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Die Wahrheit · 1932-04-15 · Heft 16 (15.4.1932) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 16 (15.4.1932)
Date
1932-04-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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OlE WAHRHEIT Seite 6 KUNDMACHUNG Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pessach-Koscher- RlilCh in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die PeSSach - Koscher milch wird in ihren Meiereien in Niederösterreich unter streng ritueller Aufsicht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann bestellten religiös verläßlichen Organe dvwpö erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, respektive mit einer Schleife versehen mit dem Aufdruck: rtDS bv 2bn Wien, 27. März 1932. Wiener Molkerei. frei zu lassen sind, nicht an und nimmt den weiteren Antrag eines Staatsrates, daß für die zahlungsunfähigen Juden die Gemeinden haften sollen, an. Ein weiteres Privilegium odiosum von wohl nur historisch-juristischem Interesse ist die Zurückrückung der Verfallszeit für von Juden geschuldete Wechselsummen. Wenn nämlich der Zahlungs- oder der letzte Respekitag für einen solchen Wechsel auf eirnem Sabbat oder auf einem jüdischen Feiertag fiel, so mußte die Zahlung bei sonstigem Prot :st am vorhergehenden Tage bis 3 Uhr nachmktags geleistet werden. (Aus der damaligen Wechselordnung, Art. 38.) Schließlich wird noch aus dem Hofkanzleivortrag vom 24. Jänner 1767. vermerkt, daß Juden das Tabakgefäll, welches als eines der wichtigsten Gefälle bezeichnet wird, gepachtet haben. Wegen dieser besonderen Wichtigkeit sollte den Pächtern nach der Kaiserlichen Resolution vom 11. Oktober 1766 alles „facilieret" werden, was immer zur Beförderung der Manipulation beitragen kann; es wurde deshalb den Pächtern, und zwar den „Gefällsmanipulanten Baruch & Comp, und Löwel Hönig. welche am 1. Jänner 1765 den Tabakappolto in Böhmen, Mähren und Oesterreich für jährlich 90.COO Gulden auf 10 Jahre gepachtet hatten, samt ihren Leuten die Wohnung" in dem zum Tabakamte erbauten Hause zugestanden; Israel Hönig. offenbar ein Nachkomme dieses Löwel Hönig. der den österreichischen Erbadel mit dem Prädikate Edler v. Hönigsberg erhielt, war auch der erste jüdische Staatsbeamte im österreichischen Verwaltungsdienste. Er wurde zum niederösterreichischen Regierungsrate ernannt und hatte als solcher bei der Ueberführung des Tabakmonopols in die Staatsregie, seine erprobte, kommerzielle Tätigkeit in dem Dienst des Staates zu stellen. Als die Regierung zum ersten Mal im Jahre 1792 der Wiener Judenschaft die Konstituierung einer aus 3—4 Mitgliedern bestehenden Vertretung bewilligte, wurde bei der ersten Wahl der Sohn Israel Honigs, Maximilian Edler v. Hönigsberg, als Vertreter gewählt. (Das Statut für das Bethaus der Israeliten in Wien usw. Anhang von Dr. W a c h s t e i n.) (Fortsetzung folgt.) Die Gesetzgebende Versammlung in Palästina kommt. Vorderhand noch Dementis... „New York Times", „Vossische Zeitung" und einige andere Zeitungen in Amerika und in Europa brachten vor einigen Tagen eine Meldung aus Jerusalem, der zufolge der britische High Commissioner für Palästina Sir Arthur Wauchope zu Beginn des Monats Mai 1932 sowohl die Jewish Agency als auch die arabische Exekutive in Palästina offiziell benachrichtigen wird, daß die britische Regierung beschlossen habe, eine Gesetzgebende Versammlung (Legislative Assembly) für Palästina zu schaffen. Gleichzeitig werde der High Commissioner — so lautete die Meldung weiter — die Jewish Agency und die arabische Exekutive ersuchen, ihre Kandidaten für die Legislative Assembly zu nominieren, woraufhin die Regierung