Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 34 (21.8.1931)
- Date
- 1931-08-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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SeKe t) OBS WAHRHEIT ser Ausfertigungen unterliegt aber der im Tarife für die Urkunde vorgeschriebenen festen Stempelgebühr, welche mittels Stempelmarken vorschriftsmäßig zu entrichten ist. Skala- und Prozentualgebühren sind bis zum Betrage von S 50.— durch Anbringung von Stempelmarken auf der Urkunde, bzw. auf der ersten Ausfertigung der Urkunde zu entrichten; wenn aber die Gebühr den Betrag von S 50.— übersteigt, greift die unmittelbare Gebührenentrichtung Platz, und zwar: 1. nach amtlicher Bemessung durch Zahlungsauftrag über vorgeschriebene Gebührenanzeige; 2. ohne amtliche Bemessung durch Einzahlung der Gebühr gegen Amtsbestätigung auf der bereits ausgefertigten Urkunde. Wenn bei beurkundeten Stiftungen, die auf Grund von Schenkungen beweglicher Sachen errichtet wurden, die den Betrag von S 50.— nicht übersteigende Schenkungsgebühr durch Anbringung von Stempelmarken auf der ersten Ausfertigung des Stiftbriefes entrichtet wurde, ist es der Partei freigestellt, zum Zwecke des Nachweises der erfüllten Gebührenpflicht auf den weiteren mit je S 1.— zu stempelnden Ausfertigungen des Stiftbriefes den im § 40 des Gebührengesetzes beschriebenen Vorgang zu beobachten. Zweckvermögenschaften mit gemeinnützigen Zwecken {Unterrichts-, Wohltätigkeits- oder Humanitätszwecke) genießen Gebührenbegünstigungen. Zweckvermögenschaften mit rein konfessionellen Zwecken, z. B. Gebetstiftungen genießen keine Gebührenbegünstigungen; sie unterliegen der Gebühr nach Z. 5 des Tarifes der Schenkungsgebühr oder Z. 5 des Erbgebührentarifes und sind vom sechzigprozentigen, bzw. vierzigprozentigen Erbgebührenzuschlage und von der Nachlaßgebühr nicht befreit Gebetstiftungen auf Grund eines Schenkungsaktes mit den Betrag von S 300.— nicht überschreitendem beweglichen Vermögen sind gebührenfrei (Anmerkung 1 lit a) zum Tarife der Schenkungsgebühr). Der Urkundenstempel (feste Gebühr S 1.— von jedem Bogen) ist auch in diesen Fällen erforderlich. (Fortsetzung folgt) VonWodke zu Wodke Abschaffung des Numerus clausus in Ungarn? Im ungarischen Parlament hielt am 12. August der Abgeordnete P a k o t s eine Rede, in der er die Abschaffung des Numerus clausus mit der Begründung forderte, daß dadurch ein Betrag von jährlich 5 Millionen Pengö, die von den jüdischen Studenten aus Ungarn im Ausland ausgegeben werden, im Lande bleiben würde. Der Vertreter der Regierung erklärte, der Vorschlag des Abgeordneten Pakots werde in Erwägung gezogen werden. Die Botschaft hört man wohl---- Die Kalenderreformfrage. Der Warschauer jüdische Abgeordnete Rabbiner Lewin hat vor einiger Zeit einen Brief an den polnischen Außenminister gerichtet, in dem dieser ersucht wurde, für die Vertretung der jüdischen Interessen in der Frage der Kaienderreform durch die polnische Regierung vor dem Völkerbund einzutreten. Abg. Lewin hat nunmehr vom polnischen Außenminister Zaleski folgendes Antwortschreiben erhalten: In Beantwortung Ihres Schreibens vom 13. Juli gibt das Außenministerium bekannt, daß in der Haltung der polnischen Regierung zur Frage der vom Völkerbund projektierten Kalenderreform in letzter Zeit keinerlei Aenderung eingetreten ist. Vom Standpunkte unserer ökonomischen Interessen aus bedeutet die Kalenderreform keine dringende Notwendigkeit Was die religiöse Seite der Frage anbelangt, so wird die Regierung selbstverständlich auf die religiösen Traditionen und Gefühle der Bürger Rücksicht nehmen und diese Interessen vor dem internationalen Forum verteidigen. Die vom Abgeordneten Lewin erwähnte Denkschrift, die vom polnischen Kalenderreformkomitee dem Völkerbund übergeben wurde, bindet die polnische Regierung in keiner Weise. Die polnische Delegation auf der bevorstehenden Verkehrskonferenz, die sich mit der Frage der Kalenderreform befassen wird, wird dahin instruiert werden, den in Ihrem Brief dargelegten Standpunkt zu