Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 52 (25.12.1931)
- Date
- 1931-12-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Gemeinde - thronib 60. Gebartstag Lazarus Goldschmidts. Der bekannte Gelehrte und Bibliophile Lazarus Goldschmidt feierte am 17. d. M. seinen 60. Geburtstag. Goldschmidt, der aus Litauen stammt, kam in jungen Jahren nach Deutschland, wo er in Berlin und Strasburg Orientalistik studierte. Abgesehen von der Herausgabe von äthiopischen und hebräischen Handschriften und Fachschriften auf dem Gebiete der orientalischen Sprachen ist Goldschmidt vor allem als Uebersetzer des Talmud ins Deutsche weithin bekannt geworden. Seit 1895 arbeitet der Gelehrte an dieser Uebersetzung — eine Leistung, die vor ihm wiederholt versucht, aber von niemandem bewältigt worden war. Von 1896 angefangen erschienen acht Folio-Bände der großen Ausgabe seiner deutschen Talmud-Uebersetzung. Diese enthält auch den von ihm nach der berühmten Talmudausgabe des christlichen Druckers Bomberg (Venedig 1520—1523) und nach eigenem handschriftlichen Material neu revidierten hebräischen Text Die Schlußbände dieser Ausgabe sind bereits im Manuskript fertig, aber noch nicht erschienen. Seit 1928 ist hingegen seine neu durchgesehene und überarbeitete deutsche Uebertragung des Babylonischen Talmud in einer zwölfbändigen populären Ausgabe des Jüdischen Verlags, Berlin, im Erscheinen begriffen. Bisher liegen von dieser populären Ausgabe fünf Bände vor, während die weiteren in den nächsten Jahren ausgegeben werden sollen. Auch die Bibel und den Koran hat Lazarus Goldschmidt neu übersetzt Berühmt ist seine umfangreiche Bibliothek, die kostbare Schätze, darunter neben wertvollen moderenen Pressen-Drucken viele hebräische Inkunabeln enthält Budapest Anläßlich der letzten Freitag erfolgten Einweihung der neuen Synagoge auf dem Bethlenplatz veranstaltete der Tempeldistrikt des VII. Bezirkes der Pester Israelischen Religionsgemeinde am Samstag Abend im Goldmarksaale des Gemeindebaues eine Festversammlung. Nach den Dankesworten des Tempelvorstehers Hermann Kovacs an alle Mitwirkenden wies Gemeindepräsident Hofrat Samuel Stern darauf hin, daß ein neues Gotteshaus heute nicht nur zur Vertiefung der Religiosität beitrage, sondern vor Verzweiflung und ihren traurigem Folgen Schutz gewähre. Gotteshaus und Schule bilden die Grundlage des Glaubens- und Gemeindelebens. Zum Schlüsse gab er dem Wunsche Ausdruck, daß bald die Zeit anbrechen möge, da in dem neuen Tempelgebäude Dankgebete für die Wiederherstellung der alten Gleichheit von Recht und Gerechtigkeit verrichtet werden können. Präsident-Stellvertreter Oberhausmitglied Dr. Samuel Glücksthal schilderte sodann in einer großangelegten Rede die Schwierigkeiten, die dem Tempelbau anfangs im Wege gestanden haben, und würdigte das großzügige Bauprogramm der Gemeinde, das moderne Spitäler und Schulen erstehen ließ und durch die Schaffung des Heldentempels die klassisch schöne Architektur der Hauptsynagoge besonders zur Geltung brachte. Zum Schlüsse beglückwünschte der Redner den Präsidenten Hofrat Stern zu seiner rastlosen Tätigkeit und der mustergültigen Leitung der Gemeindeangelegenheiten. Nachdem noch Vorsteher Dr. Emil Zahler den Tempelvereinspräsidenten Alexander Bloch herzlich begrüßt hatte, würdigte Vorsteher Andor Nagy die überzeitliche Bedeutung der Tempelweihe. Trauungen. Sonntag, den 27. d. M., findet um 2 Uhr nachmittags im Tempel, IL, Leopoldsgasse 29, die Trauung des Fräulein Zita K r u p n i k, Tochter des Ehepaares Julius Krupnik, mit Herrn Harry Lax statt. — Sonntag, den 27. d. M., findet um 3 Uhr nachmittags