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Die Wahrheit · 1931-03-20 · Heft 12 (20.3.1931) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 12 (20.3.1931)
Date
1931-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE WAHRHEIT EDERABENPE Am 12. und 13. Ipril «erden im Restaurant SAIONON fiBllMBR Wien H., Zirknsgasse SO, Telephon R 43-1-«0 SCdCrabende abgehalten. Rddilialtltles restnahl a la Carle _ Karneiend Tlscnwelte sdiei Pessatn. Anmeldungen rechtzeitig erbeten. S Verband der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. Dienstag, den 10. d. M., -fand im Sitzungssaal der Israel. Kultusgemeinde im Rahmen einer außerordentlichen General-Versammlung eine Trauerkundgebung für den verewigten langjährigen Obmann Schulrat Prof. Dr. H. Pollak statt, an der auch die Angehörigen des Verstorbenen teilnahmen. Erschienen waren in Vertretung der Kultusgemeinde Herr Studienrat Prof. Dr. H. Redisch, in Vertretung des Tempelvereins-Vorstandes für den III. Bezirk Herr Ing. Koditschek, endlich für den Lehrkörper des Bundesgymnasiums Wien IX Herr Prof. Dr. J. Bronner. Nach einigen einleitenden Worten des Verbands- Obmannes Herrn Professor Dr. Papo hielt Rabbiner Dr. M. Rosen mann dem verblichenen Freund und Mitarbeiter einen tiefempfundenen Nachruf, sein Wirken und Schaffen für den Verband ausführlich erörternd. Die Trauer-Kundgebung hinterließ bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck, der der allgemeinen Verehrung und Wertschätzung des Hingeschiedenen entsprach. Der Frauenverein JEmunaes Awes", Wien XIV„ Storchengasse 21 veranstaltete am 3. März d. J. eine überaus gelungene Purimfeier und hatte das Fest sowohl einen materiellen, wie auch künstlerischen Erfolg aufzuweisen. Die hervorragenden Darbietungen des Fräulein Michalek sowie der Herren Jungwirth, Staatsopernsänger Arnold, Violinvirtuose Paschkusz, Bernau und Hugo Wiener wurden mit außerordentlichem Beifall aufgenommen. Großen Applaus ernteten die kleinen Tänzerinnen Trade Löwinger und Lizzie Steiner in ihrem Tanz „Pierrot und Pierrette". Ein besonderes Lob verdient auch die ausgezeichnete Künstlerkapelle Fritz Altmann and his Band. Um das Gelingen des Festes haben sich die Vorstandsdamen des Vereines mit Frau Präsidentin Schulz an der Spitze bemüht. Dr. Krüger-tleim. Sonntag, den 15. d. M.. fand im Dr. Krüger-Heim ein musikalischer Tee statt, welcher überaus animiert verlaufen ist Herr Doktor Bendiener leitete den Abend mit wunderschönen Klaviervorträgen ein, dann tanzte entzückend wie immer die kleine Liesl Weinberger und schließlich sang Frau Dr. Tomaschoff hebräische Lieder. Den künstlerischen Abschluß bildeten die herrlichen Violinvorträge des Herrn Konzertmeisters Professor Zimbler, welche, von Herrn Dr. Julius FJesch feinfühlig begleitet, wahre Beifallsstürme hervorriefen. 25Jahre „Einheit". Am Sonntag, den 8. März feierte die „Einheit'* in ihren Lokalitäten den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Bei dieser Feier waren vertreten: Das Bundesministerium für soziale Verwaltung durch Herrn Ministerialrat Dr. Luzeux, das Polizeikommissariat Leopoldstadt durch Herrn Hofrat Dr. Kraft, das magistratische Bezirksamt Leopoldstadt durch Herrn Fürsorgerat Heller, die israelitische Kultnsgemeinde durch die Herren Vizepräsidenten Dr. Ornstein und Dr. Löwenherz, die isr. Allianz durch