Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 11 (13.3.1931)
- Date
- 1931-03-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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0iE WAHRHEIT Seite d „DeutschesBlut" — ein europäisch-asiatisches Mischblut. ein deutscher Anthropologe über die »deutsche Rassenreinheit". Unter der Ueberschrift „Deutsches Blut" veröffentlicht Oberregierungsrat Gurt Radlauer, Doktor der Anthropologie, in der „Vossischen Zeitung" einen längeren Aufsatz, in welchem er u. a. ausführt: In ihrem Parteiprogramm verlangen die Nationalsozialisten als Bedingung für die Zugehörigkeit zum deutschen Volke: „deutschesBlu t". Nach dem übereinstimmenden Urteil der anthropologischen Wissenschaft ist aber das deutsche Volk ein gemischtrassiges Volk, das bestreiten auch nicht die Rassengelehrten mit nationalsozialistischer Geltung; darüber gibt es in der Wissenschaft von der Rassenkunde überhaupt keine Meinungsverschiedenheit. Das „deutsche Blut", das die Nationalsozialisten verlangen, ist ein Rassenmischblut; es besteht aus einer Mischung von nordischen, dinarischen, ostischen, alpinen und ostbaltischen Rassenelementen. Das nordische Rassenelement ist europäisch; die dinarischen, ostischen, alpinen und ostbaltischen Rassenelemente haben einen starken asiatischen Einschlag. Das „deutsche Blut" ist also ein europäisch-asiatisches Mischblut. Hierbei sind die im deutschen Volke lebenden Juden überhaupt nicht berücksichtigt. Geopolitisch ist Deutschland ein Land mit offenen Grenzen. In seiner zentraleuropäischen Lage bietet es Einfallsmöglichkeiten von fast allen Seiten. Strategisch wirksame Naturgrenzen fehlen völlig im Westen und Osten. Infolgedessen ist Deutschland in vorgeschichtlicher und geschichtlicher Zeit stets ein Rassenmischungstiegel sondergleichen gewesen. Durch Deutschland strömte die Welle der Völkerwanderung, durch Deutschland zogen die Heeressäulen sich bekriegender und beutelustiger Völkerscharen. Je nach den Glücksumständen blieben sie in Deutschland und vermischten sich mit der ansässigen Bevölkerung. Ist es da ein Wunder, daß rassenreine Individuen in Deutschland nur selten zu finden sind? Dr. Radlauer gibt einen Ueberblick über die Verteilung der Rassen in Deutschland und hebt hervor, daß sogar der Rassenforscher Günther, der durch den nationalsozialistischen thüringischen Minister Dr. Frick zum Professor der Anthropologie der Universität in Jena gemacht wurde, in seinen Schriften erklärt, daß Dinarentum und Judentum und Midrasch beweisen, welchen großen Wert unsere Weisen mit ihrem sehr weiten und offenen Blick dieser Volksschöpfung beimessen. Es ist daher leicht zu begreifen, daß der Jude vom alten Geschlecht, dem der Talmud und die anderen rabbinischen Werke im Mittelpunkt seines ganzen Lebens gestanden haben, auch stark vom talmudischen Sprichwort beeinflußt worden ist und daß eine ganze Anzahl davon im Schatz der lebendigen jüdischen Volkssprache noch heute zu finden ist. Wir haben gewiß bei der Wanderung von Land zu Land und dem Aufenthalt in der Nachbarschaft der verschiedenen Volksstämme viele Sprichwörter von all diesen Völkern und ihren Sprachen übernommen. Der Schatz an jüdischen Sprichwörtern ist dadurch internationaler als bei anderen Sprachen. Mehr aber als von alledem ist unser Spruchsatz durchtränkt mit dem Geist des talmudischen Sprichwortes und beeinflußt von seinen Redensarten. Das ist auf verschiedene Weise geschehen. Ein Teil ist ganz in der talmudischen Ausdrucksweise, ohne irgend eine* Aenderung, oder mit nur kleiner Umformung, ins Leben übergegangen. Ein anderer Teil ist wörtlich aus dem talmudischen Text übersetzt. (Nicht die Maus ist ein Gannew, nur das Loch ist ein Gannew. Das ist die wörtliche Uebersetzung eines talmudischen Wortes.) Die Mehrzahl aber ist bloß im Sinne und mit der moralischen Nutzanwendung des talmudischen Sprichwortes übernommen worden, sonst aber eingekleidet in andere Bilder und mit anderen Worten, die sich mehr in die Verhältnisse späteren jüdischen Lebens schicken und dem Geiste der jüdischen Sprache entsprechen. Es ist noch' zu bemerken, daß sich unter den gebräuchlichen jüdischen Sprichwörtern auch solche finden, die nach ihrer Form und Sprache talmudische zu sein scheinen; in Wahrheit aber finden sie sich weder un Talmud noch im Midrasch. Sie sind aber so geprägt, daß jeder, der einmal Talmud gelernt hat, und dem ein