Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 1 (1.1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Off WAHR« KS"? Seite 7 Wien I., Seitenstettengasse 2, Tel. U 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, «In ita I. Cir, Tel. U 18-0-85 Rabbiner Dr. M. Rosenmann an den Barmizwoh eine gedankenreiche Ansprache, die die Gefühle der vielen Freunde und Verehrer des Hauses Reiß zum Ausdrucke brachte. Er kennzeichnete die schönen Charaktereigenschaften, die dieses Ehepaar auszeichnen: den Vater, einen im kommerziellen Leben angesehenen Mann, der trotz seiner umfassenden Berufspflichten stets auch der jüdischen Gemeinschaft nach seinen besten Kräften dient, die geschätzte Frau Mutter, die auch auf dem Gebiete der Wohltätigkeit ersprießlich zu wirken weiß. Mit dem Appell, solch glänzendem Beispiele nachzueifern, schloß Rabbiner Dr. Rosenmann seine gehaltvolle Rede. Die Familie Reiß war aus Anlaß dieses freudigen Festes Gegenstand herzlicher Gratulationen. Trauungen. Sonntag, den 27. v. M., war der Tempel in der Leopoldsgasse Stätte eines feierlichen gesellschaftlichen Ereignisses. In dem mit Blumen reich geschmückten Gotteshause fand nämlich die Trauung des Frl. Zita Krupnik, Tochter des Ehepaares Julius und Olga Krupnik, mit Herrn Harry Lax statt. Schon lange vor Beginn der festlichen Zeremonie war der Tempel bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und auch auf der Straße hatte sich eine unübersehbare Menschenmenge eingefunden, um Zeugen dieser grandiosen Hochzeit zu sein. Unter den Festgästen bemerkte man den Präsidenten der Kultusgemeinde, Prof. Dr. Alois Pick, zahlreiche Vertreter von Wohlfahrtsvereinen, die der Familie Krupnik auf diese Weise den Dank für ihr bekanntes humanitäres Wirken abstatteten, und natürlich unzählige Geschäftsfreunde des in der Branche führenden Hauses. Unter den schönen Klängen des Hallelujah von Händel, gesungen von dem auch diesmal wieder ausgezeichneten Chor des Tempels, erschien der Hochzeitszug im Gotteshaus; besonderes Entzücken löste die der reizenden Braut folgende Schar von anmutigen kleinen Mädchen aus. Oberkantor L. Frankel, der die kantorale Funktion in ganz hervorragender Weise versah, rezitierte eindrucksvoll das Ma tauwu. Die Trauung vollzog Rabbiner M. M a y e rs o h n. Sehr gediegen war das Mehero, komponiert und einstudiert von Josef Millet, das der Chor schön zum Vortrage brachte. Der Trauung folgte ein Dinner im Festsaale des Hotel Metropol, das sehr stimmungsvoll verlief und bei dem Oberkantor L. Frankel gediegene Proben seines großen Könnens bot. — Es entsprach der edlen Denkweise der Familie Krupnik, daß sie an diesem Freudentage auch der Armen gedachte; in mehreren jüdischen Ausspeisevereinen, so in der „Machsike Hadath" und im Ausspeiseverein Ottakring-Hernals, wurde auf ihre Veranlassung; Bedürftigen ein reiches Mahl verabreicht und auch großzügige Spenden aus diesem schönen Anlasse gegeben. — Sonntag, den 27. v. M.. fand im Ottakringer .Tempel die Trauung des Fräulein Ully Mandelbaum, Tochter des Herrn Bernhard Mandelbaum und : seiner Gattin Hermine, mit Herrn Patentanwalt Ing. , Ernst Montag statt. Eine große Zahl von Gästen . füllte das Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen. Herr iRabbiner Dr. J. M. Bach hielt an das Brautpaar eine inhaltsreiche Ansprache, in welcher er besonders auf; die-hohe Wertschätzung hinwies, die dem Brautvater, der durch drei Jahrzehnte im Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder in hervorragender Weise tätig ist, von weiten Kreisen gezollt wird. