Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 4 (24.1.1930)
- Date
- 1930-01-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064145-3064149--17755-3082713- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
VonWo&e %u Worte äujährlges Jubiläum des isr. Frauen-Vereines Floridsdorf. Der wackere Frauen-Wohltätigkeitsverein im 21. Bezirk beging am Sonntag, den 19. d., in dem festlich dekorierten Tempe! zu Floridsdorf, untern Leitung .seiner bewährten Präsidentin Frau HenrietteGrünwald seinen 50jähp'tgen Bestand. Anwesend waren: Vizepräsident der isr. Kultusgemcindc Dr. Jakob Orns t e i n, die Präsidentinnen Frau Direktor Regina U i Iman n, Frau Dozentin S 6 f i c G r Iii n f e 1 d, Frau Rabbiner Dr. Orunwald, Frau Dr. Schwarz-Hiller, Frau Sofie Adler, Frau Dr. Emilie Weiß, Fau Mina Bondy, Präsident Obermedizinalrat Dr. Krüger und Gemahlin, Frau Vizeppäsidentin Kommerzialrat Kadisch, Frau Franzi Bischofswerder, Frau Ditta Engel, Frau Präsidentin Karoline Hoffmann, Frau Präsidentin Adele Schlesinger, Herr und Frau Benliner, Präsidentin Rosenberg, Regierungsrat Dr. Emil Adler, Leiter der Zentralstelle Dp. Löwy, Tempelvorsteher Gustav Planer, Frau Rabbiner Dr. Retti Mehrer, Oberkantor Mangultas und Amtsleiter Rudolf Kraus, ebenso Frau Kommerzialrat Czuczka, Frau Modiinger und Frau Marie Steiner. Herr Rabbiner Dr. Rosenmann feierte in meisterhafter Rede die verewigte Begründerin des Vereines Frau Dr. Laura Bloch und sodann die gegenwärtige Präsidentin Frau Henriette Qfünwald. In seinen Ausführungen, die tiefen Eindruck hervorriefen, verwies er darauf, daß der Frauenverein durch fünf Jahrzehnte auf dem heiligen Boden der Nächstenliebe, trotzdem in diesem Zeitraum verschiedene Umwälzungen vor sich gegangen, ausgeharrt und reiche Früchte erzielt hat. Herr Rabbiner Dr. Rosenmann widmete auch Worte der Anerkennung dem gesamten Vorstande des Frauenvereines, der seiner geehrten Präsidentin in rastloser Arbeit zur Seite steht. Den gesanglichen Teil versah mit Chor- und Harmoniumbegleitung I. Kantor S. Teig in eindrucksvoller Weise. Nach Abschluß des Gottesdienstes fand eine Festsitzung im Sitzungssaale statt, wobei Ansprachen gehalten wurden vom Vizepräsidenten Dr. 0 r n- -stein, Obmann Gabriel Dukes, Frau Direktor U 11 m a n n, Frau Dozentin Sofie G r ü n f e 1 d, Doktor Lowy, Dr. Max Ticho und Kommerzialrat B ö c k. Im gemütlichen Teile überreichte Vizepräsidentin des Frauenvereines Frau Rabbiner Dr. Rosenni a n n im Namen des Gesamtvorstandes "der Präsidentin eine herrliche Palme. Festbankett. Samstag, den IS. d. M. fand im Restaurant Tonello anläßlich des 70. Geburtstages des Herrn Schulrates Prof. Dr. Heinrich Pollak ein Festbankett, veranstaltet von den Freunden und ehemaligen Schülern des beliebten Jubilars statt. Hofrat Ing. Josef L ö w y eröffnete die gelungene Veranstaltung, zu der sich hervorragende Wiener Rechtsanwälte, Aerzte, Bankdirektoren und Großkaufleute eingefunden hatten, mit einer sehr gediegenen Ansprache, in der er die hohe Ethik der Religion und ihrer Verkünder hervorhob und eine Religionsanalyse überhaupt bot. Rabb. Dr. M. Rose nm a n n sprach namens des Rabbinerverbandes und als persönlicher Freund des Jubilars dem Jubilar, den er als würdigen Sohn seines vorzüglichen Vaters pries, den Dank für seine vielen Verdienste aus. Rabb. Dr. J. T a g 1 i c h t lobte namens des verhinderten Präsidiums der Kultusgemeinde die eifrige Tätigkeit des Herrn Prof. Pollak als Lehrer und Prediger. Ing. Hugo Koditschek übermittelte als Vorstandsmitglied des Bethausvereines, III., Erdbergstraße, den herzlichsten Dank des Vorstandes für dieses ersprießliche Wirken des Jubilars in diesem Gotteshaus. Nachdem noch Prof. Oppenheim als Verwandter und Prof. Dr. Alfred Baumgarten als Kollege gesprochen und Hofrat Löwy der Frau Prof. Pollak in einem gelungenen Toast gedacht, dankte der Jubilar allen Freunden für ihre herzliche Teilnahme an seinem Feste, die sich auch darin äußerte, daß über 300 Gratulationsschreiben und Telegramme aus aller Herren Länder einliefen. Trauung. Sonntag, den 19. d. M. fand im festlich beleuchteten und geschmückten Tempel in.der Pazmanitengasse die Trauung des Fräulein Lily E h r e n z w e i g, Tochter des verdienstvollen Vorstandsmitgliedes Herrn Direktor Karl Ehrenzweig und seiner Gattin Serafine, geb. Schramek, mit Herrn Dr. Ladislaus F e ß 1 e r statt. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man die Herren: Vizebürgermeister Georg Emme rlin'g, Präsident Nationalrat Matthias E1dersch und Bezirksvorsteher Max, Berdic z o \v e r. Der Vorstand des Tempelvereines beteiligte sich an der schönen Feier unter Führung des Präsidiums vollzählig. Den Trauungsakt vollzog Herr Rabbiner Dr. F e u c h t w a n g, ein langjähriger Freund der Familie F e ß 1 e r. In überaus herzlicher Weise verdolmetschte er die Gefühle der zahlreich Versammelten für das Glück und Wohlergehen des Brautpaares und ermahnte dasselbe, stets eingedenk zu bleiben der grenzenlosen Liebe und Treue, welche die Eltern der Erziehung der Kinder haben angedeihen lassen, um auf dem festen Grunde dieser echt jüdischen Tugenden das rteue Haus aufzurichten. Eine tiefe Rührung ging durch die Versammlung, als Herr Rabbiner Doktor Feuchtwang die Braut an die Tugenden ihres in Gott ruhenden Großvaters, K. Rat Adolf Schramek, erinnerte. Im Namen aller Freunde und Verehrer flehte Redner schließlich den Segen des Allmächtigen auf dieses wahre Herzens- und Seelenbündnis herab. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor J. Müller mit großer Assistenz in überaus würdiger Weise. Volksbildungshaus Wiener Urania. Rabb. Dr. Max Grunwald hält Donnerstag, 30. Jänner (V28 Uhr, Kleiner Saal), einen Lichtbildervortrag: „Spanien als Schauplatz j ü d i s c h er Geschieht e", sowie Donnerstag, 6. Februar ("18 Uhr, Klubsaal) im Rahmen einer Vortragsreihe „Ewige Bücher" einen Vortrag über den „Tal mu d". Auszeichnung. Der Bundespräsident hat Herrn Ing. Leopold Lourie, Chef der weltbekannten Sperrholzfabrik Lourie & Co., Wien, für seine vielen Verdienste um Gewerbe und Industrie das silberne Ehrenzeichen für Verdienste tun die Republik Oesterreich verliehen. Ing. Leopold Lourie ist der Schöpfer einer ganz neuen Holzindustrie, der Sperrholzplatte, die sich in wenigen Jahrzehnten die Welt erobert hat. „Theologia", Verein der Hörer an der israelitisch-theologischen Lehranstalt. Samstag, den 25. d. M., Parschas Schemaus, findet im kleinen Tempel, II., Tempelgasse 3, um K>9 Uhr vormittags, eine Predigt des Kollegen cand. theol. et phil. Samson Stein statt. Der Morgengottesdienst beginnt wie gewöhnlich pünktlich um 8 Uhr früh. Isr. Kinderbewahranstalt des Vereines Wohlfahrt. Gegründet 1842, Wien IL, Schiiiamtsgasse 15. Der Vorstand der Isr. Kinderbewahr-Anstalt, veranstaltet Sonntag, den 2. Februar 1930. 15.30 Uhr. eine Separat- Vorstellung im Deutschen Volkstheater. Zur Aufführung gelangt das mit großem Beifall aufgenommene Lustspiel „Der müde Theodo r" von Max Nesl und Max Fernen mit normaler A b e 11 d b esetzung des Deutschen Volkstheaters. In Anbetracht des humanitären Zweckes dieser Veranstaltung bittet der Verein um gütige Unterstützung dmreh Bestellung von Theaterkarten, welche zu normalen Naehmittagspreisen von S 2.50 bis S 11.— im Vereinssekretariat, 11., Schiffamtsgasse 15. Tel. Nr. R 42-2-51. an dis.r Tageskassa des Volkstheaters, 1.. Muscumstraße, und bei allen Vorstandsmitgliedern erhältlich sind. (Jeden Dienstag B r i d 2 e - A b e 11 dei im Cafe M ül I e r. I., Schotten ring 13.) Ein lustiger Nachmittag im „Simpl". Die Vereine ,.F e r i e n h e i m", Vöslau, und „O c s t e r r. Scchospiz", Grado (Präsidentin Sofie Grünt e I d). veranstalten Samstag, den 25. Jänner, tun 3 Uhr nachmittags, im Kabaret „Simplicissimus'". I., Wollzcile 34, einen lustigen Nachmittag bei kleinen Preisen unter Spiel- DQgicnlsdies Küntgsiichf wmammmmmmmmmmmmm Seit vielen Jahren das anerkannt beste Uli aD^-na^i Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hygien. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon P 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt. Lederhandschuhfabrik Josef TjasCmger I., Rotenturmsfraße 23 Telephon U 25-3-29 * IL, Hollandstraße 11 Telephon R 47-2-40 leitung des Komponisten A. M. Wcra u. Das Programm besteht durchwegs aus heiteren Darbietungen und haben sich für den wohltätigen Zweck Frau Charlotte W a ldow. Doddy Delison und A. M. VVe r a u. Frau. Irene Seidner vom Neuen Schauspielhaus, Alexander Strahal. „The Sid Kays Fellows'\ Sora von Laszewska und andere prominente Künstler und Künstloriiuten zur Verfügung gestellt. Karten bei allen Vorstandsmitgliedern, im Vereinsbtireau. IX.. Türkenstraße 17, Telephon A 11-163. und an der Kassa des „Simplizissimus." Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger isr. Waisen in Wien. Getreu den Traditionen, sehn.': Schützlinge zu wackeren Menschen und guten Juden zu erziehen, benützt der Waisenverein jede sich bietende Gelegenheit, welche ihn diesem Ziele näher bringt. So fand Samstag, den 18. d. M. im Tempel des Knabonwaiseiihaiises. XIX.. Prcbusgassc 2. die Barmizwah-Feier dreier Knaben statt. Zu dieser hatte sich der Vorstand des Waiserivereines nebst den Angehörigen der Konfirmanden eingefunden. Die kantoralen Funktionell versah der Oberkantor des Tempels XIX., Dollinergase, Herr Bohoni i 1 n y. in so weihevoller, kunstvollendeter Weise, daß diese Feier allen Teilnehmern zu einem Erlebnis ward, das Herz und Gemüt bewegte und alle Anwesenden zu Trnäen lüihrte. Die Festrede hielt Herr Direktor T h i cberger in wahrhaft väterlicher Art. Der Feier im Tempel schloß sich eine Festjause au. bei welcher die Konfirmanden nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten, Hen n Richard P e t s c h e k. der einige Da'ikesworte eines Zöglings folgten, reich beschenkt wurden. Internationale Ausstellung jüdischer Kunst in Prag. Am 1. Februar wird in Prag eine von der Lundesonganisatiou der jüdischen Frauen Böhmens veranstaltete Ausstellung internationaler jüdischer Künstler eröffnet werden. Zur Ausstellung gelangen Werke jüdischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. (Kisling, Shagall, Menkes usw.) Mit der Zusammenstellung wurde Dr. Hugo Feigl betraut. Außer Malerei wird auch Plastik und Graphik ausgestellt. TlmtficSe Verfautdarungen der JsraefitiscQen JCuftusgemeinde Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 24. Jänner 1930 werden hei dem um 4 Uhr 50 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten absehalten, und zwar: II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. Q r u n w a 1 d); V., Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G. M e h r e r); VI., Schmalzhefgasse 3 (Rabbiner Dr. J. D r o b i n s k y); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. 1. Taglicht); XVI., Hubergasse S (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Samstag, den 25. Jänner 1930 rinden beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) in den Gemeindetempeln XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. F e u c h w a n g) und XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. R os e n m a n n), exegetische Vorträge statt. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 25. Jänner 1930, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. Kundmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Fleischbank des Herrn Süssie Hasten, II., Obermüllnerstraße 5, ab 15. Jänner 1930 unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der israelitischen Kultusgemeinde Wien steht. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien.