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Die Wahrheit · 1926-09-22 · Heft 40-41 (22.9.1926) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 40-41 (22.9.1926)
Date
1926-09-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
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Nr. 40/41 Seite 15 Theater, Kunst u. Literatur Ras dem jüftiabu 6eneiB0ttc&ei H. Ämmann. Die menschliche Rede, I. Teil. Die Idee der Sprache und das Wesen der Wortbedeutung. Lahr i. B„ 1926, Moritz Schauenburg. Das Buch bietet nicht nur den Fachgelehrten eine Fülle von Anregungen, sondern jedem Gebildeten Stoff, der belehrt und zum Nachdenken über Alltägliches den Anstoß gibt. Wie richtig wird Seite 95 bemerkt, daß ein Römer der Zeit Ciceros und ein Deutscher des 20. Jahrhunderts vielleicht gar nicht dasselbe „meinen", oder Seite 114: „Die Ausdruckskraft des Wortes wurzelt in der Seele der Gemeinschaft." Da ist ja der Unterschied zwischen papagaienhafter Geläufigkeit im Gebrauch einer Sprache und der Muttersprache mit ihrer Resonanz im Herzen. Sehr beachtenswert sind auch die Ausführungen über den neuesten deutschen Stil Seite 126. Wenn Seite 89 fein unterschieden wird zwischen .einer" und „der" Gruppe, so wäre als Beispiel auch zu empfehlen, das beliebte „der" Jude, sowie nur „ein" Jude etwas verbrochen hat. Wir freuen uns auf die Fortsetzung dieses wertvollen Werkes. G. Rudolf Seiden. „Um Zion und Zionismus", Dokumente zur zionistischen Politik, Stimmen von Staatsoberhäuptern, Ministern, Parteiführern, Gelehrten, Künstlern, Schriftstellern und anderen Zusammenfassung der Stellungnahmen zu den Fragen der jüdischen Renaissancebewegung und Erez Israels seit Erlaß der Balfour-Deklaration. 128 Seiten. Großoktav. Br. Rm. 3.50. Verlag der Orient-Buchhandlung Heinz L a f a i r e, Hannover. — In dieser Schrift hören wir die Meinungen aller bedeutenden Menschen der Erde über die Fragen der zionistischen Bewegung. Ziffern und Tatsachen, Wünsche und Hoffnungen, Landschaftsschilderungen und Darstellungen wichtiger Begebenheiten des Zionismus, aber auch der ganzen Kultmwelt werden uns-gegeben. Aus tausend Details und hunderten Ansichten Einzelner bekommen wir ein unübertreffliches, objektives, vollkommenes Bild von Palästina und vom Zionismus. Und dies Bild ist abwechslungsreich und bunt, wie es das Buch eines Autors nie sein kann. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Das Augustheft enthält neben wichtigen fachwissenschaftlichen Aufsätzen wieder eine Reihe gemeinverständlicher Beiträge. Ein bedeutender Aufsatz von Rabbiner Dr. Baeck ist der wichtigen Frage gewidmet, ob das Judentum Dogmen hat, welche von Professor Scheftelowitz im Aprilheft wesentlich vom geschichtlichen Standpunkt aus behandelt worden war. Baeck zeigt zunächst, daß keineswegs, wie meist angenommen wird, der jüdische Liberalismus in der Leugnung von Dogmen einig gewesen ist; gerade manche Führer der Reformbewegung haben dem Judentum Dogmen zugesprochen, um es als eine dem Christentum analoge Konfession erscheinen zu lassen; wenn Abraham Geiger widersprach, so lag das daran, daß er den Begriff des Dogmas genauer faßte als seine Vorgänger. Auch Baeck versucht zu zeigen, daß den religiösen Grundwahrheiten, die das Judentum selbstverständlich anerkennt, die kennzeichnenden Merkmale des kirchlichen Dogmas fehlen^und er weiß in tiefgehenden Ausführungen diesen Unterschied aus dem Wesensunterschied des Judentums und des Christentums abzuleiten. Die Sammelbesprechung, die auch diesem Hefte nicht fehlt, unterrichtet über neuere, geradezu umwälzende Forschungen über die Septuaginta, die griechische Uebersetzung der Bibel, der auch für die Auffassung des hebräischen Textes hoher Wert zukommt. Im gleichen Hefte bringt Professor- Eduard B a n e t h seine von Fachmännern und Laien gleich stark beachteten Bemerkungen zur Erklärung des biblischen und nachbiblischen Schrifttums zum Abschluß. Von den übrigen Aufsätzen ist der eines Arztes über die österreichischen Juden