im Tempel, XVI., Hubergasse 8, die Trauung des Fräulein Olly Mandelbaum, Tochter des Herrn Bernhard Mandelbaum und seiner Gattin Hermine, mit Herrn Patentanwalt Ing. Ernst Montag statt. Die „Einheit", Wien IL, Malzgasse 12, als Ausspeisestelle. Die Zahl der Armen, die von der Hilfe der „Einheit", die als Ausspeisestelle sowohl der „Winterhilfe" der Gemeinde Wien als auch der „Notstandsaktion" der Israelitischen Kultusgemeinde fungiert, Gebrauch machen, ist sehr groß. Jeder, der Gefühl für die Bedrängnis seiner Nebenmenschen hat, sollte möglichst behilflich sein, das harte Los dieser Armen durch vermehrte Hilfe zu erleichtern. Möge deshalb jeder, der in der Lage ist, diesen Unglück- Heben beizustehen, ihrer bedacht sein und der »Einheit" helfen, damit sie in der Lage sei, diese wichtige Aufgabe zu erfüllen. Verein für jüdische Geschichte und Literatur ii Wien. Montag, den 28. d. M., halb 8 Uhr abends, Im Klubsaale der „Hakoah", I., Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souter- Dringend ersuchen wir unsere p. t. Abonnenten« die Abonnementsrückstände ehestens zu be- _ glehhen. Die Administration •■■Ml^^HaHü^HI^^H rain), Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. M. G. Mehrer: „Die Predigt in alter und neuer Zeit" Eintritt frei. Gäste willkommen. * Am 14. d. M. sprach Frau Esther Mieses über „Moderne Bibelforschung und Exegese". Die Vortragende zeigte in ihrem Referate eine Fülle jüdischen, insbesondere biblischen. Wissens und Vertrautheit mit den neuesten Forschungen der Archäologie des Orients. Sie demonstrierte an der Hand spezieller Beispiele, wie biblische Berichte durch die Ergebnisse babyionischer und palästinischer Ausgrabungen bestätigt würden und welch historische Wahrheit und' Darstellung die ältesten Kulturen der Menschheit in der Heiligen Schrift fänden. An die interessanten Ausführungen der Vortragenden schloß sich eme Rezitation der bekannten Vortragskünstlerin Fräulein Margarete Bach aus biblischen Motiven. Das berühmte Jesaja-Kapitel von der Idealzeit des Gottesreiches und Weltfriedens wurde in fast lebendiger Vision durch die bewundernswerte Vortragskunst vorgeführt Ebenso verstand es die Künstlerin, aus Psalmen und sonstigen Darbietungen biblischen Inhaltes die Zuhörer in Bann zu hatten. Herr Professor Kr au ss. der Vorsitzende des Vereines, konnte den Abend mit Recht als besonders anregend und gelungen bezeichnen. j. b. Verein „Krankenbesuch" (Bikur Cbaullm). Die allmonatlich im Hotel Continental stattfindenden Künstler-Akademien mit Jause dieses Vereines erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit Auch die am Sonntag, den 13. d1. M., nachmittags, stattgehabte Veranstaltung war sehr gut besucht, nicht zuletzt ihres edlen Zweckes wegen, denn der Verein hatte in anerkennenswerter Weise das Reinerträgnis der „Winterhilfe" der Kultusgemeinde zugedacht. Das Programm der Akademie war auch diesmal ein ganz ausgezeichnetes, die Conference besorgte Emmy Wollner in stimmungsvoHer Weise, unter den erstklassigen Mitwirkenden seien die schönen Darbietungen der Humoristin Ada Kelsen, der talentierten Schülerinnen von Frau Professor Funk-Freund, der erstklassigen Diseuse Frau Gertrude Roth, sowie der kleinen Künstlerinnen Dita Kunodi und Lisi Weinberger hervorgehoben. Der Verein, für den besonders die Präsidentin Frau Irma Rosenberg und Frau Kassierin Henriette Fuchs unermüdlich tatig sind, konnte mit seiner letzten Veranstaltung, der auch zahlreiche Ehrengäste beiwohnten, wieder einen schönen Erfolg erzielen, der seine starke Ausbreitung beweist Jüdischer Witwen- und Waisenverein. Wien IX. Dieser seit 25 Jahren