Herrn Rabbiner Dr. A. Kaminka, die Agudas Jisroel durch Herrn Rabbiner Dr. Pincbas Kohn, die Adas Jisroel durch Herrn Kultusrat Wolf Pappenheim, der Verband der humanitären Vereine B'nai B'rith durch Herrn Hofrat Fuchs, der Bethausvorstand des XXI. Bezirkes durch Herrn Rabbiner Dr. Rosenmann, die „Union deutschösterreichischer Juden" durch Sekretär O. Hirschfeld, der Verein zur Unterstützung anner kranker Israeliten durch Herrn Isidor Frommer, der Vorstand der Talmud Thoraschule durch Herrn Rabbiner Dr. Joel Pollak, der Verein weibliche Fürsorge durch Frau Direktor Regine Ulmann, der Frauen verein des II. Bezirkes durch Frau Dr. Kaminka und Frau Redakteur Hirscbfekl der Frauenverein für den VI. und VII. Bezirk durch Frau Wolf, der Verein der Kinderfreunde durch Frau Rtttermann. der Bethausverein Machsike Hadas durch Herrn Ing. Ludwig Kritzler. die Bezirks- OTgam'sation II der „Union" durch Herrn Direktor Gustav Kolmin, u. v. a. Entschuldigen ließen sich unter Entbietung herzlicher Glückwünsche: Der Bundespräsident, der Bundeskanzler, der Vizekanzler, der Altbundespräsident Herr Dr. Hainisch, Bürgermeister Seitz, Herr Oberrabbiner der Adas Jisroel S. Fürst und Herr Rabbiner Moritz Flesch. Nachdem Herr Oberkantor Müller mit seinem Chor die Feier würdig eingeleitet hatte, begrüßte der Vorsitzende Herr Moritz FelSenburg im Namen des Vorstandes der „Einheit" die Festversammlung. Er gedachte vor allem des verstorbenen Präsidenten Herrn Bernhard Hofbauer S.A.. der sich unvergängliche Verdienste um die „Einheit" erworben hat Er gedachte ferner des vor kurzem Heimgegangenen Herrn Reg.-Rates Dr. Salomon Krenberger s. A.. welcher <lurcb 25 Jahre das Ehrenamt eines I. Schriftführers der „Einheit" bekleidete. Herr Felsenbnrg dankte hierauf etilen Förderern und Freunden der „Einheit", welche durch ihre tatkräftige Unterstützung den Bestand und die Leistungsfähigkeit der jubilierenden Institution gefördert haben. Mit den herzlichsten Wünschen für das weitere Gedeihen und Gelingen der seit 25 Jahren so segensreich geführten Anstalt schloß der Redner seine Begrüßungsansprache. Hierauf ergriii Herr Rabbiner Dr. David Feuchtwang das Wort Er führte u. a. aus: Die „Einheit"', welche die Hungernden speist, beweist Opterbereitschaft, Gute und Erbarmen gegen die Mitmenschen und der Erfolg ihres menschenfreundlichen Wirkens ist ein doppelter, da sie nicht nur in körperlicher Beziehung aen Hunger stillt, sondern weil sie durch ihren streng rituellen Charakter dem gesetzestreuen Juden die Beruhigung gibt, daß er beim Essen nicht in Konflikt komme mit seiner religiösen Ueberzeugung. Sie befriedigt also nicht nur den hungernden Leib, sondern auch die jüdische Seele des Annen. Er beglückwünschte den Vorstand der „Einheit" zu seinem senönen Wirken und wünschte aus ganzem Herzen, daß die „Einheit" ihre Mission auch weiterhin kraftvoll zu eriüllen vermöge. Nach Absingen des Halleluja wurde die Festieier geschlossen. Anschließend daran wurde die XV1L ordentliche Generalversammlung abgehalten, in welcher der Vorsitzende, Herr Mor. r'elsenburg, in bewegten Worten dem schweren Verluste, den die „Einheit" im abgelaufenen Jahre durch das Hinscheiden des Regierungsrates Dr. Krenberger erlitten, Ausdruck gab. Nach Verlesung und Verifizierung des Protokolls der XVI. ordentlichen Generalversammlung wurde der Bericht