Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 10 (7.3.1930)
- Date
- 1930-03-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite € DIE WAHRHEIT Justizdeparteinents der palästinensisch e n R e g i e r u n g Norman Bentwich verübt hat. wobei Bentwich nicht unerheblich verletzt wurde, wurde wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gegensatze zu den ausschließlich aus Engländern zusammengesetzten Gerichten, die über Aufruhrfälle in Palästina urteilen, war dieses Gericht aus dem Engländer Tute, dem Juden Valero und dem Araber Budeiri zusammengesetzt. Die Führung der zionistischen Arbeit Das Sekretariat des Weltverbandes der Zionisten-Revisionist'en hat soeben den Briefwechsel zwischen --den Führern der Zionisten-Revisionisten und der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation betreffend die Forderung der Revisionisten nach Schaffung eines politischen Notkomitees und schneller Einberufung des Kongresses veröffentlicht Die revisionistische Forderung ging dahin, daß zum Zwecke der Schaffung einer vereinigten zionistischen Front ein paritätisch aus Vertretern der gegenwärtigen zionistischen Exekutive und aus Vertretern der Opposition zusammengesetztes Komitee zur Führung der nolitischen Arbeit gebildet werden soll, wobei beide - Hälften noch ein Weiteres Mitglied des Komitees einstimmig ernennen sollen. Ferner forderten die Revisionisten, den 17. Zionistenkongreß innerhalb der nächsten Monate auf der Basis einer beschleunigten Schekel- und Wahlaktion einzuberufen, in dem Antwortschreiben der Zionistischen Exekutive heißt es: Die Führung der politischen Arbeit ist von der Exekutive der Zionistischen Organisation auf die Exekutive der Jewish Agencv übergegangen. Zu dem Vorschlag, die Führung der politischen Angelegenheiten der Exekutive der Agency wegzunehmen und einem Sonderkomitee zu übertragen, könnten sich nur die zuständigen Organe der Agency äußern. Sollte ein solcher Vorschlag der Jewish Agency unterbreitet werden, so werde die Exekutive sich ihm widersetzen. Die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses im Jahre 1930, heißt es zum Schluß des Briefes, würde so offens-ichtliche und schwerwiegende Nachteile mit sich bringen, daß sie nur auf Grund einer überwältigenden Forderung seitens der Zionisten in Angriff genommen werden könne. Gegenwärtig liegt der Exekutive kein Beweis für das Bestehen einer solchen überwältigenden Forderung vor. ZnrBeadifnng Die Telephonnummer der Redaktion und Administration der ..Wahrheit" „-...._. : . . .., w,u r d e -g.e,ä_n d.£xt auf R 46-2-16 Mfle, wonnerkenf Verhinderung der Einschrauggelung deutscher Waffen nach Palästina. Vier Kisten mit je 120 Gewehren und je 20.000 Ladungen Munition, die an den palästinensischen Meblhändler Ahmed Stambpule adressiert waren, wurden im Zollhaus zu Beirut beschlagnahmt Waffen und Munition waren zwischen Glas verpackt. Kommunistische Förderung der Palästina-Unruhen. „Doar Hayom" veröffentlicht eine Unterredung seines Pariser Korrespondenten mit dem ehemaligen Botschaftsrat der Pariser Sowjetbotschaft Bessedowsky. dessen Abkehr vom Bolschewismus und Flucht aus dem Botschaftshause seinerzeit viel Aufehen erregt hat. Bessedowsky erzählte, die kommunistische Internationale habe seit dem Frühjahr 1929 der kommunistischen Partei Palästinas ihr besonderes Interesse zugewandt und in speziellen Zirkularschreiben die palästinensischen Kommunisten aufgefordert, ihre Tätigkeit unter den jüdischen und arabischen Arbeitern zu verstärken und die Opnosition gegen die jüdische Kolonisation zu kräftigen. An arabische Organisationen und Scheichs