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Die Wahrheit · 1926-12-03 · Heft 50 (3.12.1926) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 50 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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49 Seite III Veranstaltungen. Der humanitäre Verein „Kurfürsorge" zur Unterstützung armer Kurbedürftiger (Obmann Med.-Rat Dr. J. L. Brau n), IL, Große Stadtgutgasse 7, veranstaltet anläßlich seines 20jährigen Bestandes am Samstag, den 4. Dezember 1926, %9 Uhr abends, im Olympiasaal, I., Rothgasse, eine Künstler- Akademie mit anschließendem Tanz. Der Bethausvorstand iür den XVIII. Bezirk veranstaltet am Samstag, den 4. Dezember, 5 Uhr nachmittags, im Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39, einen feierlichen Gottesdienst für die Schulkinder dieses Bezirkes und werden hierzu die Angehörigen der Kinder eingeladen. Die Festpredigt wird Herr Rabbiner Doktor Feuchtwang halten. Verein „Wohlfahrt" zur Erhaltung der im Jahre 1843 gegründeten israelitischen Kinderbewahranstalt, Wien IL, Schiffamtsstraße 15. Samstag, 4. Dezember, Y25 Uhr nachmittags, findet in der Anstalt eine Chanukafeier statt. Meroresheim. Samstag, den 4. Dezember, im Waisenhause, XIX., Bauenifeldgasse 40, 5K> Uhr nachmittags große Chanukafeier der Zöglinge. Jubiläum. Der Israelitische Tempel- und Schulverein für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien veranstaltet am Samstag, den 28. Kislew (4. Dezember 1926), um %9 Uhr vormittags, anläßlich des 50jährigen Bestandes des Tempelvereines und des 25jährigen Dienstjubiläums seines Rabbiners, Herrn Professor Dr. A. L. M a n d e 1, im Tempel, X. Humboldtgasse 27 einen Festgottesdienst. Aus demselben Anlaß findet am gleichen Tage um %9 Uhr abends im Restaurant Barschak ein Festbankett statt. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Sonntag, den 5. Dezember 345 Uhr nachmittags, findet im Knaben-Waisenhaus, XIX., Probusgasse 2, eine Chanukafeier statt. Elisabeth-Heim für Lehrmädchen und jugendliche Arbeiterinnen (Internat und Frauengewerbeschule mit Oeffentlichkcitsrecht). Sonntag, den 5. Dezember 1926, um 5 Uhr nachmittags, Chanukafeier mit ernsten und heiteren Darbietungen der Heimschützlinge. Bibelschule des Pazmanitentempels. Sonntag, den 5. Dezember 344 Uhr nachmittags im Prachtsaal des Kaffee Astoria, IL. Praterstraße 60, große Chanukafeier mit Vorträgen und Festspielen. Versorgungs-Anstalt der israelitischen Kultusgemeinde, Wien IX., Seegasse 9. Sonntag, den 5. Dezember 1. J., um 3/45 Uhr nachmittags, findet im Betsaale der Versorgungsanstalt eine Chanukafeier statt. Im Verein für, jüdische Geschichte und Literatur, Wien L, Wipplingerstraße 24 (Klubsaal der „Hakoah"), wird am 6. Dezember, 348 Uhr abends, Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann über „Dr. Hermann J e 11 i n e k" sprechen. Gäste willkommen. Der Verein „Wohlfahrt" hält seine ordentliche Generalversammlung am Mittwoch, den 8. Dezember 1926, um 18.30 Uhr im großem Saale der israelitischen Kinderbewahranstalt, Wien IL, Schiffamtsgasse 15, mit nachstehender Tagesordnung ab. 1. Tätigkeitsbericht; 2. Kassabericht, Bericht der Revisoren; 3. Bericht über die Errichtung eines Kinderbades; 4. Neuwahlen des Vorstandes und der Revisoren; 5. Anträge laut § 11 Punkt E der Statuten. g—e——•••o»+«»e— Einladung £ Der Bund jüdischer Eltern im IL Bezirk % veranstaltet Mittwoch, den 8. Dezember d. J., um Ya4 Uhr nachmittags, im Hotel „Bayrischer Hof" eine Chanukkafeier mit erstklassigem Programm Die Festrede hält Herr Dr. I. Kl ab er. Orchesteraufführung und Chorgesang unter Leitung des Herrn Prof. Antscherl und Herrn Chordirigenten Hei mann. Festspiel von Beate Baumgarten. Jedes Kind erhält ein überraschendes Geschenk. Wer Gelegenheit hatte, die bisherigen Festlichkeiten dieses Bundes, kennen zu lernen, wlrtf^eswhicht verabsäumen, dieser Feier beizuwohnen, . Der Vorstand. Judisches aus aller Welt. Der Midsurrey-Golfelub in L o n d o n, dessen Oberhaupt der britische Thronfolger, der Prinz von Wale s. ist, nimmt seit einiger Zeit laut offiziellem Beschluß Juden als Mitglieder nicht mehr auf. — In H a i f a wurden einige Araber, die aus Anlaß des Jahrestages der kommunistischen