über die Vereinstätigkeit im Jahre 1930 erstattet Die „Einheit" hatte auch im abgelaufenen Jahre ein erweitertes Betätigungsfeld, sie war und ist auch weiterhin bestrebt, das namenlose Elend in der jüdischen Bevölkerung zu mildern und zu lindern, indem sie Minderbemittelten rituelles, gutes, billiges, schmackhaftes und ausreichendes Essen tiei unter dem Selbstkostenpreis verabreicht Die ganz Armen bekommen ohne weiteres unentgeltlich zu essen. Täglich kommen nicht nur viele Einzelne, ganze Familien kommen jammernd und bitten um Hilfe. Trotz des eigenen schweren Kampfes dieser Anstalt wird keiner dieser Unglücklichen abgewiesen. So speist die „Einheit" die Hungrigen in der Allgemeinen Ausspeisung und in der Mittelstandsabteilung, versorgt die Hochschüler der „Mensa academica judaica rituahs" und den Kindergarten im XX. Bezirk mit gutem und billigem Essen. Im Jahre 1930 wurden verabreicht 293.832 Portionen gegen Bezahlung und unentgeltlich 11294 Portionen. Der Vorstand dankte allen, die die „Einheit" in ihrem Wirken unterstützt haben, und besonders dem Vorstande der israeütischen Kultusgemeinde in Wien, dem Herrn Rabbiner Dr. David Feuchtwang, der Leitung des amerikanischen Unterstützungsfonds, die monatliche Subventionen bewilligte, ferner der israelitischen Allianz in Wien, dem Verbände der B'nai B'rith Logen, dem Bankenverbande, dem Gremium der Wiener Kaufmannschaft den Herren Rabbinern Dr. David in Rotterdam, Dr. Grunwald und Dr. Bach in Wien, Dr. Steiner in Bielitz, Prof. Dr. Herzog in Graz und Dr. Kurrein in Linz, welche die jeweiligen Aktionen mit Erfolg, gefördert haben. Ueber Antrag des Herrn Revisors Jakob Stern wurde dem Vorstande das Absolutorium erteilt und der Dank und die Anerkennung für die ersprießliche und erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen. Herr Professor Antscherl ließ in schönen Worten die Leistungen der „Einheit" während der Kriegsjahre vorbeiziehen und gedachte der schönen und erhebenden Kinderausspeisungen an den Freitagabenden. Herr Wolf Pappenheim, der vor 25 Jahren Mitbegründer der „Einheit" war, freute sich, daß das von ihm gegründete Werk während der ganzen Zeit von thoratreuen Männern geleitet wurde und daß die „Einheit" schon bei ihrer Gründung die Einrichtung traf, daß die Gäste von Kellnern bedient werden, so daß der in dieser Anstalt Speisende nicht das Bewußtsein habe, in der Fremde zu sein und sich so heimisch bei schön gedecktem Tisch fühlt wie bei sich zu Hause. Herr Rabb. Dr. Armand Kaminka überbrachte Grüße der isr. Allianz mit dem Wunsche, daß die „Einheit" auch weiterhin in der Lage sei, ihr segensreiches Wirken zum Wohle der Menschhet fortzusetzen. Es erfolgte sodann die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder Moritz Felsenburg, Max Hofbauer, Hennann Kuner, Univ.-Prof. Dr. Heinrich Neumann, Dr. Wolfgang Pollaczek, Dr. Dagobert Rybaczewski,' Kultusvorstand Michael Sternfeld, Lipe Türkl, und als Revisoren die Herren Jakob Fuchs. Emil Kritzler. Jakob Stern. Dem Krankenvereine „ Nächstenliebe " zu seinem 50. Jubelfeste. Von Heinrich Holz er. In der letzten Zeit konnten einige Vereine den Tag festlich begehen, an dem sie vor 40 und 50 Jahren ins Leben gerufen wurden. Ist es nicht uninteressant den Entwicklungsgang irgend eines Unternehmens zu verfolgen, das ein halbes Jahrhundert gelebt so wird unser