Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 26 (18.6.1926)
- Date
- 1926-06-18
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 12 DIE WAlßROTIT Nr. 26 11 3!? Von Woche zti Woche Israelitischer Jngendsottesdienst Am Samstag, den 19. Jnni d. J., um 3 Uhr nachmittag, findet der letzte Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in diesem Schuljahre in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Elisabethheim. Der über Initiative des Vereinspräsidenten Obermedizinalrat Dr. S. Krüger gegründeten und dem Heim angeschlossenen Frauengewexbeschule für Weißnähen und Kleidermachen des Elisabethheimes für Lehrmädchen und jugendliche Arbeiterinnen, Wien IL. Malzgasse 7, wurde mit Erlaß vom 7. Mai 1926, Z. 71756-14, das Oeffentlichkeitsrecbt verliehen. Eine Weltkonferenz des liberalen Judentums findet am 11. und 1.2. Juli d. J. in London statt Die Vorbereitungen für diese Konferenz, welche im Prachtbau der Liberalen Synagoge tagen wird, sind, wie man aus London berichtet, bereits beendet Die Konferenz, an der führende Persönlich" keiten des liberalen Judentums der ganzen Welt teilnehmen werden, wird die erste große Veranstaltung der liberalen Judenheit auf internationaler Grundlage sein Es sind bereits eine große Anzahl hervorragender Redner vorgemerkt, welche die Grundlagen des jüdischen Liberalismus von den verschiedensten Standpunkten aus beleuchten, werden. Verein der Preßburger in Wien. In dem Bericht der vor» letzten Nummer über die Reise dieses Vereines in seine Vater» Stadt hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Dieser Ausflug fand natürlich nicht Samstag, sondern. Sonntag statt, wie aus dem beigesetzten Datum (30. Mai) ersichtlich ist Der Verein sorgt bei allen seinen Veranstaltungen, auch auf dem Schiff, in weitem Sinne für rituelle Verköstigung. Geschäfts jubiläum. Der Inhaber des bekannten Restaurants Tonello, IL, Lilienbrunngasse 2, Herr Oskar Tonello, feierte am 14. d. M. den zwanzigsten Jahrestag der Uebernahme des altrenommierten seit 45 Jahren bestehenden Etablissements von seinem Vater Siegmund Tonello. Aus diesem Anlasse wurde dem allseits geschätzten Restaurateur vom Verband jüdischer Gastwirte durch dessen Vizepräsidenten Herrn Alfred Schwarz eine von Künstlerhand geschaffene Adresse überreicht und gleichzeitig als Dank für das hingebungsvolle und ersprießliche Wirken für die Interessen des Verbandes, dessen Präsident Herr Oskar Tonello ist für die Widmung eines Oskar und Josef ine Tonellofonds für verarmte jüdische Gastwirte namhafte Beträge gezeichnet Zu dieser Feier waren neben zahlreichen Freunden und Berufskollegen des Jubilars unter anderen namens der Bezirksvertretung Leopoldstadt Herr Bezirksrat Ebner und namens der Wiener Hoteliers Direktor Löwy vom Bristol erschienen. Todesfälle. Der in den weitesten Kreisen bekannte und geschätzte Hotelier Aron Bars:hak, der vor einem Jahre durch das Hinscheiden seiner in blüncndstem Alter stehenden Tochter schwer getroffen wurde, hat einen neuen schweren Verlust erlitten. Seine innigstgeliebie Gattin, an der er mit aller Zärtlichkeit hing, Frau Malvine Barschak, wurde ihm durch den Tod entrissen. Gleich ihrem Gatten widmete sich die herzensgute edle Frau der Wohltätigkeit Ihre Mildtätigkeit, Menschenfreundlichkeit und Güte war allbekannt. Das Leichenbegängnis der Verblichenen fand Montag, den 14. d. vom Trauerhause. IL, Große Schiffgasse 3 aus unter außergewöhnlich starker Teilnahme-statt Im Trauerhause, wo sich zahlreiche Persönlichkeiten, darunter Sr. Ehr würden Obeirabbiner Prof. Dr. C h a j e s, sowie Abordnungen verschiedener Korporationen eingefunden hatten, hielt Herr Rabbiner Mayersohn der Verblichenen einen eindrucksvollen Nachruf. Der Trauerzug, dem eine große Zahl von Verwandten, Freunden und Bekannten folgte, nahm seinen Weg vorerst zur» Ausspeisungshalle des Vereines „Machsike Hadath", bei dem die Verewigte als