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Die Wahrheit · 1926-06-18 · Heft 26 (18.6.1926) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 26 (18.6.1926)
Date
1926-06-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 26 Dl£ WATOHCIT Seite U [Theater, Kunst u. Literatur Der 10: Todestag Scholem Aleichems. Er hieß eigentlich Salomon Rabbinowitsch und war der Sohn eines armen Ghettojuden im kleinen russischen Städtchen Perejaslav, woselbst er im Jahre 1859 das Lichtj der Welt' erblickte, einer traurigen und armseligen Welt, die er dennoch mit seinem sonnigen Humor zu vergolden verstand. Er absolvierte den vorgeschriebenen Bildungsgang des Ghettos, besuchte Cheder und Jeschiwas und lernte so das Leben des russischen Judentums kennen und — verstehen. Er wurde dann Journalist, später Rabbiner in einer kleinen russischen Landstadt und schließlich „jiddischer" Schriftsteller, der Schriftsteller des östlichen Judentums und größte, ursprünglichste und reichste Dichter des Ghettos. .Scholem Aleichem! Wie dieser freundliche Gruß unter den Juden verbreitet ist, so der Name des pichtöps, der diesen Gruß zum Pseudonym gewählt hatte. Wie ein freundlicher Gruß oft herzerhebend wirkt so schuf Scholem Aleichem dem schwergeprüften Volke des Ghettos Erleichterung und Lebensfreude durch den befreienden Humor seiner Werke. Denn sein Humor war immer milde? und liebenswürdig, es war ein verstehender und verzeihender Humor, der niemals, wie man dies bei jüdischen Schriftstellern manchmal findet, in Spott oder Sarkasmus überging. Seine Romane „M oschiachs Zeiten", „Kasesil wker Geschichten", „Rattischik", „A jiddischer Hund", seine Komödien „7. e s e i t und z e s p r e i t", „M a s e 11 o w" u. v. a. verbinden mit großer Kraft. EindrinsUchkeit und Frische der Darstellung eine unnachahmliche Heiterkeit. Um die Jahrhundertwende kam Scholem Aleichem nach Deutschland und, als der Krieg ausbrach, mußte er als russischer Untertan nach Amerika flüchten. Im Mai 1916 schloß der größte Dichter des Ghettos für immer seine Augen. Palästina-Vortrag Dr. A. Kaminka. Das Maimonides- Institut gemeinschaftlich mit der Misrachi-Zentrale veranstalten Montag, den 21. d. M. um 8 Uhr abends im Olympiasaal, Wien I., Rothgasse 5, einen Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. A. Kaminka, unter dem Titel „Reiseeindrücke aus P a 1 ä s t i n a". Gäste willkommen. Eine jüdische Vortragskünstlerin von großer Begabung, Fräulein Rosa R o t h, gab in einem am 1. Juni in der U r a n i a gegebenen Vortragsabend Proben ihres ausgezeichneten Könnens und außerordentlicher Vielseitigkeit. Sie trug Dichtungen von Altenberg, Wilde, Turgenjew, Dostojewski, Meyrink und chinesische Lyriker vor und machte durch die feinsinnige Art der Erfassung der so verschiedenartigen dichterischen Stoffe großen Eindruck auf die zahlreiche Zuhörerschaft. Rosa Roth ist eine Künstlerin, die nicht allein nht ihrem Munde, sondern auch mit ihrem empfindenden Herzen vorträgt. Das scheint auch das Geheimnis ihres Erfolges zu sein. Zur Gründung des Heinebundes (Berlin W. 9, Linkstr. 39; Gesamtleitung: Dr. Ahron Eliasberg). Mit dem Namen desjenigen Mannes, der soviel um das jüdische Wesen wußte, der wie kein anderer jüdische Geistesart mit abendländischer Bildung verband, wendet sich diese! „jüdische Buchgemeinde' an die Oeffentlichkeit und bittet um Unterstützung für ihre Bestrebungen: die Teilnahme am jüdischen Buch in weiteste Kreise zu tragen. Mif welchen Mitteln dieses vertauscht wird, zeigt der umfangreiche Prospekt, der „die ersten Bücher" enthält und der allen Interessenten zur Verfügung steht Diese sechzehn Büchertitel geben Proben aus den wichtigsten Arbeitsgebieten' des H.-B.: Romane, Geschichte, Memoiren, Kunst, Geselis'chaftskunde. Sie bringt meist neue Bücher, zum "Feil auch neue/ in Deutschland unbekannte Romanautoren, wie z. B. Myriam Harry, Opatschu und Poljakow. — Außer <fen vier Bänden einer Jahresreihe, zu deren Abnahme die Mitglieder verpflichtet sind, werden jedes Jahr auch Auswählende gebracht Die vier Bände der Jahresreihe kosten inkl. Zustellung je RM. 3.75 und haben einen durchschnittlichen Umfang von 300 Seiten., Die Auswahlbände sind an Preis und Umfang verschieden. Die Ausstattung wird zeitgemäßen Ansprüchen genügen: holzfreies Papier, Ganzleinenbände asw.— Jede Tendenz religiöser oder parteipolitischer Art ist ausgeschlossen. In seiner Gesamtheit ist das Programm des ti-B. geignet, das Judentum in seiner ganzen Fülle hegreifen und lieben zu lehren. _ pgeM I Warenhauses | Brüder Schiffmann tsuzsm IL, TaborstraBe 48 iäää Unerreicht billige Kaufgelegenheit! eisige Beispiele: per Meter —*8Ä 1*25 1*25 1-90 —■70 \40cm br„ lo alten Färb. \ \ 3*SO Oottott de um Wie^h-Tretoei . . 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