Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 48 (28.11.1930)
- Date
- 1930-11-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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si««tsaMB'i mm 11 n*> »mmiimi i im w twimm irwtrvriaaja,«-..TfHti w»™«' DIE WAL Seite 5 Echt^Per$ertepgiclre durchwegs günstige Gelegenheitskäufe, werden mit ganz kleinem Nutzen im WIEDNER MÖBELHEIM Inh. JULIUS GÖTZL Händig, beeid. Sichv. u. Schatzmeister IV., SCHLEIFHÜHLGASSE 1a TELEPHON B 24-1-62 billigst abgegeben; daselbst sind auch elegante Schlaf- und Speisezimmer. Herrenzimmer, teils neu, teils gebraucht, zu verkauft n. zwungen war, die Unterstützung zu kürzen, sali die unglückliche Frau keinen anderen Ausweg als den Gastod... Dieser Fall, sagte Herr "['eitel, beleuchtet blitzartig eine Not. die nach Abhilfe schreit. Um eine solche Abhilfe nicht allein in Deutschland, sondern auch im Auslande zu beschaffen, hatte Staatsrat Teitel eine Reise nach London unternommen. Er hatte Zusammenkünfte mit dem ehemaligen Vizekönig von Indien Lord Reading, mit dem Chief-Rabbi Hertz, mit Sir Meyer Spiel mau und einer Reihe anderer prominenter Persönlichkeiten der englischen Judenheit. Die jüdische Presse Londons, wie „Jewish Times", „Jewish Guardian", „Jewish Chronicle", begrüßte Herrn Staatsrat Teitel und seine Aktion mit großer Wärme. Es wurde ein Komitee ins Leben gerufen, an dessen Spitze sich die Herren Elkan Adler, Chief-Rabbi Hertz, Otto L. Schiff, Meyer Spiel man und der inzwischen verstorbene Lucien \V o I f, ein großer Freund des Flüchtlingswerkes von Berlin, stellten. Es gelang, unter den in London ansässigen russischen Juden, sowie unter mehreren englischjüdischen Familien gewisse Beträge aufzubringen. „Obwohl bei mir Fiebertemperatur festgestellt wurde und ich von meinen Freunden gewarnt wurde" — erzählte Herr Teitel weiter —, „setzte ich meine Sammeltätigkeit fort, bis mich eine starke Erkältung niederwarf, von der ich mich nur Dank der sorgsamen Pflege in der Familie des Herrn Lipmann Schalit erholen konnte." „Was soll nun werden?", schloß Herr Teitel •die Unterredung. „Manche glauben, daß meine Darstellung der Not der Flüchtlinge übertrieben ist. Das ist keineswegs der Fall. Der erwähnte Selbstmord ist nicht ein Einzelfall, es werden Selbstmordversuche gemacht, die verschwiegen werden. Ich wünschte, daß die Repräsentanten der Oeffentlichkeit, wenn auch nur für einen Augenblick, einen Blick werden in die Räume unseres Verbandes und die stummen Gesichter der Hilfesuchenden sehen. Vor einigen Tagen bin ich 89 Jahre alt geworden. Ich weiß nicht, wie lange zu leben mir das Schicksal noch vergönnen wird, aber den Rest meines Lebens werde ich dem Werke widmen, dem mein bisheriges Leben galt: ■der Hilfe für die unglücklichen Opfer der Umwälzungen der Gegenwart." ragender Kenner des biblischen Schrifttums und der hebräischen Literatur — hat aus dem reichen Borne seines Wissens in langjähriger Praxis als Lehrer die reiche Erfahrungen über eine der 'Kinderstuie angepaßte, logische Darbietung des Lesestoffes gesammelt und verwertet. Referent kann, oder richtiger muß, nach bestem Wissen und Gewissen dem Autor das Lob spenden, daß derselbe einen in seiner Anlage und Ausführung geradezu meisterhaften und mustergültigen Lehrbeheli geschaffen hat zu Nutz und Frommen unserer jüdischen Kinder. Der Autor sucht — das sei besonders betont — in den Leseübungen und Proben den möglichsten Anschluß an den Text der Bibel oder des Gebetbuches, die alle mit sichtender Hand und feinem Takt gewühlt sind. Die Sätze, zu kleinen und leichten Erzählungen verbunden — sind immer klassisch dem Fassungsvermögen der Unterstufe