Revolution am 7. November Proklamationen in jüdischer und arabischer Sprache verbreitet haben, verhattet. — In T r ipolis ist bei einer jüdischen Hochzeitsieier der Fußboden des Festsaales eingestürzt, wobei hundert Personen in die Tiefe gerissen und 20 Gäste, darunter der Rabbiner von Tripolis, mehr oder minder schwer verletzt wurden. — Im Verlauf einer Gedächtnisfeier, die in Paris für den vor kurzem verstorbenen hervorragenden russisch-jüdischen Führer W i n a w e r abgehalten wurde, drangen mehrere russische Monarchisten in den Saal ein; es entstand eine Schlägerei, bei der drei Juden verwundet wurden. Mehrere Ruhestörer wurden verhaftet. — Das Vermächtnis der verstorbenen Frau Geheimrath Rathenau enthält die Bestimmung, daß eine Sammlung von berühmten Bildern erster Meister, die voi> Walther Rathenau erworben worden waren, der Gemäldegalerie in Frankfurt a. M. zufallen soll. — Wie Londoner katholische Zeitungen melden, hat die „Gesellschaft der Freunde Israels" in allen Ländern Bittprozessionen für Bekehrung der Juden angeordnet, an denen zahlreiche hohe Priester teilnehmen werden. — Die angekündigte Abtrennung Jerusalems vom palästinischen Süddistrikt und Schaffung eines selbständigen Jerusalemer Distriktes unter einem eigenen Distriktsgouverneur ist nun laut amtlicher Mitteilung vollzogen. — Der Berliner Gemeinderabbiner Dr. Marcus Petuchowski ist plötzlich verstorben. — Dr. A h I b e c k, der bisher an der Berliner Akademie für die Wissenschaft des Judentums gearbeitet hat, ist zum Dozenten an der deutschen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums ernannt worden. — Samstag, den .21. November hielt in der Synagoge in der Hetzgasse Rabbiner Goldk laiig einen Hesped auf den Beizer R a w, in welchem er dem Schmerz über den Verlust Ausdruck gab, den das Judentum durch das Hinscheiden dieses Mannes erlitten hat. Auch im Tempel des Tempelvereines in der U nteren Viaduktgasse hielt Rabbiner Goldklang auf Einladung des Vorstandes einen warmen Nachruf. — Reichspräsident von Hindenburg richtete an den hervorragenden Romanschriftsteller Georg Enge 1, der einer gut jüdischen Familie entstammt und vor kurzem 60 Jahre alt geworden ist,, eine herzliche Glückwunschdepesche, in der er die Hoffnung aussprach, daß Engels im Heimatboden wurzelnde Erzählerkunst dem deutschen Volke noch manches schöne Werk bescheren werde. — Am 13. v. M. beging der leitende Oberrabbiner der O f n e r israelitischen Religionsgemeinde Dr. Arnold K i s s und der O b c r r a b i n e r dieser Gemeinde Dr. Berthold Edelstein die 25. Jahreswende ihres Amtsantrittes als Rabbiner. Aus diesem Anlaß veranstaltete die Gemeinde in allen Tempeln Festgottesdienste. — Die Preußische Dichter-Akademie ist durch Zuwahl komplett geworden. Unter den zwölf hinzugewählten auswärtigen Mitglieder sind drei österreichische Juden: Arthur Schnitz- 1 e r, Jakob Wassermann und Franz W e r f e i. Unter den fünf bisherigen Dichter-Akademikern ist einer Jude: Ludwig Fulda. — Am 13. v. M. wurde in Anwesenheit des Künstlers in der Hamburger Kunsthalle eine Ausstellung von 50 Gemälden Max Liebermanns aus allen seinen Schaffensperioden eröffnet, die als Vorfeier seines 80. Geburtstages gedacht war. Der Bürgermeister von Hamburg Doktor Petersen hat eine herzliche Ansprache gehalten. — Der polnische Justizminister ließ allen Gerichtsstellen eine Verfügung zugehen, der gemäß Gerichtsverhandlungen, in denen Juden als Parteien auftreten, nicht an Samstagen oder an jüdischen Feiertagen stattfinden dürfen. — Zur Präsidentin des Moral Court (Sittengerichtes) in C 1 e v e 1 a n d, Amerika, wurde Mary B. G r o ß m a n n, die schon bisher als Richterin tätig war, gewählt. Die „Jüdische Pressezentrale" bemerkt hierzu, die neue Präsidentin sei eine gute Jüdin. — In den Jahren 1911 bis 1925 wurde 1100 Juden das Staatsbürgerrecht der Stadt Zürich erteilt. — Professor Ludwig 0 u i d d e„ einer der hervorragendsten Pazifisten, sprach sich, obgleich selbst nicht Jude, in der „Jüdischen Pressezentrale" sehr lobend über den „selbstlosen opferwilligen Idealismus jüdischer Mitkämpfet der Friedensbewegung'* ans. (ftrbtt Abonnenten für „Die Rahrbeit"!

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