Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 40-41 (22.9.1926)
- Date
- 1926-09-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Beratungen, wie wir bereits berichtet haben, wegen der Urielnigkeit der einzelnen nationalen Gruppen zu keinem Erfolge geführt. Nunmehr wollen sich die „internationalen Antisemiten" abermals in Budapest ein Stelldichein geben, wohl in der Hoffnung, daß sie daselbst vom Genius loci inspiriert werden würden. Eine Vorbesprechung der Veranstalter hat bereits vor einigen Tagen in Dänemark stattgefunden. Vertreten waren: Dänemark, Deutschland, Deutsch- Oesterreich, England, Italien, Holland, Schweden, die Schweiz, die Tschechoslowakei, Ungarn und die russische Emigration. Die Vertreter berichteten über den Kampf der internationalen Hochfinanz und die Abwehr in den von ihnen vertretenen Ländern. Einmütig sprachsich die Versammlung gegen die internationale Goldwährung aus, welche in ihren Augen nichts anderes darstellt, als ein Mittel der Hochfinanz, die Wahrung aller Staaten und damit die Staaten selbst von sich abhängig zu machen. Des weiteren wurden Wege und Ziele der Propaganda gegen die Versklavung aller Völker durch die internationale, „jüdisch geführte" Hochfinanz besprochen. In Budapest dürften die Vertreter der in kultureller Hinsicht weniger rückständigen Staaten einen ausgiebigen Anschauungsunterricht in „praktischem Anschauungsunterricht" genießen. Wäre nicht auch die gleichzeitige Abhaltung einer „Rassenschutz-Ausstellung" angezeigt? Hierbei könnten die neuesten Modelle von Gummiknütteln, Stinkbomben und anderen Rassenschutzinsirumenten den Interessenten aus den einzelnen Ländern vorgeführt werden. Die Juden am mexikanischen Kirchenkonflikt schuld! In dem Städtchen Zlofow (Pommerellen), wo vor kurzem der Jahrmarkt abgehalten wurde, wurden unter der Bauernschaft massenhaft Flugschriften verbreitet, in denen behauptet wird, die Juden als die Feinde der katholischen Kirche trügen die Schuld an dem mexikanischen Kirchenkonflikt Dieser sei der Auftakt zu einer Bewegung, die auf die Vernichtung des Katholizismus hinzielt. Auf diese Weise suchen gewisse antisemitische Kreise in Polen Stimmung gegen die dortige Judenschaft zu machen und die Bevölkerung gegen die jüdischen Einwohner aufzuhetzen. Gegen die hebräische Unterrichtssprache. Nachdem die jüdische Kultusverwaltung von R e v a 1 dem städtischen Schulamt den Beschluß der jüdischen Minorität, als Unterrichtssprache in ihren Schulen die hebräische einzuführen, mitgeteilt* hat, laufen, wie in der dortigen Lokalpresse zu lesen ist, zahlreiche K La gen jüdischer Eltern beim Schulamt ein, die mit diesem Beschluß nicht zufrieden sind, da es dort hur sehr wehig Juden gebe, die das Hebräische beherrschen und die Kinder auf diese Art in Zukunft eine Sprache sprechen werden, die die Eltern nicht verstehen. Viele Eltern wollen daher darum nachsuchen, daß ihre Kinder zum Unterricht in deutschen Schulen und solchen anderer Nationalität zugelassen werden. Das giftige Salvarsan. Reinhold W-ulles „Deutsche Tage- Watt", das in völkisch-ehrlicher Art in der Lage ist, zu beweisen, daß es kein Uebel auf der Welt gibt, an dem nicht die Juden und der Teufel schuld haben, läßt durch einen „Heilkundigen", Eduard M., in einem hochwissenschaftlichen Geschreibsel unwiderleglich beweisen, daß das neue Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten nur ein Teufelswerk jüdischer Fabrikanten und Aerzte seil um mit dem Salvarsan Geschäftchen zu machen. Zwar ist dies. Mittel in der ganzen medizinischen Welt als Segen für die Menschheit anerkannt. Aber der Erfinder ist ja der Jude Professor Ehrlich. „Und sind doch etwa 75 Prozent aller Aerzte in Deutschland Juden." Das ist zwar zu etwa 70 Prozent gelogen. Aber wie sagt doch der heilkundige Gewährsmann des „Deutschen Tageblattes'"? „Man kann auch hier wieder sagen, der Zweck heiligt die Mittel; Geldverdienen geht über alles." Das ist natürlich auf die Juden zu beziehen, lieber Leser! Denn „es ist ja altbekannt, daß der Jude ah und für sich ein ausgezeichneter Geschäftsmann ist, und diese Eigenschaft verleugnet er auch nicht als Arzt. Er wird alles tun, um lästige Konkurrenz niederzukämpfen." So etwas kennt selbstverständlich der brave „Heilkundige" G. s. D. nicht. Er will seinen von dem Uebel Befallenen wirklich helfen, ohne ihren Geldbeutel zu vergiften. Und darum bricht dieser Menschenfreund eine Lanze für die ungeheuren Erfolge der Naturheilkundigen gegen die Volksseuche, der Naturheilkundigen in der Biochemie, Homöopathie usw., die brotlos gemacht würden durch das Gesetz gegen die Geschlecntskfankheiten, durch die Juden und durch das jüdische Teufelsgift, das Salvarsan. Heil! W—1. SondersRngebot I Warenhauses I Brüder Schiffmann Tmi. Tel. 47-1-79 Ii., l aborstraße 48 Unerreicht bärtige Kauf gelegenheit! 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