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Die Wahrheit · 1926-07-16 · Heft 30 (16.7.1926) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 30 (16.7.1926)
Date
1926-07-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 30 Alfred Levy aus Lyon dieses Amt. Aber als dieses im Jahre 1919 wieder vakant wurde, erhielt Dr. L6vy den ihm schon lange bestimmten Wirkungskreis und wurde zum Grandrabbin de Franke gewählt. In dieser Eigenschaft entwickelte Grandrabbin Dr. L6vy eine lebhafte Tätigkeit auf allen Gebieten des jüdischen Lebens. Als Rabbiner und Prediger an dem großen Tempel in der Rue de Victoire, als Vorsitzender des Rabbinerseminares, als Leiter verschiedener wohltätiger, kultureller und sozialer Vereine und Institutionen, überall und bei jeder Gelegenheit ist der Grandrabbin zu finden und bei der Arbeit zu sehen. So interessiert sich Grandrabbin Dr. Levy für alles, was irgendwie mit dem Klall-Jisroel in Verbindung steht. Er ist stets hilfsbereit und hat ein offenes Ohr und eine offene Hand für alle, die seine Hilfe und Förderung anrufen. Man kann ohne Uebertreibung sagen: es geschieht nichts im französischen Judentume ohne die hervorragende Mitwirkung des Grandrabbin Doktor Israel L6vy. Diese vielseitige Tätigkeit, dieses lebhafte Interesse für alle mit Juden und Judentum in Verbindung stehenden Angelegenheiten rechtfertigt im vollstem Maße die große Verehrung und die außerordentliche Popularität, deren sich Grandrabbin Dr. Levy erfreut und die ihTen solennen Ausdruck in der großen Jubiläumsfeier anläßlich seines 70. Geburtstages fanden, an der sich alle führenden Kreise des französischen Judentums beteiligten. Möge es Grandrabbin Doktor Israel Levy vergönnt sein, noch lange Jahre im bisherigen Ausmaße der Sache des Klall-Jisroel zu dienen und dem Gesamtjudentume zur Ehre zu gereichen. Reg.-Rat J. K r e p p e 1. Schulnachricht. Königsbergsches Israel. Mädchen - Erziehungsinstitut, Wien IL, Böcklinstraße 59 (Prater-Villa). Sorgfältige Erziehung, Fortbildungs-, Sprachen- und Musikunterricht. Prospekt kostenlos. Aasflug nach Wien. Vierzig Knaben des Debrecziner jüdischen Realgymnasiums wurde seitens der Schulleitung die Freude bereitet, unter Führung ihrer Lehrer, der Herren Professoren Dr. Josef Gonda, Dr. Ladislaus K a r d o s und Emanuel S e b ö k, einen Ausflug nach Wien zu unternehmen, um die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt, besonders auch das jüdische Wien kennen zu lernen. Von Debreczin aus hat sich die Schulleitung mit den hiesigen Schulbehörden ins Einvernehmen gesetzt und wurde seitens der israelitischen Kultusgemeinde Wien das Jugendref erat mit der Mission betraut, den Leitern des Ausfluges beizustehen. Die Kinder wurden im städtischen Schülerheime untergebracht, die Verköstigung wurde der Mittelstandsküche der „Einheit" übertragen, jener Anstalt, die seit nahezu zwei Dezennien durch ihr Wirken bekannt ist. Gleich nach ihrer Ankunft wurden die Ausflügler namens der Kultusgemeinde durch den Leiter des Jugendreferates begrüßt und in die „Einheit" geführt, wo ihrer ein kräftiges Abendessen wartete. Die Gäste kamen dann täglich zum Mittag- und Abendessen mit ihren Lehrern und wurde ihrer Verköstigung seitens der „Einheit" große Sorgfalt zugewendet. Besonders schön und erhebend feierlich war der Empfang, der den Gästen seitens des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde zuteil wurde. In überaus herzlichen Worten, die sicherlich jedem der Teilnehmer unvergeßlich sein werden, begrüßte der Vizepräsident, Herr Dr. O r n s t e i n, Lehrer und Schüler im Sitzungssaale der Kultusgemeinde und versicherte sie der brüderlichen Liebe der Wiener Judenschaft Diesem Empfange hat auch der Herr Präsident, Prof. Dr. P i c k, beigewohnt und ebenso waren zur Begrüßung die Herren Professor Dr. Redisch, Amtsdirektor Fuchsgelb. Vorsteher Dr. Kl aber, Amtsleiter Förster und Inspektor Isidor O e h 1 e r erschienen. Zur Erinnerung an ihren Aufenthalt in Wien erhielten die Schüler das von deT Wiener Rultusgemeäinde anläßlich der Jahrhundertfeier herausgegebene Jugendbuch „Geschichte der Wiener Juden" von Dr. Max Grunwald gewidmet. Erhebend schön gestaltete sich auch die Mahlzeit, welche in der „Einheit" unmittelbar vor der Rückreise in die Heimat eingenommen wurde. Diesmal befanden sich außer dem Herrn Referenten Inspektor O e h I e r auch der Amtsdirektor der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Adler, sowie das Vorstandsmitglied der „Einheit", Herr Adolf Fischer, in den Speisesälen ein. Die Herren Professoren gaben in den herzlichsten Worten ihrem Danke .gegenüber der Kultusgemeinde Ausdruck, die durch das Jugendreferat zum Gelingen dieses Ausfluges in hervorragendster Weise beigetragen hat; sie dankten Herrn Amtsdirektor Dr. Adler für seinen ehrenden