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Die Wahrheit · 1931-11-13 · Heft 46 (13.11.1931) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 46 (13.11.1931)
Date
1931-11-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Dg WAHRHEIT Seite 7 s : "Hochzelfs Geschenke Nur 0 Ctalna-Sllbar-Aufsätze, Likörservice, Dosen etcAlpaccau Chrom-rostfreie Besteike in Kassetten und andere Artikel in groller Auswahl kaufen Sie am besten und billigsten nur bei M.M. G0T1TB1ED d CO., II., Taborslr. Gl reichen Gedankenwelt. Mit dem Vater und den Geschwistern trauert ein großer. Kreis von Freunden über den schweren Verlust, den das jüdische Wien erlitten. Möge der so hart geprüfte Vater: in seiner Gottergebenheit die Kraft finden, auch diesen schweren Schicksalsschlag zu ertragen. — Dienstag, den 10. d. M., wurde der Verblichene zu Grabe getragen. Nach echt jüdischem Ritus versah die kantoralen Funktionen I. Kantor Funke in tiefer Ergriffenheit. An der Bahre sprach einer der sechs Brüder des Verstorbenen, der Rechtsanwalt Dr. Heinrich Rubin, der die anerkannten wissenschaftlichen Leistungen seines Bruders hervorhob und seine tief religiöse Gesinnung kennzeichnete. Er war der Benjamin im Hause, geliebt wie Benjamin von unserem Stammvater Jakob, und er hing an dem Vater wie einst Benjamin an Jakob. In einem streng religiösen Hause aufgewachsen, zeigte er sein großes Interesse für das Judentum und alle jüdischen Fragen, ein Interesse, das er immer betätigte und das auch in seiner Doktorarbeit, die von seinen Lehrern größte Anerkennung gefunden hatte, zum Ausdruck kommt. In Vertretung der „Union" war Regierungsrat Dr. Max Lenk mit einigen Herren der „Union" und instiesojidere mit Vertretern der „Jugend-Union" erschienen. — - Am 7. d. ist nach langem, schwerem Leiden der Obmannstellvertreter der Fürsorgesektion Leopoldstadt. Herr S. B o j n i t z e r. gestorben. Bojnitzer, der Gründer und Ehrenobmann der Vereinigung der Handelsagenten für Privatkundenbesuch und langjähriger 1. Schriftführer des Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe" war, ist immer ein guter Jude gewesen. Trotz seiner führenden Stelle im politischen Leben war er ein beredter Fürsprecher der armen Juden des Bezirkes. Ein hervorragender Mensch, der immer für seine Mitmenschen tätig war. In Bojnitzer erleiden viele unterstützungsbedürftige verschämte Arme des II. Bezirkes und speziell der Verein „Nächstenliebe" einen unersetzlichen Verlust. Die zeremoniellen Funktionen, versahen Rabbiner Dr. Zw. Taubes und Oberkantor J. .Mfilier in ergreifender Weise. In der Zeremonienhalle sprachen Präsidentstellvertreter des Zentralvereines der kaufmännischen Angestellten. J. Feldbauer, und Herr Klein vom Verein „Nächstenliebe", dessen Ausschuß vollzählig erschienen war. am offenen Grabe, als Mandatar des II. Bezirkes Gemeinderat Fischer, der Obmann der Fürsorgesektion des II. Bezirkes Fischer und Dr. Heinz Kohn namens den persönlichen Freunde. Unter den Anwesenden sah man den Vizebürgermeister Emmerling, Gemeinderat Berm a n n, fast die ganze Bezirksvertretung und viele andere öffentliche Funktionäre. Trauung. Sonntag, den 8. November d. J.. tand im festlich beleuchteten Ottakringer Tempel die Trauung des Fräulein Erna Karpf, Tochter des Bethausvorstehers Herrn Siegfried Karpf und seiner Gattin Milly, geb. Klein, mit Herrn Hans H o f f e r, Sohn des Herrn Emil und der Frau Helene Hoff er statt Die Beliebtheit, deren sich beide Familien erfreuen, kam durch die sehr zahlreiche Beteiligung von Freunden und Bekannten zum Ausdrucke, welche das schöne Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen füllten. Unter den Anwesenden bemerkte man den Kultusvorsteher Medizinalrat Doktor Jakob Deutsch, den Obmann des Bethausvorstandes Bundesfürsorgerat Sigmund Weiler mit den Bethausvorstehern und Vertreter verschiedener Wohltätigkeitsvereine. Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach hielt an das Brautpaar eine sehr herzliche Ansprache, in der er besonders das Pflichtbewußtsein, das religiöse Empfinden und den Wohltätigkeitssinn der beiderseitigen Eltern betonte und das Brautpaar ermahnte, auf dem festen Grunde dieser echt jüdischen Tugenden das neue Haus aufzubauen. