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Die Wahrheit · 1931-03-20 · Heft 12 (20.3.1931) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 12 (20.3.1931)
Date
1931-03-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 9 Cafe Carltheater (Silz des dsierr. Kantorenverbandes) Wien II.. PratfersiraOe 29 Während der Pessachfeiertage Kafffee und erstklassige rjDS bv TOS Getränke Städter Kranken-Unterstützungs-Vereines „Nächstenliebe" eingehend gewürdigt. Die Festveranstaltungen, die anläßlich des Jubiläums des Vereines stattfanden, trugen alle ein feierliches Gepräge und machten den Arrangeuren,dieser Veranstaltungen alle Ehre. Den Anfang bildete ein Festgottesdienst, der Samstag, ■den 14. d. M., 7 Uhr abends, im Pazmanitentempel abgehalten wurde. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde, Dr. J. O r n s t e i n, die Ku-ltusvorsteher MecL-Rat Dr. J. Deutsch und E. H o f m a n n. Die kantorale .Funktion hatte, unterstützt von -dem schönen Tempelchor, Oberkantor 1. Müller inne. der mit seinen Festgebeten die Zuhörer wahrhaft begeisterte. Die Festpredigt Iiielt Rabbiner Dr. Z. t aubes, der die Wichtigkeit des Gebotes der Nächstenliebe betonte und das Wirken des jubilierenden Vereines in eindrucksvollen Worten pries. Am gleichen Tage veranstaltete der Verein im Cafe Arkaden, um 6 Uhr abends, eine gemüt liehe Zusammenkunft seiner Mitglieder, Freunde und Gönner, in zahlreichen Reden wurde die Tätigkeit des Vereines gewürdigt. An Mitglieder, die mindestens 25 Jahre dem Vereine angehören, gelangten hübsche Diplome zur Verteilung. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildete die Festsitzung, die Sonntag, den 15. d. M., halb 11 Uhr vormittags, im Festsaale des magistratischen Amtshauses unter Vorsitz des verdienstvollen Obmannes, Herrn Isidor Schönherz, stattfand. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich zu der durchaus gelungenen Feier eingefunden, unter anderen •waren erschienen in Vertretung des Bürgermeisters Stadtrat Richter, ferner Stadtrat Prof. Tandler and Gemeinderat B e r m a n n, in Vertretung der Kultusgemeinde Vizepräsident Dr. J. O r n s t e i n. sodann Herr Kultusvorsteher Börserat 1. Glück, Rabbiner Dr. Z. Taubes, der Obmann des Tempelvereines „Aeschel Awrohom", Oskar Schramek und zahlreiche Vorsteher dieses Vereines, in Vertretung der »Union deutschösterreichischer Juden" Reg.-Rat Doktor Max Lenk, Dr. Ernst Felds.berg und Sekretär Oskar Hirschfeld, iür die Bezirksorganisation II der „Union" der Obmann Dir. G. Kol min, Frau bundesstaatlicher Fürsorgerat Ella Kreisler, der Vorstand des Fürsorgeinstitutes II Hugo Heller, finden Delegiertenverband der Chewra Kadischa Herr Paul Sch varzstein, iür den Ersten Wiener Gewerbeverein die Herren J. 0rnstein und J. Feldstein, für den Verein „Kuirfürsorge" Med.-Rat Dr. J. M. Braun und das Ehepaar Sam. Wechsler u. v. a. Nach der Begrüßung der Festgäste durch den Vorsitzenden hielt Vorstandsmitglied Dr. Felix Tänzer eine eindrucksvolle Festrede, in der er über Sinn und Wesen der Nächstenliebe im allgemeinen und über die Wirksamkeit des jubilierenden Vereines im besonderen sprach. Schriftführer B o i n i t z e r verlas hierauf die in stattlicher Anzahl eingelangten Glückwunschtelegramme, von denen eine Depesche der Frau Marianne H a i n i s c h lebhaften Beifall auslöste. Hierauf übermittelten Stadtrat Richter die Glückwünsche des Bürgermeister und Vizepräsident Dr. J. O r n s t e i n die der Kultusgemeinde. Ihre warmherzigen Ansprachen fanden lauten Beifall, namentlich erweckte die Mitteilung des Herrn Stadtrates Richter, daß Bürgermeister S e i t z dem jubilierenden Vereine eine Spende zukommen lassen werde, lebhafte Zustimmung. Es spracheil noch Herr J. Ornstein und Herr Dr. Max Gara. Sodann wurden den folgenden Mitgliedern aus Anlaß Ihrer Ernennung zu Ehrenmitgliedern sehr geschmackvoll ausgestattete Diplome überreicht: den Damen Frau bundesstaarlicher Fürsorgerat Ottilie Politze* und Frau Paula Korst, und den Herren Med.