das Datum für die Wahlen zur Assembly festsetzen wird. Die Gesetzgebende Versammlung werde aus einem gewählten Teile und einem Beamten teil bestehen. Der gewählte Teil werde sich aus zehn Moslems, drei oder vier Juden und zwei Christen zusammensetzen, der Beamtenteil werde aus zehn oder elf von der Regierung zu ernennenden britischen Beamten bestehen. Der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Jerusalem und London wird nun von autoritativen Regierungs- und zionistischen Stellen versichert, daß die Meldungen der „New York Times" und der „Vossischen Zeitung" ohne jede Grundlage sind und wahrscheinlich auf gewissen Erörterungen in der arabischen Presse beruhen. Die Schaffung einer Legislative Assembly sei für absehbare Zeit nicht beabsichtigt. Aus informierter Quelle wird uns dazu mitgeteilt: Die im W e i ß b u c h des früheren Kolonienministers Passfield in Aussicht gestellte Schaffung einer Gesetzgebenden Versammlung (Legislative Assembly) in Palästina hat immer noch Gültigkeit. Während verschiedene andere Ankündigungen des Passfield-Weiübuches in dem Brief des Ministerpräsidenten MacDonald an Dr. Weizmann annulliert, modifiziert oder verschoben wurden, ist an der Sache der Legislative Assembly offiziell nichts geändert worden. Es ist deshalb zu erwarten, daß früher oder später irgendeine Aktion nach der Richtung der Schaffung einer Legislative Assembly in Angriff genommen werden wird. Im gegenwärtigen Moment hält es die Regierung vielleicht nicht für ratsam, dem High Commissioner eine Instruktion betreffend eine sofortige Aktion nach dieser Richtung zu erteilen. Ischias, Rheuma, öidil Utägige' Ischias - Schnellkuren (Italienische Methode) Fango-, Schlammpackungen, Moor-, Schwefel-, Sool-, Fichten-, Koblensäurebäder, Diathermie Heifiluft, Höhensonne Paraffin-Entfettungskuren und alle sonstigen modernen physikalischen Heilmethoden täglich von 8-6 Uhr HellonstaM „fhermla" I., Franz Josefskai 1 — Telephon R 29-1-37 Leiter: Dr. Wolf Somer Trauerfeier. Sonntag, den 10. d. M., fand beim Grabe des vor Jahresfrist verblichenen Vizepräsidenten der „Union österreichischer Juden" Hofrat Ing. Josef L ö w y s. A. eine pietätvolle Trauerfeier statt, zu der sich neben der Familie des Dahingeschiedenen eine sehr stattliche Anzahl der vielen Freunde und Verehrer des mitten aus seinem arbeitsreichen Leben gerissenen trefflichen Mannes eingefunden hatte. Man bemerkte unter anderen den Präsidenten der Kultusgemeinde, Prof. Dr. A. Pick in Begleitung des Amtsletters W. Freistadt, zahlreiche Mitglieder des Zentralvorstandes und der Bezirksorganisation II der „Union", in Vertretung des Delegiertenverbandes der Chewra Kadischa die Herren Paul Schwarzstein und Dr. Ernst F e l!d s b e rg, Frau Dozent Sophie G r ü n f e 1 d und Schwester, sowie Generaldirektor Sauerbrunn. Nach dem von Oberkantor J. Müller ergreifend rezitierten El mole rachamim sprach in Verhinderung des Präsidenten Dr. J. Ornstein Vizepräsident Dr. Karl Steiner innige Worte des Gedenkens im Namen der „Union", die noch immer den schweren Verlust, den sie durch das allzu frühe Hinscheiden dieses unerschrockenen Kämpfers für jüdische Interessen erlitten, beklagt und sein Andenken stets in Ehren halten wird. Regierungsrat Dr. Max Lenk gab der Trauer der engeren Freunde Ausdruck, die vor allem an Hofrat Löwy das edle Menschentum bewunderten, das ihn bei allen seinen Handlungen auszeichnete. Tief ergriffen verließen die Teilnehmer der erhebenden Trauerfeier Bpuft- und BrahBraHsschmuchunB Gärtnerei ERNST $EEf MED Gründungsjahr 1880 XI., Simmeringer Hauptstraße Nr. 381 III. Tor, Zentralfriedbof, Haltestelle der Elektrischen 71 Telephon U 11-2-61 Unter Berufung auf .Die