Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 43 (24.10.1930)
- Date
- 1930-10-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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*%±X&-<JVtV,-WV*i *m DIE WAHRHEIT Seite 7 Hofrat Dr. Michael Holzmann gestorben. tin kluger und charaktervoller Mann, voll Eifer für jüdische Angelegenheiten, ist von uns gegangen. Am 20. d. M. ist der bekannte Bibliograph Hofrat Dr. Michael Holzmann, wenige Monate nach Vollendung seines 70. Lebensjahres, gestorben. Hofrat Dr. H o 1 zm a n n, der europäischen Ruf genoß und in Gelehrtenkreisen des In- und Auslandes sehr bekannt war, hatte durch Jahrzehnte au der Wiener Universitätsbibliothek sehr verdienstlich gewirkt und trat erst vor einigen Jahren in den Ruhestand, war aber auch dann noch vielfach wissenschaftlich tätig. Er verfaßte unter anderem das mehrbändige „Deutsche Anoiiymen-Lcrik o n", das ein Standardwerk der wissenschaftlichen Forschung geworden ist. Aber auch auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete hat Hof rat Dr. Michael Holzmann sich erfolgreich betätigt und Hervorragendes geleistet. Durch eigenen Fleiß und eigene Tüchtigkeit hatte sich der Verstorbene emporgearbeitet und einen Namen in der wissenschaftlichen Welt geschaffen, die nun den Verlust eines ihrer Großen beklagt. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag, den 23. d. M., unter außerordentlicher Beteiligung am Neuen Israelitischen Friedhofe (III. Tor) statt. Die Israelitische Kultusgemeinde, Wien, widmete dem hervorragenden Gelehrten ein Ehrengrab. Beth Hamidrasch. Am 19. d. M. wurde nach den Sommerferien der Lehr- und Leitbetrieb am Beth Hamidrasch wieder aufgenommen. In dem bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Saale hielt Herr Dr. Josef T i c h o im Namen der Wienet Kultusgemeinde die Eröffnungsrede. In ausgezeichneter Weise, in einer jüdischen Geist atmenden Form verstand es Herr Doktor Tic ho, die Notwendigkeit dieser Institution und besonders die ideelle Aufgabe dieser Lehrstätte den Zuhörern zu erklären. Nicht das Judentum hat die Thora bis Jieute erhalten, sondern die Thora hat zu allen Zeiten, in den schicksalsschwersten Stunden trotz aller Anfeindungen, trotz aller Vernichtungsversuche das Judentum erhalten. Möge auch in diesem Schuljahre den Lehrern und den Lernenden das Glück beschieden sein, mitzuhelfen, die Bibel als das höchste Gut des Judentums zum Gemeingut aller Juden zu machen. Nach den glänzenden Ausführungen des Herrn Dr. Josef Ticho hielt Herr Lektor Dr. Rubin den ersten biblischen Vortrag, der sich mit der Frage beschäftigte, wer Joser nach Aegypten verkauft habe. Die besonders klare Interpretation der Bibel, die vergleichende Kritik der bezughabenden Bibelstellen und die klare Art der Beweisführung ließen die Zuhörer dem Lektor ganz besonderen Dank spenden. Durch die Erhaltung des Beth Hamidrasch, durch die Förderung der Lehrtätigkeit an demselben und durch das dadurch bewiesene besondere Interesse für die Notwendigkeit der Beschäftigung mit unserer jüdischen Literatur sorgt die Kultusgemeinde besonders dafür, daß Wien als Stätte des traditionellen wirklichen Judentums erhalten bleibt. Dafür gebührt ihr der Dank aller Wiener Juden. Salzburg. Die „Union österreichischer J u d e n S a I z b u r g s" veranstaltet jeden Donnerstag, H8 Uhr abends, im Hotel Habsburg, Zusammenkünfte, zu denen alle Salzburger Glaubensgenossen ohne Unterschied