Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 31 (23.7.1926)
- Date
- 1926-07-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3063973-3064002--14739-3082314- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 DIE WAflRHEfT Nr. 31 Rektor Adolf Schwarz, der greise jüdische Gelehrte und berühmte Forscher, wollte in gewohnter Bescheidenheit allen Ehrungen anläßlich seines achtzigste^ Geburtstages aus dein Wege gehen und zog sich daher, wie wir bereits berichtet haben, nach Baden bei Wien zurück. Nichtsdestoweniger war er dort Gegenstand zahlreicher Ehrungen, die zeigen, welchen großen Ansehens, welcher weitreichenden Popularität sich Rektor Schwarz erfreut. Aus allen Ländern waren Gäste und Gratulanten gekommen, um dem verdienstvollen jüdischen Gelehrten anläßlich der Vollendung seines achtzigsten Lebensjahres ihre Verehrung und Dankbarkeit zu bezeugen. In Vertretung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde überbrachte Präsident Universitätsprofessor Doktor Alois Pick eine künstlerisch ausgeführte Glückwunschadresse. Hof rat Dr. Frankfurt er war in Begleitung der Herren Rabbiner Dr. Feuchtwang und Dr. Funk erschienen und übeirrachte Rektor Schwarz die Glückwünsche des Unterrichtsministers Dr. R i n t e 1 e n sowie die des Kuratoriums des jüdischen Museums und des jüdischen Seminars. Namens der Absolventen dieser Anstalt sprach Rabbiner Dr. A p t o w i t z e r, im Namen der Hörer Dr. Robert Serebrenik, der dem verehrten Lehrer eine Festschrift übeirreichte. Zur Ehrung des Gelehrten, der auch zum Ehrenmitgliede der Chewra Kadischa ernannt wurde, ist eine Stiftung ins Leben gerufen worden, zu welcher ein Schüler Prof. Schwarz, Oberrabbiner Dr. Landau in Johannisburg (Südafrika) 100 Pfund und die Wiener Kultus gemeinde 1000 Schilling beigetragen haben. Samstag, den 17. d. M. wurde Rektor Schwarz beim Vormittagsgottesdienst im Badner Tempel feierlich zur Thora aufgerufen und hierbei von Oberrabbiner Reich mit einer herzlichen Ansprache begrüßt, auf welche der Jubilar mit einer in klassischem Hebräisch gehaltenen Rede dankte. Am Nachmittage erschien in der Wohnung des Gelehrten eine Abordnung der Ba d n e<r K ul tu s ge m e i n d e, die Rektor Schwarz die aufrichtgen Glückwünsche der Badner Judenschaft überbrachte. Zahlreiche Glückwünsche aus allen Ländern der Erde versicherten Rektor Schwarz anläßlich seines achtzigsten Geburtstages der dauernden Verehrung und Wertschätzung. Auszeichnung. Der Oberrabbiner von Frankreich Israel Levi wurde aus Anlaß seines 70. Geburtstages, über den wir in der letzten Nummer berichteten, zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Er war bisher Chevalier der Ehrenlegion. Landesverband der bayrischen Kultusgemeinden. Die auf de<r Verbandstagung der bayrischen israelitischen Gemeinden beschlossene Verfassung des Landesverbandes der bayrischen Kultusgemeinden ist dem bayrischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus als der obersten Ueberwachungsbehörde für alle Kultusangelegenheien Bayerns zur Genehmigung vorgelegt worden. Das Staatsministerium hat nunmehr den Verband hiervon in Kenntnis gesetzt, daß die beschlossene Verfassung, da keinerlei Bedenken gegen dieselbe bestehen, genehmigend zur Kenntnis genommen wurde. Trauung. Dienstag, den 27. Juli, halb 1 Uhr nachmittags, findet im Tempel, I., Seitenstettengasse 4, die Trauung des Fräulein Henni Feuchtwang, Tochter Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. David Feuchtwang, Wien XVIII., mit Herrn Dr. Heinrich Feuchtwanger, Sohn des 'Herrn Dr. August Feuchtwanger aus München, statt. Gratulation nach der Trauung im Zeremoniensaal. Todesfall. Sonntag, den 18. d. M., wurde Herr Moritz Schlesinger, der nach kurzem Leiden am 