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Die Wahrheit · 1931-12-04 · Heft 49 (4.12.1931) · page 2

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 49 (4.12.1931)
Date
1931-12-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 -. -.Iii ME WAHRHH1 OASIDEALSTE GESCHENK sind' TEPPICHE «om TEPPICHHAUS E™f.l(HEINA.G. nur I.. BAUERNMARKT 12—14 gy- Keine Filiale In Wien DIE BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE derewski: Dann wird das polnische Volk seinen Sieg mit einem großen Judenpogrom feiern! . . . Versagt man den Hakenkreuzlern die Erfüllung ihrer Machtforderungen, dann geht es gegen die Juden los; kommt man ihnen entgegen, dann werden die Juden blutig geschlagen! Und das ganze "beißt dann: österreichische Politik! . . . Der Gesetzentwurf über das „Studentenrecht" soll also demnächst den Nationalrat beschäftigen. Wir werden Zeugen dessen sein, wie sich die christlichsoziale „Staatspartei", /die sich sonst gegen alle radikalen Experimente mit Händen und Füßen wehrt, dazu verhalten wird. Aber am meisten darf man wohl auf das Verhalten des Vizekanzlers Dr. Schober begjierig sein. Wird Dr. Schober, der unter der Wahldevise „Ruhe und Ordnung" kandidierte, sich noch daran erinnern, daß er es in der Hauptsache den jüdischen Wählern im Wahlkreis Innenost zu verdanken hat, wenn seine Partei, der „Nationale Wirtschaftsblock", überhaupt ein Grundmandat erhielt und so in den Nationalrat einziehen konnte? Recht lehrreich wird auch das Verhalten der sozialdemokratischen Partei in- und außerhalb des Parlamentes sein. Wird sie ungeachtet gewisser Empfindlichkeiten im eigenen Lager und des zu erwartenden Wutgeschreis ihrer In einer Zeit, in der die österreichische Wirtschaft in ihren Grundfesten.mehr denn je erschüttert ist, in einer Zeit, in der das Gespenst des Hungers Ernte hält unter der Bevölkerung unseres Staates, in einer Zeit, in der alle Faktoren des Staates ihr ganzes Sinnen und Trachten der Erhaltung und Ordnung des Staatshaushaltes und der gesamten Wirtschaft widmen sollten, befaßt sich der Ministerrat mit dem „Studentenrecht", das, vollkommen überflüssig, lediglich dem Zwecke diesen soll, den Terror an der höchsten Bildungsstätte unseres Staates gesetzlich zu beglaubigen. Trotz der großen Sorgen, die jeder Bundesbürger in dieser schweren Zeit hat, muß man sich also auch noch mit der überflüssigen Frage der „Studentenordnung" beschäftigen. Der Verfassungsgerichtshof hat die Gleispach'sche „Studentenordnung" als gesetzwidrig aufgehoben, weil das verfassungsgemäß gewährleistete Recht der Feuilleton Menorahleuchter in einer Kathedrale. Dr- Heinrich Reichlin schreibt dem „Neuen Wiener Journal" aus N e w Y.o r k: Zwei vier Meter hohe, aus Bronze und massivem Golde gebaute Menorahleuchter schmücken zu beiden Seiten den Altar der St.- John-Kathedrale in New Yofk. Es sind dies die größten Menorahleuchter in der ganzen Welt und die ersten, die in einer Kathedrale zu finden sind. Adolf S. O c h s, der bekannte Zeitungsverleger, machte sie zum Geschenk anläßlich der vor einiger Zeit stattgefundenen Einweihung des St-John-Domes. . bemerkenswert ist der Inhalt der bei dieser Gelegenheit gehaltenen Rede des Bischofs Manning." „Dieses Geschenk", führte er aus, „ist schön und sinnreich, sowohl vom religiösen als auch historischem Gesichtspunkt. Menorahleuchter standen in Salomons Tempel in Jerusalem und noch heute werden sie in der ganzen Welt in den Synagogen gebraucht. Zum erstenmal erscheinen sie Gegner — schon im Interesse der ihr nahestehenden studentischen Gruppen — in diesem Kulturkampf ihren Mann stellen? Vederemo . . . Das Unglaubliche — hier soll.es Ereignis werden! Das nationalistische „Studentenrecht", das