wurden große Geldunterstützungen gesandt. Die Sowjethandelsmission, die sich 192$ nach dem Ycmen begab, hatte die Aufgabe, sich mit der Revolutionierung der Bevölkerung Palästinas besonders zu befassen. Die Mission verteilte zchntausende Dollars unter die verschiedenen Scheichs Palästinas und Transjordaniens. VO LONTÄR I N, aus gut jüdischem Hause, Maschinschreiberin und Stenographin, sucht Posten. Gefl. Zuschriften unter „TfldltUf' an die. Exp. des Blattes ■&if- Aerztlich geprüfte DIÄTSCHWESTER, Gesellschafterin. Beschließerin, versiert in Diätkochen für Diabetiker, Nieren-, Gallenkranke etc. sucht Stelle in Privathaus oder Sanatorium. Unter „Gewissenhafte Vertrauensperson" an die Exped. d. BI. TonWothezuWothe Aus der Grazer Kultusgemeinde. Anläßlich der am 21. ä. M. stattfindenden Grazer ' Kultusrats wählen hat sich die konservative Partei veranlaßt gesehen, das Kompromißanerbieten der zionistischen Partei zu akzeptieren, nach welchem die konservative Parteizehn, die zionistische vierzehnMand a t e erhält Die Gründe für die Annahme dieses Kompromisses waren folgende: Als der konservativen Partei von der Gegenseite Komprömißanträge gestellt wurden, hat sie sich auf Unterhandlungen eingelassen, die zu dem obangeführten Resultate führten, weil sie sich sagen mußte, daß durch ein Kompromiß ein Wahlkampf mit all seinen häßlichen und nachhaltigen, den Frieden in der Gemeinde störenden Momenten verhindert wird, und weil es der konservativen Partei widerstrebte, mit ähnlichen Mitteln zu arbeiten, wie solche in dem Artikel der „Stimme" vom 27. v. M. mit der Ueberschrift „Vor den Wahlen in die Grazer Kultusgemeinde" verwendet werden. Dieser Artikel enthält eine solche Fülle von Unrichtigkeiten, daß ich mich -darauf beschränken muß, nur einen Teil desselben, und zwar den Passus betreffend die Höchstbesteuerten in dem von Herrn Karl Schwarz erstatteten Finanzbericht zu widerlegen, weil ich da mit nacktem Ziffernmaterial dienen kann. Vor allem wäre es unverständlich, warum Herr Karl Schwarz heute noch, wo wir schon seit acht Jahren eine gesetzlich normierte Schillingwährung haben, bei seinen statistischen Berechnungen mit Papierkronen arbeitet wenn wir nicht wüßten, daß es viel aufreizender klingt, wenn gesagt wird, die Höchstbesteuerten zahlen um das 8500fache zu wenig, als wenn man behauptet, daß diese nur nicht ganz die Hälfte von dem leisten, was sie nach der Vorschreibung vom Jahre 1914 zu leisten hätten. Vor etwa zwei Jahren mußte ich mir in Ihrem geschätzten Blatte Gastfreundschaft erbitten, um diverse von Herrn Karl Schwarz anläßlich eines Rechenschaftsberichtes aufgestellte Behauptungen zu widerlegen, bzw. richtig zu stellen, und jetzt macht er wieder den gleichen Fehler, was iedenfalls auf seine Unbelehrbarkeit schließen läßt Nach dem Artikel der „Stimme" hat Herr Schwarz in seinem diesmaligen Rechenschaftsberichte behauptet, daß gegenüber einem 16.500 fachen Steuererfordernis des Jahres 1914 die steuerliche Belastung der Höchststeuerträger eine 8000fache. die der Mittelbesteuerten dagegen eine 21.000fache ist Tatsächlich verhält es sich diesbezüglich wie folgte Das, im Jahre ,191,4 budgetmäßig durch Steuern zu repartierende Erfordernis betrug G.-K. 47.052.— S 67.754.88. Pro 1929 betrug das durch Kultusbeiträge zu repartierende Erfordernis S 84.039.90. daher der Mehrbedarf im Jahre 1929 gegen 1914 S 16.285.02. also rund 24 Prozent. Das Erfordernis im Jahre 1914 wurde auf-Grund einer Maximalsteuer von G.-K. 720.—. im Jahre 1929 auf Basis einer Maximalsteuer von S 1100.