Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 1 (2.1.1931)
- Date
- 1931-01-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 5 •sehen Kongresses. Er wurde von den Ostjuden Amerikas geschaffen. Die deutschen Juden waren gegen einen solchen Kongreß, und es hat lange Zeit gedauert, bis sie in ihn eintraten. Aber kaum waren sie eingetreten, als sie auch schon die Führerschaft ihnehatten. Der amerikanische Jude deutsch-jüdischer Abstammung und mit deutschjüdischen Traditionen, Louis Marshall, hat .Wunderbares und Großes in diesem Kreise geschaffen. Die Jewish Agency wurde m erster Linie ■geschaffen, um hier die deutschen Juden zur Mitarbeit heranzuziehen. Und es ist kein Wunder, daß heute der Deutsche Felix Warburg an der Spitze steht. Die jüdische öffentliche Meinung erwartet jetzt, daß die deutsch-jüdische Führerschaft Erfolge erringt. Nicht die Frage ist jetzt maßgebend, ob es gut oder ob es nicht gut ist, daß deutsche Juden an der Spitze des amerikanischen Judentums stehen. Solch eine Frage kann überhaupt nicht gestellt werden. Allein die Tatsache steht fest, daß die Führerschaft sich in den Händen einer angesehenen Minorität befindet. " Diese Ueberlegenheit ist nicht etwa ihrem Reichtum zuzuschreiben. Es ist etwas vorhanden, was mehr ist als Reichtum: Diese Minorität besitzt etwas, was der Majorität fehlt, oder was ihr zur Zeit noch fehlt. Auf alle Fälle ist die Führerschaft der deutschen Juden in Amerika eine interessante Erscheinung. (Autorisierte Uebertragung von Willy Aron-New York.) Wahrheiten vom Jage Der Jud ist schuld ... Die „Deutschösterreichische Tageszeitung", gemeiniglich „Dötz" genannt, hat endlich wieder ein Judenfressen. Die Zeiten für dieses geistig, so hervorragende Blatt waren schon sehr böse. Die Heimwehrler machen in letzter Zeit in „Mäßigung", was der ihnen ansonsten nahestehenden „Dötz" natürlich nicht in den radikalen Kram passen kann. Die Nationalsozialisten, denenx das Blatt ebenfalls nahesteht, — es bringt eben das seltene Kunststück zustande, auf zwei Hochzeiten zugleich zu tanzen, — haben bei den Nationalratswahlen nicht die-von der „Dötz" sehnlichst erhofften Erfolge errungen und sind nach einem Proteste gegen das Wahlunrecht so ziemlich wieder in der politischen Versenkung verschwunden. So mußte sich das Blatt nach einer neuen Sensation umsehen, die es — Glück hat es ja immer gehabt — nun gefunden zu haben glaubt. Bei der sattsam berüchtigten Einstellung dieses Hakenkreuzlerorgans wird es niemand Wunder nehmen, daß seine neueste Hetze natürlich zu Lasten der Juden geht. Es handelt sich um die Aufführung des Filmwerkes von Remarque „Im Westen nichts Neues". Ursprünglich meinten die Hakenkreuzler, damit Eindruck machen zu können, daß sie Remarque als Juden hinstellten, indem sie nach der bei ihnen beliebten Namensforschung aus der Umdrehung des Namens von Remarque einen „Kramer" machten. Die Herrschaften haben aber Pech mit dieser Forschung gehabt. Erich Maria Remarque hieß nie Kramer und trotz der Schreibweise des Endes seines Familiennamens hat er kein französisches Blut in den Adern. Er ist 1898 in Osnabrück als Kind christlicher Eltern geboren und zog von der Schulbank aus in den Krieg, den er bis zum Ende in der vordersten Linie der deutschen Westfront mitmachte. Als er aus dem Felde zurückkam, wurde er zuerst Volksschullehrer in einem kleinen Heidedorf, ging dann später in kaufmännische Berufe über, wurde schließlich Schriftsteller und hat mit seinem Buche große Erfolge errungen. Da es also mit dem „Juden" Remarque nicht viel aufzustecken gibt, wendet sich die „Dötz" in irrsinniger Wut den „geschäftsgierigen Juden" zu, die „dem deutschen Wien ein angebliches Filmwerk aufdrängen" wollen. Da nach der Ansicht der Regierung der Wiener Landeshauptmann die Entscheidung über die Aufführung des Stückes zu treffen hat, will das Blatt ihn in seiner Entschließung dadurch einschüchtern, daß es seit mehreren Tagen wiederholt Hetzartikel gegen den