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Rudolf Kogan, begleitet vom Tempelchor unter der Leitung des Chordirigenten Perl, in vorzüglicher Weise. Dfirnkrut a. d. Nordbahn. Sonntag, den 1. d. M., feierte hier Herr S. Fuchs in geistiger und körperlicher Frische den 90. Geburtstag. Der JiibUar, der nahezu 50 Jahre in Hohenau in treuester Pflichterfüllung das Amt öines israelitischen Reügionslehrers versah, war aus diesem Anlasse Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Herr Obmann S. Pollak aus Hohenau überbrachte nebst Ehrengaben die Glückwünsche der Kultusgemeinde Mistelbach und des Bethausvereines und Chewra Kadischa Hohenau, ebenso die Präsidentin des dortigen jüdischen Frauenwohltätigkeitsvereines. Frau Julie Paschkes. Namens der Chewra Kadischa in Dürnkrut gratulierte der Obmann und Obmannstellvertretea die Herren A11bach und Krakauer. Welch großer Popularität sich der Jubiter erfreut, beweisen die vielen Gratulanten, darunter sehr viele Schüler und Schülerinnen, die sich in dankbarer Erinnerung aus Nah und Fern mit ihren schriftlichen Glückwünschen einstellten. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, IL, Ferdinandstraße 23/8. Montag, den 16. November, 3^8 Uhr abends, im Klubsaale der „Hakoah", I., Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), Vortrag des Herrn Saul Chajes: „Der Dubnoer Maggid und seine Gleichnisse". Eintritt frei. Gäste willkommen. * ^Montag, den 2. November, fand die Eröffnung der diesjährigen Vortragssaison statt Im Mittelpunkt des Abends stand ein überaus lehrreicher Vortrag des Vereinspräsidenten Prof. Dr. Samuel K r a u s s. Der Vorsitzende, Vizepräsident Rabb. Dr. M. R o s e n m a n n, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und stellte fest, daß der Zuspruch zu den Vereinsabenden im vergangenen Jahre ein erfreulich wachsender gewesen ist Zugleich richtete er den Appell an die Anwesenden, die Bestrebungen des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur zu fördern, da die Vergangenheit als Lehrmeisterin der Gegenwart zu betrachten sei. nach dem Bibelwort: „Gedenket der Tage der Vorzeit dann ver- LPiCK II., Untere Äugarfeustraße Nr. 32 Sämtliche Parfümerie- und Haushaltungsartikel zu den billigsten Preisen Sei der Weg noch so weit, Er lohnt sich wegen der Billigkeit! TELEPHON A 46-6-82 Adresse bitte geaan zu beachten! Samstag aesdilosseni stehet ihr den Wechsel der Generationen". Hierauf ergriff Herr Prof. K r a u s s das Wort und berichtete in ähnlichem Sinne wie bereits in diesen Blättern über „Die jüdische Wissenschaft auf dem Leidener Orientalistenkongreß (1931)", an welchem er persönlich teilgenommen hat Seine überaus interessanten Aus-, iührungen würdigte der Vorsitzende Herr Rabbinet Dr. M. Rosenmann in seinem Schlußwort, in welchem er Prof. Kr a u s s a's einen prominenten Gelehrten bezeichnete, der in der vordersten Reihe der jüdischen Wissenschaftler stehe. Er gab ferner der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Professor als Leiter der israel.-theol. Lehranstalt gelingen möge, diese für das Wiener Judentum hochbedeutende Institution, die infoige materieller Notlage in ihrem Bestände bedroht ist. einer besseren Zukunft entgegenzuführen. So war der erste diesjährige Abend des Vereines vielversprechend und man kann den kommenden mit regem Interesse entgegensehen, —f. „Die Entwicklung des Thorastudiums". Ueber dieses Thema hält Herr Dr. S. Lieben aus Prag am 16. um 7 Uhr abends im D r. K r ü g e r - H e i m, II., Malzgasse 7, einen Lichtbildervortrag. Sefer Thora-Elnweihung. Am vergangenen Hoschano-Rabba fand im Bethause, IX., Pfhiggasse 5 (Adass Jeschurun), die feierliche Einweihung eines vom ObmannsteUvertreter B. Kolb gestifteten Sefer Thora statt. Die prächtig ausgestattete neue Thorarotte wurde von den Mitgliedern des¬ Vorstandes aus der Wohnung des Herrn Kolb abgeholt und in der Pfluggasse von den Betliausbesuchern mit den übrigen Sifre Thora erwartet. Im Bethause selbst wurde das neue Sefer Thora vom 1. Kantor, Schiffmann, miit einem feierlichen Boruch Habo begießt, worauf 1. Kantor Schiff mann in formvollendeter Weise das Maariwgebet verrichtete. Nach dem Gottesdienste dankte Obmann Zsiga Wass dem Spender im Namen des ganzen Vorstandes, worauf in der Sukka ein Festmahl stattfand, in dessen Verlauf Se. Ehrw. Rabbiner Dr. Max Grunwald und Vereinsrabbiner S. Benedikt sehr beifällig aufgenommene Ansprachen hielten. Die Feier, die einen sehr angeregten Verlauf nahm, schloß erst in den späten Abendstanden. Stellenloser, strebsamer, innger Mann ans der Seldenwarenbranche, für alle Lageru. Büroarbeiten wird besten» empfohlen. SMtanvaralMung dOT,UnlonVr«l. A19-2-7? KScJtijjlpncutn SLi*u^c4<3

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