Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 10 (4.3.1932)
- Date
- 1932-03-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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■Jf£ WAHRHEIT; a<-.i;-.-. aaiüi raten^Es -gibt heute _kaumreine Institution, mehr, die,-| Öi^q^te^stüt^tmg;, 4il * äemejiyiffc ihr.ed Ziele järfuileri kann. Die Gemeinde hat getan^ was sie konnte, aber sie kann nicht alles erfüllen, was. yoftJhji er^^e^pWiird, ^oji} wisseaawiri jdaß yon unseren Beratungen., und Beschlüssen viele Q&: schicke bestimmt wer.dejj, aber, in, manchen .Fällen diktiert, der..harte Zwäng ,der rNotwendigkeit-jAbr jehnungen, wo wir gerne freudig zustimmen würden^Soll (die,,!Gemeinde,;die .elementarsten Fptr denmgen.erfüllen, die biliigerweise an; sie ge? richtet wenden,können, dann,darf sie ihren Wirkung, &k r .e i s . nicht ßjbjs r s £ a n n e n und muß, jtii;e. JC r,ä f t e. a uf 4 as: N.ö t j gi t e k o n? zentrieren. Und ie^ter^e.iß^ was in dieser Zeit das .Nötigste; iskadieiiStützung, von. Existe,©- zen, die Erhaltung von Familien in ihrem Bestände, kurz die soziale Arbeit. Gemeindearbeit bedeutet: sich einsetzen, für unsere religiöse Gem.ejnjs.ch.af t,; Zusammenstehen aller , für,) die Erhaltung der Gesamtheit, und damit auch Dienst an unserer deutschen Volksgemeinschaft. Uns, den Vorstandsmitgliedern der Berliner; Jüdischen Gemeinde, ist die hohe,jPflicht ..erwachsen, . die Einrichtungen, und Institutionen-: der. Gemeinde zu bewahren und die Einheit und -Geschlossenheit unserer religiösen Gemeinschaft den Kommenden unangetastet .zu, übergeben. . Sollten; wir aber die schweren Aufgaben, die.swir: auf,, uns genommen haben, soweit nur möglich erfüllen, dann brauchen wir die Hilfe jedes einzelnen ..Mitgliedes unserer Gemeinde. .Wir können es. nich^.yerstehen, wenn in der Gegenwart Mitglieder, unserer. Gemeinde beiseitestehen und uns ihre moralische und "materielle Unterstützung versagen, auf , die wir nach dfihi Ethos des Judentums, in diesen Zeiten mehr denn je. Anspruch . erheben, . müssen. Die schwerste .Pf Ii chtver letzung aber be^ gehen Juden! die in. diesen Tagen der Not unsere, religiöse. Gemeinschaft; .verlassen,, aufgeben, :«fas ihren Vätern heilig war, und den Glauben v e r.L e u g n e n, in dem sie aufgewachsen sind. Sie setzen sich über die elementarste sittliche Forderung hinweg, in Zeiten der Gefahr mutiger denn, je zur Gemeinschaft zu stehen. Wesen und Ziel der Gemeindearbeit, schließt Dr. Kleemann, ist Erhöhung der Wohlfahrt der Gemeinde und jedes einzelnen ihrer Mitglieder. In dieser Zeit, in der wir um unseres religiösen Bekenntnisses und um unserer Abstammung willen soviel angefochten werden, müssen wir in Treue und Ausdauer zueinander halten. Unsere Kulturaufgaben dürfen nicht leiden, unsere Synagogen und Schulen müssen weiter, in der Lage bleiben, religiöse Erbauung und Erziehung zu spenden, in der großen ,K,ette unserer humanitären und sozialen Einrichtungen darf kein einziges Glied verkümmern. In dem gleichen Geiste wie die Männer, die in sturmbewegter Zeit unser Vaterland führen, mit dem Blick in eine bessere Zukunft Opfer der Gegenwart verlangen, wenden auch .wir, die Führer der Jüdischen-Gemeinde, uns an unsere religiöse Gemeinschaft. Auch wir verlangen Einordnung zum \yo{i]e. ,des, Ganzen* aucli wir. fordern, daßjeder Opfer,.bringt, daß jeder tut, .was er. kann, um den großen Schatz zu erhalten, den die Jüdische Gemeinde und das Judentum für uns bedeuten. gemeinde unterstützt wurde. 15 Bände erhielt die Bibliothek durch Austausch ihrer. Publikationen. C. FrJeduoi- und Besrüiguagswesen. Die Gesamteinnahmen des Kapitels „Friedhot- und Beerdigungswesen haben im Jahre 1931 S 1,291.373 (1,490.376) die Gesamtausgaben S 1,030.602 (1,079.860) betragen. Insgesamt wurden seitens der Knltusgemeinde 2566 (2431) Beerdigungen. 