Wahrheit" 10»/,, Rabatt die Grabstätte, in der ein prächtiger Mensch den ewigen Schlaf schläft. Der Verband der Sabbatfreunde „Schomre Schabbos teilt mit: 1. Auszahlung von Arbeitslosenunterstützungen. Auf Grund eines Erlasses der Industriellen Bjzirksl.oinmission wird jenen jüdischen Arbeitslosen, die den Nachweis strengreligiöser Lebensführung erbringen, der Auszahlungs-, bzw. Kontrolltag von Samstag, bzw. einem 'üdischen Feiertag auf einen anderen Wochentag verlegit. Das Pessachfest fällt heuer auf Mittwoch. Donnerstag und Freitag. Jüdische Arbeitslose, die an einem dieser Tage zur Auszahlung oder zur Kontrolle zu erscheinen haben, können um die Ausstellung entsprechender Bescheinigungen im Verbandssekretariate ansuchen. 2. Schuldispens an pidischen Feiertagen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auf Grund des Erlasses des Stadtschulrates für Wien. ZI. 1646/9- Ila-1931, die jüdischen Schulkinder Anspruch erheben können, an den jüdischen Feiertagen vom Schulbesuch befreit zu werden. Demgemäß sjnd die jüdischen Schulkinder am Pessachfestc (21., 22.. 27. und 28. April d. J.) vom Unterricht zu befreien. 3. Leistungen der Krankenkassen. Die Angcstclltenkrankenkassen gewähren jenen jüdischen Angestellten, die den Nachweis strengreligiöser Lebensführung erbringen, an Stelle eines bewilligten Heimaufenthaltes einen baren Zuschuß zu einem freien Aufenthalt Diesbezügliche Bescheinigungen und nähere Auskünfte im Verbandssekretariat. Nunmehr hat sich auch die A r b e i t e r - K r a nkenversicherungskasse (I.. Wipplingerstr. 28) diesem Uebereinkommen angeschlossen und wird daher zukünftig, ebenso wie die anderen Krankenkassen, bewilligte Heiniaufenthalte über unsere Empfehlung in einen baren Zuschuß umwandeln. 4. ..Schomra"-Konsumrabatt. Auf Grund verschiedener an uns gerichteter Anfragen wird mitgeteilt, daß die Vorweisung der „Schomra"-Büchlein erst bei der Bezahlung der gekauften Waren zu erfolgen hat. Die vollgeklebten Rabattbüchlein werden im Verbandssekrstariat jederzeit sofort gegen fünf Schilling in barem Golde eingelöst. Die Verlosung des ausgesetzten Preises von zwanzig Schillingen für Rabattbüchlctn. die bis einen Tag vor Erew Pessach eingelöst werden, ertolgt am Chaul Hamaued. In die Rabattaktion neu aufgenommen wurden die Firmen: Fiertel's Nfg. M. Leib, Schirme, VI., Mariahilferstr. 81. Leitner Jona, Herrenschneider, II., Große Pfarrgasse 3. S. Pick, Parfümerie und Haushaltungsartikel, II., Untere Augartenstraße 32. 5. Stellenvermittlung. Die Stellenvermittlung amtiert für die Entgegennahme von Stellengesuchen nur am Montag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr vormittags. In allen anderen Angelegenheiten täglich Vor- und Nachmittag. 6. Kostenlose Rechtsberatung. Herr Rechtsanwalt Dr. Arthur Funk, Wien I.. Gonzagagasse 12, hat sich entgegenkommenderweise bereit erklärt, Mitgliedern unserer Organisation Rechtsauskünfte jeder Art in den Kanzleistunden (Montag bis Donnerstag von 3 bis 6 Uhr nachmittags) zu erteilen. Legitimationsvorweisung unbedingt erforderlich. Verband der Sabbatfreunde „Schomre-Sehabbos". Wien IL. Leopoldsgasse 16, Tel. A 48-1-13. Sie fahlen sich wie m Hause beim Seder im bestrenommierten streng HBO Restaurant und Hotel \. BÜBSCHAK Unter Aufsicht der israelitischen Kultusgemeinde Wien (Rosch-Beth-Din Rabbiner Josef Babad) Wien Ii. Große Scblllgasse Nr. % Telephon A 40-4-39 Sederanmeldungen werden schriftlich u. telephonisch entgegengenommen. Erstes Haus für: Palästinaweine, Karmel, Muskat» Malaga, Sherry, ungarische Weine. Met und la Slibowitz HD3 Lieferungen: von 5 Flaschen aufwärts werden ins Haus zugestellt.

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