Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 32 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite b Dg WAHRHEIT (falastinensisctke Jladkwidkten, Jüdische Arbeit im — jüdischen Lande. Der größte Bau in Jerusalem, das Rockel eller-Museum, wird fast gänzlich ohne Verwendung jüdischer Arbeitskräfte durchgeführt Unter- 160 Arbeitern gibt es 8 bis 10 Juden. Das Technische Büro der Regierung für den Museumsbau entließ vor kurzem den letzten jüdischen Architekten, der dort drei Jahre arbeitete. Die Entlassung erfolgte ohne Angabe von Gründen und ohne Zahlung von Entschädigung, obwohl der Bau sich noch mehrere Jahre hinziehen wird. Arabischer Presse- und Versammlungsfeldzug. Die arabische Tageszeitung „AI Jamea el Arabia", das Organ des Obersten Möslemitischen Rates und des Großmufti wurde wegen Veröffentlichung mehrerer Artikel, in denen in aufreizender Weise gegen das Bestehen versiegelter Waffendepots in den jüdischen Kolonien Stellung, genommen worden war, vom Chefsekretär der Palästina-Regierung verwarnt. Im Zusammenhang damit weisen die jüdischen Zeitungen darauf hin, daß es Artikel solcher Art waren, die den Ausbruch der Unruhen von 1929 herbeigeführt haben und daß die Hetze der arabischen Presse gegen die Institution der versiegelten Waffenlager um so auffälliger sei, als in der letzten Woche allein 26 Araber wegen Besitzes verbotener Waffen verurteilt wurden. Nicht nur in der arabischen Presse, sondern auch in Versammlungen stellen die Araber die Forderung nach Beseitigung der versiegelten Waffendepots in den jüdischen Kolonien auf. In Nablus wurde eine Versammlung abgehalten, in der u. a. auch der Führer der arabischen Scout Organisation eine aufreizende Rede hielt. Er schloß seine Ansprache mit den Worten: Euer Boden, euer Leben und euer Eigentum sind in Gefahr. Wenn wir nicht rechtzeitig aufwachen, werden wir mit den jüdischen Waffen getötet werden. Proteste sind wertlos. Gehen wir zur Tat über! Zunahme der Kriminalität in Palästina. Unter Nichtberücksichtigung der während der Massakers im August 1929 verübten Mordtaten ist die Zahl der Kapitalverbrechen in Palästina von 96 im Jahre 1929 auf 126 im Jahre 1930 gestiegen. Die Zahl der Mordversuche stieg von 154 auf 179, die der Fälle schwerer Körperverletzung von 274 auf 347; dagegen sind die Fälle von Straßenraub, Diebstahl, Einbruch und Sexualverbrechen nicht zahlreicher geworden. Diese Tatsache wird in der hebräischen Presse als Beweis gegen die Behauptung der arabischen Agitatoren, die Zunahme der Kriminalität sei eine Folge der Verschlechterung der Wirtschaftslage, angeführt, da in diesem Falle vor allem eine Vermehrung der Fälle von Diebstahl und Raub hätte eintreten müssen. Dagegen sei die Ursache für die starke Vermehrung der Fälle von Mord und versuchtem Mord darin zu sehen, daß der Fellache, dem im Jahre 1929 gesagt wurde, er könne Juden, gegen die er keinen persönlichen Groll hegte, ermorden, nunmehr glaubt, um so eher seinen Nachbar umbringen zu dürfen, gegen den er seit langem ein unbefriedigtes Gefühl des Hasses hegt Die Fälle von Betrug, Veruntreuung und Fälschung sind von 251 im Jahre 1929 auf 342 im Jahre 1930 gestiegen, die Fälle von Meineid von 292 im Jahre 1929 auf 279 im Jahre 1930 gesunken. 52 Personen wurden im Jahre 1930 zu lebenslänglichem Kerker, 19 zu 15jährigem Gefängnis verurteilt Die Zahl der zu Gefängnisstrafen von 5 bis 15 Jahren Verurteilten beträgt über 300. Etwa 3000 im Jahre 1930 Verurteilte haben Gefängnisstrafen von weniger als zwei Monaten zu verbüßen. Im Jahre 1929 wurden in Palästina 7, im Jahre 1930 6 Personen hingerichtet während die Zahl der Hinrichtungen in Großbritannien bei einer Bevölkerung von ungefähr 50 Millionen im Jahresdurchschnitt bloß 10 beträgt Die Juden, die 20 Prozent der palästinensischen Bevölkerung ausmachen, stellen bloß 5 Prozent der Kriminellen. Auf je ein von einem Juden verübtes Vergehen entfallen 20 von Mohammedanern verschuldete Gesetzesverletzungen, auf jedes von einem Christen verübte Vergehen 17 solche, die sich Mohammedaner zuschulden kommen