler Dollfuß das Zepter aus der Hand schlagen und ihm den Verzicht auf die Anleihe abringen werde. Und dies trotzdem sie ihm sogar mit dem nationalsozialistischen Volksgericht im „Dritten Reiche" droht. Wohl aber kennt die „Dötz" ihre Leser und weiß, daß diese nun überzeugt sein werden, daß der Jude an allem, also auch an ihrem wirtschaftlichen Elend, allein die Schuld trägt, daß es der Jude ist. der die Deutschen ans Ausland verkauft. ml. Deutschlands Grabinschrift. Wie das Ausland über die hitleristische Judenhetze denkt „Daily Express", ein Londoner Blatt, das früher mit d'er Hitlerbewegung sympathisierte, bringt in seiner letzten Nummer einen „Perish Judea" (Juda verrecke) überschriebenen Leitartikel, in dem es heißt: „Die antijüdische Kampagne der Hitleristen erhebt sich nun zu einem Crescendo blinder Wut. Jüdische Geschäftsleute und Handwerker werden boykottiert, jüdische Arbeiter werden hingeopfert, jüdische Bürger verdroschen und jüdisches Eigentum sabotiert. Der Hitlerismus ist im Verlauf seiner Gewalttaten ein Moloch für die Juden geworden. Welchem Zweck kann diese wilde Verfolgung dienen? Deutschland schreit nach einer Politik, die es retten soll, nicht nach einem Pogrom. Juda verrecke! ist das Schlagwort der Hitlerianer. Erringen sie die Vorherrschaft, dann wird es die Grabinschrift Deutschlands sein." Der Londoner „Daily Telegraph" veröffentlicht einen Leitartikel seines Berliner Sonderberichterstatters P. Gordan Walker, in dem konstatiert wird, daß wilder Neid den Juden gegenüber stets ein Zeichen wirtschaftlicher Depression in Europa war. Die rechtsstehenden Parteien bezeichnen die Juden mit einem zum Teil aus der Vergangenheit übernommenen hysterischen Haß als Feinde des Landes. Unter der Devise des in den Programmen der rechtsstehenden Parteien betonten Christentums sollen gleichzeitig Juden und marxistische Sozialisten, die Atheisten sind oder zumindest als solche gelten, ausgeschaltet werden. Der durchschnittliche Nazi erwartet von Hitlers „Drittem Reich" die Beseitigung von Arbeitslosigkeit und Steuern. Wie soll dies erreicht werden? Hauptsächlich durch Nichtanerkennung der Schulden, Enteignung der Juden und Autarkie. Der Artikel wendet sich gegen die Brutalität der nationalsozialistischen Taktik, für die als Beispiel angeführt wird, daß in einer Weinhalle ein Mann, der ein christliches Mädchen, das sich dort mit einem Juden aufgehalten hatte, niederschlug, mit Heilrufen begrüßt wurde. * In Berlin ist dieser Tage der Chefredakteur des in New York erscheinenden „Jewish Morning Journal", Herr Jacob Fishman, der sich zum Studium der polirischen und wirtschaftlichen Lage der deutschen Juden nach Europa begeben hat, eingetroffen. In einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter äußerte sich Chefredakteur Fishman über die Stellung der jüdischen Oeffentiichkeit Amerikas zu den politischen Entwicklungen in Deutschland. Die Juden Amerikas, erklärte Herr Fishman, verfolgen diese politischen Entwicklungen mit außerordentlich starkem Interesse. Sie glauben, daß sich die Lage der deutschen Judenheit ständig verschlechtert. Politisch weitblickende jüdische Führer m Amerika sind entschlossen, falls es die Lage der detitschen Juden erfordern sollte, ihre Stimme vor dem Weltgewissen zugunsten der deutschen Juden zu erheben. Die amerikanischen Juden glauben nicht, daß. fürdie Juden in Deutschland eine unmittelbare Gefährdung von Leib und Leben gegeben sei. Sie shia aber überzeugt, daß der ökonomische Boykott, der Ausschluß von Juden aus Regierungsämtem und der Terror in der Provinz sich auf die deutsche Judenheit schwerer auswirken, als es vereinzelte Ausschreitungen tun könnten. Ein Jude wird zum ersten Mal Gouverneur des Staates NewYork. Die Wahl Oberst Herbert Lehmans zum Gouverneur gesichert Die Wahl Colonel Herbert Lehmans, des bisherigen stellvertretenden Gouverneurs von New York, zum Gouverneur dieses Staates wird in politischen Kreisen von New York a 1 s gesichert betrachtet, da der bisherige demokratische Kandidat auf diesen Posten, der gegenwärtige Gouverneur Franklin D. Roosev e 11. von der demokratischen Partei für die Stelle eines Präsidenten der Vereinigten Staaten kandidieren wird. Der Rosten eines Gouverneurs