Besuch- Große Anerkennung und Dank zollten sie dem Vorstande der „Einheit" für die vorzügliche Verköstigung und für die geradezu rührende Aufmerksamkeit, welche den Gästen in dieser schönen Anstalt gewidmet wurde. Herr Amtsdirektor Dr. Adler, Herr Referent Inspektor 0 e h 1 e r und Herr Vorstand Adolf Fischer — dieser in ungarischer Sprache — antworteten auf die herzlichsten Danksagungen in gleich herzlichster Weise, gaben ihrer Freude über das musterhafte Benehmen der Schüler und insbesondere über die ungewöhnliche Religiosität derselben Ausdruck, mit dem Wunsche, daß aus den Knaben recht tüchtige, gute Menschen und gute Juden werden mögen. Den Schluß bildeten schöne Chorgesänge der Knaben und dann ging es frohgemut zur Bahn — zur Heimreise. Klosterneuburg. Samstag, den 3. Juli d. J. hat die Religionsprüfung der Zöglinge der hiesigen Volks- und Bürgerschulen und des Gymnasiums im Sitzungssaale der Kultusgemeinde stattgefunden. Zu derselben sind erschienen der Kultusvorstand unter Fühuung des Kultusvorstehers Herrn Hermann Erber, der Religionsinspektor Herr Nathan Silbiger und viele Eltern der Kinder, die die guten Erfolge des Religionsunterichtes hervorgehoben haben und die lobenswerten Leistungen der einzelnen Schüler und Schülerinnen feststellen konnten. Nach der Prüfung wurde ein Mincha-Gottesdienst abgehalten, bei dem die Barmizwah-Jungen zur Thora gerufen wurden und die gesamte Schuljugend die Responsen in erhebender Weise gesungen hat. — An dem darauffolgenden Sabbath hatte die Kultusgemeinde beim Mussaphgottesdienste Gelegenheit, eine denkwürdige Feier abzuhalten: Der Kultusvorsteher-Stellvertreter Herr Josef Weiner in Klosterneuburg, der in aller Stille seinen 70. Geburtstag begehen wollte, konnte es doch nicht verhindern, daß sein streng gehütetes Geheimnis im letzten Moment gelüftet wurde und dem siebzigjährigen Kultusvorsteher-Stellvertreter durch einen feierlichen Aufruf zum Maftir, den der Genannte in geistiger Frische vorgetragen hat, eine unvorhergesehene, aber innige Gratulationsfeier bereitet wurde. Herr Religionslehrer Wilhelm Steiner würdigte in einer Ansprache bei der Thora die Verdienste des Jubilars um die Entwicklung und das Gedeihen der Kultusgemeinde, gedachte mit Anerkennung seiner Tätigkeit im Kultusvorstande und als langjähriger Leiter der Chewra-Kadischa und brachte die Wünsche der Gemeinde mit beredten Worten zum Ausdruck. Barmizwah-Feier. Samstag, den 10. Juli fand im Tempel' des Bethausvereines in Liesing die Barmizwah des Studenten Kurt Nisse.l, Sohn des in weiten Kreisen geachteten und' geschätzten Kommerzialrates Herrn Sigmund Nissel und seiner Gattin Irene, geb. RabI, statt. Nach altjüdischer Sitte und gemäß der Tradition der Familie, trug der BarmSzwanit die Parascha und den Prophetenabschnitt vor und machte durch den überaus vyständnis- und weihevollen Vortrag bei den andächtigen Zuhörern einen tiefen Eindruck. Herr Kantor und Religionslehrer Lewinson rezitierte einen feierlichen Segensspruch und hielt an den Knaben eine herzliche und inhaltsreiche Ansprache, worauf Herr Obmann Adler die Glückwünsche des Bethausvorstandes zum Ausdruck brachte.. Die Eltern wie der Sohn, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, wurden von den zahlreich erschienenen Verwandten und Freunden herzlich beglückwünscht 60. Geburtstag. Herr S. Oesterreich, Vorstandsmitglied des Tempelvereines „B e t h - H a t f i 1 a k" (Müllnergasse) und Obmannstellvertreter des Vereines Bikkur- Chau lim, feierte im engsten Familienkreis seinen sechzigsten Geburtstag. Herzlichste Glückwünsche der Redaktion \ Todesfall. Am 7. d. M, verschied in Nikolsburg Herr, Ing. Georg W i 11 m a n n, der Vater unseres geschätzten Mitarbeiters Rabb. Dr. Alfred Willmann, Nikolsburg, und wurde seinem Wunsche gemäß am 9. d. M. in aller Stille beerdigt Der Verstorbene», welcher das 66. Lebensjahr erreicht hatte, war 33 Jahre hindurch bei der Eisenkonstruktionsfirma Ignatz Friedel in Wien tätig und zog sich sodann nach Nikolsburg, der Stätte des Wirkens seines Sohnes zurück. Alle, die den vornehmen und edlen Menschen gekannt haben,, werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Geschäftsjubiläum. Herr Wilhelm Freund, Oberbuchhalter der Glasfabrik S. Reich & Co. feiert am 16. Juli das 40jährige Jubiläum seines Wirkens in obgenannter Firma. Kantorwahl in Zagreb. Die Repräsentanz der Zagreber Kultusgemeinde wählte in ihrer Sitzung vom 21. Juni d. J. laut einstimmigem Beschlüsse Herrn Oberkantor Isak Hendel aus Sl. Brod zum Kantor der Zagreber Kultusgemeinde. Herr Oberkantor Hendel versieht schon seit fünfzehn Jahren in verschiedenen Zweigen des religiösen Lebens den Kultusdienst innerhalb deT Sl. Broder Gemeinde, wo ihm nur Anerkennung: und Lob zuteil wurde.

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