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Die Wahrheit · 1931-07-31 · Heft 31 (31.7.1931) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 31 (31.7.1931)
Date
1931-07-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Städtische Versicherungsanstalt Direktion r Wien]L, Tudilaiiben. Nr. S Telephon U27«5~-40 Alle Veiskheriiitejszureiqe VonWo&e zu Woche Ankündigung des Landentwicklungsplanes für Palästina. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Herr Dr. Shiels, erklärte im Unterhaus, daß nunmehr mit der Durchf ü h r u n g des Landentwicklungsplanes für Palästina begonnen werde. Allerdings sollen vorläufig bloß vorbereitende Arbeiten in Angriff genommen werden. Das Gesetz über die Garantie für die Landentwicklungsanleihe wird erst nach Abschluß dieser Vorbereitungsarbeiten dem Unterhause vorgelegt werden. Das Erste ist die Anlage eines Katasters der sogenannten landlosen Araber und die Wiederansfedlung soll so rasch als möglich durchgeführt werden. Der neubestellte Landentwicklungsdirektor wird auch Methoden ausarbeiten, die geeignet sind, um innerhalb der durch die verfügbaren Mittel gezogenen Grenzen die Zusicherungen des Macdonald-Briefes bezüglich der Ansiedlung von Juden zu verwirklichen. Bis zum Dezember d. J. soll der Landentwicklungsdirektor dem Oberkommissär seine Vorschläge vorlegen, wozu dann die Jewish Agency und die arabische Exekutive ihre Bemerkungen werden machen können. Die Entscheidung über die Projekte wird dann in letzter Linie die britische Regierung fällen. Auch die Palästinaregierung verkündete entsprechend den im Unterhaus gemachten Mitteilungen den Beginn der Vorarbeiten zur Durchführung eines Landentwicklungsplanes. Die für die Zwecke der Landentwicklung notwendigen Mittel würden im Wege einer Anleihe, zu deren Aufnahme unter Garantie der Regierung das Parlament die Ermächtigung erteilen werde, aufgebracht werden. Bevorstehende Spaltung in der Zionistischen Organisation. Paris, 22. Juli. (J T. A.) In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter äußerte sich der Präsident der Weltunion der Zionisten-Revisionisten Wladimir Jabotinsky über die Lage innerhalb der revisionistischen Union und die Absichten der Revisionisten für die nächste Zukunft. Er erklärte, die Revisionisten würden auf ihrer Weltkonferenz, die sie im Dezember 1931 abhalten wollen, die Entscheidung treffen, ob sie ihre Versuche, die zionistische Organisation von innen zu erneuern, fortsetzen oder ob sie eine neue Zionistische Organisation gründen. Eine Meinungsverschiedenheit in den revisionistischen Reihen besteht nur bezüglich der Frage der Teilnahme der Revisionisten an den Sitzungen des Zionistischen Aktionskomitees. Dagegen seien alle revisionistischen Führer einmütig der Ansicht, daß die revisionistische Union ihre unabhängige politische Tätigkeit fortsetzen soll und daß die Revisionisten den lokalen zionistischen Verbänden nicht länger angehören sollen. Auch darüber, daß die Frage einer Beteiligung der Revisionisten am nächsten Zionistenkongreß bis zur Eröffnung der Schekelkampagne 1933 in Schwebe bleiben soll, bestehe keine Meinungsverschiedenheit Schließlich gab Jabotinsky seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß auf der Weltkonferenz im Dezember ein einstimmiger Beschluß über das künftige Verhältnis der Revisionisten zur zionistischen Organisation Zustandekommen werde. Bis dahin habe er sich das Recht vorbehalten, für seine persönlichen Ansichten einzutreten, die dahin gehen, daß höchstens eine „symbolische" Verbindung mit der Zionistischen Organisation, etwa in der Weise aufrechterhalten werden soll, daß die Revisionisten auf dem Kongreß durch zehn Delegierte und im Aktionskomitee durch zwei Mitglieder vertreten werden sollen, die gewissermaßen als „Beobachter" zu fungieren hätten. Er sei jedoch entschieden dagegen, daß die Revisionisten, und sei es auch als Oppositionspartei, mit der Zionistischen Organisation künftighin tatsächlich zusammenarbeiten. Tischa Beaw in Jerusalem. — lieber 10.000 Besucher an der Klagemauer. In herkömmlicher Weise wurde in Jerusalem in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli der Vorabend von Tischa Beaw gefeiert. Ueber 10.000 Juden, zum größeren Teil Jugendliche, zogen in feierlicher Prozession an der Klagemauer vorüber, während die älteren Leute auf dem Platz vor der Klagemauer saßen und Klagelieder sangen. Da jede Art von Beleuchtung verboten war, war der Klagemauerplatz in vollständige Finsternis gehüllt In den Durchgängen zum Platz patrouillierten britische Polizisten, während auf dem Platz selbst 50 jugendliche jüdische Ordner eine Mittelkette bildeten, um die herum sich der Zug in Einzelreihen bewegte. Der Vorbeimarsch dauerte von Sonnenuntergang bis Mitternacht Am Schlüsse des Zuges kamen, begleitet von jungen Jeschiwah-Hörern, die orthodoxen Beter, zum Zeichen