Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 52 (26.12.1930)
- Date
- 1930-12-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Streng orth. 11^3 11 Billigste Preise, beste Qualltat I! in der neueröffneten Filiale der SELCH WAREN FABRIK PETYAN&co. WIEN II.. PRATERSTRASSE NR. 38 Bei modernst hygienischer Einrichtung vorzügliche Bedienung- — Zu jeder Tageszeit kalte und warme Speisen- Die Gestalten des Mittelalters und der Neuzeit werden mit allen erschütternden und dramatischen Epochen in einer sprühenden Lebendigkeit geschildert. Prinz hat mit seinem Buche eine Leistung vollbracht, für die ihm Dank und Anerkennung gebührt, ein Buch von dem man sagen kann: „Wende es her, wende es hin, alles ist darin!" (Sprüche der Väter, Abschnitt V.) Der strenggläubige Jude wird aber beim Lesen dieses prachtvollen Werkes ein schmerzliches Gefühl nicht unterdrücken können. Bei der Schilderung der Entstehungsgeschichte des jüdischen Volkes hat Prinz den sicheren Boden der Volksiiberlieferung verlassen*) und, wie um nach einer Sensation zu haschen, sich auf den „Fund" des Orientalisten Hugo Winkler berufen. Auf diese Weise wird den Berichten der Heiligen Schrift die Verläßlichkeit abgesprochen. Prinz tat damit dem Jahrtausende alten jüdischen Volksglauben Gewalt an. Berichte auf Grund von „Ausgrabungen" paßten in dieses volkstümliche Geschichtsbuch nicht gut hinein. Prinz will, nach Winkler. die Juden zu Nachkommen des Stammes „C h a b i r u" machen und meint ganz ernst: „Es wird heute Tcaum noch bezweifelt, daß jene Chabiru sprachlich, rassisch und schicksalsmäßig identisch sind mit jenem Stamm der Ibrim, die wir heute als Hebräer bezeichnen." Diese Annahme ist sehr verwegen. Wh* wollen nicht Sprößlinge jenes Stammes sein, sind froh und glücklich, und mit uns hoffentlich die Mehrheit der Juden, Nachkommen Abrahams zu sein. Wir halten weitere Forschungen über unsere Herkunft für überflüssig und überlassen diese Arbeit unserem Freunde Hans F. K. Günther. Von unserem Ahnherrn Jakob sagt Prinz folgendes: „Durch die Bibel ist uns ein Repräsentant dieser zweiten Gruppe bekannt in der Gestalt jenes Familienhauptes Jakob, von dem wir allerdings nicht mehr wissen, ob er historische Gestalt oder Sage ist. Wie dem auch sei, es mag ein historischer Kern an diesen Geschichten sein, wenn sie davon berichten, daß die Hungersnot in Kanaan einen aus der Sippe Jakobs, den merkwürdigen, träumerischen und organisationstüchtigen Josef zwang, Kanaan zu verlassen und das brotreiche Aegypten aufzusuchen." Auch die Gestalt des Mose, jenes Gottesmannes, bei dessen Gedenken das Herz des wahrhaft gläubigen Juden erzittert, wurde vom Verfasser allzu willkürlich angefaßt. Er hätte sich an ihn mit größerem Zartgefühl, mit mehr Ehrfurcht heranwagen sollen. Er sagt von ihm: „Die Geschichte Moses ist eine Dichtung. Aber da die historischen Quellen außerhalb der Bibel schweigen, so sei diese Dichtung hier wiedergegeben, auch wenn ihr nicht der gleiche Grad von „Wahrheit" zukommt, wie einer historischen Notiz, und weil das Dynamische dieser Gestalt in dieser Dichtung lebendig wird." Wenn der Rabbiner Dr. Prinz seine Aufgabe als Historiker darin erblickt hat, den im Volke seit Jahrtausenden wurzelnden Glauben an die Wahrheit der Heiligen Schrift zu zerstören, so ist das ernstlich zu bedauern. „Ihr Weisen, seid vorsichtig in Euren Worten!" Erfreulich ist es aber, daß Prinz am Schlüsse seines Werkes doch zu der positiven Erkenntnis gelangt, daß der Glaube und die besondere Form dieses Glaubens den Juden ihre Festigkeit und ihren Zusammenhalt gegeben hat. In der Tat: Ohne Glauben wäre kein jüdisches Volk und keine — jüdische Geschichte! *) Daß Dr. Prinz, wie der Autor unserer Besprechung ausführt, in seinem Geschichtswerke „den sicheren Boden der Volksüberliefrung verlassen hat", ist wohl nur aus der nationaljüdischen Einstellung zu erklären, zu der sich Dr. Prinz bekennt Eine solche Einstellung macht es sogar einem Rabbiner möglich, Abstammungsforschungn anzustellen, deren Ergebnis direkt der Ueberlieferung widerspricht. D. Red. Wahrheiten vom Ja&e Jüdische Fabeln des „Neuen Wiener Journal»". Die unlängst vom „Neuen Wiener Journal" in Form eines ...sensationellen" Leitartikels gebrachte Nachricht, Baron Edmond de Rothschild beabsichtige, vom Haager Gerichtshof die Annullierung des englischen Weißbuches über Palästina zu verlangen, ist, wie wir erfahren, vollständig aus der Luit gegriffen. Kein Schächtverbot in England. Im englischen Unterhaus fand kürzlich die zweite ITesung des von dem Konservativen Oberstleutnant Moore eingebrachten Gesetzes über das Schlachten von Tieren statt. Ueber den Paragraph 6 des Entwurfes, durch den Juden und Mohammedanern die Erlaubnis erteilt wird, das Schlachten von Tieren nach den Vorschriften ihrer Religion vorzunehmen, entspann sich eine lebhafte Debatte. Der Abgeordnete von Sheffield, Marshall (Labour-Party), nahm scharf gegen die Zulassung dieses Paragraphen Stellung. Er erklärte, der Gedanke der Humanität dürfe durch politische Rücksichten nicht beeinträchtigt werden. Die jüdische Schächtmethode sei eine grausame Tierquälerei. Auch Rev. G. Lang, ebenfalls Mitglied der Arbeiterpartei, wandte sich gegen die zugunsten der Juden und Mohammedaner vorgesehenen Ausnahmen und beantragte die Ablehnung des Gesetzes. Bei aller Anerkennung der ausgezeichneten staatsbürgerlichen Eigenschaften der Juden dürfe keine Ausnahme zugunsten einer bestimmten Bevölkerungskategorie gemacht werden. Gegenüber diesen Angriffen verteidigte Walter Guinness (konservativ) den Gesetzantrag und erklärte, der Antragsteller Col. Moore habe durch die Aufnahme der Ausnahmsbestimmung zugunsten der Juden politische Einsicht bewiesen. Auch vom Standpunkt der Humanität sei gegen den S 6 nichts einzuwenden, da die jüdische Methode der Durchtrennung der Halsschlagader eine ganz andere Wirkung habe als die gewöhnlichen Schlachtmethoden. In seinem Schlußwort erklärt Cd. Moore, es sei in diesem Augenblick nicht klug, sich in einen Kampf gegen religiöse Grundsätze irgend einer Gemeinschaft einzulassen. Seiner Meinung nach sei es Aufgabe der Christen, in ihrem eigenen Hause Ordnunis zu halten, und sich nicht in Fragen einzumengen, die die religiösen Grundsätze der Jüdischen und mohammedanischen Gemeinden Englands betreffen. Daher müsse in dem Gesetz auf den Standpunkt der anderen Konfessionen Rücksicht genommen werden. Das Gesetz passierte sodann unverändert. also unter Beibehaltung der Ausuahmsbestimmungen zugunsten der Scheck i t a. die zweite Lesunjg. Rumänische Justiz. Ein christlicher Bürger aus der rumänischen Provinz brachte vor kurzem nach Bukarest einen Teil eines zerrissenen Sefer Thora. den er nach seinen Angaben auf einer Auktion von Eiscnbahnartikeln erworben hatte. Es wurde festgestellt, daß es sich um den Teil eines Sefer Thora handelt, der während der Studentenunruhen in Großwardein und Klausenburg im Jahre 1927 in einer Synagoge geraubt und zerrissen worden war. Tatsächtich befinden sich noch heute in mehreren Bahnhöfen der Provinz Reste von Thorarollen und andere Gegenstände des jüdischen Rituals, die von den marodierenden Studenten seinerzeit nach ihrer Rückreise vom Studentenkongreß in Großwardein in den Eisenbahnen zurückgelassen worden waren. Der Präsiden der Bukarester jüdischen Gemeinde, Herr Eli Bercovici. wollte das Thora-Stiick von dem Christen Badescu kaufen, der aber einen ungewöhnlich hohen Preis dafür verlangte. Die Gemeinde entschloß sich darum, die P o 1 i z e i zu Hilfe zu rufen und den Thora- Rcst beschlagnahmen zu lassen. Auf Intervention der Bukarest« Gemeinde und des Gemeindebundes ordnete das Kultusministerium an, daß von der Eisenbahndirektion alle in den Bahnhöfen befindlichen Synagcgengeräte und Gegenstände des jüdischen Kultus, die seit 1927 geraubt worden waren, nicht mehr auf Auktionen verkauft, sondern dem B u k arester Rabbinat abgeliefert werden. Im speziellen Falle des Badescu ordnete das Kultusministerium an, daß dieser durch die Polizei dazu bewogen werde, seine auf der Auktion erworbenen Gegenstände zu einem „vernünftige n" Preise an die jüdische Gemeinde abzutreten. Badescu wollte sich dazu nicht verstehen, sondern erstattete die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die entschied, daß die Badescu abgenommenen Gegenstände dem „rechtmäßigen Besitzer", d. h. Badescu, rückerstattet werden. So