in Deutschland verworfen wurde, soll in Oesterreich zur Geltung gelangen! Die Nationalsozialisten, deren Blutpläne in Deutschland die hellste Empörung und Entrüstung auslösten, sollen in Oesterreich ihren Willen durchsetzen! Was veranlaßt einen Mann wie Dr. Seipel, der sich in seinen Werken immer aufs schärfste gegen die Rassentheorie aussprach, gerade jetzt, für die „Volksbürgerschait auf Rassengrundlage" einzutreten? Will er der Regierung Verlegenheiten bereiten? Soll das Ziel, das durch die anderen Affären der letzten Zeit nicht erreicht wurde, der 'Sturz der Regierung, auf dem Wege über das „Studentenrecht" errungen werden? Hofft er, den Hakenkreuzlern den Wind aus den Segeln zu nehmen und seine eigenen Reihen stärken zu können? Wie dem immer sein mag: die Judenfrage wird auf der Wiener Universität nicht gelöst werden. Aber wenn das Unglaubliche geschehen sollte, wenn das österreichische Parlament sich soweit vor dem Hakenkreuz beugen sollte — dann wird in Oesterreich der politischen Anarchie, dem Terror und der politischen Hemmungslosigkeit Tür und Tor geöffnet sein und dann wird das ganze österreichische Volk die Scheiben bezahlen, die heute einige Männer an verantwortungsvoller Stelle in ihrer Unbedachtsamkeit — oder handelt es" sich um mehr — einschlagen. Eine derartige Politik muß sich immer rächen! Wenn die Grundlagen der Verfassung erschüttert werden, wenn man sich über Gesetz und Vernunft hinwegsetzt — dann muß man auch für die Folgen aufkommen! Es werden nicht nur die Juden sein, die dabei als Leidtragende erscheinen würden! Wer Wind sät, erntet Sturm! Dr. K. Taub. Gleichberechtigung aller Staatsbürger durch diese „Studentenordnung" -verietzt^wurde. Ob jdie neue „Stude'ntenofdnung"?S9^b,gefißt sein wird, daß" es nicht leicht möglich sein wird, noch einmal diese „Studentenordnung" aufzuheben, muß derzeit noch dahingestellt bleiben.;. In diesem „Studentenrecht" soll die „Volksbürgerschaft" als einziges Kennzeichen für die Zugehörigkeit zu einer „Studentennation" verankert werden. Der Herr Bundesminister Doktor Czermak hat bereits in dem amtlichen Kommunique öffentlich von einer „jüdischen Volkszugehörigkeit" gesprochen .und damit ganz offen bekannt, daß bei Wahrung einer natürlich nur papierenen Gleichberechtigung „jüdische Studentennationen" ,im Gegensatze zu „deutschen Studentennationen" gegründet werden sollen. Es liegt dier Gesetzesentwurf noch nicht vor, aber es ist klar, daß jede Art der Teilung der Studierenden aber in einer christlichen Kathedrale. Diese Leuchter werden hier in der Kathedrale erglänzen als Erinnerung an Gottesverehrung in dem Tempel alter Zeiten. Sie werden als Symbole der Beziehungen zwischen dem Alten und dem Neuen Testament dienen, die uns von dem Tage sprechen, an welchem Brüderlichkeit alle Menschen wie eine Familie verbinden wird, so wie Gott Vater von uns allen ist." Der neue Kathedraldekan Müs H. Gates sagte in seiner Rede: „In den Zeiten des Alten Testaments stand die Menorah als Zeichen der Welterschaffung. Der rmittlere Arm war das Symbol des Sabbath, die übrigen sechs die sechs Werktage, an denen Gott Himmel und Erde erschuf. Diese zwei Wahrheiten, welche diese beiden Menorahleuchter symbolisieren, werden in großer Liebe von uns bewahrt werden. Erstens sind sie das Symbol dessen, was wir dem Judentum schulden. Es wären da so viele Dinge zu erwähnen, daß man sie kaum aufzählen kann; vergessen wir aber nie unsere besondere Schuld gegenüber dem Judentum — vielleicht di§ größte Schuld, die es in dieser Welt überhaupt gibt; die wahre und lebende Idee von Gott als den einzigen Gott, der alles erschaffen hat, alles erhält und leitet und über seine Schöpfung, seien es die