Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1926-08-13 · Heft 34 (13.8.1926) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 34 (13.8.1926)
Date
1926-08-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3062972-3063973-3064005--14786-3082364
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 8 Dtfe WAHRHEIT Nr. 34 dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck geben, daß diesmal doch die Ritualmörder erwischt werden! Als ungemein gravierendes Merkmal bezeichnet schließlich Herr Fritsch die Tatsache, „daß die Behörden peinlich bemüht sind, (bei solchen Verbrechen) jede nach jüdischer Richtung weisende Spur nicht zu verfolgen". Es ist selbstverständlich, daß Herr Fritsch für diese Haltung der Behörden nur eine Erklärung kennt: Die pflichtvergessenen Behörden stehen unter dem Einfluß der Juden. In der Tat, stünden die Behörden unter dem heilbringenden Einfluß der Hakenkreuzler, dann würden sie peinlich bemüht sein, jede nach nichtjüdischer Richtung weisende Spur zu ignorieren, in wohlbegründeter Sorge, es könnte, Gott behüte, wieder ein verdientes Mitglied der antisemitischen Partei als Mörder eruiert werden. Es wäre wirklich tückisch, einem Manne wie Fritsch, der mit solchen „untrüglichen Belegen" den Ritualmord beweisen will, Tücke vorzuwerfen. Wenn ihn die Juden dafür bezahlen würden, könnte er nichts finden, was den Ritualmordglauben so gründlich entwurzeln könnte, wie es diese — untrüglichen Belege tun. * * * Aus dem Tagebuche des Magdeburger Untersuchungsrichters — bis zum 9. August 1926. Ich werde nie nach dem Scheine urteilen. Mag auch alles gegen den armen Hakenkreuzler zeugen, mich macht das nicht irre. Trotz alledem und alledem kann der reiche Jude, und wenn auch alles für seine Unschuld spräche, der Mörder sein. * Gewiß, die Uhr des Ermordeten fand man bei Schröder. Die Freunde des reichen Juden wollen daraus schließen, daß der Hakenkreuzler der Mörder sei. Mein reiner völkischer Sinn sagt mir das Gegenteil. Wäre Schröder der Mörder, dann hätte er wohl befürchtet, jeder Schlag der Uhr könnte sein Gewissen aus dem Schlummer wecken. * Ich fand es auch rührend, daß Schröder lieber bekannte, die Uhr dem reichen Juden aus der Tasche gezogen zu haben, bevor er sich mit dei Lüge befleckte, von einem Juden ein Geschenk angenommen zu habeu. Ein echter deutscher Hakenkreuzler läßt sich von keinem Juden etwas schenken. * Auch daß die Leiche des Ermordeten in dem Keller des Hauses, das Schröder bewohnte, gefunden wurde, spricht in meinen Augen für seine Unschuld. Ein Mörder scheut die Nähe seines Opfers. Warum wurde die Leiche des Ermordeten nicht im Keller des Juden Haas gefunden? Spricht das nicht Bände? 2. Wie widerlich ist doch dieses ewige Hinweisen der Judenpresse auf das Geständnis Schröders, den Mord begangen zu haben. Man will nicht begreifen, daß er sich damit Ruhe vor den zudringlichen Fragen der Berliner scharfen wollte. Aber wenn man die Juden daran erinnert, daß Juden selbst schon ihre Ritualmorde zugegeben haben, dann heißt es immer: „Ach, das hat man auf der Folter von ihnen erpreßt." Welche Nichtswürdigkeit, den Fall Haas mit der Affäre Dreyfus zu vergleichen. In Frankreich hatte man genug Achtung vor der Justiz, um Dreyfus erst ein paar schöne Jahre auf der Teufelsinsel sitzen zu lassen, bevor man, dem Ansturm der vereinigten Juden und Freimaurer weichend, ihn freiließ. In der jüdischen Republik fällt man, wenn es sich um einen Juden handelt, schon dem Untersuchungsrichter in den Arm. * & Welch ein Abgrund trennt doch die Seele der Hebräer von der meiner Parteigenossen. Eher vermag man von einem unschuldigen Hakenkreuzler das Geständnis eines Verbrechens zu erpressen, das er nie begangen, als einem Juden zum reuigen Bekenntnis seiner Tat zu bewegen. Schon die Propheten des alten Testaments konnten nicht genug die Verstocktheit Israels geißeln. A Ein Untersuchungsrichter muß die Fähigkeit haben, die Wahrheit zu erforschen, und wenn sie noch so tief verborgen läge. Schröder hatte durch eine Lüge sich eines Verbrechens bezichtigt, meinem zarten Zureden ist es gelungen, ihn auf den Weg der Wahrheit zurückzuführen. a Was gilt der Judenpresse die Ehre der deutschen Justiz, das Ansehen des Rechtsstaates, die Heiligkeit der Wahrheit, wenn es sich um die Rettung eines reichen Juden handelt! Lieber sollen nicht nur Unschuldige verurteilt, sondern selbst Polizeikommissäre und Richter der Verleumdung geopfert werden. . '* Du treuer Gesinnungsgenosse Schröder! Höre mein Wort, bevor du, ich weiß noch nicht wohin, ich aber auf Urlaub gehe: Mag dein Schicksal sich wie immer gestalten, ein Trost ist dir sicher. Müßtest du auch, im Kampfe gegen Judas Allmacht unterliegend, betrübt den Kopf hängen lassen, wir werden dir ein ehrendes Andenken bewahren. Wir haben viel deinesgleichen in unseren Reihen, aber du bleibst doch ein leuchtendes Vorbild für alle Nachstrebenden. * * * Die zwei ungarischen Soldaten, die im Auftrage Hejjas zwei unschuldige Juden ermordeten, wurden wegen des Mordes freigesprochen, aber wegen Beraubung ihrer Opfer zu einer Kerkerstrafe verurteilt. Die Beraubung war nämlich nicht dienstlich und auch nicht im „patriotischen Ueberschwang" erfolgt. Die Witwen der Ermordeten haben jetzt die Schadenersatzklage gegen Ivan Hejjas erhoben. „Wie erbärmlich! Wie jüdisch! Geld als Ersatz für das Teuerste, für das Leben geliebter Menschen zu fordern!" Das wird Hejjas vermutlich als Angeklagter den Witwen ins Antlitz schleudern, falls man überhaupt es wagen sollte, ihn vor die Schranken des Gerichtes zu fordern. Und die vereinigten Antisemiten aller Länder werden vermutlich dem „überschwänglichen" Helden Hejjas Beifall klatschen. Ego.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.