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Rudolf Kogan, begleitet vom Tempelchor. Todesfälle. Am 25. v. M. wurde Konsul Henry Bondy auf dem neuen israelitischen Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald würdigte in seiner Eigenschaft als Präsident der Israelitischen Kinderbewahranstalt und als Freund des Verstorbenen die Verdienste des' Heimgegangenen auf dem Gebiete der Wohltätigkeit. Als Kind armer Eltern war Henry Bondy in der Kinderbewahranstalt erzogen worden. Zeit seines Lebens vergaß er nicht die Wohltaten, die ihm in dieser Anstalt erwiesen wurden, und er war immer bestrebt, seine Dankesschuld an diese Anstalt in der Form abzustatten, daß er sein reiches Wissen und Können in den Dienst dieser Anstalt stellte. Sein edles Tun hat vielen Kindern armer Eltern die Sonne der Jugend ins Herz gezaubert, manche Träne unglücklicher Mütter, die das tägliche Brot für ihre Kinder nicht besaßen, konnte durch sein Wirken getrocknet werden. Der Dank, den ihm der Vorstand der Israelitischen Kinderbewahranstalt, der ihn auch zur letzten Ruhestätte begleitete, für alle Zukunft abstatten wird, kann nicht nur in der Bewahrung eines treuen Angedenkens bestehen, sondern der Geist Henry Bondys, seine große Liebe zu den Kindern wird immer allen, die für diese Anstalt sorgen, ein leuchtendes Vorbild bleiben. — Kaum hat sich das Grab über den langjährigen verdienstvollen Kultuspräsidenten Herrn Dr. Franz Schmitz geschlossen, so steht die Gemeinde Mistelbach sehen wieder an der Bahre eines ihrer Besten. Herr Moritz Feldsberg. Mitchef der Firma J. und M. Feldsberg, ist am 19. v. M. im Alter von 54 Jahren plötzlich verschieden. Wir betrauern den Heimgang eines Mannes, den Religiosität und Wohltätigkeit kennzeichnete. Der Verstorbene war lange Jahre im Vorstande der Chewra-Kadischa in Mistelbach hervorragend tätig. Bei der Beisetzung hielt Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t aus Wien dem Verblichenen einen tief empfundenen Nachruf. Viele Vertreter der anderen Konfessionen gaben dem Verstorbenen, mit dem sie stets in Freundschaft gelebt hatten, das letzte Geleite. Das in so reichem Maße bewiesene Mitgefühl der gesamten Mistelbacher Bevölkerung möge der schwergeprüften Familie den großen Schmerz leichter ertragen lassen. G. Am 25. v. M. verstarb hier Frau Rudolfine Zier er, Witwe nach dem im Jahre 1916 verblichenen Herrn Jakob Z i e r e r, eine in weiten Kreisen geschätzte und angesehene Frau. An ihrer Bahre trauern vier Söhne (Friedrich, Max, Felix. Arthur) und zwei Töchter (Ernestine Biegler und Anna Donath), sowie acht Enkel. Bei dem unter recht großer Beteiligung stattgehabten Leichenbegängnis der edlen Frau fungierten Rabbiner Dr. Z. Taubes und Oberkantor J. Müller im Pazmanitentempel in das Andenken der Heimgegangenen ehrender Weise. DANKSAGUNO. Oer Vorstand des Vereines „Machsike Hadath Nachtat Jacob" spricht auf diesem Wege der verehrlichen Familie Julius und Olga Krupnik namens der verschämten Armen für die reichliche Attsspeisung von 500 Personen und Beschenkung in barem Gelde anläßlich der Vermählung ihrer Tochter Zita den aufrichtigsten Dank aas. 71mtfid}e Verfautßarungen der Jsraefitiscfjen Tuftusgemeinbe Wien Predigten In den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen: Freitag, den 1. Jänner 1932, werden bei dem um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: 2. Bez., Pazmanitengasse 6, Rabbiner Doktor Z. Taubes, 3. Bez., Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Professor Dr. K. Kupfer. 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1 a, Rabbiner Doktor M. G. Mehrer, 6. Bez., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky, 8. Bez., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer, 13. Bez., Eitelbergergasse 22, Rabbiner Doktor M. Lewin. 16. Bez., Hubergasse 8, Rabbiner Dr. J. M. Bach. 20. Bez., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmel- Stein. Samstag, den 2. Jänner 1932, beim Vormlttagsgottesdienst: Bibelvorträge: 20. Bez., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein, 21. Bez., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Doktor M. Rosenmann. Beim Nachmittagsgottesdienste: 13. Bez., Eitelbergergasse 22, Rabbiner Dr. M. Lewin. Midrasch Vortrag: 2. Bez., Pazmanitengasse 6, Rabbiner Doktor Z. Taubes, um %4 Uhr nachm. * Jakob Luxemburg-Stiftung. Gesamtverleihungsbetrag: 'S 115.