der Trauer barfuß. An diesem Tischa Beaw, dem zweiten nach dem verhängnisvollen Tischa Beaw im Jahre 1929, mit dem die palästinensischen Unruhen begannen, war die Trauerfeier zum erstenmal auf Grund der Bestimmungen des Berichtes der Klagemauerkommission geregelt. Die Polizei beschlagnahmte Flugblätter, die die revisionistische Jugend verteilen wollte. In diesen Flugblättern war zur Ablehnung der im Klagemauerbericht getroffenen und auch von den berufenen jüdischen Instanzen angenommenen Regelungen aufgefordert worden. Orthodoxe Rabbiner gegen überlebte Traditionen. In Long Branche (New-Jersey, Amerika) wurde die Jahresversammlung der orthodoxen Rabbinervereinigung Amerikas unter dem Vorsitz von Rabbi Israel Levintha! abgehalten. Es fand eine allgemeine Aussprache über aktuelle Fragen des religiösen LebensderorthodoxenJudenheitAmerikasstatt Im Verlauf dieser Aussprache forderte Rabbi Louis Finkelstein die Einsetzung qualifizierter rabbinischer Gerichte zur autoritati-;n Franzensbad Grand-Restauration „Fürstenhof4? streng orthodoxe Küche -uzD L SIMON RAAB Bis 30. September geöffnet! J LEBENSVERSICHERUNQS-GESELLSCHAFT PHÖNII WIEN, 1. BEZIRK. RIEMERG ASSE 2 Versicherungsbestand per Mitte 1930......... 2450 Millionea Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1929 ...... 125 » . Garantiemittel per Ende 1929 300 » „ Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 ...... 301/, , „ Badezimmer- Einriebt Unsen Modernste Ausführung — Zahlnngserleichternng — Kostenüberschläge gratis „Elphora", 1., Dominikanerbastei 22 Ecke Kai 7/9 Telephon R 24-4-16 ven Entscheidung jüdisch-religiöser Fragen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des modernen Lebens. Rabbi Milton Steinberg, Indianapolis, und Rabbi Simon Greenberg, Philadelphia, setzten sich dafür ein, daß das jüdisch-theologische Seminar eine fortschrittlichere Haltung als bisher einnehme. Der Präsident der United Synagogue of America, Louis J. Mo&s, Brooklyn, richtete an die Versammlung den Appell, eine neue Interpretation des traditioneilen Judentums vorzunehmen. Er wies darauf hin, daß es gewisse, durch althergebrachte Uebung geheiligte Gebräuche und Vorschriften gebe, die indessen nicht in den religiösen Grundlehren des Judentums wurzeln. Man dürfe es nicht ablehnen, solche Gebräuche im Lichte der heutigen Erfahrung und Erkenntnis zu überprüfen, um ihre gegenwärtige Bedeutung festzustellen. Es bestehe kein Grund, an überlebten Traditionen in dem Glauben festzuhalten, daß das, was für gestern gut war, auch für morgen gut sein werde. Einen breiten Raum nahm auf der Versammlung die Erörterung von Erziehungsfragen ein. Die Aussprache über diese Fragen ließ erkennen, daß die Mehrheit der Versammlung der Ansicht war, für die jüdische Jugend Amerikas müsse im Durchschnitt ein Minimum jüdischer Erziehung genügen, wobei auf Sittenlehre und Religion größeres Gewicht zu legen sei, als auf die Kenntnis der hebräischen Sprache. 200 jüdische Flüchtlingsfamilien wollen aus Griechenland nach Smyrna zurückkehren. Die türkischen Zeitungen bringen ein gleichlautendes Telegramm aus Smyrna, wonach 200 jüdische Familien, die seinerzeit mit der griechischen Bevölkerung aus Smyrna nach Griechenland ausgewandert sind, sich an die türkische Regierung in Angora und an den Gouverneur von Smyrna mit der Bitte gewandt haben, ihnen zu erlauben, nach Smyrna zurückzukehren. Die türkische Regierung hat eine diesbezügliche Entscheidung noch nicht getroffen. Erfolg der „Volkswerkzeugskampagne" von ORT in Amerika. In einer Sitzung der Verwaltung der von ORT inaugurierten „Volkswerkzeugskampagne" wurde beschlossen, 10.000 Dollar zum Ankauf von Maschinen für deklassierte Juden in Rußland und 10.000 Dollar für die kooperativen Fabriken von ORT in Polen zur Verfügung zu stellen. Der Verwaltungsrat beschloß, noch m den Sommermonaten eine Kampagne in ganz Amerika für die Zwecke der Errichtung von kooperativen Fabriken für jüdische Arbeiter in Ostpreußen durchzuführen. Protesrv er Sammlung gegen die Exzesse In Saloniki. Am Donnerstag, den 23. Juli, fand in Paris eine von der Liga zur Bekämpfung des Antisemitismus einberufene Massenprotestversammlung gegen die judenfemdlichen Ausschreitungen hl Saloniki statt. An der Versammhing nahmen über 8000 Personen teil. Ansprachen hielten der ehemalige französische Ministerpräsident Caillaux, Bernard Lecache, Rabbi Levi und eine Anzahl anderer hervorragender Redner, unter ihnen Mitglieder des französischen Kabinetts. Besonders tiefen Eindruck machte die Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten Caillaux, der die Behauptung aufstellte, Judenpogrome Kleider sofort Zahlung später Herren- und Damenkleider nach MiB and fertig nnr erstklassige Stoffe, bis '2 Monate Kredit Klelderttaus Werler, Wien Xf l., OttahTingerstr. n Tel. A21-501

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