54 (64) Ueberführungen, 9 (23) Exhumierungen und 146 (139) Krematoriumstransporte durchgeführt Von den Beerdigungen entfallen auf den Zentraifriedhoi (1. Tor) 693 (687), auf den Neuen israelitischen Friedhof 1829 (1704), auf den israelitischen Friedhof im XXI. Bezirke 14 (12), auf den Döblinger Friedhof 30 (28). Die Gebühren der I. Klasse wurden in 18 (31), die der IL- Klasse in 53 (83), die der III. Klasse in 484 (487) und die volle Gebühr der IV. Klasse in 755 (663) Fällen entrichtet Unentgeltlich wurden 671 (614) Beerdigungen von Erwachsenen und 56 (58) Beerdigungen von Kindern vorgenommen. In zwölf (8) Fällen wurden gebührenfrei Ehrenbegräbnisse, in allen übrigen Fällen Ermäßigungen der nicht einmal die Eigenkosten deckenden Gebühren, der IV.. Klasse bewilligt Bewilligungen zur Aufstellung von Grabsteinen sind im Jahre 1931 an 1205-(1385) Parteien erteilt werden. Grabreservierungcu wurden in 26 (32) Fällen vorgenommen. (Fortsetzung folgt) Ss ES FAMILIEN-PENSION RisianratiöMaKBBhaos i . täglich 5-Unr-Fee SErlFiEMNG TELEPHON 11 [Hochstraße 43 neben Hotel Panhans B Mäßige Preise. 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Prälat K X e.u t h, für die Berufen Sie sich auf die ,Uhion" Hfl Abschluß von Versicherungen bei der Städtischen Versicherungsanstalt Aus dem Verwälfungsberidife der Israelifischen Kultusgemeinde Wien für das Jahr 1931. w. Anläßlich,,der Beratung über den . Voranschlag für das Verwaltungsjahr. .1932. lägen, dem Vorstande, der Israelitischen. Kultusgemeinde Wien, nebst den.Ergebnisziffern des Verwaltungsjahres 1931 die Detailberichte der Rechnungskontrolle und der einzelnen Aemter und Anstalten vor. , ........ . . . ■ Jm Nachstehenden werden auszugsweise eine Reihe von Daten, welche allgemeines Interesse finden dürften, zur Veröffentlichung gebracht. Den auf das Jahr 1931 bezughabenden Ziffern ist-jeweilig in Klammern die Vergleichsziffer des Jahres 1930 beigefügt:, ,. A. Kultus und rituelle Angelegenheiten. Die Gesamt-Einnahmen dieses Kapitels haben im Jahre 1931 S 600.628 (594.620) betragen. Dem standen an Ausgaben gegenüber S 1,022.371 (1,091.723). In den Gemeindebethäusern und in den von der Kultusgemeinde veranstalteten temporären Bethäusern standen insgesamt 9793 Betsitze zur Verfügung, für welche die tarifmäßige Benützungsgebühr S 231.157 beträgt Der faktische Erlös im Jahre 1931 hat S 165.349 (S 165.494) betragen. Unentgeltlich wurden Tempelsitze im .Werte von S 14.689 abgegeben, die gewährten Ermäßigungen haben S 16248.— betragen, unverkauft blieben Sitze für S 34282. . In den Gemeindetempeln wurden insgesamt 626 (693) Trauungen vorgenommen. Die Einnahmen an Trauungstaxen haben S 48.530 (53.635) betragen. Nach Klassen verteilen sich die Trauungen wie folgt: Ehrenklassen 2 (3), Luxustrauungen 4 (2)< Haustrauungen 3 (0), I. Klasse 15 (35). II. Klasse 51 (58), III. Klasse 102 (95). IV: Klasse 90 (77). Zeremoniensaal 244 (257), Konvalidierungen 14 (28), Gratistrauungen 101 (138). Die Sammlungen für arme Bräute, welche gelegentlich der Trauungen vorgenommen werden, haben im Jahre 1931 S- 10.259 (11.113) ergeben. , Ehetrennungen haben vor dem Rabbinaite der Kultusgemeinde im Jahre 1931 320 (324) stattgefunden. Hiervon wurden in 254 Fällen (243) eine Taxe entrichtet, in 66 Fällen (81) erfolgte die Amtshandlung raoefrei... .. ........... Die Einnahmen für Scheidungstaxen haben im Jahre 1931 S 27.233 (25.388) betragen. Rituelles Bad. Die rituelle Badeanstalt der Kulrusgemeinde war im Jahre 1931 von 48.581 (52.043) Personen frequentiert. Hiervon waren 11.773 (12.816) Frauen und 36.808 (39.227) Männer/Unentgeltlich wurden 11.172 (11.281) Badekarten abgegeben. Die Einnahmen des rituellen Bades haben im Jahre 1931 S 32.058 - (31.946). betragen, welchen an Ausgaben S 64.678 (45.313) gegenüberstanedn. ..... , - Rituelle Schlachtungen. ■ Im Jahre 1931 Wiftdeniainsgesamtv I4;OÜ5ti(14.649): -Stückte.Großvieh, 15.662 (15.375) Stück Kleinvieh und 81 (96) Stück Schafe rituell geschlachtet Die Gesamteinnahmen an Schlachtgebühren haben S 223.746.