Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 31 (23.7.1926)
- Date
- 1926-07-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 31 DIE WAHRrtCi I Seite 1 ] Theater, Kunst u. Literatur II. Duhm. Der Verkehr Gottes mit den Menschen im Alten Testament. (Tübingen 1926. J. C. B. Mohr, Mk. 8.40.) Diese für die Religionsgeschichte unentbehrliche Untersuchung eines wichtigen Gegenstandes der hebräischen Religion im Rahmen •der gesamten antiken Menschheit fördert dankenswerte Ergebnisse zutage. Nur wirkt die Blickeinstellung auf das Christentum als die höhere Stufe dieser Entwicklung hie und da hemmend. Nicht erst die Erscheinung des Chassidismus, der ja der Verfasser gerecht wird, beweist, daß der unmittelbare Verkehr •des einzelnen mit Gott im Judentume nie aufgehört hat. Schon ein Blick in die jüdischen Gebete von allem Anfang bis auf die Gegenwart hätte ihn belehren können, daß der Talmud diesen Verkehr sq wenig unterbunden hat, wie etwa die lebendige Frömmigkeit eines modernen Christen dadurch an Unmittelbarkeit verliert, daß er gewisse Dogmen seiner Religion im Lichte der vergleichenden Religionsgeschichte und der historischen Kritik anders betrachtet, als ein starrer Dogmatiker. Daß die Religion Israels sich zunächst an ein bestimmtes Volk gewendet hat, um in ihm einen Träger der Menschheitsreligion sich zu sichern, brachte es mit sich, daß sie eine der nationalen Besonderheit und den Zeitumständen angemessene Form wählen mußte. Wieviel selbst im Christentum auf Rechnung solcher Rahmenbedingungen zu setzen ist, braucht nicht erst betont zu werden. Um vom Judentum eine gerechte Anschauung zu gewinnen, muß man seine Entwicklung ohne Seitenblicke auf externe Maßstäbe geradlinig in der Geistesgeschichte ■des jüdischen Volkes verfolgen. Man findet dann, daß die Propheten nicht eine isolierte Episode in der Geschichte der jüdischen Religion bilden, sondern ihr Geist sich in dem gesamten Leben und Schaffen der jüdischen Nachwelt ausprägt und daß das jüdische Volk auch später, ja bis in unsere Tage hinein Persönlichkeiten gezeitigt hat, die nur aus dem Boden verständlich sind, der einen Mose, einen Arnos, einen Jesaja der Welt geschenkt hat. G. Dyrofi A. Betrachtungen über Geschichte (J. P. Bachem, Köln 1926, Mk. 3.60). Diese „Festgabe der Görresgesellschaft" behandelt zunächst „Das Schöne in der Geschichte" und führt •den Nachweis, daß alle Bedingungen oder Elemente des geschichtlichen Lebens ästhetischen Prinzipien gerecht werden. Eine Fülle historischen Stoffes erhält in neuer Beleuchtung neuen Wert. Der Verfasser fordert vom Geschichtsschreiber Realismus. „Je wahrer die Geschichte geschrieben wird, desto mehr ästhetische Wirkungen muß sie enthalten." Die geradezu verblüffende Universalität seines Wissens, die aber nirgends erdrückend oder anmaßend, sondern immer nur sachlich anmutet, kommt ihm im zweiten Aufsatz, einem glänzenden Plaidoyer gegen Spengler zugunsten eines gesunden Optimismus zustatten. Seine Beweisführung wirkt überwältigend. Wie schön und tief z. B. steine Klarstellung der beiden Weltzentren Jerusalem und Rom. S. 93! Der Aufsatz „Phasen der Philosophiegeschichte" zeigt im Anschlüsse an eine Schrift Fr. Schlegels, welcher Einfluß der deutsche philosophische Idealismus nicht allein auf die Wissenschaft, sondern auch auf das gesamte Leben des deutschen Volkes ausgeübt hat. Das •ganze Buch verdiente immer und immer wieder gelesen zu werden. Und immer wieder'bietet es neue Belehrung und Anregung. Q. „Das neue Europa", Zürich, Wien, BerlSn. Diese Tilug geleitete Zeitschrift, offen allen Fragen der Politik und •der Kultur, ist in gewissem Sinne der Herzschlag des erneuerten, unter schweren Kämpfen nach Klärung ringenden Europas. Ihr Leiter Dr. Paul Hohenau erwirbt sich mit jedem neuen Heft Sympathien. Er leistet mit dieser von den namhaftesten Gelehrten, Oekonomen, Soziologen und Literaten unterstützten Revue wirkliche Arbeit des Menschhettsfortschrittes. Immer sind diese Hefte, für Versöhnung und Verständigung eingetreten und es ist erfreulich, eine Zeitschrift begrüßen zu können, die tatsächlich eine Mission erfüllt Bestellungen und Auslieferung Wien IX.. Türkenstraße 9. O. Henry, Bluff (Verlag Gustav Kiepenheuer. Potsdam). Nun, da die Reisesaison eingesetzt hat, greift auch derjenige, •der sonst nur belletristische Kunstwerke gelten läßt, zu Büchern leichterer Art. Ein solches stellt dieses Buch dar und ist doch ein Kunstwerk. Denn der Verfasser vermag mit viel Geschick, in wenigen Worten uns inhaltreiche Episoden aus dem amerikanischen Leben zu erzählen, die amüsant und ^spannend zugleich sind. Dieses amerikanische Leben kennt -er, der vielgereiste Abenteurer wie kein Zweiter, insbesondere in seinen Tiefen Ist er gut zu Hause. O. Sonder» Angebot ■des ■ Warenhauses I Brüder Schiffmann Tal. 47-1-79 II,. TaborstraOe 48 Tel. 47-1-T» Unerreicht billige Kaufgelegenheit! Nachstehend einige Beispiele: Waschwaren Blaudruck........... Cotton de *Lene ........ Wasch-Kreton Jaokenfutter............ Etamine, 115 cm breit........ Etamine, in allen Farben....... 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