- Rat Dr. J. L. Braun„ Dr. Ludwig Fischl, Dr. Primarius Karl Grünfeld, Dr. Max Gara. Siegmund Duschinsky, Julius Feldstein, Heinrich Holzer, Nathan Herzl, Ignaz Kerpner, Josef Klein. Wilhelm Lukasz, Moritz Nagel, Salomon Meister, Simon Rosenbaum, Siegmund Rechtschaffen. Max Robicek, Paul Schwarzstein. Hermann Schapira. Ignaz Schacherl Dr. Felix Tänzer, Osias TeppeL Mit Dankesworten an die Erschienenen und dem Wunsche, daß der Verein seine segensreiche Tätigkeit gleich ersprießlich fortsetzen möge, schloß Obmann Isidor Schönherz die gelungene Feier. Todesfälle. Am 10. März d. J. ist Herr Ottomar Katz, Obmannstellvertreter des Bethausvorstandes XVL—XVII. Bezirk, Mitglied der Bezirkskommission für den XVI. und XVII. Bezirk. Präsidentstellvertreter der „Chewra Kadischa" Ottakring und Vorstands- und Ehrenmitglied verschiedener Körperschaften ganz unerwartet im 69. Lebensjahre sanft verschieden. Der Verblichene war mehr als ein Vierteljahrhundert auf dem Gebiete des Kultus, der Wohltätigkeit und Fürsorge in vorbildlicher Weise tätig, und stand stets hilfsbereit da, wo man seines Rates und seiner Tatkraft bedurfte. Die Einholung der Leiche dieses allgemein geschätzten Mannes fand unter großer Teilnahme statt, dann bewegte sich der Zug als Zeichen besonderer Ehrung für den Verstorbenen durch die Hubergasse an dem hellerleucbteten Ottakringer Tempel vorbei. Die große Beliebtheit des Verblichenen kam auch bei seinem Leichenbegängnis, welches am 12. März auf dem Neuen Friedhof stattfand, zum Ausdruck, wo sich eine stattliche Anzahl von Trauergästen in der Zeremonienhalle eingefunden hatte. Unter den Anwesenden bemerkte man in Vertretung der Kultusgemeinde Herrn Kultusvorsteher Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, den Obmann des Bethausvorstandes Bundesfürsorgerat Sigmund Weiler, den Obmann der Bezirkskommission Leopold Sitzmann, die Vertreter der „Union deutschösterreichischer Juden" Regierungsrat Dr. Max Lenk und Sekretär Oskar Hirsch fei d, zahlreiche Vorstandsmitglieder verschiedener Vereine und eine Abordnung des Kameradschaftsvereines „Albrecht". Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach würdigte, selbst tief ergriffen, in einem allen zu Herzen gehenden Nachruf seine großen Verdienste um das Judentum und hob besonders sein offenes, liebenswürdiges Wesen, seine Selbstlosigkeit, seine Opferwilligkeit als Gatte und Vater, sowie seine besondere Treue den Freunden gegenüber hervor. Die kantorale Funktion versahen die Herren Oberkantor Kogan und Kantor Harendo'rf mit Chor in ergreifender Weise. Hierauf wurden die irdischen Ueberreste dieses wahrhaft guten Menschen zur letzten Ruhestätte geleitet. Ehre seinem Andenken. # G. H. Die Bezirksorganisation XVI/XVII der „Union" verliert in dem Dahingeschiedenen einen unermüdlichen Mitarbeiter, der insbesondere bei den letzten Kultuswahlen eifrig für die „Union" tätig war. Die „Union" wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. — Montag, den 16. März, wurde am Zentralfriedhof (I. Tor) Frau Friederike Spitzer, Gattin des unvergeßlichen Kultusvorstehers Dr. Marcus Spitzer zu Grabe getragen, die am 14. d. M. im 76. Jahres ihres gesegneten Lebens nach kurzem schweren Leiden sanft verschieden ist. Die Verstorbene war eine wahrhaft jüdische Frau, die sicli wegen ihres trefflichen Charakters großer Achtung erfreute. Die Beisetzung erfolgte durch Entgegenkommen des Präsidiums der israelitischen Kultusgemeinde Wien in das Ehrengrab ihres innigst geliebten Gatten Dr. Marcus Spitzer. Generalversammlung des israelitischen Tempelvereines iür den 19. Bezirk. Sonntag, den 8. d. M. fand die Generalversammlung obgenannten Vereines unter großer Beteiligung der Mitglieder statt. Der Obmann des Tempelvereiues. Herr Kommerzialrat Philipp Kohn, begrüßte den Vertreter der Kultusgemeinde. Herrn Obermed.-Rat Dr. Heinrich Haase, den Obmann der Organisation der Tempelvereine. Herrn Börserat Ignatz Glück, den Vertreter des Tempelvereines für den 9. Bezirk, Herrn T r e b i t s c h, die Vertreter der Chewra Kadischa Döbling, die Vorstandsdamen des Frauenvereines des 19. Bezirkes, sowie Herr Rabbiner Professor Dr. f r a n kf u r t e r. Nachdem der Vorsitzende den im Laufe des Jahres verstorbenen Mitgliedern einen tiefempfundenen Nachruf gehalten, zeichnete er in markanten Worten die Tätigkeit des Vereines. Herr Obermed.- Rat Dr. Haase ergriff dann das Wort und sprach herzliche Worte der Anerkennung für die im Interesse des Judentums entialtete Tätigkeit: besonders hob er hervor, daß es dem Vorstande gelungen ist, trotz der wirtschaftlichen Krise däs Gleichgewicht im. Budget herzustellen. Auch Herr Börserat Glück beglückwünschte die Vereinsleitung zu ihren Erfolgen und versprach, sich beim Vorstand der Kultusgemeinde für die berechtigten Wünsche des Vereines einzusetzen. Das Vereinsmitglied Herr Eduard Trnka sprach allen Funktionären, insbesonders Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Frankfurter Worte des Dankes und der Anerkennung für ihre hingebungsvolle Arbeit im Dienste der jüdischen Sache im 