angepaßt und dem praktischen Bedürfnis für den Schulzweck in jeder Weise ganz und voll entsprechend. Einige in herzig-herzlichen Reimsätzen gehaltene Lesestücke zeugen überdies von poetischer Begabung des Autors, die ihren tiefen Eindruck auf das kindische Gemüt nicht verfehlen und sich dem Gedächtnis leicht einprägen werden. Der Liturgie ist auch vollauf Rechnung getragen, wobei planmäßig vom Kleineren zum Größeren vorgegangen wird, und ein systemmäßiges Fortschreiten und verständnisvolles Vorgehen in der Entwicklung des Ganzen zu beobachten ist. Man merkt die gewissenhafte Arbeit und Sorgfalt an, die Stengel dieser Arbeit gewidmet, bei der er mit methodischem Geschick auch Juden... Jerusalem, 21. November. (J. T. A.) Der Waad Leumi hat sich in zwei Sitzungen mit dem Text einer der englischen Regierung zu unterbreitenden Resolution befaßt. Der endgültig? Text lautet: Die Tatsache, daß die Regierung und außerdem noch der Ministerpräsident die Politik des Weißbuches im Unterhause bekräftigt haben, trifft die Judenheit Palästinas wie ein Donnerschlag. Dieser Bruch der gegenüber dem jüdischen Volk übernommenen Verpflichtungen bedeutet einen Angriff auf unsere Ehre und einen Versuch, die Arbeit in unserem Lande vergeblich zu machen. Wir erklären neuerlich mit allem Nachdruck, daß wir kein Vertrauen zu einer Regierung haben, die dieses Weißbuch zur Basis ihrer Politik macht. Der Jischuw ruft die Judenheit der ganzen Welt auf, den Kampf gegen die wiederholten Angriffe der Regierung auf den Jischuw fortzusetzen. Kein Fehlgriff irgendeiner Regierung kann das ewige Band zwischen Erez Israel und dem jüdischen Volke zerreißen. Unser Werk des Wiederaufbaues und der Erneuerung unseres Landes wird fortgesetzt werden. Ferner wird in der Resolution die Weigerung, mit der Regierung auf der Basis der Politik des Weißbuches zusammenzuarbeiten, in schärfster Form ausgesprochen. die rein praktische Seite des Hebräisch Lesens voilaur berücksichtigt hat. Die Einführung groß gedruckter Stichworte vor jedem Absatz, durch die das folgende Lesestück eingeleitet wird, erleichtert dem Kinde schon den Inhalt des Ganzen. Auch auf mnemotechnischem Wege werden dem Kinde die Buchstaben beigebracht, der den einen aus dem anderen entstehen läßt, die im Anfang einer jeden Seite erscheinenden überaus schönen und kolorierten Bilder, die von künstlerischer Hand ausgeführt wurden, erhöhen den gesamten Eindruck der Fibel. Dieselben bilden sozusagen die plastische Einleitung für das folgende Lesestück, dessen Uebersetzung mit der Kenntnis weniger Vokabeln erreicht wird. Besonders gelungen sind die Bilder, welche den Sabbat und alle Feste einleiten und für das Verständnis und die Bedeutung derselben vorbereiten. Den Abschluß bilden einige wichtige kürzere Gebetstücke, verschiedene Benediktionen, das hebräische Alphabet und ein schönes Poem: Saud Olef-Beth. Auch die Ausstattung der Fibel ist eine überaus feine und schöne. Papier und Druck sind ausgezeichnet — der Preis überaus mäßig. So darf denn dieser Fibel, die eine großartige Leistung auf dem Gebiete des hebräischen Unterrichtes auf der Unterstufe der Volksschule bedeutet, ein recht herzliches Glück auf! als Geleitwort mitgegeben werden. Möge sie den verdienten Weg in alle Schulen finden, es wird Lehrern und Kindern ein sicherer Führer durch den hebräischen und damit für den Religionsunterricht sein. W i e n, im November 1930. Dr. H. Pollak. .... und Araber. Jerusalem, 20. November. (J. T.