Lebenden oder Verschiedenen, wacht. CHANUKKA. Das alte Makkabäerlied erklingt. Die Lichter brennen festlich rings im Kreise. Und wie wir singen diese schlichte Weise, Ein anderes Lied in meinem Innern schwingt. Sind wir nicht heute auch von Haß umloht, Von Feinden zahllos dicht umgeben, Die uns nach Ehre trachten, Gut und Leben, Ausrufend laut: „Schlagt alle Juden tot!" Und leben wir nicht auch in einer Zeit, Wo das Gesetz und Recht, einst fest begründet. Sich wie ein Schlänglein nur am Boden windet, Das sich vor Doppelzüngigkeit nicht scheut? Ist denn die Menschheit schon so ganz verroht, Seht Ihr denn nicht auf allen Plätzen, Gassen, Wie Hunger, Elend, Not, sich eng umfassen? Hört Ihr den Schrei nicht „Gebt uns Arbeit, Brot!" Ein Ziel weiß ich, erstrebenswert: no?. Das Unglück zu bekämpfen, zu bezwingen, Den Hungernden ersehnte Hilfe bringen, Aufbauen, was der Haß zerstört. Besinnt Euch doch auf Euer Menschentum, .au Das Herz der Not voll zu erschließen, Die Darbenden als Eure Brüder grüßen, Ist das nicht würdevoll'rer Heldenruhm? Eh' du verflackerst, kleines Festeslicht Laßt Leidbeladene Euch im Geist umfassen. Wann endet dieses mörderische Hassen, Daß auch für Euch ein bess'rer Tag anbricht? Beate Baumgarten. nach der Volks- oder Stammeszugehörigkeit nur den einzigen Zweck verfolgen kann, die Juden an der Wiener Universität zu Bürgern zweiten minderen — Ranges zu stempeln. Dagegen muß sich die gesamte Judenschaft dieses Staates wehren. Es muß alles versucht werden, um zu verhindern, daß diese angekündigte „Studentenorfrnung" Gesetz wird. Die „UnionösterreichischerJuden" hatte sich zunächst, wie in der letzten Nummer der „Wahrheit" mitgeteilt wurde, bereit erklälft, mit allen im Kultusvorstandvertretenen Parteien in einer gemeinsamen Aktion vor allem gegen"den" Teirör~W~den Hochschulen-~~ Stellung zu nehmen. Die „Union österreichischer Juden" hat aber die jüdischnationa)e Seite darüber nicht im Unklaren gelassen, daß es für die „Union" keine „jüdische Volkszugehörigkeit" geben kann, weder auf der Universität noch sonst wo in diesem Staate. Die „Union österreichischer Juden" mußte daher in dem Moment ihre eigenen Wege gehen, als sie' leider feststellen mußte, daß die Zionisten nach wie vor die Verfechter des Minoritätenreches bleiben wollen. Es muß einmal in der Frage des Minoritäten rechtes mit aller Entschiedenheit ein offenes Wort gesprochen werden. Es muß festgestellt werden, Zweitens: Das Judentum hat der Welt die größte Poesie geschenkt Kein Dichter hat je an die Psalmisten, Propheten und Seher des Alten Testaments herangereicht. difr Noch als weitere Erinnerung sollen diese Leuch^ ter dienen. Durch 17 Jahre hatte ich in der mir benachbarten Mount Neboh Synagoge als Gast gepredigt. Jedesmal, wenn ich mit dieser Gemeinde Andacht hatte, drangen stets mehr Bewunderung abringende Momente auf mich ein. Vor allem:. die Verehrung für die heilige Stätte. In keinem Gottesdienst, in keiner Liturgie gibt es so etwas Erhebendes, wie der Augenblick, in welchem sich die ganze Gemeinde wie ein Mann erhebt und wie aus einem Munde spricht: „Laßt uns den Ewigen verehren, ihn preisen, der den Himmel über uns spannte und die Erde schuf, dessen Glorreich sich über uns im Himmel und dessen Güte in der ganzen Welt sich kundgibt. Er ist unser Gott, niemand außer ihm." ß j Dann die Andachtsgebete an die Verschiedenen. Diese Gebete haben wir, da der Calvinismus sie wegließ, wieder in unser neues Gebetbuch aufgenommen. Es ist dies einer der vielen Posten, die wir dem Judentum .schulden".- am„mmm„mmmmmmmmmmmmmmmmmammmmmmmmmm»m w«»>*"MM>M,,M>M,,,i,",,,ll"""*I*tTfl'-----""" Ein offenes Wort. . .

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