Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 14 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT EDUARD HERUMOERS Cafe Carltheater (Sitz des österr. Kantorenverbandes) Wien 11., Prateffsiraßa 29 Während der Pessachfeiertage Kaffee und «^Massige nDB b& Getränke Budapest. Am 3. d. M. feiert Herr Nathan Böhm (Szeretet Sanatorium, VII., Dob-utca 89) seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der Vorsteher des Altersversorgungshauses ist, hat auf dem Gebiete der Humanität unendlich viel geleistet. Er führte auch im alten Parlamente an den hohen Feiertagen Gottesdienste ein, die er mustergültig leitete. Herr Nathan Böhm, ein gebürtiger Wiener, der auch hier die Schule besuchte, hat in Wien sehr viele Freunde, die ihm sicherlich anläßlich seines Jubeltages ihre herzlichsten Sympathien bekunden werden. Wr.-Neustadt. In der Nacht von Freitag auf Samstag verschied Herr Adolt Mayer, Mitchef der Firma S. Mayer's Söhne, Alterspräsident, gewesener langjähriger Kultusvorsteher und Gründer der Chewra-Kadischa. Am Montag, den 28. v. M., fand auf dem hiesigen Friedhofe das Begräbnis statt, zu welchem sich die gesamte Gemeinde einfand. Im Trauerhause erschien der Kultusausschuß korporativ unter Führung des Präsidenten Herrn Hugo Reininger und des Vizepräsidenten Herrn Samuel Mandl. Der Sarg wurde von den Ausschußmitgliedern in den Wagen gehoben, worauf sich der Trauerzug, am Tempel vorbei, zum Friedhof bewegte. Vor der Zeremonienhalle hielt Herr Oberrabbiner Dr. Heinrich Weiß dem Verstorbenen einen zu Herzen gehenden Nekrolog, in welchem er den lauteren Charakter, den aufrichtigen Juden, den ganzen Menschen Adoli Mayer schilderte. Namens der „Bne Brith", deren langjähriges Mitglied der Verblichene war, sprach Herr Großpräsident Lassner, für die Loge „Eintracht" Herr Leopold Kobn. Beide Redner hoben die Verdienste um das Judentum hervor, welche sich der Verblichene erworben hatte. Am Grabe sprach im Namen der Chewra- Kadischa deren Obmann Herr Sam. F r a n k 1 Worte des Abschiedes. Am Leichenbegängnisse beteiligte sich eine starke Abordnung der Bne-Brith, und zwar die Herren Großpräsident Lassner, Leopold Kohn, Dir. König, Plautus, Popper, Kafka, Tauber, Gustav Unger, gewesener Kultuspräsident in Wr.-Neustadt. Besondere Anteilnahme wendet sich der Witwe, der Präsidentin des Frauenvereines, Hedwig Mayer zu. Ohel-Rachei, Verein zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender, II., Kleine Pfarrgasse 8. Unser Verein, der täglich arme Bedürftige ausspeist, wird anläßlich der Pessachfeiertage die hilfsbereite Tätigkeit erweitern. Alle jene Armen, die auf rituelle Beköstigung und Sederabende reflektieren, wollen Gesuche in unserem Vereinslokale bis inklusive 10. April 1. J. überreichen. Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk. Mittwoch, den 16. v. M., fand im großen Saale des Vereinsheimes, XVI., Wurlitzergasse 11, die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines statt. Der Ehrenpräsident des Vereines, Herr Rabbiner Prof. Dr. Bach, eröffnete die Generalversammlung und begrüßte die Erschienenen, insbesonders die Herren Bezirksvorsteher Anton H a i d I, Kultusvorsteher Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, den Obmann des Bethausvorstandes, Bundesfürsorgerat Sigmund Weiler, den Obmann der Bezirkskommission, Leopold Sitz mann, den Obmann-Stellvertreter der Fürsorge-Sektion, Max Weiß und den Obmann des Vereines „Kinderfreunde", Oberveterinärrat Heinrich Rosenzweig. Der Vize-Präsident Dr. Felix Reik gedachte der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder und widmete denselben warme .Gedenkworte. Herr Dr. Reik schilderte sodann ausführlich die Tätigkeit