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Die Wahrheit · 1926-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1926) · page 19

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 11-12 (15.3.1926)
Date
1926-03-15
Page
– (sequence 19)
Language
German
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fis?&aLy2ä!Mig»5tf^ Nr. U/12 %ffi Wi&fll äaitö 17 den, worauf die schon früher beschriebenen Martergänge, verbunden mit abermaligen Zahlungen, aufs neue begannen. So kompliziert waren in Wien vor hundert Jahren die Bemühungen zur Hebung des Fremdenverkehres. * * * Welch ehrfurchtsvolles Staunen, weich gesteigerte Bewunderung flößen die Männer ein, die angesichts dieser düsteren Lage der Juden in Wien es zuwege brachten, schon damals die Grundlagen zu schaffen, die die ruhmvolle Entwicklung der Wiener Kultusgemeinde ermöglichte. Die Namen der Männer, die mit der Einweihung des Seitenstettertempels und mit den daran sich anschließenden großen Epochen der Wiener Kultusgemeinde verbunden sind, füllen jedoch nicht nur. glänzende Blätter der jüdischen Geschichte. Es waren dies auch Männer, die durch ihre Leistungen sich hervorragende Stellungen im Staate errungen hatten. Den Sitzungssaal der Wiener Kultusgemeinde zieren die Bildnisse dieser Männer, die es zu hohen Ehren und Auszeichnungen im Staate gebracht hatten, aber es als Ehre, Auszeichnung und Pflicht erachteten, erfüllt von jüdischem Geist und jüdischer Glaubensinnigkeit, sich mit dem ganzen Einsätze ihrer Persönlichkeit in den Dienst der Gemeinde, zur Hebung und Förderung der Interessen ihrer Glaubensgenossen zu stellen. Der hingebungsvollen Tätigkeit dieser Männer, deren beispielgebendes Wirken anspornend auf alle Mitglieder der an Zahl geringen Gemeinde wirkte, ist es zu danken, daß die Wiener Judenschaft auch in Zeiten wirtschaftlicher Bedrängnis segensreiche Schöpfungen aufweisen konnte. Diese Männer waren alle von dem Gedanken beseelt, den Frieden in der Gemeinde als ein hohes Gut zu schätzen, dessen Erhaltung das kostbarste Erbe für die Nachkommen bilden würde. Das Wohl und das Heil der Gemeinde war die allein maßgebende Richtschnur für alle und der Ausschluß jeder Politik aus der Gemeindestube galt als die beste Politik. * * * Es ist ein wehmütiger, tief bedrückender Gedanke, daß von den Nachkommen dieser Männer gar viele zwar mit Stolz den edlen Namen ihres Vaters tragen, aber schmählich die Religion der Väter verleugnen, denen ihr Glaube das heiligste war. Aber diese edlen Juden hatten alle dafür gesorgt, daß sie durch ihre Werke in der Geschichte des Judentums fortleben. Die Juden in Wien, denen auch der Glaube der Väter teuer und heilig ist, haben die Verpflichtung, dafür zu wirken, daß die Institutionen, die diese Großen geschaffen, auch trotz der schweren wirtschaftlichen Verhältnisse erhalten, gefördert und weiterentwickelt werden. Es wäre eine ewige Schmach, wenn es in wieder hundert Jahren hieße, die gleichberechtigten Juden im freien Staate ließen verkommen, was das Häuflein „Tolerierter" eiuei „tolerierten Religion" geschaffen hat. Ego. Ein Wiener Rabbiner vor dreihundert Jahren. Von Dr. Max G r u n w a 1 d. Drei Jahrhunderte ist es jetzt her, da stand an der Spitze der Wiener Gemeinde der „Tausfes Jontef". Man kennt das Wort aus Heine, der es aber irrtümlich gebraucht In Wahrheit ist es der Titel eines Werkes des Jomtob Lipmann nDB bw j V . «?• fc* kl

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