Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 10 (6.3.1931)
- Date
- 1931-03-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Sette fr IUI g Perfflunfe jüdische nanner 5 s ond fraucn In der Mosih i ■ ,. ■ ■ u. A. Alfred Grünfeld, Bronislav Hubermann, Fritz ■ 5 Kreisler, Moszkovsky. Rubinstein, Jascha Heifez, | ■ Jehudo Menuhin, Mischa Elmann, Josef Rosenblatt, ■ 5 Sulzer, Duschkin, Erika Morini und das Rose- 5 ■ Quartett können Sie jederzeit in Ihrem Heim auf ■ ■ elektrisch aufgenommenen Schallplatten hören. ■ ■ Ausführliche Verzeichnisse auf Wunsch kostenlos im ■ S Musikhaus LEO TUBLIN : S (l*luslk-IInion» g ■ Wien L, Jasomirgottstraße 6. —Tel. U 26-9-84 5 Dr. Julius Ofner ihm wiederholt gesagt habe, daß er aus diesen „Sprüchen der Väter" seine ihm nachgerühmte charaktervolle Gesinnung schöpfe. Kultusvorsteher Börserat 1. Glück dankte unter neuerlichen Ovationen der Versammlung für die Herrn Präsidenten Prof. Dr. A. Pick wie auch ihm dargebrachten Glückwünsche. Dr. Josef T i c h o betonte in seinem Schlußworte nochmals, wie wichtig es sei, der Jugend religiöse Bildung zu vermitteln. „Union"-Frauenkhib. Donnerstag, den 26. v. M., halb 6 Uhr nachmittags, fand in den Gesellschaftsräumen des Neuen Frauenklubs unter Vorsitz der Frau Ernestine Lenk die konstituierende Sitzung des neuen Frauenklubs der „Union" statt. Die Versammlung war recht gut besucht, Damen aus allen Wiener Bezirken hatten der Einladung des Komitees Folge geleistet. Rechtsanwalt Dr. Karl Steiner entwarf in packender Weise ein herrliches Bild über ..Die Mission der jüdischen Frau", wobei er insbesondere den in der Gegenwart so wichtigen Aufgabenkreis der jüdischen Mutter bei der religiösen und sittlichen Erziehung ihrer Kinder umriß. Dr. Ernst Feldsberg knüpfte an den Vorredner an, indem auch er die religiösen Gegenwartsaufgaben der jüdischen Mutter betonte. An diese beiden interessanten Referate knüpfte sich eine lebhafte Debatte an, in der die Damen Kamilla B r a n d e i s, Frau Bundesstaatlicher Fürsorgerat Ottilie Politzer, Frau Berta Feuer und Frau Luise F i s c h e r - T r e u überaus wertvolle Anregungen gaben. Dr. Lenk betonte im Schlußworte die Notwendigkeit der Mitarbeit der Frauen an den Bestrebungen der „Union". Es wurde hierauf ein provisorisches Leitungs-Komitee gewählt, das die Aufgabe hat, alle »Vorarbeiten für einen möglichst großen Ausbau des „Union"-FrauenkIubs zu erledigen. Der Aussprache-Nachmittag war ein verheißungsvoller Anfang, dem in Kürze weitere Veranstaltungen des Klubs folgen sollen. Beim Bethausverein „Ohel Abraham" gelangt die Stelle eines I. Kantors zur Besetzung. Bewerber, die einen streng religiösen Lebenswandel führen, sämtliche kantorale Funktionen zu versehen und überdies Talmud- sowie Religionsunterricht zu erteilen in der Lage sind, im Bedarfsfalle auch die Eignung als Schochet besitzen, wollen ihre Offerte an den Obmann des Vereines, Herrn S. Kohn, Wien I.. Werdertorgasse 14, einsenden. Unbedingte Voraussetzung ist ein Alter unter 40 Jahren und österreichische Bundesbürgerschatt._ Die Union deofschüsterreicliisclier Joden und die Jugendgruppe des Leopoldstädter Tempelvereines „Aeschel Awrohom" veranstalten anläßlich des PVRIMFESTES Sonntag, den S. März, 7 Uhr abends, im Fest- Saale des Hotel Continental, IL, Taborstraße, eine AKADEMIE MIT TANZ Mitwirkende: Walter tluber (Burgtheater), üoddy Oelisson Suse Michalek, Max Brod, Viktor Stern au, Kantor 1. Rosenwald, Liesl Weinberger (Tanzschule Bodenwieser). Conference: Fred Kurt. Erstklassige Jazzmusik. „The Hot Fellows." Eintrittspreis S 3.— Wenige restliche Karten erhältlich im Sekretariat der „Union", IX., Berggasse 4, Tel. A 19-2-77, in der Redaktion der „Wahrheit", II., Heinestraße 13, Tel. R 46-2-16, und an der Abendkassa. Veranstaltungskalender der „UNION" Dienstag, den 10. März, V28 Uhr abends, im Goldsaal des Cafe S i 11 e r, I. Bz., Schwedenplatz, cand. phil. Julius Carlebach (Hamburg): „Das Problem der jüdischen Jugend". * Donnerstag, den 12. März, V2S Uhr abends, im Festsaal des Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, Professor der katholischen Universität Freiburg, Schweiz, Dr. Vinzenz Zapletal, „Simson und seine Zeit". * Sonntag, den 15. März, 10 Uhr vorm., Besuch des „Jüdischen Museums", IL, Malzgasse 16. Führung durch Kustos Prof. Doktor Jakob Bronner. Rechtzeitige Anmeldungen an das Sekretariat der „Union" erbeten. VORANZEIGEN. Dienstag, den 17. März, V28 Uhr abends, im Klubsaale des Cafe M a r i a h i I f, VI., Mariahilferstraße 89 a. Mitgliederversammlung der Bezirksorganisation VI/VII. * Mittwoch,* den 18. März, V28 Uhr abends, im Klublokal des Cafe-Restaurants „Goldener Engel", XXI., Am Spitz 3, Mitgliederversammlung der Bezirksorganisation XXI. Ludwig K e 1t n e r. „Antisemitismus und Wirtschaftskrise". * Donnerstag, den 19. März. M>8 Uhr abends; im Saale des Restaurants Franz W i nzig, X., Favoritenstraße 111, Mitgliederversammung der Bezirksorganisation X. Reg.