Film losläßt. Besonderes Augenmerk widmet es dabei der Kinounternehmung, die den Film herausbringen soll, der „K i b a". Es wäre aber gut, wenn der Staatsanwalt diesen Hetzartikeln auch ein besonderes Augenmerk widmen würde, da deren beabsichtigte Wirkung wohl ziemlich klar ist. Wenn es in einem dieser Hetzartikel heißt: „Juden sind es also,, die am Werke sind, das deutsche Frontheldentum zu schänden und zu besudeln, und das sollen wir uns ruhig gefallen lassen", so liegt die Absicht, die mit einer solchen Hetze verfolgt wird, ganz klar zutage. Wir sind die letzten, die durch die nachgerade schon usuell gewordenen Drohungen der Haken- - kreuzler in Harnisch geraten, wir raten der „Kiba", wie jeder seriösen Kinounternehmung, sich nur von künstlerischen Gesichtspunkten leiten und durch antisemitische Wutausbrüche nicht einschüchtern zu lassen, aber Aufgabe der staatlichen Organe ist es, bereits dann nach dem Rechten zu sehen, wenn die Brandstifter das Feuer schüren, und nicht erst dann, wenn das Haus lichterloh brennt. Major Pabst grollt ... Wir schlaffen Oesterreicher haben uns wieder einmal der Freundschaft eines strammen Preußen nicht würdig gezeigt. Da hat uns der tüchtige Major Pabst die Heimwehr so hübsch putschbereit organisiert, da sollten die Hahnenschwänzler endlich nach seinem Kommando im Stechschritt nach Wien marschieren, aber natürlich klappten diese patzweichen Oesterreicher im letzten Moment zusammen und der Putschmajor steht da mit seiner Einreiseerlaubnis und kann damit nichts anfangen. Kürzlich erst sagte er offen und aufrichtig, geradlinig, wie es sich für einen Soldaten geziemt, was er von uns Oesterreichern denkt: „Entweder werden die Voraussetzungen geschaffen, daß die Hemiwehr den Staat nach ihren Grundsätzen modeln kann, dann arbeite ich mit. Wenn nicht, dann schlage ich mein Zelt in München auf, wo die Nationalsozialisten auf mich warten und meine Arbeit höher einschätzen als die spießigen Oesterreicher, die sich von dem Schlagwort „Ruhe und Ordnung" einfangen lassen." Da haben wir's, wir spießigen Oesterreicher. Geschieht uns ganz recht, wenn der wackere Pabst nun, da wir seine jüngste Drohung nicht mit dem ihm schuldigen Respekt beachtet haben, sein Zelt — was soll einem rauhen Krieger ein steinernes Haus? — in München aufschlägt. Aber kränken wir uns etwa? Keine Spur, mag er ruhig München modeln, wo selbst die Nationalsozialisten nicht gar so auf ihn warten, wie er uns weismachen wollte, wir werden schon ohne ihn fertig werden. Wir empfinden vielmehr solche Sympathien zu unseren deutschen Brüdern, daß wir ihnen wünschen, daß auch sie in möglichst kurzer Zeit Herrn Major tränenden Auges nach — China ziehen sehen, das angeblich auch auf diese glorreiche Persönlichkeit wartet. Auf in den Karlsbader Kampf! Kürzlich fand in Berlin unter Vorsitz von Wladimir Jabotinsky eine stark besuchte Sitzung des revisionistischen Parteirates statt, an der Mitglieder aus aller Welt teilnahmen. Die Tagung stand natürlich vor allem im Zeichen des bevorstehenden Karlsbader Zionistenkongresses, zu dessen „Eroberung" die Revisionisten mit aller Macht rüsten. Sie wollen bei den in Bälde stattfindenden Delegiertenwahlen zu diesem Kongreß ihre Weltgeltung beweisen und glauben, dies am besten dadurch tun zu können, daß sie dem seit zehn Jahren im Zionismus herrschenden Regime den schärfsten Kampf ansagen. Wenn sie erst die Macht besitzen, dann werden sie es Weizmann und dem perfiden Albion schon zeigen. Welche Pläne sie dann aushecken werden, beweist der folgende Antrag, den sie dem Kongreß zu unterbreiten beabsichtigen, „um den Mißdeutungen des Ziels der Zionistischen Bewegung ein Ende zu bereiten, die in den letzten Jahren wesentlich durch die Schuld Streng Orth. TttfD 11 Billigst« PralM, böte QualKJK 11 In der neueröffneten Flilatai der SELCHWARENFABRIK PETYÄN&co. WIEN II.. PRATERSTRASSE NR. 3* Bei modernst hygienischer Einrichtung vorzügliche Bedienung- — Zu jeder Tageszelt kalte