— (255.008) ^betragen, Koscherfleischwesen. Unter Aufsicht des Rabbinates der Kultusgemeinde befanden sich im Jahre 1931 37 (36) Fleischbänke, von welchen an Aufsichtsgebühren S 26.025 (24.807) entrichtet wurden. Die Gesamtausgaben des Koscherfleischwesens haben im Jahre 1931 S 269.652 (256.142) betragen. Subventionen an Bethausvereine. Für Subventionen an Bethausvereine wurden im Jahre 1931 S 156.450 (160.650) verausgabt Die höhere Ziffer pro 1930 ergibt sich aus der für den Tempelbau im 13. Bezirke gewährten Bausubvention. B. Unterrichts- und Bibliotheksangelegenheiten. im Jahre 1931 haben die Gesamtausgaben des genannten Kapitels S 421.995 (408.368) betragen. Dem standen Gesamteinnahmen von S 27.137 (26.260) gegenüber. Für Subventionen für Unterrichtszwecke sind S 139.372 (149.914) verausgabt worden. Die Zahl der Schüler an Volks-, Haupt- und Mittelschulen haben 19.377 (18.455), die der Bibelschulen und hebräische Kurse der Israelitischen Kultusgemeinde 1184 (855) und die der Privatbibelschulen und privaten hebräischen Kurse 2391 (2542) betragen. Dar Jugendgottesdienst findet derzeit in 16 Gemeinde- und Vereinssynagogen statt und war im Schuljahre 1930/31 von 73.400 Schülern und Schülerinnen (59.405) besucht. Im Jahre 1931 waren dem Jugendreferat angeschlossen: Jugendverbände und Studentenvereine 33, Sport- und Turnvereine 7. Kindergärten 10. Im Sommer 1931 wurden Ferialaktionen für die reifere Jugend mit Beihilfe der Kultusgemeinde veranstaltet 13 Jugendbünde errichteten an 17 Orten Ferienkolonien mit einer Teilnehmerzahl von 1121. Im Jahre 1931 wurden zwei Jugendheime auf Kosten der Kultusgemeinde eröffnet und fünf verschiedenen Jugendgruppen zur Abhaltung von Kursen überlassen. Der Lesesaal der Bibliothek der Israel. Kultusgemeinde wurde im Berichtsjahre 1931 von C576 (5125) Lesem besucht, die 22.117 (20.823) Werke mit 34.635 (30.764) Bänden benützten. Entlehnt wurden an 1638 (1249) Personen 2115 (1605) Werke in 2472 (1813) Bänden. Zurückgestellt wurden 2330 (2320) Werke in 3114 (2896) Bänden. Der Zuwachs betrug 751 (997) Bände, von denen 570 (792) durch Kauf erworben wurden. Von den restlichen 181 Bänden sind 8 (4) Bände Publikationen von Vereinen, deren Mitglied die Bibliothek ist..während 149 (198) geschenkweise in unseren.-Besitz gelangten; 9.(3) Bände sind -Weike,; deren Herausgeber durch eine Subvention seitens der Kultus- Juden gab das Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Berlin, Herr Direktor Heinrich Stahl, seine Erklärungen. Alle drei Herren und auch Frau Ministerialrat Dr. Weber betonten, daß die Arbeit der drei Konfessionen in einander ergänzenden) und freundschaftlichem Zusammengehen geschieht. Direktor Stahl führte ungefähr folgendes aus: Die Wohlfahrtspflege der jüdischen Gemeinden in Deutschland hat sich im Laufe der Jahrzehnte wiederholt gewandelt Von der Armenkommission längst vergangener Zeiten gelangte man über die Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge, die viele Anstalten für Kranke, für Alte, für Schwache, für die Jugend und für die Kinder unifaßt — in der großen Not, die uns alle jetzt umgibt, — zu der Wohlfahrtspflege, die im gleichen Sinne mit der evangelischen und der katholischen Konfession, mit dem Roten Kreuz und den sonstigen Reichs-Spitzenverbänden zusammenarbeitet. Die Zentralwohlf ahrtsstelle der deutschen Juden befindet sich in Berlin. Ihr sind die Landes- und Provinzialverbände der jüdischen Wohlfahrtspflege angegliedert. Gerade die Winterhilfe hat die private Wohlfahrtspflege besonders angeregt und hat der privaten Fürsorge drei Grundgedanken als Leitmotive gegeben, zu sorgen: für Brot, für Kleidung und für das Obdach. Durch alle möglichen Einrichtungen, durch zahlreiche Vereine unterstützt, durch Sammlungen, die sich nicht nur über die großen Städte, sondern über das ganze Reich verbreiten und« an der sich gerade in der letzten Zeit die noch arbeitende Bevölkerung in hervorragendem Maße_ beteiligt, wird versucht — und auch mit Erfolg — diesen Forderungen gerecht zu werden. In, zahlreichen Großstädten werden Brotverteilungen vorgenommen und Kleidersammlungen veranstaltet und durch die Beschäftigung von Arbeitslosen diese Sachen zu brauchbaren Gegenständen wiederhergestellt, um dadurch eine sichtbare Hilfe zu erreichen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt in der großen Not die Bereitwilligkeit der Allgemeinheit,