— repartiert somit ist die Maximalsteuer im Jahre 1929 gegen 1914 stark übervalorisiert. Dabei kommt noch in Betracht daß das Erfordernis im Jahre 1914 auf 564 Gemeindemitglieder, im Jahre 1929 auf 743 Steuerzahler repartiert wurde, die Zunahme der Mitgliederzahl beträgt somit 159 Mitglieder, also mehr als 28 Prozent somit ist der Mehrbedarf im Jahre 1929 gegen 1914 schon durch die Zunahme der Mitgliederanzahl reichlich kompensiert (Die Behauptung, daß die Mittelklasse das 21.000fache der Friedensleistung aufbringt, ist eine ganz vage und absolut nicht zu beweisen, weil ia hierzu jede Annlngie fehlt) Herr Karl Schwarz verschweigt wohlweislich., daß im Jahre 1914 in der Grazer Gemeinde nur s e c.h s Mitglieder mit der Maximalsteiier von G.-K. 720-4 hedacht wurden, im Jahre 1929 aber dreizehn Mitglieder ä S 1100.—. Somit haben die sechs Höchstbesteuerten im Jahre 1914 G.-K. 4320.— (gleich S 6221.—). im Jahre 19?9 die drei- 7ehn Höchstbesteuerten S 14.300.— aufgebracht, also das Zweieindrittelfache oder, , um mit Herrn Schwarz zu «nreche"; das?300fache. Endlich berücksichtigt Herr Karl Schwarz nicht die ungeheure Verschiebung in den Vermögens- und Einkommensverhältnissen seit 1914 und daß an d'e Leistungsfähigkeit der damals Höchstbesteuerten kein einziger der gegenwärtig mit der Höchststeue»- bedachten Mitglieder heranreicht Was von den anderen Ausführungen des Artikels <ler ..Stimme" zu halten ist ersieht man aus den obigen Widerlegungen. Am gründlichsten wird Herr Karl Schwarz von seinem eigenen Gesinnungsgenossen und Schwager. Herrn Oskar Freudmann, ad absurdum geführt der in dem Artikel der ..Stimme" fettgedruckt als einziges AktivurnT die Grazer iüdische Schule bezeichnet. Wenn ein so gründlicher Kenner der do^igen Gemeindeangelegenheiten, wie es Herr Oskar Freudmann ist als einziges Aktivurn die Schule bezeichne*, so sind doch wohl alle sonstigen Institutionen der Gemeinde trotz vierjährigem unbehinderten Schalten und Walten des zionistischen Kultusrates Passivnnsten. Gerade die iüdische Schule aber war seit ieher das Schoßkind der konservativen Partei für ihr Wachsen und Gedeihen hat der jeweilige konservative Kultnsrat die größten Opfer gebracht in einer Zeit da Nationaliudentum und Zionismus noch ranz unbekannte Begriffe waren. Unsere Schule wurde immer von den Aufsichtsbehörden als MusterscJiiile bezeichnet und wie es jetzt damit bestellt ist. erhellt am besten der Umstand, daß ein prominenter Führer des hiesigen Nationaliudentums. dessen Frau überdies auch noch enragierte Zionistin ist seine beiden Knaben die jüdische Schule nicht besuchen läßt Adolf R e n d i, Graz. GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHl ■^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■i WIEN IX., BERQQASSE NR. 19 FILIALE! XVIII., WAHRINQERSTRASSE »7 Telephon Nr. A 17 3-99and A 164-34 Lieferant fflr Hallanstalton AbteilungemürKoscherfleisch unter Aufsieht daa ehrw. Rabbinataa dar lar. Kultuaaemainda Wlan. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Dr. Herrmann Fialla, der weitbekannte und begründeten Ansehens sich erfreuende Nestor der Wiener Rechtsanwälte, das hervorragende hochgeehrte: Mitglied unserer Gemeinde, vollendet am morgigen Samstag, den 8. März, im Vollbesitze seiner geistigen Kraft und in jugendlicher Rüstigkeit sein 86. Lebensjahr im Zuge seiner in das siebente Dezennium reichenden ungeminderten Berufstätigkeit. Anläßlich seines vorjährigen Geburtstages hatte», wir die Befriedigung, die Stellung dieses begnadeten Jubilars in seinem Berufe, im Judentume und in der Wiener Gesellschaft eingehend zu würdigen, und begrüßen ihn heute zu dem neuen Jahresringe mit den lebhaftesten Glückwünschen, daß es ihm