-Rat Dr. Max Lenk, „Die Wiener Kultusgemeinde". Neuwahl des Ortsgruppenvorstandes. Seit vielen Jahren das anerkannt beste Jahrzeitlicht tM^-natw Man achte auf die 9 es. gesch. Marke „Hyglen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon R 33-1-8? GROSSFLEISCHHAUEREI SIEGM. KORNMEHl »^mmmmmmmmmam^mmmmmmmmi^mi^mmmm^mm^mm «BN IX., BERdOASU NR. 1» FILIALE XVIII., WAHRlNaiRSTRASSa *T TdtphoaNr. A 17-349 and A 1S-9-34 UatanatMrlMMMWlN AbteilungenfürKoscherfleisch ante* Jbrfeleht «es «hm. üanblutes «er lar» BeltasomMtade mea. Sämtliehe Fleischsorten von ausschließlieh Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Wahrheiten vom Tage Ein nachahmenswertes Beispiel. In Berlin hat dieser Tage eine Veranstaltung stattgefunden, deren Art in Wien frappierend wirken muß. Wäre es in Wien möglich, daß sich auf einem neutralen Boden zwei innerjüdische Gegner begegnen, um vor einem massenhaft anwesenden Publikum ihre verschiedenartigen Grundsätze klarzulegen und zu verteidigen? Die Frage stellen, heißt sie auch schon verneinen. In Wien hat leider der innerjüdische Kampf derartige Formen angenommen, daß ein solches Experiment ganz aussichtslos erscheint. Dennoch geben wir aber die Hoffnung nicht auf, daß bei richtig geleiteter Erziehungsarbeit und einiger Selbstzucht auch hier in Wien ein solcher Versuch unternommen werden könnte. Er würde dazu dienen, dem nun einmal notwendigen Kampf der widerstreitenden Ansichten jene Form zu geben, die es erspart, der gehässigen Umwelt das Schauspiel einer sich selbst zerfleischenden Judenschaft zu bieten. Der Umstand, daß man mit dem innerjüdischen Gegner in die offenen Schranken des geistigen Wettstreites tritt, bedeutet an sich die Achtung der gegenseitigen Ideen, die man respektiert, ohne deshalb den eigenen auch nur im Geringsten untreu zu werden. Berlin hat es soweit gebracht. Dort haben Vertreter der deutsch-jüdischen (Dr. Ludwig Holländer, Direktor des „Centrai-Vereins") und der national-jüdischen (Kurt Blumenfeld, Präsident der deutschen Zonisten) Anschauung sine ira et studio miteinander über ihre Auffassung vom Wesen des Judentums diskutiert, ohne daß der geringste Mißton die imposante Versammlung gestört hätte. Soll das Berliner Beispiel in Wien nachahmbar sein, so müßte man an mancher Stelle in die Berliner, Schule gehen! Judenstämmling oder nicht? Diese schicksalsschwere Frage ist — wen setzt das in Erstaunen? — für unsere Hakenkreuzler von ganz besonderer Bedeutung. Nach ihrer Rassentheorie ist die Abstammung von jüdischen Ahnen, und sei es auch in noch so entferntem Grade, entscheidend für die niedrige Mentalität eines Menschen, beeinflußt sie sein Wesen in furchtbarster Weise, mit einem Wort „Judenstämmling" zu sein, ist das entsetzlichste Geschick auf Erden. Man kann sich daher lebhaft vorstel- - len, daß der Vorwurf, nachgewiesenermaßen ein „Judenstämmling" zu sein, die schwerste Beleidigung für einen Hakenkreuzler darstellt. Wenn dem noch hinzugefügt wird, daß dieser Nachweis sich auf das vierte, also ein gar nicht so weites Glied erbringen läßt, dann ist das Maß der Uebel voll und der also schwer Beleidigte muß, das verlangt sein teutsches Ehrgefühl, sofort zum Kadi laufen. Also tat es auch der Gauleiter der österreichischen Hitler-Bewegung. Alfred Frauenfeld, der den Kreisleiter des Starhemberg-Korps. Richard B) a c h (Beamter des Landesschulrates), wegen der zitierten Aeußerung auf Ehrenbeledigung klagte. Das Zeugenverhör, das sich um die bestrittene Rassenreinheit des Führers unserer Hakenkreuzler drehte, bot auch nette Einblicke in die ernsten Streitigkeiten zwischen Heimwehrlern und Nationalsozialisten. Herausgekommen ist aber bei dem ganzen Beweisverfahren nichts. Denn den Beweis, ob Frauenfeld wirklich — horribile dictu — ein „Judenstämmling'* ist, ist die ansonsten so interessante Verhandlung schuldig geblieben. Denn der Richter machte sich den Standpunkt des Verteidi-