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Die Wahrheit · 1926-08-27 · Heft 36 (27.8.1926) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 36 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 36 die WAraaterr Seite 11 Theater, Kunst u. Literatur Wiener jüdischer Almanach. Demnächst erscheint der vom Wiener Tempelverwalter Max Schwager herausgegebene „Wiener jüdische Almanach", welcher nebst einem Kalendarium und literarischen Beiträgen ein Verzeichnis aller jüdischen Kultusgemeinden, deren Vorsteher, Funktionäre und Beamte, ferner auch alle jüdischen Wohltätigkeitsvereine und Humanitätsanstalten, Bethäuser usw. und deren Funktionäre enthalten wird. Um das sicherlich sehr wichtige Nachschlagewerk möglichst vollkommen zu gestalten, wendet sich Herr Max Schwager mit einem Rundschreiben an sämtliche Kultusgemeinden und jüdischen Körperschaften mit dem Ersuchen, ihm die erforderlichen Daten nach dem heutigen Stand zur Verfügung zu stellen. Es liegt im Interesse aller Amtsstellen, dem Ersuchen des Herausgebers so rasch als möglich zu entsprechen. Zuschriften wolle man an den Herausgeber Max Schwager, Wien IL, Zirkusgasse 50, richten. Alir. Klaar, Spinoza, Berlin 1926, Ullstein, in klarer, übersichtlicher Form wird in diesem Bändchen das für die Allgemeinheit Verständliche und ethisch Wirksame der Lehre Spinozas dargestellt. Vor allem drei Grundideen, die der Geistesfreiheit, die, daß das Streben nach Erkenntnis die einzige Tugend und das einzige Glück des Menschen sei, und die der unveränderlichen Ursächlichkeit alles Seienden, der immanenten Weltgesetzlichkeit. Politik, Ethik und Metaphysik gipfeln in diesem Grundgedanken, der von der naturalistischen Philosophie zur idealistischen hinüberarbeitet. S. Meiseis, Judenköpfe, Verlag Die Neuzeit, Wien 1926. Nachdem Harden und Eulenberg mit Erfolg „Köpfe" zu zeichnen unternommen haben, lag es nahe, auch aus der Geschichte der Juden solche Silhouetten zu schneiden. Meiseis hat sich in diesem ersten der drei Bände, auf die sein Werk berechnet ist, als beruflicher Biograph erwiesen. Von Jeh. Halevi, Maimonides, Imanuel Romi m a. führt in der Geschichte ein weiter Weg bis zu Bialik und Anski. Unter seiner Führung wird er spielend bewältigt. Daß Meiseis auch Getaufte in sein jüdisches Walhall aufnimmt, dürfte durch seine nationale Einstellung zu erklären sein. Anzuerkennen ist, daß er selbständig in Einzelheiten, wie bei Romi, auf neuen Pfaden vorgeht. Wenn die angekündigten Bände dem ersten würdige Nachfolger werden, ist die Leistung als Wankens- und empfehlenswert zu bezeichnen. M. Adler, Politische oder soziale Demokratie, Berlin, Verlag E. Laub 1926. „Neue Menschen", so lautet der Gesamttitel der Schriftreihe, in der Adler diese seine Reden erscheinen läßt. Neue Menschen erhofft er von der Erziehung durch den Sozialismus zur klassenlosen solidarischen Gesellschaft. Die politische Demokratie hat zu diesem Ziele nicht einen Schritt vorwärts geführt. Nicht Rechtsgleichheit, sondern gerechte Verwaltung der Güter, Regelung des Eigentumsbegriffes, ist das Wesen wahrer Demokratie. Aus dem Buche spricht herzerfreuender Optimismus. K. Th. Reuss, Die Eingeborenen Amerikas, I. C. B. -Mohr (P. Liebeck), Tübingen 1926. Aus der Religion der Indianer werden unter anderem Zauberformeln, so eine Medizin „zur Erlegung von Hirschen", eine andere „zur Anfertigung .von Körben" in getreuer Uebersetzung geboten, die an ähnliche Rezepte im Volksglauben erinnern. Grausig ist die Zeremonie beim Menschenopfer, aber der Sinn dieser Barbarei wird hier erschlossen. Es wäre vielleicht empfehlenswert, neben diesen Blutriteri auch " die humanere Religion der Pueblos und anderer Indianer zu behandeln. Germania Romana. 3. Teil, Verlag C. C. Buchner, Bamberg 1926. Diese Hefte enthalten in vorzüglicher Ausführung Bilder und Texte der Grabdenkmäler, darunter auch die der in Wien in Carnuntum gefundenen. Besonders beachtenswert sind für die Leser der „Wahrheit" die semitischer Verstorbener, so der Stein in Asberg, der einem Tiberius Sebdas (vgl. Sebadja, Zebedaios), und der in Maunz, der dem „Sibbaeus Eronis filius", einem Musikus der Kohorte der Ituraeer, etwa im heutigen Drusenlande, gesetzt ist. In Sibbaeus ist wohl der biblische Name „Ziba" zu erkennen. Eron dürfte nicht, wie angenommen wird, mit dem griechischen Eros, sondern mit „Aron" oder einer ähnlichen semitischen Bildung identisch sein. Auch das „Charetis filius" auf einer solchen Inschrift klingt wohl an das griechische \,,Chares" an, entspricht aber wahrscheinlich dem semitischen Eigennamen „Charet". Jerombalus ist natürlich Jerubbaal. SonOersflngeM I Warenhauses | Brüder Schiffmann Tl. T«k 47-1-7» ML, Taborstraße 48 Unerreicht billige Kaufgelegenheit! 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