ist, nach all den Interventionen bei den zuständigen Behörden, eine in einer Synagoge geraubte Thora-Rolle Besitz eines Nichtiuden geworden, weil er sie auf einer Auktion „rechtmäßig" erworben hat. Gegen den Entscheid des Staatsanwaltes hat die jüdische Gemeinde beim Justizminister appelliert. Die Ritualmordaffäre in KarpathoruBland. Der mit der Erhebung der Anklage gegen die Juden Liebermann und Steinberger wegen angeblichen Ritualverbrechens betraute Staatsanwalt hat gegen den Redakteur der halbamtlichen ungarischen Tageszeitung „U j K ö z- 1 ö n y". H a v a s, die Anklage wegen Beeinflussung der Zeugen zu falschen Zeugenaussagen erhoben. Dies ist bereits der zweite Fall in diesem Prozeß, daß ein Entlastungszeuge, der die ganze Haltlosigkeit des An- Residenz-Atelier BSBBBSBBBBi für moderne Photographie. Wien I., Fleischmarkt Nr. 1 Telephon R 29-2-80 1 Bild und 6 Karten S 25.- Spezialität: Brautaufnahmen klagegebäudes nachgewiesen hat. vom Staatsanwalt verfolgt wird. Gegen den Schuldirektor Pazuchanic wurde bereits vor einigen Wochen die Anklage wegen Meineid erhoben. Pazuchanic hatte erklärt, daß im Gerichtsgebäude den Kindern mit Strafe gedroht wurde, wenn sie nicht gegen die Juden aussagen würden. Der ungarische Tagesschriftsteller Havas hatte sofort nach Beginn des Prozesses ausführliche Gespräche mit den beiden Kindern in seinem Blatte veröffentlicht, aus welchen klar hervorging, daß der „rituelle" Inhalt der Affäre eine reine Erfindung der kindlichen Phantasie und Resultat eines auf die Kinder ausgeübten Druckes gewesen ist. Die Nachricht über die erwähnten Schritte der Staatsanwaltschaft hat in der jüdischen Oeffentlichkeit große Erregung ausgelöst; man erwartet nunmehr ein entschiedenes Eingreifen des Justizministeriums, an dessen Spitze der tschechische Sozialdemokrat Dr. Meissner, ein Jude, steht. Ein Schlag gegen die jüdische Bevölkerung Litauens. Die litauische Regierung hat einen Gesetzc n t v ii r i ausgearbeitet, wonach Ausländern und Staatenlosen verboten sein soll, in Litauen irgendein Handwerk auszuüben. Das Gesetz ist direkt gegen das jüdische Element gerichtet. Tausende Juden, die infolge der Einbürgerungspraxis in Litauen als Ausländer oder Staatenlose registriert sind, werden, wenn das Gesetz zur Anwendung kommt, ohne jede Möglichkeit eines Unterhaltes bleiben. Die in Kowno erscheinende Tageszeitung „Ydische Stime" warnt die Regierung vor einem solchen (iesetz, das tausende Menschen vor die Wahl stellen würde. Selbstmord zu begehen oder betteln zu gehen. Jüdische Palästinaeinwanderung im Jahre 5690. Die Exekutive der Jewish Agency hat soeben einen Bericht über ihre Kolonisationsarbeit im Laufe des Jahres 5690, d. h. für die Zeit vom 1. Oktober 1929 bis 30. September 1930, veröffentlicht. Insgesamt sind in diesem Zeiträume 588.? Juden nach Palästina eingewandert. JüdisdkeitnentafeL Paris. Der neugebildeten Regierung Steeg gehört ein Jude, der Deputierte Leon Meyer, als H a ndels-Unterstaatssekretär an. Leon Meyer war seinerzeit Unterstaatssekretär für die Handelsmarine im Ministerium Herriot. Er ist im Jahre 1868 geboren und wurde im Jahre 1923 zum erstenmal ins Parlament gewählt. Er bekleidete seinerzeit auch das Amt eines Bürgermeisters von Le Havre. (Die vor einiger Zeit verbreitet gewesene Meinung, daß der jetzige Ministerpräsident, Steeg. Jude sei. ist irrig. Sic entstand vielleicht darum, weil Steeg sich in früheren als Generalgouverneur von Algier um die Französisierung des jüdischen Elementes bemühte und der Presse Interviews über die Lage der Juden in Nordafrika gab. Bis jetzt war noch kein Jude Ministerpräsident von Frankreich, doch hat es in Frankreich zahlreiche jüdische Ressortminister gegeben, unter ihnen Adolphe Cremieux, Abraham Schramek. Hesse. Bokanowski. Milhaud und Paul Strauss. Frankreich war das erste Land, in dem Juden Ministerposten bekleideten.) Echte Perterteppiche durchwegs günstige Gelegenheitskäufe, werden mit ganz kleinem Nutzen im WIEDNER MÖBELHEIN Inh. JULIUS GÖTZt Händig, beeid Stchv. u. Schatzmeister lV.,SCHteiFM0HLGASSB1» billigst abgegeben; daselbst sind auch elegante Schlaf- und Speisezimmer, Herrenzimmer, teils neu, teils gebraucht, zu verkaufen.