Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 52 (17.12.1926)
- Date
- 1926-12-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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S«ite 16 DIE WAHRHEIT Vorführungen der Schwank „Ihr Traum" sehr flott und lustig gespielt wurde. Zu besonders großem Dank fühlt sich der Verein dem Fräulein Rosl Berger für die tadellose Leitung der Aufführungen verpflichtet. Auch Herrn Gustav Singer gebührt herzlicher Dank für die schöne Dekoration des Saales und der Bühne. Chanukkafeier. Dienstag, den 7. d. M., 8 Uhr abends, fand eine ebenso schöne wie gelungene Chanukkafeier im Lehrlingsheim des Vereines „Zukunft" in der Grünentorgasse statt. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Proi. Dr. A. Pick, Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes, Rabbiner Dr. Taglicht, Kultusvorsteher Kommerzialrat Markus, Amtsdirektor Regierungsrat Dr. Adler, Hofrat Prof. Doktor Frankfurter, Ministerialrat Dr. W e i n e r, Bezirksrat S. Weiner mit Gemahlin, die Herren M. Oesterreicher, I. Müller, S. Wassermann mit Gemahlin, S. Kornmehl mit Gemahlin, S. Suchariter mit Gemahlin sowie viele Mitglieder der Bne-Brith-Logen mit ihren Damen. Nachdem der Präsident des Vereines „Zukunft" Kommerzialrat K a r p e I e s die Anwesenden auf das herzlichste begrüßt hatte, nahm Oberkantor S: P ö s 161 o w die feierliche Anzündung der Chanukkalichter vor. Die hierbei von ihm unter Assistenz eines vorzüglichen Quartetts des Müllnertempels in meisterhafter Weise zum Vortrage gebrachten Chanukkagesänge würden von den Anwesenden mit Ergriffenheit angehört. Die sodann folgenden Vorträge der Zöglinge und einiger Gäste ernteten bei Jung und Alt lebhaften Beifall. Hierauf wurden die Zöglinge des Lehrlingsheimes reichlich beschenkt und zwar haben sich um die Aufbringung der vielen schönen Gaben der rührige Präsident des Vereines Kommerzialrat K a r p e 1 e s die größten Verdienste erworben. Herrn Rozsa, dem Direktor der Anstalt, gebührt für das Arrangement der schönen Feier besonderes Lob. Chanukkafeier. Der Bund jüdischer Eltern im IL Bezirke veranstaltete Mittwoch, den 8. Dezember, um halb 4 Uhr nachmittags, im Festsaale des Hotels „Bayrischer Hof" eine Chanukkafeier, die einen außerordentlich schönen Verlauf nahm und sich dank der vorbildlichen Tätigkeit des Bundes und insbesondere seines rührigen Präsidenten Postamtsdirektor Gustav K o 1 m i n zu einem wahren Freudenfest der jüdischen Jugend gestaltete. Eine unübersehbare Menge von Kindern füllte den Zuschauerraum und die Bühne, es wimmelte wie in einem Ameisenhaufen. Es war ein herzerfreuender Anblick, so viel Jugend, so viel Hoffnung und so viel Anmut und kindliche Fröhlichkeit beisammenzusehen, und auch die Alten, die zu diesem Feste der Jugend erschienen waren, wurden Wieder jung in ihren Herzen, da sie sich mit der Jugend freuen, mit ijir lachen und scherzen konnten. Unter den Anwesenden bemerkte man den Protektor des Vereines Herrn Rabb. Dr. Max Grunwald, den Präsidenten der Kultusgemeinde Prof. Dr. Alois Pick, Vizepräsident Dr. Jakob O r n s t e i n, die Kultusyorsteher Dr. Bader und Dr. K1 ab e r, die Bethausvorsteher Berge r, Ernst, Figdor und Planer, die Amtsdirektoren Regierungsrat Dr. Adler und Regierungsrat Fuchsgelb, den Schulinspektor Prof. Doktor Redisch, den Referenten des Jugendamtes der Kultusgemeinde Ohler und eine Abordnung des Frauenwohltätigkeitsvereines für den II. Bezirk, bestehend aus Frau Doktor Grunwald, Frau Fischer und Frau Hirschfeld. Der Obmann des Elternbundes Gustav K o 1 m i n begrüßte die anwesenden Honorationen, die zahlreichen Festgäste und vielen Kinder, sprach dem Protektor des Bundes, Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Grunwald für sein ebenso rastloses und vorbildliches, auch fruchtbringendes Schaffen, für seine tatkräftige Unterstützung und Förderung, für seine geistige Leitung und Führung vom Anbeginn bis zum heutigen Tage den herzlichsten Dank aus. Präsident Kol min dankte auch dem Bethausvorsteher Herrn Siegmund Ernst für seine großen Verdienste um den Verein, besonders um die Beschaffung der zahlreichen Festspenden, und dem Lehrer Markus Pick für sein Wirken als künstlerischer Leiter der Darbietungen, ferner dem Herrn Musikprofessor Antscherl und dem Chordirigenten Hei mann für ihre uneigennützige Mitwirkung an der heutigen Feier, schließlich der Frau Lehrerin Reiss für ihre liebenswürdige Uebernahme der Theaterregie sowie dem JAC. MAYER Schriftführer des Bundes Herrn Dr. Baumgar teil und dessen Gemahlin Frau Beate Baumgarten, welche das zur Aufführung gelangende Theaterstück eigens für die Feier geschrieben und dem Elternbund gewidmet hat. Schließlich dankte er auch seiner Gemahlin, die, wie gewohnt, ihr Bestes in den Dienst der guten Sache gestellt habe und schloß seine Rede, indem er den Kindern eine freudige Ueberraschung in Aussicht stellte. Im Mittelpunkte der ganzen Feier stand selbstverständlich das Anzünden der Chanukkalichter und war es eine überaus glückliche Idee, die Menorah von Mädchen, von welchen jedes eine Kerze in der Hand hielt, bilden und von einem kleinen Knaben, Walter Degenstück, anzünden zu lassen. Kultusrat Dr. Isidor K1 a b e r würdigte sodann in einer Festrede die Bedeutung des Chanukkafestes, worauf der Mittelschüler Berny Antscherl Josef Sulzers „Cavatine" und David Poppers „Gavott" meisterhaft zum Vortrage brachte. Die hierauf von der Bürgerschülerin Lotte Paschkes unü dem Mittelschüler Franz Kol min vorgetragenen Festgedichte wurden lebhaft akklamiert. Ein aus Jünglingen und Mädchen bestehendes und von Musikprofessor Heinrich Antscherl geleitetes Symphonieorchester spielte den 3. Satz aus der III. Symphonie von Mendelssohn una den „Krönungsmarsch" aus der Oper „Der Prophet" von Meyerbeer und erntete für seine ausgezeichneten Darbietungen reichen Beifall. Das von der Schriftstellerin Beate Baumgarten verfaßte Festspiel „Die Hasmonäer" fand bei Jung und Alt großen Gefallen und trug der Verfasserin unu den jugendlichen Darstellern und Darstellerinnen sowie der Spielleitung Frau Religionslehrerin Rosa Reiss ungeteilten Beifall ein. Es folgten nun Gesangs- und Gedichtvorträge, unter welchen wir besonders die lustigen Lieder der Lizzi Timan vom Deutschen Volkstheater anerkennend hervorheben möchten. Schließlich kam die angekündigte Chanukka- Ueberraschung, welche von den Kindern mit Spannung erwartet wurde und lebhafteste Freude bei allen Kindern auslöste. Gibt es einen herzerquickenderen Anblick als fröhliche Kinder? Barmizwahfeier. Samstag, den 4. Dezember, ist der Student Felix H u b e r, Sohn des Herrn Alfred H u b e r una seiner Gattin Rosa geb. Hoffmann, im Großen Leopoldter Tempel als Barmizwant vor der Thora erschienen. Hierbei brachte Oberkantor Fische; einen feierlichen Segensspruch zum Vortrage, worauf Rabb. Dr. Max Grunwald an den Konfirmanten eine eindrucksvolle Ansprache hielt, in der er den zum ersten Male vor der Thora Erschienenen ermahnte, den Traditionen seiner Familie treu zu bleiben und dem edlen Beispiele seiner Eltern und Großeltern nachzueifern. Dann werde er sich dieselbe Achtung und Wertschätzung erringen, welche diese wegen ihres vorbildlichen Lebenswandels allgemein genießen. Der Konfirmand und seine Eltern wurden nach Schluß des Gottesdienstes von den zahlreichen erschenenen Freunden und Bekannten herzlichst beglückwünscht. Enthüllung einer Gedenktafel für jüdische Soldaten in London. In der großen Synagoge in Ost-London wurde eine Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen jüdischen Soldaten Ost-Londons angebracht, welche 674 Namen enthält. Die feierliche Enthüllung dieser Gedenktafel, der auch Feldmarschall Lord Allenby beiwohnte, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung für die jüdischen Gefallenen. Lord Allenby hielt vor dem zahlreich versammelten Pubr likum eine ergreifende Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß die jüdischen Soldaten im Weltkriege ihre Pflicht voll und ganz erfüllt haben. Er sagte wörtlich: „Unter allen Söhnen Großbritanniens fand ich keinen tapferem Kämpfer als den Juden. Die Gestalt des Judas Maccabäus beweist, daß die Juden für jede gute Sache zu kämpfen wissen. In Palästina kämpften die jüdischen Bataillone in einer Weise, daß kein Lob für sie zu hoch ist." Die Gedenkrede hielt hierauf Chief Rabbi Dr. Hertz. H Diese Nummer ist zwanzig Seiten 5 ■ stark. Die nächste Nummer erscheint wegen 5 ■ der durch die Umänderung des Blattes bedingten tech-" ■ 2 nischen Schwierigkeiten. ■ ■ Freitag, den 31. Dezember 1926, . ■ Kleider-, Petee-'tf Gummimäntel-Fabrik ' JSglfriri«; Detailverkauf: WienHgiao(^€ngas$e24 Wiert '!L.-T^ntra0€,44