dies Staates New York gilt als sicherer Besitzstand der Demokratischen Partei. Oberst Lehman wird im Falle seiner Wahl der erste jüdische Gouverneur des Staates New York sein. Herbert Lehman, der 1928 zum stellvertretenden Gouverneur gewählt wurde, steht an der Spitze des großen Bankhauses Lehman Brothers, eines der ältesten und angesehensten Bankinstitute Amerikas. Sein Brudler, Richter Irving Lehman, ist Vizepräsident des American Jewish Comittee und hat im Jahre 1828 die Angelobung Herbert Lehmans als Vizegouverneur des Staates New York entgegengenommen. Auch dieser ist Mitglied Bruft-andBräliBPaMssclifflUEnUHa Gärtnerei eiinst SEEEftlE* Gründungsjahr 1880 XL, Simmerlnger HauptstraSe Nr. 38t HL Tor, Zentralfriedhof, HalteateUe der Elektrischen 71 Telephon U 14-2-61 Unter Berufung auf .Die Wahrheit* 10»/» Rabatt des Exekutivkomitees des American Jewish Comittee. Er ist ferner Vizepräsident des American Johlt Distribution Comittee und der Pafestine Economic Corporation und! hat zur Organisierung des nichtzionistischen Teils der Jewish Agency in Amerika wesentlich beigetragen. Für die Arbeit des Verbandes ORT zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden hat Oberst Lehman stets tiefstes Interesse bekundet. Auf den Meetings des ORT in Amerika tritt er meistens als einer der Hauptredner auf. Bei dien letzten Wahlen im Jahre 1928 bewarb sich um den Gouverneurposten auch ein jüdischer Kandidat, der ehemalige Generalstaatsanwalt Albert C. Ottinger, ein Schwager des verstorbenen Louis Marshall, untertag aber gegen Roosevelt. Mitglieder und Freunde der „Union" ™«|der „jugend-Unio* — __treffen sich während der Sommermonate jeden Dienstag, ab 7*8 Uhr abends, im reservierten Teil des Cafe-Resfaurant „Zum braunen Hirschen", IL, Prater Hauptallee. ...3ss^^«3s^,>-. Lägen über Spanien. Keine Repatriierung der sephardischen Juden. — Eine Erklärung des spanischen Ministerpräsidenten. Der spanische Ministerpräsident Don Manuel Azana äußerte sich in einem Interview, das er dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Madrid gewahrte, über das in letzter Zeit in der jüdischen und spanischen Presse vielfach erörterte Problem einer Rückkehr xUer sephardischen Juden nach Spanien. Von einer Repatriierung der sephardischen Juden nach Spanten, wie sie von manchen romantisch denkenden Spaniern erträumt wurde, erklärte Ministerpräsident Azana, kann nicht die Rede sein. Die Frage ist kein einziges Mal in einem Ministerrat) behandelt und) niemals irgendwo ernsthaft erörtert worden. Der JTA-Vertreter machte den Ministerpräsidenten darauf aufmerksam, daß in der ausländischen Presse und in oppositioneilen spanischen Zeitungen Berichte erschienen sind, denen zufolge sephardische Juden in größerer Zahl in verschiedenen Häfen Spaniens gelandet und von Vertretern der Regierung begrüßt worden seien. Die oppositionellen spanischen Blätter hätten in diesem Zusammenhang die Behauptung aufgestellt, die Revolution sei mit jüdischer Hilfe und jüdischem Geld durchgeführt worden und die Rückkehr nach Spanien sei der Preis, den man dem Weltjudentum für diesen Beistand habe zahlen müssen. Dies alles sind Lügen, erwiderte der Ministerpräsident. Es ist kein wahres Wort an diesen Berichten. Sie gehören in die gleiche Kategorie wie die Meldungen über angebliche Verfolgung und Unterdrückung der katholischen Religion durch die republikanische Regierung. Altes was die Republik getan hat ist, daß sie die v ö 11 i g e Freiheit des religiösen Bekenntnisses eingeführt hat. Dies war ein Teit des republikanischen Programms und wurde von uns vollständig durchgeführt. Die katholische Kirche erfreute sich in Spanien gewisser Vorrechte und Privilegien, die sie anderwärts schon viel früher verloren hatte. Wir haben) diese Privilegien abgeschafft. Aber Verfolgung und Unterdrückung gibt es niemand gegenüber. Niemand wird in Spanien heutzutage wegen seines religiösen Bekenntnisses verfolgt oder unterdrückt. Wir haben volle Religionsfreiheit eingeführt. Das spanische Volk neigt überhaupt nicht zu Verfolgungen. Inquisition und spanische Kriege waren nichts als das Werk einiget Drahtzieher, die damals an der Macht waren. ■MU 1

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