Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 9 (26.2.1926)
- Date
- 1926-02-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 9 Oberkantor S. Quartin aus New York, dessen Wirksamkeit in Wien noch in angenehmster Erinnerung steht und der seinen großen Ruf vor allem durch seine Tätigkeit in ■'^pest begründet hat, hielt sich auf einer Reise nach Pa- 1 ästina kurze Zeit in Wien auf. Er besuchte in Begleitung von Budapester Vorstehern den Freitag-Abend-Gottesdienst im großen Leopoldstädter Tempel in der Tempelgasse, dem auch Dr. Ismar Freund aus Berlin beiwohnte. Beide Gäste äußerten sich über den schönen Gottesdienst sehr lobend, so Oberkantor S. Quartin gegenüber einem unserer Redakteure folgendermaßen: „Ich stehe noch ganz unter dem Eindrucke dieses wirklich schönen und würdigen Gottesdienstes, insbesondere der ergreifenden Predigt, und ich gestehe es gerne: die vornehme und dabei doch wahrhaft jüdische Art dieses Gottesdienstes hat mir wirklich imponiert. Besondere Freude bereitete mir der überaus gute Besuch des Tempels." Barmizwahfeiern. Samstag, den 20. d. M. fand im großen Leopoldstädter Tempel die Konfirmation des Studenten Kurt Landesberger, Sohn des Herrn Kommerzialrates Alfred und seiner Gattin Mina Landesberger statt, zu welcher sich zahlreiche Freunde, Bekannte und Verwandte der Familie Landesberger eingefunden hatten. Nach einem feierlichen Segensspruch des Oberkantors IL Fischer hielt Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d eine Ansprache an den Konfirmanden, in der er auf die besonderen Verdienste seiner Eltern, speziell seines Vaters, hinwies und ihn ermahnte, diesen leuchtenden Vorbildern stets nachzustreben. Auf diese Ansprache antwortete der kleine Kurt, der sich das Studium der hebräischen Sprache zur besonderen Aufgabe gemacht hat, in klassischem Hebräisch, worauf ihm Dr. G r u n w a 1 d ebenfalls in hebräischer Sprache erwiderte. Sodann brachte der Barmizwant die Haftoral] in ausdrucksvoller Weise zum Vortrage. Eltern und Konfirmand waren Gegenstand zahlreicher Glückwünsche, denen sich auch die Redaktion der „Wahrheit" anschließt. — Samstag, den 27. d. M., 10 Uhr vormittags, fändet im Floridsdorfer Tempel die Barmizwa des Studenten Heinrich Werner. Sohn dies itn Bezirke allgemein geschätzten Ehepaares Herrn Eduard Weiner und seiner Gattin Frieda, geborenen L ö w y, statt. Trauung. Sonntag, den 21. d. M. fand im Tempel „Beth Israel" in der Leopoldsgasse die Trauung des Fräulein Manya Weinstein, Tochter des Herrn Salamon und seiner Gattin Cilly Weinstein, geb. O s t e r w e i d, mit Herrn Alexander Salamon, Sohn des Herrn Ignatz und seiner Gattin Helene Salamon, geb. Markus, statt, die vom Herrn Rabbiner Mayersohn unter Assistenz des Oberkantors Frankel vollzogen wurde. Nach der Trauung fand im Restaurant A. Barschak eine Gratulation statt, zu der sich die Vorstandsmitglieder des Tempelvereines, eine Anzahl Rabbiner, sowie Delegierte einiger jüdischer Humanitätsvereine eingefunden hatten. Unter den aus nah und fern herbeigeeilten Verwandten des Brautpaares befanden sich Herr Ludwig Markus und Frau, Frau Karola Markus und Herr Leopold' S alamon und Frau aus Preßburg, Herr S. Osterweid aus Tarnow, Herr Adolf Markus und Frau aus Eisenstadt, Herr Moritz Wärndorfer und Frau, Herr Moritz M o r a w e t z, Herr Max K u h n e r, Herr Mano M o z e s und Herr Adolf B e r g e r und Frau. Goldene Hochzeit. Am 20. Februar jährte sich zum fünfzigstejMnaJ der Tag, an dem Herr Adolf Neufeld mit seiner Gattin Johanna, geb. K o h n, Gründerin und Vorstandsdame dies Frauenvereines XI. Bezirk, vor dem Traualtar getreten war, um ein Bündnis für das ganze Leben zu schließen. Aus diesem Anlasse fand nun vorigen Samstag während des Gottesdienstes im großen Leopoldstädter Tempel eine solenne Feier statt, zu der sich die Söhne Ignatz Neuf eld, Kaufmann in Budapest, Ludwig N e u f e 1 d, Inhaber der An/noncepexpedition Danneberg, und Alois N e u f e 1 d, Direktor des Bezirksgerichtes Favoriten, sowie zahlreiche Verwandte und Freunde der allgemein beliebten Familie einfanden. Der Jubilar Adolf N e u f e 1 d, ein sehr bekannter Leopoldstädter Bürger, der sich wegen seines rechtlichen Wesens und seiner stets bekundeten humanitären Gesäranunig in weiten Kreisen lebhafter Wertschätzung erfreut, wurde in feierlicher Weise zur Thora gerufen. Nachdem Herr Oberkantor H. Fischer ednen für diesen Anlaß verfaßten Segensspruch in hebräischer Sprache stHimrungsvoll rezitiert hatte, hielt Herr Rabb. Dr. Max Grunwald an den Jubilar eine gehaltvolle Ansprache, die