ihrer politischen Einstellung eingeladen werden und die den Zweck verfolgen, das Zusammengehörigkeitsgefühl in Salzburg zu fördern. Die erste dieser Zusammenkünfte hat bereits stattgefunden und ist, wie wir erfahren, sehr schön verlaufen. Mairaonides-Institut Das Rektorat der Universität hat dem Institut für das Wintersemester 1930/31 den Hörsaal 37 der philosophischen Fakultät für zwei Stunden wöchentlich. Mittwoch, 6—8 Uhr abends zur Verfügung gestellt. Herr Rabbiner Dr. Kaminka wird von 6—7 Uhr Bibelexegese und von 7—8 Uhr Ethik des Talmuds vortragen. Beginn: 29. Oktober. Die anderen Vorträge haben vorläufig Samstag, den 18. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr, wie in den verflossenen Jahren Darwingasse 21 begonnen, es schweben jedoch Verhandlungen wegen Verlegung derselben in passendere zentral gelegene und modern ausgestattete Räumlichkeiten, die das Institut voraussichtlich am 1. November zu beziehen in der Lage sein wird. Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt veranstaltet am Mittwoch, den 29. d. M.. um 8 Uhr abends, im Cafe Kristall. L. Aspernplatz 1. ein Rummy-Turnler mit schönen Preisen, wozu er alle Freunde und Gönner höflichst einladet Oer Reingewinn Hießt den humanitären Zwecken des Vereines zu. QmTliche t)erlauTDarungen der israelitischen Kultusqemeinde Wien Z. 7190 ux 1930. Hebräische Sprach- und Bibelschulen. Schüleraufnahmen an den Gemeindebibelschulen im Schuljahre 1930/31. An die jüdischen Eltern! An den hebräischen Sprach- und Bibelschulen der israelitischen Kultusgemeinde Wien Die _______________ .....„......______ „_______,___________ ______ erhalten Schüler und Schülerinnen der Volks-, Haupt- und Mittelschulen, ihrer Altersstufe und ihren Vorkenntnissen entsprechend, Unterricht im Hebräischlesen. Uebersetzen des Gebetbuches und des Pentateuch. in hebräischer Sprache und in Talmud. Aufnahmen erfolgen in folgender Einteilung: I. Bezirk: Seitcustettengasse 4. IV. Stock. Für Knaben und Mädchen der Volksschule Freitag von 2—'A4. Für Knaben der Hauptschulc Montag und Donnerstag von 6—7 Barmizwah-Vorbereitungskurs (im Rabbinat) Freitag von 2—4. 2. Bezirk: Tempelgasse 3. III. Stock. Für Mädchen der Volksschule der II. Klasse Dienstag von 2—3, Saal I. Für Mädchen der Volksschule der III. u. IV. Klasse Dienstag von 3—5, Saal 1. Für Mädchen der Volksschule der III. u. IV. Klasse Donnerstag von 2—3. Saal II. Für Mädchen der Hauptschule Donnerstag von 3—5. Saal 11. Für Knaben der Volksschule der II. Klasse Freitag von 2—3. Saal 1. Für Knaben der Volksschule der III. u. IV. Klasse Freitag ven 3—4, Saal I. Für Knaben der Hauptschule, Kurs I. Mittwoch von 6—7. Saal I. Für Knaben der Hauptschule. Kurs II, Donnerstag von 4—6. Saal I. Für Knaben der Mittelschulen Montag und Mittwoch von 4—6. Saal I. Für Knaben der Mittelschulen Mittwoch von 3—5. Saal II. Talmud-Kurs Montag und Donnerstag von 6—8, Saal II. H e b r ä i sc h-K u r s Iwrith b'Iwrith (bei genügender Tcilnehmerzahl Anmeldungen im Schulamte). Sebastian Kneippgasse 14. Für Knaben der Volksschule Für Knaben der Volksschule Für Mädchen der Volksschule, Kurs I, Für Mädchen der Volksschule, Kurs II. Für Knaben der Volksschule Für Knaben der Volksschule Für Mädchen der Hauptschule Talmud-Kurs, soferne eine Für Knaben der Volksschule Für Knaben der Volksschule Für Knaben der Hauptschule Für Knaben der Hauptschule 6. Bezirk Für Mädchen der Volksschule Für Knaben der Volksschule, Kurs Für Knaben der Volksschule. Kurs Für Knaben der Hauptschule Für Mädchen der Mittelschule -. 