19. Bezirke. Hierauf ergriff Sr. Ehrwürden das Wort und dankte für die Worte der Anerkennung. Er rühmte die große Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder, die in Anbetracht der schweren Zeit um so höher zu werten sei. Redner schloß mit dem Wunsche, der Tempelverein möge durch das verständnisvolle Zusammenwirken aller berufenen Faktoren weiter erstarken. Der Kassaverwalter, Herr Wilhelm Löwy, erstattete den Kassabericht. Die Revisoren, Herr Kommerzialrat Heinrich Stein und Herr Max 5 c h e y, stellten den Antrag, dem Vorstande das Absolutorium zu erteilen, was auch einstimmig erfolgte. Die Neuwahlen brachten die Bestätigung der bisher verdienstvoll wirkenden Vorstandsmitglieder, der Herren Bela F r ä n k 1. Kommerzialrat Philipp Kohn. Richard Kronstein und Leo Löwy. Promotion. Herr Paul Gans, Sohn des Herrn Hofrates Dr. Heinrich Gans, Leiter des Vereinsbüros der Polizeidirektion, wurde jüngst im großen Festsaale der Universität in Wien zum Doktor beider Rechte promoviert._ Tlmtfidje Verfautßarungen der Jsraeßtisdfen Xuftusgemeinöe Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 20. März 1931, werden bei dem um 6 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); II., Tempelgasse 3 (Rabbiner Dr. M. Rosen mann); V., Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. G. M. Mehr er); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Samstag, den 21. März 1931, 4 Uhr nachmittags, XIX., Doltinergasse 3, Exegetischer Vortrag (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). * Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 21. März d. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. Konkursausschreibung. Im Spitale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien XVIII., Währinger Gürtel 97, gelangt an» Röntgeninstitute die Stelle des Vorstandes zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: Die österreichische Staatsbürgerschaft, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein amtsärztliches Zeugnis), ein Alter von unter 45 Jahren, sowie der Nachweis der wissenschaftlichen Qualifikation für die angestrebte Stelle. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatsschein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentume, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung, Curriculum vitae) belegte Gesuche sind bis längstens 30. April 1931, 12 Uhr mittag, in der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, zu überreichen, woselbst auch nähere Auskünfte eingeholt werden können. Wien. 10. März 1931. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Kundmachung. Vom gefertigten Rabbinate wird bekanntgegeben, daß von den Mazzoth aus den unter Aufsicht des Rabbinates stehenden Mazzothfabriken Nathan Brodetzky (vormals Schmidl), XXI., Mengergasse 19, Hermann Strum, IL, Rotensterngasse 11 und Israel Vortrefflich, 1I„ Obere Augartenstraße 52, in den betreffenden Fabriken bereits C h a 11 o h genommen wurde. Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien. * Kundmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Firma Fellner, Schönfeld und Steinbefg, II., Haidgasse 7, durch einen vom ehrw. Rabbinate der israelitischen Kultusgemeinde Wien (Rosch- Beth-Din Rabbiner Josef Babad) autorisierten Schächter Geflügel schlachten läßt und ihren Betrieb unter Aufsicht des genannten Rabbinates gestellt hat. Die Verantwortung in ritueller Hinsicht wird nur für ganze Stücke und nur für solche, die die Plombe des ehrw. Rabbinates aufweisen, übernommen. * Konfirmanden-Unterricht. Der Vorstand bringt zur Kenntnis, daß der alljährlich in den Gemeinde- und Vereins-Synagogen stattfindenden Konfirmation der israelitischen Mädchen ein Konfirmanden-Unterricht vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterrichte steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die p. t. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter, bzw. Mündel zu veranlassen, sich bei ihrem Religionslehrer oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, I„ Seitenstettengasse 4, III. Stock, bis spätestens 25. März 1931 wegen Teilnahme an dem Konfirmanden-Unterrichte zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde bis zu dem angegebenen Tennin anzumelden. Der Unterricht ist unentgeltlich. fMKA rtDB Sdiokoiaflen so« Cocoe noö b& bot hi bester «Html I.BRÜHAOER&CO. Wien XV1IL, Währingergürte» IS Telephon A erzeugt unter strenger Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner H. SCHENK (Talmud-Thora)

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