talmudisches Zitat nicht fremd ist, sicher der Ansicht ist. ein solches Wort irgendwo gelesen zu haben. Er meint, es liege ihm, wie man sagt, „auf der Zunge". In Wahrheit aber hat er es — wenigstens nicht in der betreffenden Lesart — nirgendwo vorgefunden, weil es sich nirgends findet. Das ständige Grübeln im Talmud hat auf ihn so starken Einfluß geübt, daß er allein Sprichwörter in der Redeweise des Talmud geschaffen hat, und er hat sich in den Gedanken eingelebt, daß dieses Wort tatsächlich sich irgendwo in der talmudischen Literatur findet. aus kleinasiatischen Rassen auseinandergewachsen seien. Nach ihm besteht zwischen Dinarentum und Judentum Blutsverwandtschaft. Die o s t i s c h e Rasse, die im Osten Deutschlands, aber auch im Süden dominiert, ist nach Prof. Dr. Eugen Fischer, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, der ur- sprünglich westliche Zweig der Mongoloiden und hat infolgedessen bestimmte mongoloide Merkmale. Günther beschreibt die ostbaltische Rasse ganz ausführlich und meint: „Es entsteht der Eindruck schieistehender Augen und manchmal wirken die Lidspalten schon ziemlich ,mongolisch'... Ein gewisser Einschlag innerasiatischen Blutes ist in Deutschland sicherlich vorhanden." Die ostische Rasse stellt auch eine Mischung des deutschen Blutes mit slawischen Elementen dar. Der amerikanische Rassenforscher Madison Grant, dessen Buch „Der Untergang der großen Rasse" (Nordrasse) in nationalsozialistischen Kreisen sehr gelobt wird, behauptet in diesem Buche, daß in Süddeutschland und Ostdeutschland achtzig Prozent nichtnordischen Blutes vorhanden seien. Nach Radlauer weist Fritz Merken Schläger mit Recht darauf hin, daß man schon vom „gelben Blut" zu sprechen beginne, weil die ostische und dinarische Rasse zur mongoloiden Hauptrasse gehören. Merkenschläger weist darauf hin. daß Heinrich v. Kleist, Humboldt, Luther, Moritz v. Schwind, Bismarck, Schelling, Tieck, Mörike, Schumann, Schubert, Beethoven, Holbein, Schopenhauer, Menzel, Andreas Hofer, Kant usw. ostische Rundschädel hatten, und widerlegt damit die Behauptung Günthers, daß lediglich die nordischen Rassenelemente den Staat aufgebaut und die höchsten Kulturwerte geschaffen haben, während ostische, alpine, dinarische Rassenelemente unter den Sbvmg/üttiM unter Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners 5. Ehrenfeld zu MalfersburgwirddasSpeisefettKunerolhergestellt Kunerol ist reines KokosnuMett und kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen verwendet werden. NEROL 100% REIMES KOKOSNUSSFETT. Hunerol ist nor ecfct in OrlglnaJpatiianftt vor iaus<aenaen Nacaanmangen wira gewarnt! Deutschen als niedere Kärrner mitwirkten. Merkenschläger beschreibt auch Goethes körperlichen Typus, sowie den seiner mütterlichen Verwandtschaft und erinnert daran, daß Goethes Großmutter eine geborene Lindenheimer war. Die Rassenpolitik, schließt Dr. Curt Radlauer, erweist sich als eine zweischneidige Waffe, die das deutsche Volk in eine dünne Schicht von Edelingen und in die Masse der inferioren „Knechtschicht" spalten will. Es wäre besser, wir hielten uns an den klugen Spruch Oswald Spenglers, wonach es weniger auf Lang¬ oder Rundköpfe als auf das ankommt, was in den Köpfen drin ist. Psychologie des Nationalsozialismus 2 und seine Bekämpfung. Vortrag, gehalten in der „Union", von Frau Luise Fischer-Treu. (Fortsetzung.) Daß ein Stück Perversität in den psychologischen Grundlagen der fiakenkreuzlerei steckt, oder, anders ausgedrückt, daß die psychologischen Grundlagen bestimmter Perversitäten und die psychologischen Grundlagen des Hakenkreuzlertums dieselben sind, wird sofort einleuchten, wenn die seelische Haltung, die beiden zugrunde liegt, hier aufgezeigt wird: Selbstgefühl, das sich durch Erniedrigung des andern erhöht, verbunden mit Lustbefriedigung durch Entladung triebhafter Grausamkeit. Jede x-beliebige nationalsozialistische Zeitung, die man in die Hand nimmt, wird zeigen, daß diese Definition stimmt. Nun kommt aber das furchtbar Gefährliche, daß eine solche Geistesverfassung auf sehr junge Menschen anziehend wirkt. Jungens prügeln sich gern, Jungens haben gern Ueberwertigkeitsträume. Jungens urteilen gern ebenso schnell wie abfällig über Dinge, die sie nicht ganz verstehen. Die jungen Burschen in ihren Braunhemden pöbeln zu sehen, ist ein Anblick, der einem im Tiefsten weh tun kann. Man kann sich nur damit trösten, daß