8. Bezirk: Mädchen der Volksschule Mädchen der Hauptschule Mädchen der Mittelschule Für Für Für Für Sonntag von 10—11. Mittwoch von 4—5. Montag und Mittwoch von Freitag von 2—4. Sonntag von 11—12. Mittwoch von 5—6. Montag und Mittwoch von 6—7 genügende Tcilnehmerzahl sich meldet. Rembrandtstraße 32. Sonntag von 10—11. Dienstag von 2—5. Sonntag von 11—12. Dienstag von 3—4. Sclunalzhofgasse 3 (Tempclgebäude). Montag von 3—4. Montag von 2—3. Montag von 4—5. Freitag von 'A3—'A4. Mittwoch von 4—6. Neudeggergasse 12 (Tempelgebäude). Dienstag von 'A3—'A4. Dienstag von 'A4—'A5. Dienstag von 'A5—'A6. Donnerstag von 4—5. 'A3—'A4. II. Kurs Mädchen der Mittelschule, Kurs I 9. Bezirk: Wasagas.se 10 (Gymnasium). Hebräisch-Kurs für Mittelschüler Montag von 6—7. Hebräisch-Kurs für Mittelschüler Donnerstag von 5—6. 19. Bezirk: Humboldtgasse 25. Für Knaben der Hauptschule Dienstag und Donnerstag von * 13. Bezirk: Penzingerstraße 132. Für Knaben der Volksschule Freitag von 2—3. Für Mädchen der Volksschule Freitag von 3—4. Für Mittelschüler und Mittelschülerinnen (Anmeldungen bei Herrn Rabbiner Dr 15. Bezirk: Turnergasse 22 (Tempelgebäude). Dienstag von 5—A7. Freitag von 3—4. Samstag von 4—5. 21). Bezirk: Othmargasse 46. Hebräisch-Kurs (Iwrith b"lwrith) täglich von 2—3, Saal I. Lewin). Für Knaben der Hauptschule Für Mädchen der Hauptschule Für Mädchen der Hauptschule I. Für Knaben der Volks- und Hauptschule (Methode der öffentlichen Schulen) Kurs I Kurs II Kurs III Der Barmizwah-Vorbereitungskurs Barmizwah-Vorbereitungskurs Talmud-Kurs für Anfänger Talmud-Kurs für Fortgeschrittene 21. Bezirk: Holzmeistergasse Für Knaben und Mädchen der Volksschule Für Knaben und Mädchen der Hauptschule Unterricht an allen Abteilungen und Sonntag von 8—10. Samstag von 6—7. Montag von 2—I. Samstag von 4—6. 12 (Tempelgebäude). Montag von 5—6. Mittwoch von 5—6. in allen Kursen Sonntag von 10—11. Dienstag von 2—3. Sonntag von 11—12. Dienstag von.3—4. Sonntag von 12—I. Dienstag von 4—5. ist unentgeltlich. Der Vorstand. Adolf Ignaz und Julie Marzelline Mautner von Markhofsche Stiftungen für Wiener Waisenkinder. Verliehen werden: Je 1 Stiftplatz ä 600 S an 1 isr. Waisenmädchen und an 1 isr. Waisenknaben. Zur Bewerbung sind berufen: arme Waisenknaben im Alter von 12 bis 16 Jahren und arme Waisenmädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren, die in Wien heimatsberechtigt sind. Dem vom gesetzlichen Vertreter einzubringenden Gesuche sind beizulegen: Mittellosigkeitszeugnis, Geburtsschein, Nachweis der Zuständigkeit und der Verwaisung, letztes Schulzeugnis und Vormundschaftsdekret. Einreichstelle: Magistratsabteilung 8. Einreichungsfrist: Bis 14. November 1930. Verleihungstag: 6. Februar 1931. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde Wien. Predigten in den israelitischen Genieinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 24. Oktober 1930, werden bei dem um 4.45 Uhr beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. Max Grunwald); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. I. Drobinsky); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XVI.. Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. F e u c h t w a n g). Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 25. Oktober d. J. findet um 3 Uhr nachm. der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. *