Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 14 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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6 DB WABBHBBT Warum STEINMETZBROT? /. Weü Steinmetzbrot auf Grand der Ergebnisse der wissenschafilidien Forschung das einzige Brot isi, weldies noch sämtliche lebenswichtigen Aufbau- und Ergänzungsstoffe des Getreidekorns enthält. 2. Weit Steinmetzbrot das »taxIm* Brot ist, weldies aus gewaschenem und enthülstem Getreide hergestellt wird. Regelmäßig STEINMETZBROT essen, heißt den Körper zur Gesundheit erziehen. ESSIG HOB b# Pfeffer, Ingwer braun.ZimtnBD1?^ feinst gemahlen, unter Aufsicht St. Ehrwürden Herrn Rabbiner Schenk david STCiNflor. Ii., naidgosse Nr. s VanWot&e xuWodke Ein antireligiöser Fünfjahresplan. Das Organ der jüdischen Gottlosen „Apikojres" erklärt, mit Beginn des zweiten Fünfjahresplanes der Sowjetunion beginne für die Gottlosen ein Fünfjahresplan der Bekämpfung der Religion. Die Ursachen, die den „religiösen Aberglauben" speisen, müssen verschwinden, und die Klassen, die an der Existenz einer Religion interessiert sind, müssen mit den Wurzeln aus der russischen Erde herausgerissen werden. Das Präsidium des „Verbandes der kriegerischen Atheisten" hat in einer Resolution ein Programm der Religionsbekämpfung in 13 Punkten aufgestellt, das während des zweiten Fünfjahresplanes zur Durchführung gelangen soll. Die deutschen Schächtgegner wieder durchgefallen. Von der Berliner Reichszentrale für Schächtangelegenheiten wird mitgeteilt, daß der Strafrechtsausschuß des Deutschen Reichstages zu § 412 des Strafrechtsentwurfes die Einfügung eines Absatzes 2 mit folgendem Wortlaut beschlossen hat: Jlandlunge» an Tieren dürfen nicht mit Strafe bedroht werden, soweit sie zur Verfolgung emster wissenschaftlicher Zwecke oder zur Erfüllung der Gebräuche einer Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts geboten sind." Bekanntlich hat bereits der Strafrechtsausschuß des vorigen Reichstags diesen Zusatz auf Antrag Dr. Beils beschlossen. Er ist unverändert übernommen worden. Wie in Palästina Bodenstreitigkeiten „geregelt" werden. Die im Dezember 1931 in der „Official Gazette" veröffentlichte Verordnung über Beilegung von Bodenstreitigkeiten in Palästina ist vom High Commissioner, General Sir Arthur Wauchope, unterzeichnet worden und ist somit in Kraft getreten. Sie erschien am 17. März als Sonderausgabe der „Official Gazette". Gemäß dieser Verordnung sind die Distriktskommissäre ermächtigt, bei Entstehung von Bodenstreitigkeiten, die einen Bruch des Friedens befürchten lassen, von sich aus Entscheidungen über den Besitz des strittigen Bodens zu treffen. Den Distriktskommissären ist aufgetragen, die streitenden Parteien vor sich kommen zu lassen und sie zu vernehmen. Nach Prüfung des Für und Wider hat der betreffende Distriktskommissär zu entscheiden, wer zur Zeit als der Streit entstand, faktisch den Boden besetzt hielt. Die Verordnung stattet also Verwaltungsbeamte mit richterlichen Funktionen aus und ermächtigt sie gleichsam, diejenigen Personen, die faktisch einen Boden besetzt halten, gegenüber dem wirklichen Eigentümer des Bodens und die Nomaden gegenüber der seßhaften Bevölkerung zu begünstigen. Venedig. Bei Anwesenheit von Vertretern der Regierung wurde an dem Hause im venezianischen Ghetto, in dem der berühmte jüdisch-italienische Staatsmann und Volkswirtschaftler Luigi Luzzatti — Luzzatti war zu verschiedenen Zeiten Ministerpräsident und Finanzminister Italiens — geboren wurde, eine Gedenktafel enthüllt Die Gedenkrede hielt der Präsident der Stadt Venedig, Dr. Mario Alver.o. Die Aufschrift auf der Gedenktafel lautet: Luigi 'Luzzatti, eine Leuchte Italiens, erstrebte die wirtschaftliche Erlösung des italienischen Volkes und hat dank seinem großen Wissen und seinen hohen Ver- " diensten die höchsten Aemter in der Regierung des Landes - bekleidet 3iakenfrteuz am Wevfc Das sind die Herren Studenten... Der Konflikt zwischen den rumänischen Studenten und der Regierung, der im wesentlichen wirtschaftliche Ursachen hat und der schon in Bukarest zu blutigen Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Studenten und Polizei geführt hatte, hat in Jassy ein Nachspiel gehabt das in schwereantisemitische Manifestationen ausklang und zu Mißhandlungen von Juden, sowie Zerstörungen jüdischen Gutes führten. Die Studenten der Jassyer Universität veranstalteten eine Sympathiekundgebung für ihre Bukarester Kollegen, wobei es auch hier zu sehr schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei kam. Plötzlich wurde aus der Mitte der Studenten die Parole gegeben, gegen die Juden loszugehen. Die verhetzten Studenten zogen in das jüdische Viertel und vor die Synagoge, richteten zunächst am Gotteshaus