außerordentlich segensreich wirkende Verein hat den Verhältnissen Rechnung tragend beschlossen, sich an der Aktion „Winterhilfe" zu beteiligen. Demgemäß hat die Vereinsleitung (geschäitsführender Obmann-Stellvertreter Herr Rat M. Weiner, IX., Servitengasse 13) bereits eine Anzahl Familien — baupsächlich Witwen, und Waisen — mit Kohlen beteilt Beitrittserklärungen oder gütige Spenden werüen unter dieser Adresse oder an Herrn Isidor Trebitsch, IX., Servitengasse 20, erbeten. thanufoa~&eieTn Danksagung. Man muß die Feste feiern, wie sie fallen! Bei uns im Versorgungshaus fallen sie oft und werden für uns alte Männer und Frauen in der solennsten Weise ausgeführt. So auch heuer das Chanukafest. Trotz der schweren Zeit und dem Kampfe um das tägliche Brot war es wieder wunderschön. Dank den Bemühungen unserer verehrten Vorstände, edler Wohltäter, der ausgezeichneten Fürsorge unseres geschätzten Oberverwalters, des Herrn Josef Popper und dessen seinem edlen Beispiel nacheifernden Mitarbeitern folgte einem reichlichen Mittagessen und einer guten Jause am Nachmittag eine Bescherung mit lauter nützlichen Geschenken: Wäsche, Hausschuhe, Mäntel, Strümpfe, auch gutes Naschwerk; alles, was das Menschenherz erfreut, wurde uns mit Liebenswürdigkeit geboten. Spätnachmittags erfreute uns, wie hier bereits berichtet, ein feierlicher Gottesdienst mit herrlichem Gesang des Herrn Oberkantors P os t o 1 o w und weihevoller Predigt des Herrn Rabbinners Dr. Schwarz. Es ist auch bekannt, daß an diesem Festtage durch eine hochherzige Spende eines edelgesinnten Ehepaares die Möglichkeit geschaffen wurde, weitere 15 Menschen aus ihrer Einsamkeit zu erlösen und sie in unserem behaglichen Heim unterzubringen. Für all das Gute und Schöne, das wir Pfleglinge an diesem Chanuka wieder genossen, herzlicher, innigster Dank! Für sämtliche Insassen des Versorgungshauses: Sal. Deutsch. Der Verein „Jüdische Klnderfreunde". iL. Obere Donaustraße 91, der in vorbildlicher Weise täglich hunderte Kinder für einen minimalen Betrag in seinen Räumen beaufsichtigt und verköstigt (als mir vor Monaten meine Frau starb und drei kleine unversorgte Kinder hinterließ, hat sich der segensreich wirkende Verein auch meiner armen Kinder angenommen), brachte zu Chanuka ein schönes jüdisches Festspiel, die Verherrlichung des Festes beinhaltend, zur Aufführung, bei der sich die 25 mitwirkenden kleinen Künstler als ausgezeichnete Schauspieler und Vortragende entpuppten. Sie tanzten, spielten und sangen so vorzüg- Sie müssen jetzt schon daran denken. Wohn Sie jemandem was schenkenT Und da pattt für jedermann Ein Service aus Porzellan Oder aber irgendwas Aus Chinasilber oder Glas! Für wenig Geld 'ne ganze Masse Bei Gottfried in der Taborstraße Gottfried, Taborstr. Gl lieh, daß den Zuschauern ums Herz warm wurde. Besonders ein putziges Ehepaar, Großvater und Großmutter, sowie acht reizende „Girls", eine lebende „Menorah" darstellend, ernteten stürmischen Beifall Zum Schluß wurden alle Kinder mit einem Säckchea Backwerk überrascht Vielen Dank gebührt der Leitung des Vereines für diese gelungene Veranstaltung und es wäre am Platze, wenn dieser so segensreich wirkende Verein auch allseits in seinem Vorhaben Unterstützung fände. Alfons Mayer. Fürsorge-Komitee für jüdische Insassen tat Lalax. Bei der in unserer letzten Nummer geschilderten schönen Chanukafeier dieses Vereines am 6. d. M. wirkte auch Herr Konzertsänger Wilhelm MiUet roit; der mit seiner guten Tenorstimme Arien und Lieder zum Besten gab. Der Israelitische Taubsnimmen-Unterstützuncs- Verein Oesterreichs hat am 6. Dezember im Cafe Comerz sein 9. Chanukafest