des Vereines und teilte mit, daß der Verein täglich 70 Schulkinder und 30 erwerbsunfähige Erwachsene ausspeise, und hob besonders die reichlichen Zuwendungen an Geld- und Naturalspenden seitens des Präsidenten des Vereines, Herrn Julius Krupnik, hervor. Der Redner dankte am Schlüsse seiner vortrefflichen Ausführungen den Vize-Präsidenten Samuel Fischer und Samuel Deutsch und allen anderen Vorstandsmitgliedern für die tatkräftige Unterstützung und erwähnte besonders die großen Leistungen der rastlos tätigen Vorstandsdamen Charlotte W e g l e r, Regina Ungvary und Rosa Storch. Gemäß dem Antrage des Revisors Robert Beck wurde dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt Herr Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch sprach der Vereinsleitung im Namen der Kultusgemeinde für die mustergültige Führung den herzlichen Dank und die besondere Anerkennung aus. In gleichem Sinne sprachen Herr Leopold Sitzmann und Oberveterinärrat Rosenzweig. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder per Akklamation wiedergewählt, worauf der Vorsitzende die gut besuchte und würdig verlaufene Generalversammlung schloß. G. H. Stellenvermittlung des „Schomre Schabbos". Die Arbeitslosigkeit in den Kreisen der jüdischen Angestellten und Arbeiter hat gewaltige Dimensionen angenommen. Der Verband der Sabbathfreunde appelliert . deshalb an sämtliche jüdischen Kaufleute, Gewerbetreibenden und Handwerker und ganz besonders an die Lebensnuttelhändler, die gewöhnlich vor Pessach Hilfskräfte benötigen, die kostenlose Stellenvermittlung des „Schomre Schabbos" in Anspruch zu nehmen. Verband der Sabbathfreunde „Schomre Schabbos", Wien II., Leopoldsgasse 16, Telephon A 48-4-15. Helfet Euren Brüdern und Schwestern! Vor Pessach „Schomra". Um unseren sparsamen Hausfrauen, die klugerweise ihre Einkäufe bei solchen Firmen tätigen, die dem „Schomra"-Konsumrabatt angeschlossen sind, noch einen besonderen Anreiz zu bieten, wird der Verband der Sabbathfreunde einen Preis von zwanzig Schilling unter jenen Rabattbüchlein verlosen, die bis einen Tag vor Erew Pessach, das ist bis Dienstag, den 19. April d. J., im Sekretariat des „Schomre Schabbos", Wien IL, Leopoldsgasse 16, zur Einlösung gelangen. Eine Sensation. N. Brodetzkys wirklich mustergültige Mazzothfabrik in Floridsdorr ist nach den Grundsätzen der überaus anspruchsvollen modernen Hygiene und auf Grund der neuesten technischen Errungenschaften eingerichtet, ebenso halten die im Betrieb stehenden Maschinen jeden Vergleich mit den sonst nur in Amerika befindlichen aus. Die Fabrik, die unter Aufsicht des Rabbiners. Babad steht, erzeugt außer den berühmten Schmidl-Mazzoth die rasch populär gewordenen N. B.-Marken (Mazzoth, Grieß, Farfel) nach amerikanischem System (garantiert frische Waren in K-Kilogrammpaketen) und halten auch diese Marken in Preis und Qualität jede Konkurrenz mit den amerikanischen Erzeugnissen aus. Bestellungen werden von der Zentrale N. Brodetzky, Wien IL, Leopoldsgasse 43, Telephon A 60-2-63, A 46-1-90, A 41-9-32, entgegengenommen. Achtung! Zu unterscheiden sind meine direkt von den Friedmannschen Weinkellereien in Petach tik Pal stammenden besten Sorten Karmel-Originalweine von den auf indirektem Wege bezogenen Palästinaweinen dadurch, daß in dem Gutachten des ehrw. Rabbinats der israelitischen Kultusgemeinde die eigenhändige Unterschrift Sr. Ehrw. Rabbiners Babad nicht nur das Kaschrut bestätigt, sondern auch, daß der in der Flasche sich befindende Weih direkt aus den obigen Kellereien stammt Man achte daher auf die Vignette mit dieser Unterschrift N. Spindel. Smim- Beiern. Jüdischer Witwen- und Waisenhilis-Verein. Wien IX. Dieser seit 25 Jahren überaus segensreich wirkende Verein veranstaltete am Sonntag, den 27. v. M., in den Lokalitäten des Cafe Bauernfeld eine Purim-Feier, die einen überaus animferten Vertauf nahm. Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Festgäste ergrifi Rabbiner Dr. Arthur Z. Schwarz das Wort, um in überaus gehaltvoller und geistreicher Weise rühmend der Tätigkeit des Vereines zu gedenken und demselben weiteres Aufblühen und Gedeihen zu wünschen. Hierauf erfreute der zehnjährige Geigenkünstler Herbert Bette 1 h e i m, von seiner Mutter .am Klavier begleitet, die Zuhörer durch den Vortrag schöner Kompositionen von Haydn und Mendefssohn-Bartholdy. Zwei Konzertsängerinnen, die Damen Körner und Radeimesser entfesselten mit ihren Liedern einen begeisterten Beifallssturm. Den Glanzpunkt der Veranstaltung bildeten die Gesangvorträge der Herren Oberkantoren Margu- I i e s und P o s t o 1 o w. Oberkantor Margulies brachte jüdische Volkslieder, Oberkantor Postolow eine Arie aus der Oper „Das Mädchen aus dem goldenen Westen", ein Lied aus Händeis „Israel" und das jüdische Lied „Menasche" in formvollendeter Weise zum Vortrage. Nicht endenwollender Jubel und Beifall lohnte die beiden Künstler. Die Klavierbegleitung besorgte geradezu meisterhaft Fräulein L e w i n, die talentierte Tochter des Herrn ObeTkantors L e w i n. Reicher Beifall lohnte auch die Vorträge des Herrn Eduard Münk, der die Gäste durch seinen Humor in die heiterste Laune brachte. Es war ein schöner und genußreicher Abend, der gewiß allen Teilnehmern lange in angenehmster Erinnerung bleiben wird. Purimfeier in der Ausspeisung Quellenstraße. In den schlichten Ausspeisungsräumen für die jüdischen Armen des X. Bezirks in der Quellenstraße herrschte am Purimabend eine fröhliche Geschäftigkeit. Das Danlcsatganff. Es drängt mich, all jenen, die anläßlich meines 80. Geburtstages meiner in so freundschaftlicher und ehrender Weise gedacht, auch auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank zu bekunden. Insbesondere danke ich dem Präsidium und Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Doktor M. Rosenmann, dem Bethansvorstand, der Bezirkskommission und der Chewra Kadischa XXL, der „Union österreichischer Juden", namentlich ihrer Bezirksorganisation XXI„ der Redaktion der „Wahrheit", den Vielen Vereinen, Körperschaften und Persönlichkeiten, den Funktionären des Floridsdorfer Tempels für die Ehrungen, die sie mir in verschiedener Form zuteil werden ließen, aufs innigste. . Sie alle haben sich bemüht, mir em schönes Fest zu bereiten, und das sei ihnen unvergessen. Gabriel Dukes. Oster-Geschirre am besten und billigsten nur bei Gottfried, Taborstr. 61 Ehepaar Tonelles und Frau Oberkantor Schlesinger sowie Frau Oberkantor Weiß wirtschafteten dort mit ihren Hilfskräften in dem schönen Bewußtsein, für einen Abend für viele Menschen Hülle und Fülle an die Stelle des sonstigen Darbens setzen zu können. Mit großem Eifer wurde die reichliche Mahlzeit verteilt; dazwischen gab es in lobenswerter Kürze kleine Ansprachen an die Schmausenden, in denen das Verdienst der Damen und Herren, die sich so eifrig der Ausspeisung angenommen haben, ebenso hervorgehoben wurde, wie das der Israelitischen Kultusgemeinde, die Geldmittel hergegeben hatte. Unter den an diesem festlichen Abend Erschienenen befand sich auch der Rabbiner des Bezirks, Herr Dr. Albert Weiner. Das Fürsorgekomitee für jüdische Insassen in Lainz veranstaltete am 20. v. M. aus Anlaß des Purimiestes für die jüdischen Insassen in Lainz eine Jause, verbunden mit musikalischen Vorträgen. Die bettlägerigen Pfleglinge wurden wie immer von Damen des Komitees besucht und reichlich mit Backwerk und einer Geldspende bedacht. Die