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Die Wahrheit · 1926-12-03 · Heft 50 (3.12.1926) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 50 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Von Woche zu Woche Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Freitag, den 3. Dezember 1926, finden bei dem um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in den nachbenannten Gemeindetempeln Predigten statt und zwar: XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht), XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), XVHL, Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang), ferner Sonntag, den 5. Dezember 1926 (6. Chanukaabend), XXL, Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 4. Dezember 1926, um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen des I., IL, V., VI., VIIL, IX., X., XV., XVL, XIX., XX. und XXL Bezirkes statt. Im Gemeindetempel des XVHL Bezirkes wird der Jugendgottesdienst verbunden mit einer Chanukafeier um 5 Uhr nachmittags abgehalten. Kammersänger Josef Schwarz. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sie würden mich sehr zum Danke verpflichten, wenn Sie zu Ihrer Notiz in der Nr. 48 vom 19. November 1926, Seite 3, Kammersänger Josef Schwarz, folgende Feststellung in Ihrem geschätzten Blatte aufnehmen würden. Josef Schwarz (er nannte sich Schwarze) begann seine Laufbahn am „Landschaftlichen Theater" in Linz unter der Direktion C a v a r, den späteren Direktor der Grazer Bühnen und des Theaters an der' Wien. Cavar nahm dann Schwarz an das Opernhaus nach Graz mit. In Linz war Schwarz von dein Musikkritiker der „Linzer Tagespost" Franz Gräflinger, der sein hervorragendes Talent erkannte, ganz besonders geehrt. Daß Josef Schwarz ein guter Jude war, beweist der Umstand, daß er rituell speiste. Bei dieser Gelegenheit sang er auch des öfteren nach den Mahlzeiten, wobei er sich selbst begleitete und es war ein ganz besonderer Genuß, ihn zu hören und werde ich mich stets mit großem Vergnügen an die genußreichen Stunden erinnern, die der berühmte Sänger uns damit bereitete. Richard Klein, Rechnungsrat, Linz. Trauungen. Unter außerordentlich großer Beteiligung der orthodoxen Judenschaft fand Dienstag, den 17. Kislew (23. d. M.) die Trauung des Herrn Leopold Lederer mit Fräulein Ester Baumgarten, der Tochter des Rabbiners der Adas Jisroel Josef Baumgarten statt. Unter den Festgästen bemerkte man Oberrabbiner Kraus aus Lackenbach, Oberrabbiner Ehrenfeld aus Mattersburg, den Vorstand und zahlreiche Mitglieder der Agudas Jisroel und der Adas Jisroel sowie Deputationen zahlreicher Vereine und Korporationen aus dem In- und Auslande. Die große Beliebtheit, deren sich Brautvater und Bräutigam erfreuen, kam hierdurch deutlich zum Ausdruck. Nachdem im festlich beleuchteten Tempel das Minchagebet verrichtet worden war, begaben sich das Brautpaar und die zahlreichen Festgäste in den Tempelhof, wo unter freiem Himmel die Trauung stattfand. Am Abend vereinigten sich in der „Scholle" (Restaurant illüllilli, Schwager, Jüdischer Almanach. Demnächst erscheint der vom Wiener Tempel Verwalter Max Schwager herausgegebene „Wiener jüdische Almanach", welcher nebst einem Kalendarium und literarischen Beiträgen ein Verzeichnis aller jüdischen Kultusgemeinden, deren Vorsteher, Funktionäre und Beamte, ferner auch alle jüdischen Wohltätigkeitsvereine und Humanitätsanstalten. Bethäuser usw. und deren Funktionäre enthalten wird. Um das sicherlich sehr wichtige Nachschlagewerk möglichst vollkommen zu gestalten, wendet sich Herr Max Schwager mit einem Rundschreiben an sämtliche Kultusgemeinden und jüdischen Körperschaften mit dem Ersuchen, ihm die erforderlichen Daten nach dem heutigen Stand zur Verfügung zu stellen. Es liegt im Interesse aller Amtsstellen, dem Ersuchen des Herausgebers so rasch als mogüch zu entsprechen. Zuschriften wolle man an den Herausgeber Max Schwager, Wien IL, Zirkusgasse 50, tidttttk * . Wienea) die Familien