15. Juli im 75 Jahre seines arbeitsreichen, nur dem Wohlergehen seiner Familie gewidmeten Lebens friedlich entschlummert ist, zu Grabe getragen. Moritz Schlesinger gehörte zu den populären Erscheinungen des Bezirkes Leopoldstadt, bekannt unter dem Kamen Papa Schlesinger, nicht nur wegen seines hohen Alters, sondern auch wegen seines herzensguten Wesens. Bis in die spätesten Jahre seines Lebens an ehrliche Arbeit hingegeben, war er ein Typus der wahrhaft gottesfürchtigen, anspruchslosen Juden, den niemand vergessen könnte, der seine trefflichen Eigenschaften durch persönlichen Verkehr kennen und schätzen lernte. Dies betonte auch Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald in seiner gehaltvollen Trauerrede, die vom Herzen kam und zu aller Herzen ging. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Heinrich Fischer. An der Bahre trauern seine Kinder und Schwiegerkinder Karl und Philippine W e n g r a f, Elsa Weißenberg, Hermann und Irma Wassermann, Adolf und Else Schlesinger, Artur und Adele Franzetti» Emil und Sziddj' W i 11 m a n n, sowie die Enkelkinder. Der Verein Hasimrah, der als Fachgewerkschaft alle in den Vereinstempeln tätigen Sänger und Sängerinnen, Chordirigenten und Organisten organisatorisch umfaßt, hat sich zum Ziele die Förderung der wirtschaftlichen Interessen, wie auch die Hebung des künstlerischen Niveaus seiner Mitglieder gemacht. Um dieses Ziel zu fördern und zu erreichen, erscheint es notwendig, alles das zu erfassen, was irgendwie im Zusammenhange mit den Interessen des Vereines erscheint, und durch zweckmäßige Konzentration und Kontrolle den Zielen des Standes dienstbar zu machen. Zu diesem Zweck gründete die Hasimrah eine Arbeitsnachweisstelle, die durch Evidenzhaltung des jeweiligen Bedarfes und Anbotes die ordnungsmäßige, der Sache dienende Abwicklung der Engagements gewährleistet. Die bei der Arbeitsnachweisstelle Angemeldeten haben Gelegenheit, in den von sachkundigen Leitern geführten Kursen sich im notwendigen Tempelchorrepertoire zu schulen, bzw. zu vervollkommnen. Die Hasimrah ladet hiermit die Tempelvorstände und alle anderen Interessenten ein, sich der Arbeitsvermittlungsstelle der Hasimrah in allen einschlägigen Fällen zu bedienen. Vertauscht! Im Restaurant Schey, Baden b. Wien, Annagasse 14, wurde Sonntag, den 11. d. M., zu mittag, einem Rabbiner ein neuer schwarzer Ueberzieher durch einen gebrauchten vertauscht. Es wird gebeten, gegebenenfalls das Restaurant Schey zu verständigen. Gerüchte in der Taborstraße wollen wissen, daß die altbekannte Uniformierungsanstalt und Maßschneiderei Rudolf Goldstein verkaufte oder verändert wurde. Es diene daher zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fa. Rudolf ^Goldstern, IL, Taborstraße 54, nach wie vor unverändert fortbesteht. Dort sind auch Kultus- und Justiztalare vorrätig und nach Maß zu den billigsten Preisen zu haben. Bitte Vorname und Hausnummer dieser Firma genau zu beachten. Für diese Rubrik übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Herr Kantorats-Kandidat G w i 11 m a n n in Wien, der im Zagreber (Agramer) Tempel einen Probevortrag hielt, sucht seinen dortigen Mißerfolg durch die Verbreitung des Gerüchtes zu beschönigen, daß ich ihn unmöglich machte, wobei er mich einer unehrenhaften Handlung zeiht (Verschwindenlassen von Noten, die nicht mir gehören). Demzufolge lade ich die Herren Kantoren Wiens ein, sich durch eine Anfrage bei dem Vorstande der isr. Kultusgemeinde in Zagreb zu überzeugen, daß Herr Gwillmann in seinen mich betreffenden Aeußerungen bewußt die Unwahrheit gesagt hat. Josef Rendi, Oberkantor im Ruhestande, Zagreb. k £. fchattd foJin Wien II., (Pratewstraße JIv. 37 Tel. 43-4-10 Elegante Herrengarderoben Feinste Herrenwäsche