tiefen Eindruck machte. Nach vollendetem Gottesdienst versammelten sich die Festteilnehmer im Zeremoniensaal des Tempels, wo Herr Dr. E. Münz, Vizepräsident des Bethausvorstandes, die überaus liebenswürdige GraiDulationsadresse des Kultusvorstandes zur Verlesung brachte. In Vertretung des Präsidiums der Israelitischen Kultusgemeinde sprach Herr Vizepräsident Dr. J. O r n s t e i n und hob in seiner trefflichen Ansprache die großen Verdienste des Jubelpaares um das Judentum hervor, zum Schlüsse sprach Herr Bezirksrat H. Plaschkes im Namen der Genossenschaft der Pferdehändler Wien. Am Nachmittag erschien" in der Wohnung des Jubelpaares Herr Stadtrat Speiser in Begleitung des Herrn Bezirksvc-rstehers Max Berdkower und überbrachte die Glückwünsche des Bürgermeisters sowie das Ehrengeschenk der Stadt Wien. Todesfälle. Am 9. Februar 1. J. wurde die durch ihren streng religiösen Lebenswandel bekannte Frau Josefine Weinstein im Alter von 84 Jahren unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Nachrufe hielten: Die Herren Rabbiner Doktor Rosenmanni, M. Horowitz und S. N e u w i r t h. In Vertretung der Chewra Kadischa erschien der Amtsleiter Wühelm F r e i s t a d t. Im Trauerhause (IL, Pazmanitengasse 2) kondolierten persönlich Herr Dr. Emil Adler, Amtsdirektor der israelitischen Kiultusgemeiinde, Herr Rabbiner Dr. Schwarz, Herr Dr. J. L. B r a u ri, Herr Rabbiner Schenk sowie in Vertretung des Vorstandes der Schiffsohul die, Herren Adle r, K r i t z 1 e r und Stroh. Dienstag, den 23. Februar, wurden auf dem Zeutralfriedhof die sterblichen Ueberreste des im 80. Lebensjahre verstorbenen überaus geschätzten Herrn Adolf W e i s z aus Neutra beigesetzt. Die starke Teilnahme der Trauergäste, die dem Verewigten die letzte Ehre erwiesen, gaben überzeugenden Beweis der allgemeinen Sympathien, deren sich der Verstorbene in weitesten Kreisen erfreute. Herr Rabbiner Dr. Armin A b e 1 e s hielt dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf. An der Bahre trauern die Söhne Siegmund, Bela und Robert W e i s z sowie die Töchter Frida Stutzer und Irene Kraus. Gattin des Gesellschafters des Weingroßhandlungshauses Kraus & Gerstl. Am 21. Februar 1926 verschied Herr Otto K a p p e r, Senibrchef der Linzer Oel- und Fettwerke, im 62. Lebensjahre nach kurzer Krankheit. Der Verstorbene erfreute sich hohen Ansehens in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung. Wie sehr er beliebt war beweist der Umstand, .daß, als am Samstag, den 20. dl. M., abends sich die Trauerkunde von der bevorstehenden Auflösung des nun in Gott Ruhenden, verbreitete, alle seine Freunde ms Gotteshaus eilten, um die Sterbegebete zu verrichten. Dem Verewigten wird stets ein gutes Angedenken gewahrt bleiben. Trauerandachten. Sonntag, den 14. ds., fand im Sitzungssaale des XXI. Bezirkes der israelitischen Kultusgemeinde Wsen die feierliche Enthüllung des Bildes des ehemaligen Präsidenten der bestandenen Kultusgerneinde Floridsdorf, Herrn Josef B u c h w a 1 d, statt. Zu dieser Feier waren erschienen: Der Gesamtbethaus- und Chewra-Kadischavorstand unter Fühlung seines Obmannes Herrn Gabriel Dukes, Herr Kultusvorsteber Salamon W e i n i g e r, Präsidentim des Frauenvereines Frau Henriette Grünwald und Viizepräsidentin Frau Babette Rosen mann, sämtliche Vereine unter Leitung ihrer Obmänner, Dr. Julius Tauber und Frau. Hofrat Karl und Frau, sowie der Sohn des Verblichenen Herr Fabrikant Ignaz B u c h w a I d und Frau u. v. a. Herr Rabbiner Doktor Rosenmanit schilderte ,in eindrucksvoller Weise das Leben und Wirken des Verblichenen sowie seiine besonderen Verdienste um die bestandene Kultusgemeinde Floridsdorf, worauf das Bild zur Enthüllung gelangte. Es hielten noch Ansprachen KuJtusvorsteher Salomon Weininger und Bezirksobmann Gabriel Dukes und übernahmen das Bild in die Obhut ihrer Vereine. Sonntag, den 21. d. M., am 7. Adar. fand im Floridsdorfer Tempel für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitglieder der Chewra Kadischa ein Trauergottesdienst statt. Herr Rabbiner Dr. Rosen mann gedachte in beredten Worten der Verdienste der Chewra und verlas von der Kanzel herab 14 Mitglieder, Männer und Frauen, die dlurch den Tod abgegangen sind. Die Floridsdorfer Chewra Kadischa, die alle ihre bescheidenen Einnahmen zur Unterstützung der Ortsarmen verwendet, begeht 1927 ihr goldenes Jubiläum. Die kantoralen Funktionen: bei bejden Andachten versah Erster Kantor D. Groß unter Assistenz des Kartors Eibenschütz in erhebender Weise. »f ff ff ff ff ff ff ff ff ff Werbet Abonnenten für „Die Wahrheit"!