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Die Wahrheit · 1926-06-04 · Heft 24 (4.6.1926) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 24 (4.6.1926)
Date
1926-06-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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f Seite 10 DIE WAHRHEIT Nr. 24 n n 1 H I I >j 1 ri •* : I i i M 11 t, ,j ihrem Tun und Handeln eine große Verpflichtung auf, die Verpflichtung der Achtsamkeit auf die Ehre der Juden, die bei der Verfehlung eines einzelnen stets nach bewahrtem antisemitischen Muster in ihrer Gesamtheit verdammt werden. Redner streifte sodann in prägnanten Zügen einzelne Berufszweige, in denen Juden tätig sind, und erbrachte für jeden berührten Gegenstand die Argumente der. Gegenseite wie die Widerlegung dieser Anschuldigungen. All diese Argumente der Judenfeinde können uns aber, wenn wir rechtlich handeln, nicht stören, wir lassen sie bellen, während die1 Karawane weiterzieht Aber nur, wenn wir wirklich gerade und ehrlich in allen unseren AeuBerungen, Tun und Handeln wirken, nur dann werden wir die Argumente der Antisemiten schlagkräftig widerlegen können und Redner sprach schließlich seine Befriedigung darüber aus, daß es ihm ermöglicht wurde, diese auf Grund seiner persönlichen reichen Erfahrungen im Wirtschaftsleben gewonnene felsenfeste Anschauung einem weiteren Publikum bekannt zu machen. Obmann Adolf U n g e r dankte Hern Alexius Salzer für seine mit großem Applaus aufgenommenen ausgezeichneten Ausführungen, die in der Debatte von mehreren Rednern durch Hinweise auf verschiedene Berufszweige trefflich ergänzt wurden. Präsident Doktor Ornstein lenkte die Aufmerksamkeit durch Anführung zahlreicher Details auf den Umstand, daß die Kultusgemeinde, bewußt ihrer Pflicht, insbesondere in der heutigen Wirtschaftskrise bemüht ist, den arbeitslosen, aber arbeitswilligen Jüdischen Handwerkern und Professionisten Erleichterung ihrer schweren Lage zu verschaffen, indem sie sie bei jeder möglichen Gelegenheit beiden zahlreichen Arbeiten der Kultusgemeinde heranzieht. Durch diese Tätigkeit erwirbt sich die Gemeinde ein großes Verdienst, das auch von den folgenden Rednern, den Herren Kultusvorsteher David Dohan, Börserat L Glück, Hofrat Dr. E. Riesenfeld, Klubobmann Dr. Josef T i c h o, in ihren allgemeinen Bemerkungen zur Tätigkeit der Kultusgemeinde stark unterstrichen wurde. Doktor Ticbo forderte insbesondere auch zu reger Mitarbeit und Werbung für die „Union" auf, welcher Appell von Obmann Adolf U n g e r in seinen Schlußworten ergänzt wurde. 4Etoe Dreitagsfliege könnte man die Linzer „Jüdischen Nachrichten für die oberösterreichischen Alpenländer" nennen, mit deren merkwürdigen Methoden gelegentlich des dortigen Kultuswahlkampfes wir uns bereits einmal beschäftigt haben. Damals kündigte das zionistische Blättchen sein Wtedererscheinen als „die jüdische Bevölkerung Oberösterreichs angenehm überraschend" an, da es „von seiner unbestrittenen früheren großen Beliebtheit nichts eingebüßt hat". Diese „unbestrittene große Beliebtheit" hatte sich vor Jahren darin geäußert, daß die Zeitung' wegen allzu reger Beteiligung des Publikums eingehen mußte. Und nun läßt sich die „große Beliebtheit" abermals bestreiten, denn sofort nach den Wahlen, derentwegen zwei Nummern herauskamen, verschwinden die „Jüdischen Nachrichten" mit einer dritten Nummer, die nur noch triumphierend das Wahlresultat und die weiteren zionistischen Wünsche enthält Der blau-weiße Mohr hat seine Schuldigkeit (schlecht) getan, der Mohr kann gehen. Besonders „angenehm" scheint sein Erscheinen nicht gewesen zu sein. Briefkasten. Nach Graz. Sie haben während des ganzen dortigen Kultuswahlkampfes jede Wählerversammlung fleißig besucht und in keiner einzigen einen Gastredner der „Union" aus Wien gehört. Trösten Sie sich, die Reisen dieser Herren bestehen nur in der allzu üppigen Phantasie der „Wiener Morgenzeitung." Nach Linz. Sie haben vollkommen recht: Der Mitgliedsbeitrag der, kleinen Linzer Zionistischen Organisation beträgt monatlich 90 Groschen, während der Mitgliedsbeitrag der „Union deutschösterreichischer Juden" jährlich S 5.