berücksichtigen. Finanzielle Krise beim Jerusalemer Misrachi. Die Beamten des Misrachi-flauptbüros in Jerusalem sind zum Protest gegen die Nichtauszahlung ihrer Qehälter und die angedrohte Entlassung von Beamten ohne Abfertigung in den Streik getreten. Einer der Beamten hatte sogar einen Haftbefehl gegen den Präsidenten des Misrachi-Weltverbandes RabbiMeirBerlin erwirkt, um zu verhüten, daß Rabbi Berlin das Land verlasse, solange der Verband seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Rabbi Berlin wurde tatsächlich verhaftet, jedoch sofort wieder freigelassen. Oemeinde-fHkronik Julius Rosenwald 70 Jahre. Dieser Tage trat der bekannte Philanthrop und Multimillionär Julius Rosenwald, der als der reichste Jude der Welt gilt, in sein 70. Lebensjahr ein. Rosenwald, der in Springfield (Illinois) geboren wurde, begann seine geschäftliche Laufbahn bei der großen Bekleidungsiirma Hammerslough Bros in New York, verlegte jedoch seine Tätigkeit bald nach Chicago, wo er im Jahre 1895 Vizepräsident und Schatzmeister der Firma Sears Roebuck and Company, des größten Postversandhauses der Welt wurde. Seit 1915 ist Rosenwald Präsident der Gesellschaft. Allgemeine und jüdische philanthropische Institutionen wurden von Julius Rosenwald in großzügigster Weise gefördert. Auf jüdischem Gebiet hat er sich insbesondere für die Arbeit des Joint Distribution Committee interessiert An der United Jewish Campaign des Joint Distribution Committee im Jahre 1925 beteiligte er sich mit einem Betrage von einer Million Dollar. 1928 gab er iünf Millionen Dollar für die Kolonisationsarbeit des Joint in Rußland, zu deren Durchführung die amerikanische Gesellschaft für jüdische Landsiedlung in Rußland gegründet wurde, deren Ehrenpräsident Rosenwald, neben Felix M. Warburg ist. Er ist ferner Vizepräsident des American Jewish Committee. Nach dem Tode des Präsidenten des American Jewish Committee Louis Marshall spendete er dem Jewish Theological Seminary of America eine halbe Million Dollar zur Errichtung einer Mars ha 11- Gedächtnisstiftung. Rosenwald gehört zu jenen führenden Persönlichkeiten des Joint Distribution Committee und des American Jewish Committee, die sich der erweiterten Jewish Agency nicht angeschlossen haben. Er lehnte den Eintritt in die Agency mit der Begründung ab, daß seiner Meinung nach die Notlage der jüdischen Massen durch Hilfsmaßnahmen an Ort und Stelle, nicht aber durch Massenumsiedlung nach Palästina oder Argentinien bekämpft werden solle. Für allgemeine Wohlfahrtszwecke errichtete er im Jahre 1917 den Julius Rosenwald-Fonds, den er 1928 durch_Schenkung von 100.000 Aktien von Sears Roebuck and Co. auf 22 Millionen Dollar brachte und der heute bereits die Höhe von 35 Millionen Dollar erreicht hat. Der Fonds wird von Trustees verwaltet die beauftragt sind, das Kapital binnen 25 Jahren nach Rosenwalds Tode zu verteilen. Außerdem spendete er drei Millionen Dollar zur Errichtung von Negerschulen in den südlichen Territorien der Vereinigten Staaten, drei Millionen Dollar für ein Industriemuseum in Chicago und zwei Millionen für die Chicagoer Universität. Bekanntlich hat Julius Rosenwald vor kurzem auch der Stadt Berlin eine Million Dollar zur Errichtung einer Kinderzahnklinik zur Verfügung gestellt Dqgienlsdies Könlgsllcht Seit vielen Jahren dasanerkannt beste Das Begräbnis Lee K. Frankels. Felix M. Warburg würdigt die Verdienste des Ver-. 1 storbenen. Die Leiche des am 26. Juli in Paris plötzlich verstorbenen Mitvorsitzenden des Council der Jewish Agency Dr. Lee K. Frankel ist am Donnerstag, den 6. August in New York eingetroffen. Am folgenden Tage fand die Bestattung in Anwesenheit zahlreicher Führer und'hervorragender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Amerikas statt. Die Beerdigungs-, Zeremonie wurde in schlichter Weise vollzogen. Am Grabe hielt der Präsident des Joint Distribution Committee und frühere Vorsitzende des Administrative Committee der Jewish Agency Felix M. Warburg dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf. Er führte unter anderem aus: Ich habe an Lee K. Frankel einen teuren, edlen und außerordentlichen Freund verloren, der nicht ersetzt werden kann. Sein Hinscheiden ist ein höchst schmerzlicher und schwerer Schlag für alle, die den Vorzug hatten, ihn zu kennen und mit ihm auf den zahlreichen Gebieten seiner Tätigkeit im Dienste einer Verbesserung der sozialen Lebensbedingungen mitzuarbeiten. Ich hatte das Glück, fuhr Felix M. Warburg fort, fast 40 Jahre hindurch mit ihm gemeinsam zu arbeiten. Sein kluger Rat, sein menschliches Interesse, seine gewinnende Persönlichkeit und sein feiner Takt haben ihn mir ebenso wie allen, die mit ihm in Berührung kamen, teuer gemacht. Wir, die wir ihn geliebt haben, empfinden es dankbar, daß er hinweggegangen ist, ohne viel gelitten zu haben. Denn manche von uns hatten auf Grund von Anzeichen einer Erschütterung seiner Konstitution unter der Last der angestrengten Arbeit den Ausbruch einer schweren Krankheit bei Lee K. Frankel befürchtet. Wo immer Menschen zusammenkommen werden, um zu versuchen, verwickelte Probleme des Gemeinschaftslebens zu lösen, wird er schmerzlich vermißt werden. In seiner Tätigkeit in den United Hebrew Charities hat er Verständnis und Symphathie für die Hilfsbedürftigen gezeigt Durch seine Verbindung mit der Metropolitan Life Insurance Company war er mit den Problemen fast jeder Bevölkerungsschicht in diesem Bienenkorb vertraut. Bei dem Aufbau der mannigfachen Betätigungen des Verbandes der jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen hat er einen außerordentlich intuitiven Weitblick entwickelt. Sein Gerechtigkeitssinn hat seine Arbeit nicht nur beim Aufbau, sondern auch bei der Verwaltung der Mittel des Verbandes höchst wertvoll gemacht Bei der Heranbildung von Sozialfürsorgern erwies er sich als verständnisvoller und sympathischer Führer, im Wohlfahrtsausschuß, der seine philanthropische Tätigkeit ohne Rücksicht auf konfessionelle Grenzen entfaltete, war sein Rat gesucht und geschätzt. Aber seine Sympathien waren nicht bloß auf das Gebiet der Stadt und der Vereinigten Staaten begrenzt; seto Verständnis erstreckte sich auf alle Teile Europas und Palästinas. Dem Joint Distribution Committee hat er hingebungsvoll gedient und war bei Spendern, Verwaltern und Empfängern in gleicher Weise beliebt Denn er stand allen in gleicher Weise nahe und kannte sie alle persönlich genau. In den letzten Jahren widmete er einen großen Teil seiner Arbeit der Entwicklung des jüdischen Aufbauwerks in Palästina. Er war klug, konstruktiv und ließ sich nicht durch visionäre Versprechungen, sondern durch sichere Tatsachen leiten. Wir waren Kollegen in der Kommission, die die Verhältnisse in Palästina untersuchte, und erst vor wenigen Wochen wurde er auf eine führende Stelle im Council der Jewish Agency berufen. _ ■ Das Begräbnis des Oberrabbiners der Türkei. An dem Begräbnis des vor kurzem verstorbenen Oberrabbiners der Türkei Chacham Baschi Haim Bitscharano Effendi beteiligten sich über 10.000 Personen. Im Trauerzuge sah man die Vertreter der ausländischen Konsulate, den türkischen Mufti, den päpstlichen Nuntius, den griechischen Patriarchen und Delegationen aller jüdischen Gemeinden der Türkei. Am Tage des Begräbnisses waren alle jüdischen Geschäfte zum Zeichen der Trauer geschlossen. Der Verstorbene, der ein Alter von 85 Jahren erreicht hat war ein hervorragender Gelehrter auf dem Gebiete jüdischer Literatur und Philosophie. Er beherrschte zehn Sprachen vollkommen. Er war korrespondierendes Mitglied der wissenschaftlichen Akademien von Spanien, Portugal und Deutschland, des Instituts für Geschichte in Berlin und der Geographischen Gesellschaft in Paris. ™« Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hygien. Königslicht« und Name Schute Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhfrschengassse 3 Telephon R 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt. Konkurs Die Kultusgemeinde Subotica, SHS, sucht für die hohen Feiertage einen erstklassigen Kontor mit hoher Tenorstimme S£t% Vorstand