gefeiert und 15 Kinder von Mitgliedern und 40 arme, durch die Krise schwer betroffene Mitglieder mit Jause, Gebäck. Obst, Kleidungsstücken und Spielsachen, ferner Geldunterstützungen bedacht, die ihnen von zahlreichen Gönnern des Vereines zugekommen sind. Die Feier wurde eingeleitet durch das Anzünden der Lichter mit einem Gebet, das der Gönner des Vereines Herr Albert Wachtel verrichtete, worauf der Obmann Herr A. Lederer eine schwungvolle Rede hielt. Die Jause und das Gebäck stellte der Förderer des Vereines Herr Cafetier Matthias Grünwald kostenlos bei. „Tnoras Chaim". Am 6. Dezember 1931 veranstaltete der Verein „Thoras Chaim", IX., Pfluggasse 5, eine Kinder-Chanukafeier, die angesichts des zehnjährigen Bestandes des Vereines sich besonders feierlich gestaltete. Der Obmann Sandor Adler begrüßte die Erschienenen, worauf Oberkantor Schiffmann mit dem Schülerchor das Hailelu vortrug und die Lichter entzündete. Eine Festrede des Rabbiners S. Benedikt, viele gelungene Schülervorträge und die Verteilung von Geschenken an die Schüler beschlossen das schöne Fest, um das sich die Herren Mör und Jenö R a b i n e k, Moriz Gang, E. Weisz und Elias Schön besonders verdient gemacht haben. Frauen- und Mädchen - Wohltätigkeitsverehi Wr.-Neusiadt. Am 8. Dezember fand in den Bräuhofsälen die vom obigen Verein veranstaltete Chanukafeier statt, die einen sehr schönen Verlauf nahm. Aus der Fülle des ungemein reichhaltigen Programmes seien hier nur folgende Nummern besonders angeführt: Ein vom Lehrer Sonnenschein einstudierter Knabenchor mit Klavierbegleitung des Fräulein Magda Ungar, zwei Tanzreigen, von den kleinen Mädchen unter besonderer Leitung des Fräulein Lizzi Karpien ausgetührt, als Solonummer glänzte Helga K e r ö, ein Klavierkonzert auf zwei Klavieren, gespielt von Fräulein Magda Ungar und Herrn Dr. B u x b a u m. als besonders gelungene Nummer der von Fräulein Gertt Popper getanzte Csardas und als Abschluß ein Theaterstück, gespielt von folgenden Damen: Magda Ungar, Vilma Ungar, Lizzi Karpfen und Paula Löwy. Nach den Vorträgen vergnügte sich die Jugend bis in den frühen Morgenstunden am Tanz.. Um das Zustandekommen des sehr gelungenen Festes hatten sich die Damen Fran Hedwig Mayer als Präsidentin, Frau Malvine U ngar als Kassierin sowie alle anderen Damen des Vorstandes verdient gemacht. A.S. Jüdischer Wohltätigkeitsvereio Brüderlichkeit". Das „Chanuka-Bekleidungsfest" dieses Vereines fand am 13. Dezember im Souterrain des Caf6 Renv b ran dt in Anwesenheit sehr zahlreicher Gäste und des Vertreters der städtischen r/ürsorgezantraie statt. Nack der Begrüßungsansprache des Obmannes M. Grünwald folgten Deklamaüons- und Gesangvorträge der Schülerinnen des Kindergartens der Jessod-Hathora und Talmud-Thora-Volksschule. Nach Verabreichung einer reichlichen Jause wurden 48 Kinder armer, verschämter Eltern bekleidet Besonderes Lob gebührt den Firmen: Gebrüder Duckesz, M. & J. Mandl, Kunerolwerke, Bensdorp-Fabrik, Elidawerke für recht ausgiebige Sachspenden und Zahnarzt Siegfried Rosenberg, der zehn Anweisungen auf kostenlose Kinderzahnbebandlung zur Verfügung stellte. Virlud dir Smitim dt „SCHOMRE SCHABuOS" Kostenlose Stellenvermittlung. Wien IL, Leopoldsgasse 16,_Telephon A 48-4-15. Offene Stellen. Mehrere Praktikanten für verschiedene Branchen. Vertreter (für chemische Artikel). Gesellschafterin. Hausgehilfin. Verkäufer mit Sicherstellung in die Provinz. KürschnergeseUe. Sacknäherin. Stellengesuche. Tüchtiges und geschultes Personal jeder Art für Handel. Gewerbe und Industrie. Vormerkung iür Stellungsuchende nur Montag nn4 Donnerstag von 9 bis 12 Uhr vormittags.