—. Bewerbungsberechtigt sind: Hilfsbedürftige jüdische Witwen, welche im III. Wiener Gemeindebezirke wohnhaft sind. Bevorzugt sind: von den oben bezeichneten Per- Hochzeils ~ Geschenke in Porzellan, Glas, China Silber, Alpaka-Chrom und Küchengeräte doch nur Gottfried, Tctborsir. ©1 sonen: Beamtenswitwen galizischer Herkunft; wenn ihnen durch die Verleihung eines Beitrages zu einer Existenz verholfen wird und die Erziehung der verwaisten Kinder ermöglicht, respektive erleichtert wird. Einreichungsfrist: 1. bis 31. Jänner 1932. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Totenschein des Gatten, eventuell Geburtsscheine der Kinder. Einreichstelle: Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, I. Stock. * Gruftand Gräberausschmückungen auf den Friedhöfe* der israelitischen Kultus gemeinde. Wie bereits verlautbart, wurde mit 31. Dezember dieses Jahres der mit der Gärtnerfirma Leopold Deutsch bestandene Vertrag, durch welchen die genannte Firma als Kontrahentin der israelitischen Kultusgemeinde Gruftnnd Gräberausschmückungen auf den israelitischen Friedhöfen durchzuführen hatte, zur Auflösung gebracht und auf Grund eines Gutachtens hervorragender Fachmänner ein neues Kontrahenten-Konsortium bestbewährter Friedhofsgärtner vom Kultusvorstande mit der Durchführung der in den Friedhofkanzleien der israelitischen Kultusgemeinde in Auttrag gegebenen Schmückungen betraut Die Durchführung der normalen Ausschmückungen wird ab 1. Jänner 1932 wie folgt berechnet: 1. Rasenhügel (Rasenvollhügel)...... 5 20.— 2. Efeuanpflanzung...........„ 35.— 3. Immergrün-Anpflanzung..........33.— 4. Buxusanpflanzung der ganzen Decke mit seitlichem Rasenbelag........„ 60<— 5. Bnxuseinfassnng. in der Mitte Rasen . . ,. 4ft— 6. Bnxuseinfassnng, in der Mitte Frühjahrs¬ und Sommerblumen...........55.— 7. Bnxuselnfassung. in der Mitte Sommerblumen ..............„ 45.— 8. Buxnseinfassung, in der Mitte Efeu . . . „ 55.— 9. Buxnseinfassung, In der Mitte Immergrün . „ 53.— 10. Frühjahrs- und Sommerblumen, einfache Ausführung.........., ■. , „ 35.— 11. Frühjahrs- und Sommerblumen, reiche Ausführung ..............„ 4BV- 12. Sommerblumen, einfache Ausführung . . „ 25.— 13. Sommerblumen, reiche Ausführung.....30.— 14. Pflege der Dauerpflanzung ohne Pflanzenersatz .................1&— 15. Herbstbhiinen............„ 25.— 16. Fichten...............„ 15.— Die Preise der Posten 2 bis 5 umfassen die Herstellung eines Grabhügels, seitlich Rasen und die Bepflanzung der oberen Fläche laut Tarifpost Die Preise sind Inklusive Instandhaltung bis Oktober berechnet Für flache Anlagen wird ein 50pTOzentJger Zuschlag berechnet Für besondere Grabnnd Qruitansschmückungen, sowie für Dekorationen werden die Preise besonders festgesetzt werden. Die Preise der Posten 5 bis 9 verringern sich bei schon bestehender Buxuseinfassung je um S 18.—. Abgestufte Gräber werden als flache Anlagen betrachtet Bestellungen von Gruft- und Gräberausschmückungen werden sowohl in den Gräberausschmückungskanzleicn, die sich auf dem israelitischen Friedhöfen innerhalb der Verwaltungsgebäude befinden als auch in der Zentrale des Friedhofamtes. Wien L, Seitenstettengasse 4. entgegengenommen. Etwaige Erträgnisse ans der Qräberschmückung werden zur Instandhaltung der Kriegergrabstätten und Instandsetzung und Berasung der Grabhügel von Armengräbern auf den Friedhöfen der israelitischen Kultusgemeinde Wien verwendet. Die p. t Gemeindemitglieder werden gebeten, ihre Aufträge an eine der oben verzeichneten Kanzleien gelangen zu lassen, woselbst auch die erforderlichen Auskünfte erteilt werden. 3£unst m*d£ite*atm Jüdische Künstlerspiele (II., Praterstraße 34X Gastspiel Paul Baratoif, „Der Fremde" von J. Gordin. Nicht zuviel gesagt: ein Erlebnis. Man kennt Baratoffs Leistung in diesem theaterfesten Schauspiele. Er hat in diesem Stücke, das zu den wirksamsten seines großen Repertoire gehört, bereits vor ungefähr zehn Jahren in Wien brilliert. Man freut sich nun des Wiedersehens mit diesem gottbegnadeten Künstler und wird wieder durch die dynamische Kraft seiner Darstellung erschüttert, die in diesen zehn Jahren womöglich noch gereifter geworden ist. Wenn Baratoff weint, dann weint er echte Tränen und erschüttert das verwöhnteste Publikum. Grandios seine Mimik, aufregend die Sprache seiner großen Augen. Warum sieht man diesen Meistermime»