und warme Speisender bisherigen Leitung von jüdischer und nichtjüdischer Seite verbreitet worden sind": „Die im Baseler Programm niedergefegte Formel der „öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte" und die in der Balfour-Deklaration und im Mandat enthaltene Formel des „national home" lassen auf Grund der ganzen Geschichte des Zionismus und auch auf Grund der uns von England und dem Völkerbund gegebenen Zusagen, insbesondere auch auf Grund der Präambel des Mandats keine andere Deutung des Zionismus zu, als daß hierunter das Streben nach der Erlangung der jüdisches Majorität auf beiden Seiten des Jordans zum Zwecke der Errichtung eines freien, sich selbst verwaltenden Gemeinwesens verstanden wird." Noch interessanter ist das Programm, dasdie Revisionisten auf ihrer Berliner Tagung bezüglich der Jewish Agency ausgearbeitet haben. Mit dieser Körperschaft, in der auch die bösen Assimilanten sitzen, sind sie nach wie vor sehr unzufrieden und sie verlangen deshalb, „daß die jetzige Konstitution der Jewish Agency grundlegend reformiert wird." Die Revisionisten wollen auf dem Kongreß dafür eintreten, daß „andere und bessere Wege der Zusammenarbeit mit den nichtzionistischen Elementen in der Jewish Agency gesucht werden." Was sie sich darunter vorstellen, verschweigt der Tagungsbericht. Es ist wohl zu vermuten, daß die „besseren Wege" jene Wege sein sollen, auf denen man besser zu — Geld kommt. Die tschechische Volkszählung. B u d a p e s t, 23. Dezember (J. T. A.) Die UnionungarischerJudenhat sich in ihrer heutigen Sitzung unter Vorsitz des Hofrates Samuel Stern mit der Volksabstimmung in der Tschechoslowakei befaßt und mit Stimmeneinhelligkeit eine Resolution angenommen, die besagt: Die Union lenkt die Aufmerksamkeit der ganzen Kulturwelt auf die Mißbräuche, die in der Tschechoslowakei anläßlich der jüngsten Volkszählung gegenüber der jüdischen Bevölkerung, die auf Grund von Sprache, Kultur und Gefühlswelt sich zum Ungartum bekennt, begangen wurden. Durch behördlichen Druck sollten die Juden veranlaßt werden, ihre Zugehörigkeit zum Ungartum zu verleugnen. Die Union ungarischer Juden schließt sich der von der ungarischen Minderheit der Tschechoslowakei beim Völkerbund eingebrachten Beschwerde an und erwartet von der Judenheit der ganzen Welt, daß sie die Sache der tschechoslowakischen Glaubensbrüder sich zu eigen macht und ihren ganzen moralischen Einfluß aufbietet, damit das ihren Glaubensgenossen zugefügte Unrecht im Geiste der durch die ungarische Minderheit beim Völkerbunde eingereichten Beschwerde gutgemacht werden. Erfolge jüdischnationaler Minderheitspolitik. In dem vom Unterrichtsministerium geförderten tschechischen pädagogischen „Kornensky-Verlag" in Prag ist ein Buch des bekannten tschechischen Pädagogen und Schuldirektors Josef U1 e h 1 a erschienen, das den Titel „Untersuchungen über die Erziehung des Menschen" trägt. Ein Kapitel des Buches befaßt sich aucli mit der J u d e n f r a g e. Ulehla, der die Tschechen als ein bereits aus prähistorischen Zeiten her mit hohen kulturellen Missionen bedachtes Volk den Deutschen gegenüberstellt, kommt zu folgender Anschauung über die Juden: „Sie bilden ein seßhaftes, ausgeprägtes Volk. Der Weltkrieg hat gezeigt, daß sie ein einheitliches, aber auch grausamesund blutrünstiges Volk (!) sind. Die Machthaber im heutigen Rußland sind Juden. Die Beamten sind Juden. RußlandisteinjüdischesZarenreich. Von 50 sowjetischen Machthabern sind 45 Juden. Als in Deutschland die Revolution ausbrach, der Kaiser abdankte, die Regierung demissionierte, nahmen Juden ihre Plätze ein." Ulehla schildert Prachtvolle echte Perserteppiche durchwegs selten günstige Gelegenheitskäufe sowie elegante Möbel, wie Speise-, Schlaf- und Herrenzimmer werden zu ganz außerordentlich billigen Preisen abgegeben. Besichtigung ohne jeden Kaufzwang im WIEDNER MÖBELHEIM INN. JULIUS GSTZL Haadelsger. beeid. Sachv.u. Schatzmeister 1V..SCHLEIFMUMLGASSE 1« TELEPHON B 24-1-62