gesunden Pfleglinge wurden bei weißgedeckten Tischen mit Schokolade und Backwerk bewirtet Auch eine Geldspende bekam jeder einzelne, so wie für die Männer auch Rauchwaren verteilt wurden. Herr Präsident Karl Altmann begrüßte alle Erschienenen und Pfleglinge auf das herzlichste. Herr Oberkantor Taschlitzky brachte mit ausgezeichneter Stimme hebräische und jüdische Lieder zum Vortrag und reicher Beifall lohnte seine erstklassigen Darbietungen. Herr Staribacher und Frau sorgten für fröhliche Musik und fanden dankbare Zuhörer. Ein Insasse aus Lainz. genannt der kleine Fischer, brachte in humorvoller Weise Vorträge, für die die alten Leute in vergnügter Stimmung reichen tosenden Beifall spendeten. Herr Schulhof sprach im Namen der Pfleglinge dem Komitee für seine hervorragenden Leistungen den herzlichsten Dank aus. Zum Schlüsse dankte Vizepräsidentin Frau Fleischmann allen, die zu dem Gelingen des schönen Nachmittages beigetragen haben, und gab bekannt, daß die Geldspende zu diesem Anlaß von der Kultusgemeinde getragen wurde. — Unser Chefredakteur, der ebenfalls dem gelungenen Feste beiwohnte, hatte Gelegenheit von all den hilfreich befürsorgten alten Männern und Frauen Worte wärmsten Dankes für die opferwilligen Bemühungen des Komitees zu vernehmen, an dessen Spitze Herr Karl Altmann mit unendlicher Hingebung segensvoll wirkt Die Freude der Alten ist dieser edlen Menschen schönster Dank. Der Israelitische Tempelverein Wien XIX. veranstaltete auch heuer für Schüler und Schülerinnen der Bibelschule ein Purimfest am Dienstag, den 22. März in den Räumen des Cafe Döblingerhoi. Außer den Schülern und Schülerinnen der Bibelschule (fast ISO Kinder) hatten sich auch zahlreiche andere Kinder mit ihren Angehörigen eingefunden. Das überaus gelungene Fest wurde mit einem Prolog eingeleitet Die Kleinen sangen Lieder und trugen Gedichte vor. Die Kinder des Waisenhauses in der Ruthgasse wirkten zum Entzücken aller mit Den Abschluß bildete ein Theaterstuck, eine dramatische Geschichte der Purimfeier. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter führte in seiner Begrüßungsansprache Mordechai und Esther als leuchtende Vorbilder den Kindern vor. Sie zu so edlen Juden zu erziehen, sei Zweck dieser Feier der Bibelschule. Um das Gelingen dieses Festes waren die Religionslehrerin Fräulein Johanna Felsner und der Vorstand des lempelvereines bemüht Dem Döbiinger Frauenverein gebührt für die überaus herzliche Bewirtung der Kinder herzlicher Dank. Vereinsnadhridkien Israelitischer Synagogen-Verein „Beth Israel" (nach polnisch-jüdischem Ritus), IL, Leopoldsgasse 29. Die 50. ordentliche Generalversammlung findet Sonntag, den 3. d. M., 549 Uhr vormittags, im Sitzungssaale statt. Der Wirtschattsverband der Wiener Hausierer II.. Floßgasse 7, Tel. A 47-4-39, veranstaltet in Anbetracht der entsetzlichen Notlage und Verzweiflung in den Reihen seiner vielen Leidensgenossen am 9. April 1. J., im Theatersaal Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. eine Vorstellung. Zur Aufführung gelangt das Stück „König der Liebe". In der Hauptrolle der beliebte Schauspieler Leopold Jungwirt unter Mitwirkung der prominentesten jüdischen Schauspieler. Die Vereinsleitung bittet um zahlreichen Zuspruch. Der Verein Zukunft veranstaltet zugunsten seines Lehrlingsheimes Sonntag, den 10. April 1932, um 8 Uhr abends, in den W i mbergersälen, VII., Neubaugasse 34, einen Bunten Abend mit anschließendem Tanz. Es wirken mit die Künstler Lizzy Balla, Gisa Geerth, Hilde Loewe, Franz Engel, Erich Kesacoff und Hans Moser. Eine Modeschau der schönsten Modelle für Frühling und Sommer wird vom Modehaus Laszlo Ungar und Leopold J e 111 n e k vorgeführt. Jazzorchester