Baumgarten, Lederer und deren Freunde zu einem Hochzeitsmahle, das einen sehr animierten Verlauf nahm. In zahlreichen Tischreden, welche von jüdischem Geiste durchdrungen waren, wurde das neuvermählte Paar und Rabbi Josef Baumgarten gefeiert. Es erschienen unter anderen Oberrabbiner S. Fürst, Oberrabbiner Kraus, Oberrabbiner Ehrenfeld, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn und Salomon Schreiber. Rabbi Josef Baumgarten dankte gerührt für die zahlreichen dem Brautpaare und seiner Person entgegengebrachten Ehrungen. — Donnerstag, den 25. November 1926». fand im Stadttempel in der Seitenstettengasse die Trauung des Herrn Oberkantors Bernhard Löwensohn aus Linz mit Frau Helene Inländer aus Wien statt. Den Trauungsakt vollzog Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang, welcher eine zu Herzen gehende Ansprache an das Brautpaar hielt. Die kantorale Funktion versah in vorzüglicher Weise Herr Oberkantor M a t y a s. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten des Kantorenvereines Herrn Oberkantor L ö w i t und viele andere Kollegen. 80. Geburtstag. Montag, den 29. November feierte der in weitesten Kreisen bekannte Optiker S. Feri in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Herr Feri, der in den Sommermonaten in Marienbad (Kollonade) ein Optikergeschäft führt, erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Seminardirektor Josef Bänoczi. Vor einigen Tagen starb in Budapest der Direktor des jüdischen Lehrerseminars Josef B ä n o c z i im Alter von 72 Jahren. Mit ihm verliert das ungarische Judentum einen seiner geistigen Führer,, einen Mann, dessen umfassendes Wissen auf dem Gebiete der ungarischen und jüdischen Literatur ihn zu einem Gelehrten von internationaler Bedeutung machte. Josef Bänoczi galt in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts als einer der besten Kenner der ungarischen Literatur und Geschichte, Seine zahlreichen Werke und wissenschaftlichen Abhandlungen über die Geschichte der ungarischen Literatur wurden so hoch gewertet, daß sie ihm die Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften eintrugen. Josef Bänoczi war Dozent an der Budapester Universität, konnte aber wegen seines Judentums wie so mancher andere hervorragende jüdische Gelehrte in Ungarn keine Professur erlangen. In späteren Jahren gründete er die Israelitisch-ungarische Literatu r g e s e 1 1 - schaft, um welche Zeit er sich auch eingehend mit jüdischer Literatur und Philosophie beschäftigte. Als Direktor des Jüdischen Lehrerseminars in Budapest hat er sich auch vielfach mit pädagogischen Fragen beschäftigt und der Heranbildung tüchtiger jüdischer Religionslehrer sein besonderes Augenmerk zugewendet. Das Leichenbegängnis Josef Bänoezis fand unter großer Beteiligung statt. Oberrabbiner Dr. H e v e s y, ein Schüler des Verstorbenen, sowie Oberrabbiner Dr. Fischer und der Präsident der Budapester Kultusgemeinde Dr.. L e d e r e r hielten dem Verstorbenen warme Nachrufe, in welchen sie den schweren Verlust, den das ungarische Judentum und mit ihm das Judentum der Welt durch das Hinscheiden Josef Bänoczis erlitten hat, in ergreifenden Worten schilderten. Außerdem sprachen an der Bahre des verstorbenen Gelehrten Lektor des Budapester Rabbinerseminars Dr. Ludwig Blau, ein Vertreter der ungarischen Akademie der Wissenschaften, ein Delegierter der Budapester Universität sowie Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Vereinigungen, deren Mitglied der Verstorbene war. — M/chard J/erzo£ ~, 'Wfen./L Kleine Pfarrgaf/e Z8 Sclmcillplci** <en sämtlicher in- und ausländischer Marken lagernd Insbesondere jüdische Lieder und hebräische Gesänge der hervorragendsten Kantoren, wie Josef Rosenblatt, Sanel Kwartin, Berele Chagy, Sirota, Schlome Pfakasowicz und viele andere. Alle ScfaUgerplitten der besten Jazzband». Opera etc. — Moderne Sprettamwchinen und Reiseapparate bllHitt. — PlattenverUlh und •Umtausch.

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