ließen. Die Spaltung in der zionistischen Organisation. Die Organisation der Zionisten-Revisionisten Amerikas hat beschlossen, sich dieForderungJabotinskysnachGründung einer neuen unabhängigen zionistischen Organisation zu eigen zu machen. Die Landesexekutive der amerikanischen Revisionistischen Partei hat am 30. Juli den Präsidenten.der revisionistischen Weltunion Wladimir Jabotinsky von diesem Beschluß der revisionistischen Parteileitung Amerikas telegraphisch verständigt Jiaftenfcveuz am Wevfr Die Aufhebung des Studentenrechtes. Offizielle Verlautbarung im Bundesgesetzblatt Der Sieg über das vom akademischen Senat der Wiener Universität erlassene, den Gesetzen unseres Staates hohnsprechende Studentenrecht, wird im Bundesgesetzblatt vom 31. Juli — also reichlich spät — durch folgende Kundmachung des Unterrichtsministers Czermak notifiziert. Im Amtsblatt heißt es: Kundmachung des Bundesministers für Unterricht vom 17. Juli 1931, betreffend die Aufhebung der vom Verfassungsgerichtshof als gesetzwidrig erkannten Studentenordnung der Universität Wien. (1) Gemäß Artikel 139, Absatz 2, des Bundes- Verfassungsgesetzes in der Fassung von 1929, ferner des § 60, Absatz 2, des Verwaltungsgerichtshofgesetzes 1930 und des § 2, Absatz 1, lit. g, des Bundesgesetzes vom 7. Dezember 1920, B. G. Bl. Nr. 33, wird kundgemacht, daß der Verfassungsgerichtshof mit dem Erkenntnis vom 20. Juni 1931, Z. —pdie vom akademischen Senate der Universität Wien am 20. März 1930 beschlossene, mit Kundmachung des Rektors der Universität Wien S. Z. 283 aus 1929/30 vom 8. April 1930 verlautbarte Studentenordnung der Universität Wien als gesetzwidrig aufgehoben hat. (2) Diese Aufhebung tritt gemäß Artikel 139, Absatz 2, des Bundes-Verfassungsgesetzes in der Fassung von 1929 am Tage derVerlautbarung dieser Kundmachung in Kraft Czermak. Urarische Lausbübereien. In Linz sollte die österreichische Schwimm- Meisterschaft ausgetragen werden. Der Wasserballwart des Schwimmverbandes hatte die Pflicht, ein Wiener Team zusammenzustellen, und im Interesse der sportlichen Sache hielt er es für gut, Mitglieder des Ersten Wiener Amateurschwimmklubs mit solchen der Hakoah zusammenzustellen. Solche Zusammenstellungen waren bisher gang und gäbe. Den Linzern gegenüber fiel nun den E. W. A. S.. K-Männern das tapfere Sportherz in die Schwimmhose und sie erklärten mit einem Mal, daß sie in der öberösterreichischen Hauptstadt m i t Juden nicht in einer Mannschaft spic- 1 e n könnten und wollten. Der Sportverband, der die Teams zusammenstellte und nur Sportler, aber nicht Rassen und Konfessionen kennt, wurde auf diese Weise blamiert und brüskiert. Die Namen der Männer des E. W. A. S. K., die den bisher neutralen Sport auf diese Weise bübisch geschändet haben, sollen der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten werden. Es handelt sich um die Herren Hans Staudinger, Exmeister von Oesterreich im Kurzstreckenschwimmen, und um seinen Klubkollegen ng0cnlsdi€s KOntgsllcht Seit vielenjahren das anerkannt beste SÖ^-iTDIM Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hyglen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengause 3 Teleplitn R 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht** Nummer 2 ein kleines Jahrzeitiicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt. Otto Müller. Es war zu erwarten, daß sich nun der Schwimmverbandspräsident aufrafft und der genannten Organisation gründlich den Kopf wäscht. Bisher war der Sport bei uns, Gott sei Dank, eine Leistungsangelegenheit und nicht eine Konfessionssache. Die Hoffnung, daß das Nachspiel nicht zu gelinde ausfallen wird, hat sich bestätigt; Herr Staudinger wurde auf zwei Wochen disqualifiziert Antisemitische Blutmordhetze. Der nationalsozialistische Abgeordnete Ley, einer der ärgsten deutschen antisemitischen Hetzer, führte in einem Vortrag in Köln unter anderem aus: „Der Jude ist keine Rasse! Er ist Parasitentumr Ich möchte die Juden in drei Kategorien teilen: die einen leben von dem Schweiße ihrer Wirtsvölker, die anderen begehren Paarung mit dem Wirtsvolke, die dritten, und das sind jene, die vollkommenchaotisch sind, haben die Sehnsucht nach dem Blut der Wirtsvölker. Sehen Sie: die erste Art kennen Sie alle: es ist der normale Jude an den Banken und Börsen mit seinen Geschäften und Wuchereien usw. Die zweite Art kennen Sie auch. Sie sehen sie in den Cafes und Bars, wie sie mit einem blonden Mädel sitzen — nie mit einer Jüdin! Die Dritten sind die umstrittensten, um sie sind schon viele Prozesse gewesen, und ich muß mich da sehr vorsichtig ausdrücken, da ich selbst zwei Prozesse dieser Art hatte: Gibt es Ritualmorde oder nicht? .... Es gibt Menschen jüdischer Rasse, die aus ihrem Rasse-Instinkt heraus fremdes Blut fremder Völker trinken müssen!" Nicht wegen ihrer Religion, um ihrem Gott ein Opfer zu bringen, nein, ganz und gar nicht. Aber durch ihr unharmonisches und chaotisches Blut sind sie gezwungen. Menschenblut zu trinken. Sie sind wie die Vamnire. die sich nicht mehr mit der Arbeit des Wirtsvolkes begnügen und auch nicht mehr mit der Geschlechtspaarung, sondern sie haben den inneren Drang, sie müssen Blut zum Aufbau ihrer Rasse haben, um überhaupt leben zu können. Genau, wie der Pprasit in und an seinem Wirte lebt, genau so schlägt auch der Jude seine Wurzeln in unserem Volk und in die Völker, aus denen er hervorgegangen ist. Gab es denn solche jüdische Blut morde? Wir können heute sagen: Jawohl, die gab es! . . Wo bleibt da der Staatsanwalt? Antisemitische Kanzelpropaganda in England. Der römisch-katholische Geistliche Palm er,. Domherr an der Peter Paulskirche in 11 f o r d, hat nach einer anläßlich des Besuches der Prinzessin Mary in Ilford veranstalteten Filmvorführung vor 2000 Kindern vor dem Morgengottesdienst eine Botschaft verlesen, in der die Gläubigen aufgefordert werden, einen Boykott aller Filmdarbietungen durchzuführen bis „der jüdische Schmutz fortgeschwemmt sein werde." Außerdem ließ er am Schwarzen Brett der Kirche einen Anschlag anbringen, in dem erklärt wird, derartige Filme seien abstoßend, ihre Vorführung lasse im Hinblick darauf, daß die meisten Kinobesitzer Juden sind, darauf schließen, daß von jüdischer Seite versucht werde, die Volksmoral zu vernichten. Die judenfeindlichen Aeußerungen des Domherrn Palmer haben in der jüdischen und nichtjüdischen Oeffentlichkeit lebhaften Protest hervorgerufen. Der Jewish Board of Deputies hat eine Untersuchung des Falles eingeleitet. Sowohl die IIforder Lokalpresse als auch Londoner Zeitungen üben scharfe Kritik an dem Vorgehen Palmers und weisen darauf hin, daß er, obwohl er den von der Filmzensur als allgemein zulässig erklärten Film gar nicht gesehen, sondern nur von dritter Seite gehört hat, er enthalte Kabarett- und Liebesszenen, die Vorführung zum Anlaß genommen habe, von der Kanzel aus antisemitische Propaganda zu treiben. „Jaweh, der Oberjude". Vor dem erweiterten Schöffengericht in Kassel hatte sich der verantwortliche Redakteur der nationalsozialistischen „Hessischen Volkswacht", Wolfgang Bergemann, wegen Gotteslästerung zu verantworten. Am 19. März d. J. erschien in der „Hessischen Volkswacht" ein mit dem Pseudonym „Argus" unterzeichneter Artikel „Wie entstand die jüdische Weltanschauung?", in dem der Verfasser u. a. ausführt: „Jaweh, der Oberjude, ist kein Gott, sondern nur ein Geschäftemacher. In den Gesetzen des Judentums tritt das Religiöse ganz zurück, es ist nur eine notwendige Maske für die Tarnung des rassemäßigen Volksbetruges —" Schließlich wurde von den Juden als moralisch minderwertigen Menschen gesprochen und ausgeführt, die christliche Welt müsse sich gewöhnen, damit zu rechnen, daß jeder Jude ein direkter Nachkomme von Verbrechern und ein direkter oder indirekte r B e t r ü g e r sei. In der Verhandlung gegen den verantwortlichen Redakteur Wolfgang Bergemann wurde festgestellt daß Bergemann bereits wegen Gotteslästerung und Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft vorbestraft ist Der Angeklagte gab die mutige Erklärung ab, er. übernehme zwar die pressegesetzliche Verantwortung für die Veröffentlichung des Artikels, habe