noch viele- Jahre hindurch beschieden sein möge, in gleichmäßiger Frische seiner Familie, seinem segensreichen Wirken und unserer Gemeinde anzugehören. Sechzigiähriges Geschäitsjubiläum. Im engsten Familienkreise feierten die Inhaber der Fa. Max Bruder, Ledergroßhandlung in Linz, die Herren Emil Bruder und Heinrich Süß, den sechzigjährigen Bestand der Firma. Dieselbe wurde am 9. Februar 1870 vom verstorbenen Herrn Max Bruder gegründet, der sich als langjährgier Vorstand der Chewra-Kadischa und durch seine Wohltätigkeit um die Kultusgemeinde sehr verdient gemacht hat Sein Sohn,. Herr Emil Bruder, Vizepräsident der hiesigen Kultusgemeinde, würdig seinem frommen Vater, widmet alle seine Kräfte für das Gedeihen der Kultusgemeinde. Herr Heinrich Süß, der im Vereine mit seiner Gattin Irma, geb. Bruder, seine drei Söhne im streng jüdischem Glauben erzogen hat, hat gewiß einen 'großen Anteil an den Aufschwung, dessen sich die-Firma Max Bruder zu erfreuen vermag. Kl. Kreditkassa für Kleingewerbe und Kleinhandel in Wien. Die 7. ordentliche Generalversammlung der Kreditkassa für Kleingewerbe und Kleinhandel findet am Mittwoch', den 12. März 1. J. um halb 7 Uhr abends in den Räumen der Genossenschaft (II. Praterstraße 9/5) statt Israelitischer Tempel- und Schulverein für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien. Am 16. v. M. fand unter Vorsitz des Obmannes. Herrn Max Berger. die 51. ordentliche Generalversammlung des Israelitischen Tempel- und Schulvereines für den X. Gemeiridebezirk Favoriten in Wien, statt. Dieselbe war gut besucht und nahm einen würdevollen Verlauf. Die am 23. v. M. stattgehabte Konstituierung ergab folgendes Resultat: Max Berger, Obmann, Benjamin Scher, I. Obmann-Stellvertreter. Simon Steiner, II. Obmann-Stellvertreter, Adolf Spira. Schriftführer. Gustav Fuchs, Schriftführer-Stellvertreter. Leopold Drill. Kassaverwahrer. Alfred Schweiger. Kassaverwahrer-Stellvertreter. und die Herren Sigmund Eisenstedter. Alfred Feßler, Michael Halpern. Johann Kafowi. Adolf Plaschkes. Michael Raab. Jakob Schwarz und Mor Weisz zu Bethaus- und Schulverwaltern. Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk in Wien. Die 28 ordentliche Generalversammlung dieses- Vereines findet Montag, den 10. März d. J., um Vi8 Uhr abends, im großen Saale des Vereinsheimes, XVI., Wurlitzergasse 11, statt. Mitglieder und Gönner des Vereines werden hierzu freundlichst eingeladen. Wohltätigkeitsverein „Oseh chesed Humanitas" (Wien IL, Schiffamtsgasse 5). Am 25. Februar fand unter großer Beteiligung die diesjährige ordentliche Generalversammlung des obigen Vereines im Klublokal des Hotel-Restaurants A, Barschak statt. Obmann B. Weitzenbaum begrüßte die Erschienenen auf das herzlichste, ganz besonders den Vertreter der Kultusgemeinde Herrn Prof. M. Rath und das langjährige Mitglied Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. M. B a c h. Sodann erstattete Vorstandsmitglied Max Schweiger einen mit großem Beifall aufgenommenen Tätigkeitsbericht des Vereines im abgelaufenen Geschäftsjahre. Nachdem Herr Schriftführer Karl Feiner den Kassenbericht erstattet hatte, wurde dem Vorstand das Absolutorium erteilt und für seine ersprießliche Tätigkeit der Dank der Generalversammlung ausgesprochen. Der vom Präsidium gestellte Antrag. Herrn Sigm. Komme h 1 jnn. in Anbetracht seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenpräsidenten zu ernennen, wurde; mit großem Beifall angenommen. Tief gerührt dankte Herr S. Kornmehl füridie einstimmig erfolgte WaM und betonte, daß er in dieser. Auszeichnung die Anerkennung seiner Bemühungen um den Verein, dessen