des 18. Jahrhunderts von besonderem Interesse, da er zeigt, wie viel günstiger damals trotz der Bedrückung die Gesühdheitsstatistik der Juden war. Unter den; Besprechungen interessiert besonders die eingehende Würdigung des ausgezeichneten Werkes von Selma Stern über die Stellung der brandenburgischen Kurfürsten zu den Juden aus der Feder des Königsberger Professor Otto Krauske. Berichtigung. In Nummer 36 brachten wir eine Besprechung „Die Eingeborenen Amerika s", zur 2. Auflage des „Religionsgeschichtlichen Lesebuchs" gehörig. In diese Besprechung haben sich zwei Druckfehler eingeschlichen. Der Verfasser heißt nicht Reuss, sondern ist der Professor K. Th. Preuss in Berlin. Ferner heißt der Verlag nicht Liebeck, sondern J. P. B. Mohr (Paul S i e b e c k), Tübingen. Nichtjuden im Tempelchor. Wir erhalten folgende Zuschrift: Für den Raum, den Sie Ihren Lesern, resp. Abonnenten für Anregungen und Beschwerden zur Verfügung stellen, bin ich dankbar und erlaube mir, sofort davon Gebrauch zu machen. Ist es schon meiner Meinung nach mit dem jüdischen Glauben schwer in Einklang zu bringen, daß Männer und Frauen gemeinsam in den Tempelchören mitwirken, so ist es doch sicherlich eine grobe Ungehörigkeit, christliche Damen in den Tempelchören mitwirken zu lassen. In einigen Tempeln haben nämlich katholische Damen, die auch in der Kirche singen, am Rosch-Haschono im Tempel mitgewirkt. Wäre es denkbar, daß jüdische Sänger oder Sängerinnen bei christlichen Gottesdiensten in den Kirchenchören singen? Wenn man schon auf einen Herren- und Damenchor Wert legt, so sollte man doch wenigstens auf nichtjüdische Mitwirkende verzichten, und nicht etwa katholische Sängerinnen anstellen, die sich vielleicht nachher über das, was uns heilig ist, lustig machen und die jüdische Religion durch Wiedergabe jüdischer Gebete in nicht jüdischen oder gar judenfeindlichen Kreisen verspotten. Sicherlich gibt es genug jüdische Damen, die über eine schöne Stimme verfügen und gerne bereit wären, in den Tempelchören zu singen. Für den mir gewährten Raum im vorhinein bestens dankend, zeichne ich mit Hochachtung T h i e r h a n. * * * Unserem Grundsatze getreu, allen berechtigten Beschwerden, die das jüdische Gemeindeleben betreffen, in unserem Blatte Raum zu geben, haben wir auch vorliegendes Schreiben, für welches wir dem Einsender dankbar sind, veröffentlicht. Wir glauben aber nicht, daß die Bethausvorstände der betreffenden Gotteshäuser für solche bedauerliche Vorfälle, die sicherlich nur Ausnahmsfälle sind, verantwortlich gemacht werden könnten. Auf jeden Fall wäre es sehr zu empfehlen, sich vor der Anstellung eines Sängers oder einer Sängerin für den Tempelchor genau über die Perönlichkeit und den Lebenswandel der Anzustellenden zu informieren und nicht nur auf deren künstlerische Fähigkeit zu achten. Denn es genügt nicht, daß die im Tempelchor Mitwirkenden Juden sind, sie müssen auch einen tadellosen und einwandfreien Lebenswandel führen, um würdig zu sein, an geweihter Stätte zu wirken. Talmud-Thora-Schule. Der Vorstand des Synagogen- Vereines Beth-IsraeL II.. Leopoldsgasse 39 (Polnischer Tempel), gibt hiermit bekannt« daß Schüleranmeldungen für die neuerbaute, allen hygienischen Anforderungen entsprechende Talmud-Thora-Schule mit unentgeltlichem Unterrichte, tag« lieh von 6 bis 8 Uhr abends (mit Ausnahme von Sabbat und Feiertagen), im Sitzungssaale des Vereines entgegen genommen werden. Zur Anmeldung haben die Schüler womöglich in Begleitung ihrer Eltern zu erscheinen. Festgottesdienst Anläßlich des 70. Geburtstages der Herren Direktor Anton Stein, Präsident und Kommerzialrat Edmund Hacker, Vizepräsident des Tempelvereines des VIII. Bezirkes veranstaltet dieser Tempelverein Donnerstag, den 23. d. M., um %9 Uhr vormittags in seinem Tempel, VIII., Neudeggergasse 12, einen Festgottesdienst. £. fdkattd fofin Wim II* $*atfeYstraJSe JTf. 37 Tel 43-4-10 Elegante Herrengarderoben Feinste Herrenwäsche

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