Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 19 (30.4.1926)
- Date
- 1926-04-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3062972-3063973-3063990--14535-3082098- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 19 weggebracht hat, überall ist gleich S. Bojnitzer mit Rat und Tat zur Stelle. Es ist daher verständlich, daß der Verein „Nächstenliebe", dessen langjähriger Schriftführer Herr Bojnitzer ist, den Ehrentag eines seiner besten Mitglieder würdig gefeiert hat und zwar fanden sich Samstag, den 24. d. M„ der Vorstand und die Mitglieder des Vereines in großer Zahl in •Julius Grüners Restaurant zusammen, um den Jubilar zu feiern. Sie waren jedoch nur die Repräsentanten der vielen, die an diesem Tage dankbaren Herzens ihres Beschützers gedachten. Obmannstellvertreter I. Schönherz begrüßte den Jubilar und die anwesenden Gäste. Obmann Adolf Reich feierte das menschenfreundliche Wirken S. Bojnitzers in einer tiefempfundenen Rede und überreichte dem Jubilar eine künstlerisch ausgefühlte Adresse, die Herren Fuchs, Freiwirth, Hirschfeld, Raubiczek, Steinhardt, Stern, ,W a 1 d e r, sowie Herr Leopold H e i m_. eine Neffe des Jubilar überbrachten Glückwünsche, worauf Oberkantor I. Müller einen selbstverfaßten Segensspruch meisterhaft zum Vortrage brachte. Der Jubilar dankte tiefbewegt für die ihm gewordenen Ehrungen. Wie wir erfahren, hat auch das Fürsorgeamt der Gemeinde Wien Herrn >J3ojnitzer, der seit vielen Jahren Sektionsobmann im II Bezirk ist, besonders geehrt. Zum 70. Geburtstage der Frau Präsidentin Sofie Grünfeld. Wir erhielten von geschätzter Seite folgende Zuschrift: Erlauben Sie, daß ich Ihnen nachträglich aus obigem Anlaß folgende Zeilan zur freundlichen Veröffentlichung übersende, da ich zur Zeit des Jubiläums krank gewesen bin. Man hat so viel von der energischen Frau gesprochen und geschrieben, die mit weitblickendem Geiste und in umfangreicher Gedankenwelt ihr Werk zum Besten unserer jüdischen Jugend ins Leben gerufen, zum Blühen gebracht und in Blüte erhalten hat. Nur auf Eines scheint mir wenig Gewicht gelegt worden zu sein: auf ihre Persönlichkeit. Und die verdient wahrlich ein paar Worte. Sie ist — mit ihren 70 Jahren — eine reizende Frau. Eine Quelle liebenswürdigen Humors, ein Schatz freundlichster Geselligkeit, besitzt sie die Zauberkraft, trotz ihres Ernstes eine so angenehme Atmosphäre zu schaffen, daß man sich in ihrer Gesellschaft wohl fühlen muß. Wenn man von der „Präsidentin" Grünfeld spricht, so macht man sich unwillkürlich das Bild einer, trotz ihrer Güte, strengen, recht ernst ins Leben blickenden Frau. Aber wie anders ist sie! Das Temperament ihrer Geburtsstadt Budapest hat sie mit der Gemütlichkeit ihres Wien, das ja auch ihrem sei. Gatten so viel verdankt, stets harmonisch zu verbinden gewußt. Ein kleiner Zug: Vor Wochen spielte sie mit anderen, darunter mit einer Enkelin, in dem von der „Weiblichen Fürsorge" veranstalteten Festabend Klavier: hoch künstlerisch und der Strenge der Muse Rechnung tragend. Und am Purim-Feste hatte ich wiederum die Ehre, sie unter den Gästen meines Hauses zu sehen; nach Mitternacht — die Purimstimmung war recht auf der Höhe — begannen junge Leute die modernsten Schlager zu singen, Lieder, die man gewiß vor 10 Jahren noch nicht gekannt hat. Und am Klavier saß — Frau Präsidentin Grünfeld; und unermüdlich begleitete sie vom Blatt weg durch über 2 Stunden, so daß wir nicht nur ihre Kunstfertigkeit, sondern vielleicht noch mehr ihre jugendliche Unermüdlichkeit bewundern mußten. Vielleicht auch ihre unermüdliche Jugend! Alt in Erfahrung und Führung, jung an Geist und Humor. Möge unserer Gemeinde und unserer Jugend ihr Alter, ihr selbst ihre Jugend erhalten bleiben! J. M. B. Todesfall Dienstag, den 27. d. M., wurde unter außerordentlich starker Beteiligung Frau Karoline Alt mann, geb. Tischler, zu Grabe getragen, die am 25. d. M. nach langem und schweren Leiden im 63. Lebensjahre verschieden ist. Die Verstorbene war eine sehr wohltätige Frau, die sich wegen ihrer vorzüglichen Eigenschaften des Herzens und frommen Lebenswandels allgemeiner Sympathien in den weitesten Kreisen erfreute und ihren edlen Gatten in seinen charitativen Bestrebungen tatkräftigst unterstützt hat. Sie entfaltete im Vorstande des Elisabeth- Heimes, im