besonderes Interesse wachgerufen, wenn es sich um einen Verein handelt der es sich bei seiner Gründung zur Aufgabe gemacht hat Werken der Nächstenliebe zu dienen. Nachdem durch die Staatsgrundgesetze der Jahre 1867 und 1868 die letzten Schranken der Bewegungsfreiheit für unsere Altvorderen gefallen waren und die Krise vom Jahre .1873 überwunden wurde, hat ein starker Zuzug von jüdischen Familien nach der Metropole des Reiches eingesetzt. Aus den Sudetenländern, aus dem benachbarten Ungarn kamen sie, um in der aufstrebenden Residenzstadt ein Stückchen Brot für sich und die Ihren zu erwerben. Manch einer mußte sich damit bescheiden, auch in der Großstadt mit dem Pack auf dem Rücken kümmerlich dem Erwerbe nachzugehen, in steter Angst um die Sorge für den morgigen Tag. Wohl gelang es manchem, durch angeborenen Scharfblick, durch besserer Beziehungen im raschen? Fluge vorwärts zu kommen und einen Laden zu eröffnen, der den Grundstock bildete für eine raschere Entwicklung. Die Söhne und Töchter dieser Menschen genossen in vollen Zügen die Bildungsgüter der großen Stadt, und sie sind es, die dem jüdischen Wien der Vorkriegszeit das Format gaben. Sie alle beseelte noch jüdisches Fühlen und Verbundenheit mit dem in der Heimat geübten Ritus- Konnte es Wunder nehmen, daß sich Heimatgenossen, zusammenschlössen und eine Vereinigung bildeten zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse, aber auch,, um sich gegenseitig Hilfe zu versprechen, falls ein Windstoß ihr schwaches Lebensschifflein ins Wanken bringen sollte? Es zeugt von jüdischer Solidarität daß"- sich von solchen Vereinigungen die Gelandeten niemals, ausschlössen, ja im Gegenteil, nicht selten die Führung: innehatten und durch persönliche Opfer an Geld und. Zeit einer solchen Vereinigung über die ersten Schwierigkeiten hinweghalfen. Manchmal waren es auch. Berufsgenossen, Angehörige einer Branche, die sich zit einer solchen Vereinigung zusammenschlössen, doch nicht lange blieb diese Geschlossenheit denn bald kamen Angehörige anderer Berufskategorien dazu. Und auf solchem Wege ist auch unser Verein „Nächstenliebe" entstanden. Seine Mitglieder entstammten dem. Kreise der kleinsten Kaufleute und Händler, auch einige jüdische Gewerbetreibende waren schon darunter. Ueberaus wertvoll waren diese Vereinsgründungen. Denn die Gesetzgebung des damaligen Oesterreick hatte — eine unzulängliche Fürsorge für die Bergknappen ausgenommen — noch für Krankheit durch. Versicherung gar nichts vorgekehrt. Erst in den Jahrert 1887 und 1888 zeigten sich die ersten Spuren der Krankenversicherung. Um den Beitrag von wenigen Kreuzern konnte? das Vereinsmitglied den drohenden Verlust des Einkommens im Falle der Erkrankung, der Erfüllung der Schiwohpflicht, sicherstellen und auch dafür sorgen» daß seiner Witwe und seinen Kindern ein ansehnlicher Betrag zugewendet werde, auch für die Bezahlung oder Aufstellung eines Grabsteines war gesorgt. Unvergleichlich reichlich war die Leistung des. Vereines im Verhältnis zu dem Beitrage, und mit welcner Bonifizenz und mit welch gütigem Verstehen wurden von den Leitern des Vereines die im Statute vorgesehenen Leistungen erfüllt! Kein mit zahlreiche». Paragraphen und Klauseln versehener Versicherungsvertrag, kein drohender Terminverlust bei etwas verzögerter Beitragszahlung erschwerte die von dem Vereine