Vorstandsdame durch zwei Jahrzehnte ersprießlich gewirkt hatte, und von hier zum polnischen Tempel, an dessen Pforte Herr Oberkantor Emanuei Frankel das EI mole rachamim ergreifend zum Vortrage brachte. Nachdem der Trauerzug an dem Bethause des Vereines „Liwias Ehen" und am Hause der jüdischen Kleingewerbetreibenden vorbeigekommen war, setzte er seinen Weg nach dem Zentralfriedhofe fort In der Zeremonienhalle, die mit Trauergästen überfüllt war,, hatten sich u. *u eingefunden: Als Vertreter der Kultusgemeinde Bezirksrat E, H-pffmann, der Gesamtvorstand des „Verbandes jüdischer Gastwirte" mit seinem Präsidenten Restaurateur Oskar Tonello, ferner die Abordnungen zahlreicher humanitärer Institutionen, deren hingebungsvolle Förderin die Verstorbene war. Rabbiner Dr. Julius Bach hielt die Trauerrede, in der er die ausgezeichneten Herzenseigenschaften der Dahingeschiedenen sowie ihre Tugenden als Mutter und Gattin in rührenden Worten schilderte. Sodann nahm Prof, Nasche im Namen der zahlreichen Freunde der Verewigten und der Vorstände der vielen Wohltätigkeitsvereine von der Dahingeschiedenen Abschied. Freunde der Verblichenen hoben hierauf den Sarg mit den irdischen Resten der allseits verehrten Dame auf ihre Schultern, um ihn zur ewigen Ruhe zu betten. — Am 24. Mai wurde Herr Wilhelm Weisz, Kantor der orthodoxen Gemeinde in 0 e d e.n b u r g, im 78. Lebensjahre unter überaus großer Beteiligung zu Grabe getragen. Der Verblichene wirkte in Oedenburg 30 Jahre und erfreute sich wegen seiner unermüdlichen Tätigkeit und seiner vorzüglichen Charaktereigenschaften großer Beliebtheit. An der Bahre hielt Herr Oberrabbiner Emanuei Grünwald einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er die Tugenden des Verewigten würdigte und herzliche Worte des Dankes im Namen der Gemeinde für die treue Tätigkeit dem Verstorbenen widmete. Um den wohlverdienten Mann trauern seine acht Kinder, unter ihnen die Oberkantoren Jenö Weisz in Großwardein und Sandor Weisz in Arad. Hilferuf. Frau I. B. schreibt uns: Seit Wochen bin ich bemüht, in einer Ferienkolonie einen Freiplatz für zwei erholungsbedürftige Mädchen zu erhalten* vergeblich. Die Kinder sind acht bis zehn Jahre alt, gut erzogen, talentiert, arm. Sie müßten, wenn nicht bald Hilfe käme, zugrunde gehen. Da Hilfe von Vereinen und Ferienkolonien nicht zu erwarten ist, wende ich mich mit der Frage an die Oeffentlichkeit: Gibt es edle Menschen, die diesen dringend Erholungsbedürftigen in ihrem Heime während des Sommers Auf©nthalt gewähren würden! Die Eltern sind seit Monaten krank, ganz mittellos; sie haben einst bessere Tage gesehen, würden ihre schönen, gut erzogenen Kinder gerne in Familien aufgenommen sehen, die ein Verständnis für unverschuldetes Elend haben. Wer nimmt sich dieser armen Mädchen an? Gefl. Zuschrift bittet an die Expedition unter: „Die Kinder sollen mir willkommen sein." Union-Bank. Die sechsundfünfzigste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Union-Bank findet Samstag, den 26. Juni 1926 um 11 Uhr vormittags im Anstaltsgebäude, Wien, 1. Bezirk, Renngasse 1, statt Die Aktien sind bei der Liquidatur der Union-Bank mittels einfacher, bei den anderen Erlagstellen mittels doppelter Konsignation einzureichen. Dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die erlegten Stücke rückgestellt werden. Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden (§ 24 der Stat) § 23. Der Besitzvon je 20 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme in der Generalversammlung. Zur Ausübung des Stimmrechtes ist erforderlich, daß die Aktien längstens acht Tage vor dem Zusammentritte der statutenmäßig berufenen Generalversammlung in die Gesellschaftskasse oder an einen anderen vom Verwaltungsrate zu bestimmenden Ort hinterlegt werden. £. *€hatt& Sohn Wien II., Pratewstwaße Jtr. 37 Tel. 43-4-10 Elegante Herrengarderoben Feinste Herrenwäsche ■uii ■iiiiFii wiiii »man^ga