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Die Wahrheit · 1926-12-03 · Heft 50 (3.12.1926) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 50 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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>*F 50 Dl£ WAHRHEIT 11 lieh, wie die Melodien diesem Komponisten zuströmen, denn speziell in diesem Hanueraus flalolu ist die Schönheit der Melodie, die Natürlichkeit derselben, das Hinfließende zu bewundern, dabei musikalisch durchdacht zur meisterhaften Anpassung an den Sinn des Wortes. Jubelnd und preisend gleich dem Texte klingt die Melodie erhebend. Die sequente Steigerung w"choI sch'mau-nas j'-mechnukko ist herzerquickend. Man fühlt es beim Singen: diese Melodie ist nicht nur vom Komponisten erfunden, sondern tief empfunden worden. Ebenso natürlich klaviristisch leicht fließend ist die Begleitung, nichts Gekünsteltes, nichts Gesuchtes, es klingt alles selbstverständlich. Die zweite Bearbeitung für Duett ist durch die meisterhaft gearbeitete zweite Stimme bemerkenswert, die Wirkung der Komposition eine erhöhte, auch hier ist der Vorzug das Natürliche; trotzdem die zweite Stimme etwas komplizierter ist, klingt sie herzlich, natürlich, ungezwungen. So können wir uns mit dieser Chanukkagabe Meister Friedmanns herzlichst freuen und ihm danken, mit dem Wunsche, er möge die Synagogenmusik und das jüdische Maus mit dieser Kunstgattung noch lange, lange bereichern. Oberkantor Isidor Löwit. Bei G. Braun, Karlsruhe i. B. sind erschienen: E. Stern, Zufall und Schicksal (M. 1.20), C. Haeberlin, Die Gefüge des Lebendigen (M. 1.20)* G. Lehmann, Das religiöse Erkennen (M. 1.80). — Stern's zum großen Teil psychoanalytisch geführte Untersuchung betont mit Recht dsn subjektiven Anteil, den wir an der Gestaltung unseres Schicksals haben, Haeberlin den Zusammenhang zwischen leiblichem und Seelenleben. Lehmann führt in die Probleme der Religionswissenschaften ein, vor allem in die Diskussionien über das Verhältnis zwischen Glauben und Wissen. Er beschränkt sich auf die Heranziehung des Christentums. Wenn er deshalb dem Begriffe des Mittlers eine wesentliche Bedeutung beimißt, so ist gerade in diesem Punkte ein Vergleich mit dem Judentum« •besonders lehrreich. Der Mittler hat die Funktion, mit Gott „von Angesicht zu Angesicht" zu reden und Gottes Wort den Mitmenschen zu vermitteln. Maimonides hat diese von der Bibel Mose zugesprochene Rolle trefflich beleuchtet. Während er den Verkehr Gottes mit den übrigen Propheten der heiligen Schrift gemäß rationalistisch darstellt, zieht er um die Prophetengabe den Zaun des dem verstandesmäßig Erfaßbaren Entzogenen. Im Bereiche unserer Erfahrung haben wir hierzu nur die'Analogie des Genies, der Intuition. Die jüdische Ethik bietet noch eine Mittlerschaft Das ist der Nebenmensch. Die soziale Tat gehört aber mit in den Komplex der religiösen Pflichten. Somit beruht auch sie auf der uns von Gott durch Mose verkündeten Offenbarung. Doch ist hierdurch keineswegs der unmittelbare Verkehr des Menschen mit Gott im Gebete ausgeschaltet, wie er im Psalter seinen klassischen Ausdruck gefunden hat. Alle drei Schriften sind mustergültige Einführungen in Gebiete, die jedem Denkenden naheliegen. G. S. Lewin, Chassidische Legende, deutsch von A. Nadel, mit Holzschnitten von Budko, Charfottenburg, Fasanenstraße 85. Rathenau und Horodisch 1926. Eine Probe chassidischdT Mystik, geeignet, in den Kern der Gedanken-, Gefühls- und Lebenssphäre des Ostiudentums einzuführen. Die Ausstattung ist prunkvoll, das Büchlein eine Festgabe. „Verband der Fachpresse." Der erste künstlerische Abend in dieser Saison fand am 24. November d. J. im Festsaale des Hotejs „Continental" statt und nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Dank den angenehmen Beziehungen mit dem Verbände österreichischer Künstler und Kunstfreunde, dessen Präsident Prof. Theodor Plowitz die artistische Leitung inne hatte, standen dem Abend hervorragende Kunstkräfte .zur Verfügung, die bei den zahlreich erschienenen Gästen dankbare Anerkennung fanden und sich reichhaltiger Beifallsbezeigungen erfreuen konnten. Es wurde folgendes Programm geboten: 1. RodosirQuartett (die Damen Prof. Maria Rodosi, Nelli Popper, Klara Nigrin, Dr. Melanie Deutsch-Drady). Allegro-Adagio-Finale aus Dvoraks „Nigger-Quartett". 2. Frl. Mimi Schloßhofer, Rezitationen. 3. Schwestern Auer, Tänze. 4. Herr Opernsänger Otto Wacha, am Klavier A. Brenner. 5. Konzertsängerin Frau Sonja Palm (begleitet von Fritz Bland). 6. Violinvirtuose Robert M a B m a n n (begleitet von A. Brenner), „Ungarische Melodien" von W. Ernst 7. Stilsängerin Frau Maria Tögel (begleitet von Fräulein Resa M e t z g e r). 8. Homunkulus (Herr Dr. Rob. W e i 1). Jede einzelne Leistung stand auf vollster künstie- - rischer Höhe. Vizepräsident Dr. O. Szamek, der für die diesjährige Saison die Leitung der Klubabende übernahm, trug als ■Conferencier zum Gelingen des Abends und zur guten Stimmung der Gesellschaft wesentlich g& U SonößhflngevQl I Warenhauses I Brüder Schiffmann ääsä IL, Taborstraße 48 is^s Unerreicht billige Kanfgelegenbeit! Im rtwto Henri emJfe Beispiele: BlandritoJc...... Cotton de Lerne Waeob-Kreton JlaolceDfhKftfeeoT Etamine, 115 cm breit Etamtne, m atten Farbe* Seldea-GMe«, 140 cm br. in allen Färb. per Meter —"«8 . *** . . *M» . . WO - . 3rftO Damenwäsche) Hemd und Hose...... 8*9© Garnituren, Handajour gest..........**"80 Damen&emdea..........S 2*80,290 1-98 Dejnensaznttaxen, (Hemd, Hose und Nachthemd) 9-80 Mlederletbohen...............—-98 Seidenjumper..........S 12*50, 790 8-99 8^ha*meT*Jarilnen..............9-90 Lei I* Web«....... Za fThlffon....... Hoeeaköper...... Za Streiffcradl..... 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