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Die Wahrheit · 1926-11-19 · Heft 48 (19.11.1926) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 48 (19.11.1926)
Date
1926-11-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 48 DIE WAHRHOT Seite Machthabern ein Verhalten an den Tag gelegt, als ob es gälte, den Kampf gegen die Religionsgesellschaften, den Kampf zur Ueberwindung der^ religiösen Ueberzeugungen mit einem Angriff auf das Judentum zu beginnen. Das eine aber mögen sich die Herren gesagt sein lassen: Wir Juden sind schon einmal trockenen Fußes durch das Rote Meer gegangen und werden es, wenn es notwendig ist, auch ein zweitesmal unbenetzt durchschreiten. Vertrauenskundgebung des Professorenkollegiums für Professor Hupka. Bekanntlich hat die Wahl des flandelsrechtslehrers der Wiener Universität Prof. Dr. Josef Hupka zum Dekan der juristischen Fakultät den hakenkreuzierischen Studenten Anlaß gegeben, gegen die Verleihung einer akademischen Wünde an einen „Fremdrassigen" zu demonstrieren, da Professor Hupka jüdischer Abstammung ist. Sic haben die Wahl dieses allgemein geschätzten Gelehrten von internationalem wissenschaftlichem Rufe als eine „Beleidigung und Herausforderung" bezeichnet und auch eine öffentliche Einspruchskundgebuug veranstaltet. Nunmehr hat das Professorenkollegium der juristischen Fakultät den riakenkreuzlerischen Studenten eine Antwort auf ihr herausforderndes und unakademisches Bnenehmen erteilt. In der Sitzung des Professorenkollegiums der juristischen Fakultät, die am 11. November stattfand, beantragte der Nationalökonom Prof. Dr. Hans MeyeT eine V e r t r a u e n s k u n dgebung für den Dekan und führte aus, daß Prof. Hupka sowohl als Gelehrter, wie als Lehrer und Mensen völlig einwandfrei dastehe und daß die von der protestierenden Parteigruppe der Studentenschaft vorgebrachten Argumente in keiner Weise geeignet sind, bei der Beurteilung eines akademischen Funktionärs das Urteil zu beeinflussen. Das Professorenkollegium stimmte diesen Ausführungen bei.und sprach dem Dekan Prof. Hupka einstimmig sein Vertrauen aus. Der Kundgebung schlössen sich auch jene Professoren an, die politisch den deutschradikalen Studenten nahestehen, da Prof. Hupka bei allen Angehörigen der Fakultät die gleich große Wertschätzung genießt. Eine berechtigte Beschwerde enthält eine Zuschrift, welche wir im folgenden wiedergeben: ..Sehr geehrter Herr Redakteur! Durch alle jüdischen Blätter fegt jetzt ein Sturm der Entrüstung über die Meldung, daß der Bau der hebräischen Universität in Jerusalem an einen nichtjüdischen Architekten vergeben wurde. Die Aufregung über diese geradezu unglaubliche Tatsache ist, wie ich glaube, vollauf verständlich und die tiefe Erbitterung, die deswegen besonders im Kreise der jüdischen Bauunternehmer und Architekten herrscht und auch in einem energischen Protest des Verbandes der Ingenieure und Architekten Palästinas zum Ausdrucke kommt, scheint mir nur zu gut berechtigt. Gestatten Sie mir, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß diese Praxis leider nicht bloß in Pal äs t i n a, sondern auch in anderen Ländern geübt wird. So ist es auch in Wien Mode geworden, jüdische Bauten (sogar Tempel) an nichtjüdische Architekten zu vergeben. Die Renovierungsarbeiten und der Zubau zu dem unter dem Protektorate des Oberrabbiuers Dr. C h a j e s stehenden jüdischen Real g y m n a s i u rn wurden ebenfalls einem nichtjüdischen Baumeister übertragen. Während die katholische Kirche Juden bei der Vergebung kirchlicher und profaner Bauten nicht einmal in Konkurrenz zieht — „Katholische Bewerber haben ihre Offerte usw." —, während auch die übrigen christlichen Religionsgenossenschaften bei den von ihnen zu vergebenden Bau- und Renovierungsarbeiten von Juden nichts wissen wollen, hat es den Anschein, als ob wir die nichtjüdischen Architekten, Ingenieure und Handwerker den jüdischen direkt vorziehen. Sind die jüdischen Architekten und Ingenieure vielleicht weniger tüchtig als ihre rächt jüdischen Berufskollegen? Sind etwa die jüdischen Maler, Anstreicher, Bautischler und Installateure weniger geeignet zur Ausführung der von Juden zu vergebenden Arbeiten wie die christlichen Handwerker? Ich wäre Ihnen, sehr geschätzter Herr Redakteur, für die Veröffentlichung dieser Zeilen sehr verbunden, da ich im Namen vieler Berufs- und Leidensgenossen zu sprechen glaube, und zeichne hochachtungsvoll N. N." (Der Name und die Adresse des Einsenders ist unserer Redaktion bekannt.) _ AHnBWBHnanHMnaaiMnmaMii^^HaHMinHHnBnHnMMKMBManKHKiiBi^Hi Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt veranstaltet Sonntag, den 21. November, präzise 4 Uhr nachmittags, im Wintergarten und Spiegelsaal des Hotel Continental (II., Praterstraße 7), eine gemütliche Zusammenkunft mit Vorträgen und Tanz. In Anbetracht der edlen Zwecke, denen der Reingewinn aus dieser Veranstaltung zufließt, wird um recht zahlreiches Erscheinen gebeten. Karten zum Regiepreis von S 1.— bei den Vorstandsdamen und der Redaktion der „Wahrheit" erhältlich. SonOersflngedot | Warenhauses I Brüder Schiffmann ll„ TaborstraBe 48 --^ T«l- 47-1-79 Unerreicht billige Kaufgelegenheit! Nachstehend etaige Beispiele: Wascfawaren per Meter — '98 „ . 1"25 » » SflO m » ■* » . 120 - . -*7» Blaudruck...... Cotton de I*ene < Wasoh-Kreton.......... Jaokenfutter......(...... Etamine, 115 cm breit ...... Etamine, in allen Farben....... Seiden-Chlot, 140 cm br., in allen Färb. » , 3-50 Damenwäsche Garnituren, Hemd und Hose ......3*90 Garnituren, Handajour gest •]........7-80 Damenhemden........r- S 2*80,2*50 1*98 Damengarnituren, (Hemd, Hose und Nachthemd) 9-80 Miederleibehen.......t........—-98 Seidenjumper..........S12 50, T50 5'90 Sehafnrolljaoken.............. 9-80 Leinen1 per Meter S2*40 per Stück Za Webe....... 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