-A.) Die palästinensisch - arabische Exekutive hat dem High Commissioner Sir John Chancellor eine Denkschrift an das Kolonialamt in London überreicht, in der gegen die Einladung der zionistischen Führer zu einer Beratung über angeblich unklare Stellen des Weißbuches Protest eingelegt wird. In der Denkschrift wird erklärt, der Wortlaut des Weißbuches sei, zu schützen und die Einwanderung einzufürchte, jede Erläuterung des Weißbuches werde dazu führen, daß die Araber an dem guten Willen der Regierung verzweifeln, sie im Besitz jenes kleinen Bodenausmaßes, das ihnen noch verblieben sei, zu schützen und die Einwanderung einzustellen. Erläuterungen irgend welcher Art wurden die durch die im Widerspruch zum Weißbuch stehende Bewilligung von 1500 Arbeiterzertifikaten unter den Arabern ausgelöste Erregung aufs heftigste steigern. Sir John Chancellor erklärte, das Kolonialamt habe ihm die Weisung erteilt, den Arabern zu versichern, daß die englische Regierung keinem Teil der Bevölkerung Palästinas gegenüber ihre Pflicht vernachlässigen werde._ Berhrt uBdwbreiiBt.DiB Wahrheit'» Daröffentlichunqan <Ur Union deutsch 8s4errtUKiscber^l«dei» Telephon A 19-Z-77 IX., Berggasse 4 Postspark.-Kio. 9.464 Nachrichten aus Palästina Die Abwehr- und Aufklärungstätigkeit unserer deutschen Schwesterorganisation. Ein Besuch Dr. Holländers in Wien. hvri onauchi. Illustrierte hebräische Fibel von M. Stengel, Religionslehrer der israelitischen Kultusgemeinde, Wien. Verlag Jcsef B e I f, Buchhandlung, Wien I., Rabensteig 3. Die vorliegende Fibel gehört zu jenen pädagogischen Darbietungen, welche einer Empfehlung überhaupt nicht bedürfen, weil sie von selbst ihren Weg finden muß und sich selbst empfiehlt. Wer nur einigermaßen in der Fibel-Literatur orientiert ist, der weiß, wie trotz aller möglichen, zum Teil auch guter Versuche, dennoch keine einzige den Anforderungen entspricht, welche — zumal in der Gegenwart — bei dem modernen Unterrichtsbetriebe im Anschluß an die Fibeln im Deutsch- Unterrichte gestellt werden müssen. Früher gab es nur Lautübungen, wobei Vokabeln und Konsonanten verbunden zu Silben und Wörtern rein mechanisch vorgeführt wurden. Die Fibel von Stengel ist geradezu ein methodisches Kunstwerk. Es geht ein einziger großer Zug durch dieselbe: alles wird durch lebendige Anschauung aus dem Kinde selbst entwickelt Dieser Vorzug allein hebt schon die Fibel über alle' anderen hinaus und wird noch wesentlich erhöht durch die außerordentlich pädagogische Umsicht und methodische Einsicht, mit welcher das Ganze durchgearbeitet ist und die sich bis in die kleinsten Details verfolgen läßt. Es sind nicht lose an einander gereihte Sätze, die in keinem inneren Zusammenhange stehen, sondern das Ganze erscheint wie in den modernen deutschen Fibeln und in fremden Sprachen als ein zusammenhängendes Ganzes, <las dem Kinde frohes Interesse und wahre Freude am Unterrichte abgewinnen wird. Der Autor — ein hervor- In der vergangenen Woche hatte die „Union deutschösterreichischer Jude n" das besondere Vergnügen, den. Direktor des befreundeten „Centrai-Vereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", Herrn Dr. Ludwig Holländer, der mit seiner Gattin aus Italien kam und sich in Wien mehrere Tage aufhielt, als Gast zu begrüßen. In wiederholten Konferenzen nahmen die Führer der „Union" Gelegenheit, mit dem bewährten Leiter der rührigen deutschen Schwestervereinigung Gedankenaustausch zu pflegen, und es ist die Annahme berechtigt, dali diese persönliche Erneuerung des langjährigen Kontaktes die gemeinsame schwere Arbeit fördern werde. Ueber Ersuchen der „Union" erklärte sich Direktor Dr. Holländer auch bereit, ein iiiii'iBiiiibi.iitauyi JÄlHIRZiDTyClHITiR RESIDENZ COLUMBIA „MANNA" FABR. CHEMISCHER PRÄPARATE WIEN II., TABORSTRASSE 22 TELEPHON R 40-6-14 GARANTIERT UNUNTERBROCHENE BRENNDAUER 30 STUNDEN