sie noch viel Zeit haben, die Welt und die in ihr wirkenden Kräfte richtiger sehen zu lernen, als sie jetzt tun. Der Mann, der sich gern wie ein neuer Haman vor das deutsche Volk gestellt und dieses so seinem Willen dienstbar gemacht hätte, wie der alte Haman einst den König Ahaschweroth, dieser Mann hieß Ludendorff. Ludendorff war im Krieg der Mann im Hintergrunde. Ihm genügte es, die Macht zu haben: den Namen überließ er einem anderen. Auch die angebotene Standeserhöhung lehnte er ab; nicht aus höchster Sachlichkeit, sondern aus höchster Machtgier. So war es für ihn unerträglich, daß mit dem Zusammenbruch eine allertiefste Erschütterung durch das deutsche Volk ging. Damals war der große Augenblick, in dem eine völlige psychologische Umgestaltung des deutschen Volkes hätte geschehen können, der große Augenblick des Pazifismus. Es hing von den gegnerischen Völkern ab. (Ein wirklicher, ehrlicher Friede, ein Streiken nach Gerechtigkeit hätte die deutsche Seele umwandeln, ihr nach den Schrecken des Krieges die Segnungen des „guten Willens den andern gegenüber" gezeigt, und sie wäre in diesem Augenblick geöffnet und bereit gewesen, diese Lehre anzunehmen.) Aber drüben, bei den siegreichen Feindvölkern, herrschte das unglückselige Gezücht der nationalistischen Hetzer, und durch die schrecklichen Friedensbedingungen, die sie Deutschland auferlegten, ging der große Augenblick verloren. Ludendorffs Legende vom Dolchstoß, vom jüdischen Verrat, begannen im deutschen Volk zu wirken. Die Besetzung deutschen Gebietes, die von den französischen Nationalisten erzwungene widerrechtliche Besetzung des Ruhrgebietes gaben unseren Nationalisten wieder das Uebersewicht. Aus diesem Boden nationaler Ueberheblichkeit sind eine Unmenge von völkischen, nationalistischen, judenfresserischen Bewegungen entstanden. Warum judenfresserisch? Warum können die Völker sich nicht gegenseitig hassen und dabei die mit ihnen lebenden, und ihr Schicksal teilenden Juden in Frieden lassen? Nun, es gibt nicht nur einen Judenhaß, es gibt auch einen ebenso ausgeprägten Deutschenhaß, und der hat dieselben Gründe. Die Deutschen vom Schlage Dinters möchten sich darüber freilich gern täuschen, und wie alles andere in der Welt, auch diesen Deutschenhaß auf ihr Ehrenkonto schreiben. So sagt Dinter, „eine gewisse triebhafte Angst vor der unbegreiflichen Schöpferkraft der Deutschen sei einzig und allein die Ursache, daß wir, die Deutschen, so viele Feinde in der Welt hätten". Ach nein, mein Herr! Oder wir müßten sonst unterstellen, daß es auch Ihre triebhafte Angst vor der unbegreiflichen Schöpferkraft der Juden wäre, die Sie zu Ihren Angriffen und Verleumdungen triebe. Denn Deutschenhaß und Judenhaß haben genau die gleichen Formen und werden ganz genau gleich begründet! Und das Traurige ist, daß die deutschen Juden unter beidem, Deutschenhaß und Judenhaß, zu leiden haben. Der gestürzte Ludendorff war es vor allen Dingen, der den Judenhaß in seiner schärfsten Form propagierte, um sich wieder heraufzuarbeiten. Wohl hatte er im Besitz der wahren Kriegsmacht geduldet, daß der Name Hindenburg als Etikette gewissermaßen benutzt wurde. Aber nun war Hindenburg Reichspräsident, und er war bei der Wahl mit Pauken und Trompeten durchgefallen. So war es nicht gemeint. Eine heftige, den Außenstehenden komisch anmutende Befehdung wurde zum Kennzeichen der nationalistischen Gruppen, die sich doch für den Beobachter alle so ähnlich sehen. Die gegenwärtigen Zustände bei der Heimwehr sind nur ein ganz matter Abklatsch, gerade hinreichend, daß man sich es daran deutlich machen kann. Eine gegenseitige Beschimpfung setzte ein. die dem Schimpfen auf die Juden gar nichts nachgab. Aus aUedem hat sich die nationalsozialistische Bewegung herausgearbeitet und hat die anderen Gruppen entweder verschluckt oder an die Wand gedrückt. Ich möchte nun der Korrektheit halber bemerken, daß ich nicht immer einen scharfen Unterschied mache zwischen dem Nationalsozialismus und anderen ähnlichen Gruppen. Dinter beispielsweise ist aus der nationalsozialistischen Partei ausgeschlossen worden, aber aus Gründen, die für uns ganz belanglos sind. Ludendorff steht sogar in scharfem Gegensatz zu den Nationalsozialisten, aber das hindert diese nicht, die sogenannten .Protokolle der Weisen von Zion", die ursprünglich aus dem Ludendorrrkreis veröffentlicht wurden, gerade jetzt neu aufzulegen. (Fortsetzung folgt.)