B r i gi ttenauer, sowie im Frauenverein der Adas Jisroel eine außerordentlich segensreiche Tätigkeit und unterstützte auch den Talmud-Thqraverein (Malzgasse) sowie viele gemeinnützige Vereine, die alle korporativ beim Leichenbegängnis vertreten waren. Das Leichenbegängnis, zu dem auch die Zöglinge des Elisabeth-Heimes unter Führung der Frau Obermedizinalrat Dr. Krüger. Frau Dozent Bondi und Frau Ehren reich ebenfalls erschienen waren, gestaltete sich sonach zu einer imposanten Trauerkundgebung für die Verstorbene, an deren Bahre ihr Gatte Karl Alt mann, ihre Kinder Klara Herlinger, geb. Altmann, Bernhard. Max, Julius und Fritz Alt mann, ihre Schwiegertöchter Nelly A11 m a n n, geb. Engel, Toni A11 m a n n, geb. Braun, und der Schwiegersohn Hermann H e r 1 i n g e r sowie *die Enkelkinder Gerhard H e r 1 i n g e r, Hans und Trude A11 m a n n und Liselotte H e r 1 i n g e r trauern. In Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde erschien Präsident Professor Dr. A. Pick in Begleitung des Amtsdirektors Guido Fuchsgelb und des Anjtsleiters W. Freistadt. Unter den Trauergäste sah man Herrn ObeTrabbiner Dr. C h a j ejs, die Kultusvorste_her> Kommerzialrat S. Bondi, Emil Engel, die Delegierten der Chewra Kadisclia (Stadt), sowie den Vorstand der Chewra Kadischa für die Bezirke XII bis XV mit Obmann Oskar Goldschmied an der Spitze, in Vertretung der Tempelvereine Börserat I. Glück, Vorstandsmitglied Leopold R i c ht e r in Vertretung der Schiffschul, Obmann E. Pome.ranz für den Tempelverein Leopoidsgasse. Obmann S. Bernhard für den Turnertempel, Bernhard Hofbaue.r> für den Tempelverein Lazzenhof, den Vorstand des Vereines „Machsike Hadath", Doktor I. Braun für den Verein „Kurfürsorge", Max Hofbauer für das Taubstummeninstitut u. a. m. Rabbiner Dr. Taglicht schilderte in seiner ergreifenden Trauerrede die Tugenden der Verstorbenen, die das Muster einer jüdischen Gattin, Mutter und Großmutter, eine Esches Chajil gewesen sei, und wies besonders auf ihr segensreiches und menschenfreundliches Wirken hin. Das Leben der Verewigten, sagte Redner, erfüllte Klugheit des Geistes, Intelligenz, gepaart mit aufrichtiger Frömmigkeit, unerschöpflicher Herzensgüte und Hilfsbereitschaft. Als er zum Schlüsse seiner Ausführungen die Wohltätigkeit der Verstorbenen schilderte, vernahm man lautes Schluchzen aus der Mitte der Trauerversammlung. Die Oberkantoren M a t y a s und Schleifer trugen in tiefempfundener Weise die Trauergesänge vor. Gedächtnisfeier. Sonntag, den 25. d. M. wurde im Tempelverein „Aeschel Awrohom", Pazmanitengasse, eine Trauerandacht für den am 5. März d. J. verschiedenen Obmannstellvertreter und Begründer der Talmud-Thoraschule des Vereines Herrn Samuel Adler abgehalten, zu welcher sich der Gesamtvorstand mit Obmann Oskar Schramek an der Spitze sowie zahlreiche Mitglieder und Freunde des Verstorbenen, seine tieftrauernde Witwe mit ihrer Tochter und ihren Enkelkindern eingefunden hatten. In Vertretung der Wiener Kultusgemeinde war Kultusvorsteher Bezirksrai. Edmund Hoffmann erschienen, ferner waren die Obmänner und Delegierten zahlreicher Tempelveeine anwesend. Nach den vorzüglich zum Vortrage gebrachten Trauergesängen des Herrn Oberkantor I. Müller gedachte Rabbiner Dr. S, Funk des hingebungsvollen Wirkens des Verblichenen und entwarf in seiner Gedenkrede ein treffliches Bild des unvergeßlichen Mannes, der sich durch seinen aufrechten Charakter und sein gütiges, menschenfreundliches Wesen die Achtung und Sympathie der weitesten Kreise erworben hatte. Zur Ergänzung unseres Berichtes über die Beerdigung der Frau Katharina R e i s s haben wir die Namen der trauernden Schwiegertöchter der Verstorbenen Anna und Marisch R e i s s nachzutragen. Geschäftseröffnung. Frau Anna Fischer teilt uns mit, daß sie ein S a n i t ä t s g e s c h ä f t in Wien IL, Taborstraße 24a, eröffnet hat und bittet das werte Publikum seineu Bedarf an Sanitätsmaetrial aller Art in ihrem Geschäfte zu decken. Tel. 40-5-95. Hotel-^-Restaurant Guth II., Hollandstraße Nr. 14 Vornehmes Restaurant mit erstklassiger Küche Menü zu S 1.80 und 2.20 Übernahme von Diners und Soupers in und ausser Haus Jeden Samstag und Sonntag Souper bansant Jeden Sonntag Tünf-Vfjr-Zee mit Zanz Zum Besuch ladet höfl. ein } Be§itzer