ein rücksichtsloses Zerstörungswerk an und demolierten auch eine Anzahl jüdischer Geschäfte. Auch in anderen Teilen der Stadt wurden jüdische Geschäftsläden zerstört. Jüdische Einwohner wurden vielfach angegriffen und zum Ten verletzt. Nachdem die Studenten einige Male den Polizeikordon durchbrechen konnten, trat ihnen Militär entgegen. Die Studenten zogen sich in ihr Heim zurück, das von Militär umzingelt wurde. Zwischen den Soldaten und den Studenten wurden Feuersalven gewechselt. Auf beiden Seiten gibt es Schwerverwundete. Die,Universität Jassy wurde als Folge der Unruhen für unbestimmte Zeit geschlossen. In Bukarest trat die Regierung zu einer speziellen Beratung über die Methoden der Bekämpfung der die öffentliche Ordnung gefährdenden Studentenunruhen zusammen, die „Eiserne Garde" wurde aufgelöst. \ Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Abgeordneter Georges Cuza, der Sohn des berüchtigten Führers der Liga für nationalchristiiche Verteidigung Prof. A. C. Cuza, hat Hngienisdies Könfösliclrt Seit vielenjahren das anerkannt beste B3^-nDtM Man achte auf die gas. gesch. Mark« „Hyglen. Königsllcht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., BraunhlrBchengaus« S Telephon R 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königsllcht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitücht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt GROSSFLEISCHHAUEREI SIIGM. KORNMEHI urannBuaanaBMBHHBaaBHMHBaaaMMMBMBs WIEN IX., BERGOASSE NR. 1» FILIALE i XVIII., WAHRINOERSTRASSE «7 Telephon Nr. A 17 3-99and A 16-9-34 Uotarant für Hallanatartaa AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsieht das ehrar. Itanblaates dar lar. Kultuatjamelnda Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen im rumänischen Parlament den Entwurf eines „Gesetzes zum Schutz der nationalen Arbeit" eingebracht. Der Entwurf sieht den v ö 11 i g e n A u sschluß aller „Fremden" von jeder Art wirtschaftlicher Betätigung vor. Wie der JTA aus jüdisch-parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, ist dieser Gesetzentwurf, dessen! Annahme angesichts der antisemitischen Stimmung in der gegenwärtigen Kammer nicht ausgeschlossen erscheint, vorwiegend gegen die Tausende jüdischer „Heimatloser" gerichtet, denen die Einbürgerung, auf die sie nach dem Friedensvertrag Anspruch hätten, mit Hilfe der formalistischen Bestimmungen des Staatsbürgerschaftsgesetzes noch immer vorenthalten wird. Eine Annahme des Gesetzentwurfes Cuzas würde bedeuten, daß Tausende von Familien jüdischer Kaufleute, Handwerker und Angestellter mit eineni Schlag brotlos werden. Numerus clausus in Lettland. Der lettländische Unterrichtsminister hat Maßnahmen zur Beschränkung des Anteils der Juden an den medizinischen und juridischen Berufen angekündigt und diese damit begründet, daß durch die Ueberflutung dieser Berufe mit jüdischen Elementen der lettischen Volksmehrheit keine Chance gegeben ist, sich in diesen Berufen entsprechend zu betätigen. Die Politik der Regierung, sagte der Minister, werde „darauf hinzielen, dieses unerwünschte Phänomen aus der Welt zu schaffen." Der Minister erklärte weiter, er könne das Ansuchen der nationalen Minderheiten um eine entsprechende Erhöhung ihrer Unterrichtsbudgets, speziell was die Juden betrifft, nicht erfüllen, da „zu viele Juden bereits Schulen besuchen". Die jüdische Presse Lettlands kritisiert scharf die Aeußerungen des Ministers und hält ihnen' entgegen, daß infolge des faktischen Ausschlusses der Juden aus dem Staatsdienst und den mit dem Staatsdienst verbundenen Berufen nur einige freie Berufe den Juden offen bleiben. Wird die Betätigung der Juden auch in diesen wenigen Benifen beschränkt, so werden die jüdischen Akademiker in Lettland keine Existenzmöglichkeit mehr haben. Gemeinde - "Chronik Vukovar. Dr. Julius Di am and, Oberrabbiner von Syrmien, der am 12. März im Alter von 64 Jahren in Vukovar plötzlich gestorben ist, wurde am 14. März dort unter großer Teilnahme der Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession bestattet. An der Trauerzeremonie nahmen sechs Rabbiner teil. Oberrabbiner Diamand wirkte 39 Jahre lang als Rabbiner in Vukovar. Spenden für die Familie Spritzer. Auf Grund unseres kürzlich ergangenen Aufrufes für die unglücklichen Hinterbliebenen des ermordeten Glaubensgenossen Spritzer sind unserer Redaktion eine stattliche Anzahl von Spenden zugekommen, die bereits der bedauernswerten Familie übermittelt wurden. Durchwegs alle Einsender gabeln dem Ersuchen Ausdruck, von einer Nominierung Ab? stand zu nehmen, weshalb, ohne) Namen zu nennen, ihnen allen auf diesem Wege herzlichster Dank sei. Unsere Redaktion ist gerne bereit, noch weitere Spenden entgegenzunehmen und sie der Familie Spritzer zukommen zu lassen.