gewährte Begünstigung. Freilich konnte dies nur deshalb geschehen, weit ein nicht geringer Teil der Mitgliedschaft die Begünstigung des Vereines überhaupt nicht in Anspruchs nahm, so daß die Mitgliedskarte zur Legitimation wurde, um von dieser Vereinigung Hilfe zu erheischen. In wahrhaft großzügiger Weise hat der Verein „Nächstenliebe" durch ein halbes Jahrhundert diese Aufgaben erfüllt und damit schon seit längst vergangenen Zeiten die moderne Fürsorgeauffassung von heute, nämlich grundsätzlich Almosen auszuschalten und de» Begünstigten die erhebende Meinung zu belassen, daft er allein auf Grund seiner Beitragsleistung Anspruch im Ausmaße der statutarischen Bestimmungen habe, zur Einführung gebracht. Der Verein „Nächstenliebe" erfüllt damit ein wahrhaft religiöses Gebot „Ein Armer scheut sich, seinem Nächsten ins Gesicht zu schauen, weil er sich vor ihm schämt" „Nichts in der Welt ist härter als Armut sie ist schärfer alsalle Prüfungen der Welt das härteste ist Armut*' usw. So und ähnlich lauten zahlreiche Stellen im jüdischen Schrifttum. Nur Männer mit einem hohen Ausmaße von* Menschenliebe konnten diesen hehren Gedanken erfassen und ihn verwirklichen und ausbauen zur Nächstenliebe. Aber auch nach anderer Hinsicht muß das Wirken des Vereines „Nächstenliebe" gewertet werden. Kleine Kaufleute, Kleinhändler und Gewerbetreibende waren und sind es, die an die Pforte klopfen. Der Verein „Nächstenliebe" war und ist die Rückendeckung dieser kleinen Existenzen, er war ihre wirtschaftliche Sanität und man darf sagen, daß dieser Verein in hohem Ausmaße eine Aufgabe der Handelspolitik erfüllt hat Dens es ist heute außer jedem Zweifel, daß zu den Aufgabe» der Handelspolitik nicht bloß die Begünstigungen volkswirtschaftlicher Einrichtungen gehört, daß zu ihr auch die Vorkehrungen sozialer Natur zählen. Es wäre längst Aufgabe der zuständigen Organe des Staates gewesen, diesen Vereinigungen jene Beachtung und Förderung zn schenken, die sie wahrlich im höchsten Maß verdienen. Man wird nicht begreifen, warum gerade ein Verein, der sich so wacker jener Menschen annimmt, die in der Volkswirtschaft die letzten Aederchen in dem großen Netze zwischen Produktion und Konsumtion darstellen, weniger Berücksichtigung finden, als etwa in. der Landwirtschaft tätige Mitbürger. Düster ist die Zeit des Jubelfestes und wenig erfreulich die Aussicht in die Zukunft Dem Wandel der Zeit wird auch der Verein „Nächstenliebe" sich anpassen müssen. Der Gedanke der Selbständigen-Versicherung bat überall feste Wurzel gefaßt und es ist nur' mehr eine Frage der Zeit bis im Kranze der Fürsorgeeinrichtungen durch dieses Glied die Kette geschlossen wird. Auf diesem Gebiete scheint für den Verein- „Nächstenliebe" ein reiches Arbeitsfeld in der Zukunft zu liegen. Wie immer durch Umbau und Ausbau der Verein „Nächstenliebe" sich entwickeln wird, niemals wird seine Mitgliedschaft jener Männer vergessen, die seit Simon N e u m a n n, dem ersten Obmanne des Vereines, bis zu seinem derzeitigen Präsidenten S. Schönherz, gewirkt und gemeinsam mit einer großen Anzahl opferwilliger und arbeitsfreudiger Mitarbeiter den Verein „Nächstenliebe" zu beachtenswerter Höhe gebracht haben. * * - im obigen Aufsatze ist die Bedeutung des nunmehr seit 50 Jahren segensreich wirkenden Leopold-

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