— (also weniger als die Hälfte) beträgt. Dafür ist diese Vereinigung zum 'Unterschied von der zionistischen angeblich die Partei der jüdischen „Plutokraten"._ Rudolf Bandler. Else Kaufmann, das heitere Quartett des kaufmännischen Gesangsvereines, Ballett Dita Tenger und andere prominente Künstler haben sich dem Elisabethheim bei seinem Frühlingsfeste (siehe Inserat) in liebenswürdigster Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellt Restliche Karten im Heime IL, Malzgasse 7, bei den Komiteemitgliedern und an der Abendkassa. Wahrheiten vom Tage Der Arierparagraph im Skiverband war ernstlich in Gefahri Die Internationale Skiföderation, welche für die eigenartigen Rassenschutzmethoden der österreichischen Skiverbändler absolut kein. Verständnis aufbringen konnte,, hatte nämlich, wie wir bereits berichtet haben, die österreichische Sektion aufgefordert, sich den internationalen sportlichen Regeln anzupassen und den Arierparagraphen aus den Satzungen zu entfernen. Diese in der Tat unerhörte Forderung haben die rassestolzen Leiter des österreichischen Verbandes als einen ungerechtfertigten Eingriff in die Rechte des Verbandes rundweg abgelehnt. Ganz mit Recht; denn ieder hat das Recht so dumm zu sein, als er nur will und braucht sich in Ausübung dieses natürlichen Rechtes von niemandem etwas dreinreden zu lassen. Doch noch war die Gefahr für den geliebten Arierparagraphen nicht gänzlich überwunden, noch war die Billigung der Stellungnahme der Leitung des österreichischen Skiverbandes durch das Vertreterkollegium ausständig. Nun ist auch diese Gefahr endgültig überwunden. Mag auch die ganze sportliche und nicht sportliche Welt über die österreichischen Skirassenschutzverbändler den Kopf schütteln, mag auch deren Stellungnahme den Ausschluß aus der internationalen Föderation zur Folge haben — der Arierparagraph bleibt und damit basta! Die entscheidende Sitzung der Vertreter versa m m- 1 u n g des Skiverbändes fand Sonntag, den 30. d. M. in S a I zburg statt und der Genius loci, wofern man überhaupt von einem Orts„geist" sprechen kann, dürfte nicht wenig zur Erhöhung des Rassegefühls der Vertretermehrheit beigetragen haben; Ist doch Salzburg, in nächster Nähe des Königreiches Hitleria gelegen, eine Hochburg des Antisemitismus geworden, seitdem dort „Der Grobian" zu erscheinen, de? „Volksruf" zu erschallen und „Der Eiserne Besen" zu kehren begonnen hat. Von diesem Genius loci überwältigt, hat nun die Mehrheit der Vertreter nachfolgende Resolution angenommen: „Die in Salzbürg am 29. Und 30. Mai tagende außerordentliche Vertreterversammlung des Oesterreichischen Skiverbandes kann den von IX. Internationalen Skikongreß in Lati am 5. Februar 1926 gefaßten Beschluß bezüglich der vorgeschriebenen Aenderung der autonomen Satzungen des Oesterreichischen Skiverbandes aus formellen und sachlichen Gründen nicht zur Kenntnis nehmen. Diese Stellungnahme kann auch durchdie Androhung etwaiger Folgerungen, die aus dieser Ablehnung entstehen können, keine Aenderung erfahren." Nach der Abstimmung verlas der Vorsitzende eine A u s t r i 11Verklärung verschiedener Vereine, deren Vertreter sofort den Beratungssaal verließen. Auch zahlreiche Einzelpersonen und Ehrenmitglieder des Verbandes verzichteten auf die hohe Ehre, dem antisemitischen Skiverband angehören zu dürfen. Der in Salzburg gefaßte Beschluß hat nun das endgültige Ausscheiden des österreichischen Skiverbandes aus der internationalen Skiföderation unvermeidlich gemacht. % ' Die Juden haben Schuld. Freiherr Franz von Bodelschwingh veröffentlicht in der Berliner „Deutschen Zeitung" eine Erklärung, in der et es zunächst betrübend und beschämend nennt, daß gewisse Antisemiten aus Anlaß der Unterzeichnung des Locärno-Vertrages dem Reichspräsidenten gegenüber einen Ton angeschlagen, der von jedem anständigen Menschen zurückgewiesen werden muß. Hier tat sich, wie wir berichten, besonders der berüchtigte, Knüppel-Kunze hervor. Der Freiherr schreibt nun': „Die für jeden guten Deutschen über allen Zweifel erhabene Frage, daß der Treueste der Treuen seine Entscheidimg nach gewissenhafter Prüfung getroffen habe, sollte doch wahrlich Deutsohe davor bewahren, mit der. schimpflichen, gegen seine Wahl gerichteten Kampfesweise des Judentums in den Wettstreit ztf; treten. E i n e solche Verwilderung der politischen Sitten hätte sich ohne die „Zersetzungsarbeiten des Judentums" niemals entwickeln können." — Da staunt selbst der Fachmann! Worte des Führers. Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht ein Interview, das ihr Jerusalemer Korrespondent mit dem Leiter des Zionistischen Exekuivkomitees Dr. Chaim Weizmann hatte. Der Inhalt der Unterredung, deren wichtigste Stellen wir im folgenden wieder- M8te&&mis*mr'-: »fiva

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