Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 20 (7.5.1926)
- Date
- 1926-05-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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und Hintermänner aufgedeckt. Denn eine große Anzahl von Beziehungen führt von diesen verbrecherischen Organisationen zu den völkischen Rechten. Diese Tatsache hat Gumbel in seinem Werke „Vier Jahre politischer Mord in Deutschland" enthüllt und sie ist auch im Prozesse G r ü 11 e- L eh der, in dem die Namen mehrerer schwer kompromittierten völkischen Abgeordneten genannt wurden, neuerdings zutage getreten. Die Rechtsorganisationen bekämpfen die Weönarer Verfassung auf das entschiedenste, predigen den Kampf gegen alle internationalen, pazifistischen und sozialistischen Bestrebungen durch die „Politik der Tat", das heißt der Gewalttat und des Mordes, und es braucht nicht gesagt zu werden, daß sie auch die erbittertsten und gefährlichsten Feinde der deutschen Judenschaft sind. Diese hat natürlich ein eminentes Interesse daran, daß der Untersuchungsausschuß ganze Arbeit leistete und in die Mordhöhlen hineinleuchtete, aber auch das Treiben derer aufdeckte, welche die geheimen Organisationen als Werkzeuge für ihre umstürzlerischen Pläne benützen. Aber nicht allein die deutschen Juden, alle, denen die Zukunft Deutschlands am Herzen liegt, haben ein Interesse daran, daß die Feme, die wie ein Alpdruck auf dem Reiche lastet, endlich ausgerottet werde. Der Kampf gegen die geheimen Organisationen und gegen den Rechtsterror ist nämlich in der Tat ein Kampf für die Zukunft des deutschen Volkes, handelt es sich doch vor allem um Deutschlands Jugend, die aus den verhängnisvollen Verirrungen eines falschen Patriotismus herausgeführt und aus der Umgarnung durch verbrecherische Elemente befreit werden muß. Der Prozeß gegen die Fememörder wurde hinter verschlossenen Türen geführt, weil, wie das Gericht bekannte,, eine öffentlich durchgeführte Verhandlung das Staatsinteresse gefährden würde. Wahrscheinlich waren die maßgebenden Gerichtsfunktionäre der Ansicht, daß Gerichte dem Interesse des Staates weniger schaden als Gerüchte. Wir aber glauben, daß durch die Geheimhaltung die begreifliche Ansicht im In- und Ausland entstehen muß, daß etwas zu vertuschen sei und sind davon überzeugt, daß nur die volle Oeffentlichkeit der Gefahr, die das Umsichgreifen dieser Ansicht bedeuten würde, wirksam begegnen kann. Vier von den Fememördern wurden mit dem Tod bestraft, der Rest unter Anwendung „patriotischer Motive" zu kurzen Freiheitsstrafen verurteilt, zum Teil freigesprochen. Hierbei kommt einem der Gedanke an den „patriotischen Ueberschwang" der ungarischen Bombenwerfer und Judeuschlächter, der sogar als Strafausschließungsgrund angesehen wurde, sowie an die Freisprechung der bayerischen Arbeitermörder, die offenbar aus ähnlichen Motiven gehandelt haben. Insbesondere erweckte der Freispruch des Oberleutnants v, Senders berechtigtes Aufsehen, da dieser von glaubwürdiger Seite geradezu der Anstiftung zu den grauenvollen Verbrechen beschuldigt wird. Jedenfalls ist sicher, daß die Feineurteile, die die Verurteilten vollzogen haben, nicht durch quasi Femeurteile gesühnt werden können. Die „Allgemeine Deutsche Studentenschaft" in Heideibers verdient diesen Namen voll und ganz. Sie ist nämlich im wahrsten Sinne des Wortes „allgemein", da sie sämtliche deutsche Hochschüler ohne Rücksicht auf Abstammung, Glaubensbekenntnis und Parteizugehörigkeit umfaßt. Das Organisationsstatut dieser Studentenschaft, das allerdings erst nach langen inneren Kämpfen geschaffen werden konnte, enthält die wichtige Bestimmung: „Ausgeschlossen von der Beratung und Beschlußfassung in allen Oiganen der Studentenschaft sind parteipolitische, rassenpolitische und religiöse Fragen". Durch diese einzig richtige und vernünftige Bestimmung wird eine ständige Quelle innerer Spaltungen und Feindseligkeiten in den Reihen der Studentenschaft verschüttet und die Grundlage für eine unparteüsche Regelung aller studentischen Fragen geschaffen. Die Heidelberger Studentenschaft hat eine ruhmvolle, an Ehren reiche Vergangenheit. Niemand wird es wagen, ihr wahres deutsches Empfinden auch nur im entferntesten zu bezweifeln. Das Organisationsstatut, das sie sich selbst gegeben hat, ist würdig ihrer hohen Traditionen, ihrer stolzen Vergangenheit, es zeigt aber auch, daß nationales Empfinden mit Parteihader und Rassenhaß nichts zu tun hat. Die Heidelberger Studentenschaft hat sich in ihrer übexwiegenden Mehrheit losgesagt von allen politischen und von allen antisemitischen Schlagworten, sie hat sich ihre innere Unbefangenheit und ihr klares Denken von Öden nationalistischen Hetzern nicht rauben lassen und alle Studenten in ihren Kreis aufgenommen, die sich dem deutschen Volke zugehörig fühlen. Wie ganz anders ist es doch bei uns hier! Auch an den Wiener Hochschulen gibt es eine „Deutsche Studentenschaft", doch diese ist leider keine „allgemeine", sondern eine „besondere", und zwar eine ganz besondere. Sie ist einzig und allein die Vertreterin jenes Sonöer'Rngebol I Warenhauses I Brüder Schiffmann ||B1 Taborslraße 48 ^-s&z? Unerreicht billige Kaufgelegenheit! Nachstehend einige Beispiele: Waeoliwaren Blaudruck .v.J....... Cotton de X>ene "• •..... Wasoh-Kreton ........... Jaokenfutter •?.......... Etamine, 115 cm breit ........ Etamine, In allen Farben....... 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