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Die Wahrheit · 1926-02-19 · Heft 8 (19.2.1926) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 8 (19.2.1926)
Date
1926-02-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 DIE WAHRHEIT Seite 3 der die österreichische Judenschaft in so schweren Zeiten erhöhte Opfer bringen soll, auch einer allgemeinen Unterstützung wert sein. Wohl ist es eine Verdrehung der Tatsachen, in den Brief des Herrn Dr. Ornstein eine Palästinafeindschaft im allgemeinen hineinlesen zu wollen; wenn jedoch Dr. Ornstein von „ihrem" (gemeint ist der jüdischnationale) Keren Hajessod sprach, so hat er damit nur daran erinnern wollen, daß der Keren Hajessod wohl in seiner Sammlung neutral, in seiner Verwendung aber stets ausgesprochen parteipolitisch gewesen. Zum Beweis hierfür sei die folgende Stelle aus einem Leitartikel des H a o 1 a m, des Londoner Zentralorgans der zionistischen Weltorganisation, vom 30. Jänner 1925, reproduziert. „Der Keren Hajessod hat nicht den geringsten Ein« Huß auf die Politik und das Kolonisationssystem der zionistischen Organisation. Umgekehrt ist es, und wenn auch möglicherweise sich viele darüber wundern, daß die Leitung des Keren Hajessod sich ganz und gar nicht an der Festsetzung über die Verwendung der Gelder beteiligt, während er „nach außen hin" die „offizielle" Verantwortung für die richtige Verwendung der Gelder tragt Jedenfalls Ist es Tatsache, daß der Keren Hajessod nur die Gelder sammelt (Sperrschrift im Original) und daß die Art der Verwendung in allen ihren Einzelheiten ausschließlich durch die zionistische Organisation und ihre Institute festgesetzt und geregelt wird." Und in einem Bericht über die Tätigkeit des Keren Hajessod in der „Jüdischen Rundschau" vom 19. Juni 1925 findet sich der folgende Posten: „Besondere Ausgaben und nationale Organisationen 63.938 Pfund; für Misrachi-Organisation 46.788 Pfund; für jüdischen Nationalfonds 26.577 Pfund." Das sind 8 Prozent der Gesamtausgaben. Hierzu kommen die gewaltigen Ausgaben für einen jüdischnationalen Beamtenapparat und zahlreiche Propagandäorgane. Erst der Rest wird! dem Wiederaufbau Palästinas zugeführt, der jedoch ausschließlich im des Wissens ist unvergänglich und unbesiegbar. Wissen ist der Reichtum eines Volkes. Darum hat R. Jochanan das Wort in dem großen Fluche, der „Tochocho": „in Armut und Mangel an allem" dahin gedeutet, daß diese Verkündigung zutrifft, wenn Israel arm in der Gotteslehre ist, kein Lehrhaus für die Thora da ist und die Zuhörer und Schüler der Lehre fehlen. Das Judentum hat keinen Adel der Geburt, keine Würden in Staat und Land, keinen Ruhm im Kriege, nichts von all dem, was von den Menschen im Staate begehrt und erstrebt wird, zu vergeben gehabt „Die Krone der Lade" war noch da, und einen Ehrgeiz gab es, sie zu erwerben. Und erwerben mußte man sie. Die Söhne Moses glichen nicht dem Vater, die Söhne Arons starben, unwürdig ihres Vaters, die Söhne Elis und Samuels konnten dem Vater nicht im Amte folgen. Das lehrt, so sagt die Ueberlieferaing, daß die Thora von jedem, der sie besitzen will, erworben werden muß. Das stählte und stärkte den Ehrgeiz der Gelehrten. Man konnte mit gutem Rechte von einem „Gelehrtenvolke" bei den Juden reden, denn arm und reich strebte nach Wissen und die ärgste Beschimpfung hieß „Amhaarez", ein Ungebildeter. Das Streben nach Bildung, das schließlich bis in die letzten Kreise des Volkes gedrungen ist, hat gerade bei den mit Glücksgütern am wenigsten Gesegneten am stärksten eingesetzt. Die jüdische Literaturgeschichte berichtet bei den berühmtesten und gefeiertsten Namen, daß deren Träger durch eine Jugend und Lehrzeit bitterster Entbehrung den Weg zur Wissenschaft gefunden haben. Die größten und besten Werke der Wissenschaft sind dem Kinath Sofrim zu danken, dem Ehrgeiz, die dritte Krone zu erringen. v,Und ich sah alle Mühe und alle Tüchtigkeit am Werke, auch sie kommt durch den Ehrgeiz des einen gegen den anderen!" K. ^^^^^^^^^W^W^^m^NWn^^WPWRf^R^WPWP(5WR*^WW((W!^!j^| PESSICH t afifC-Zn a z in braunen Schädigern M Iant Attest Sr. Ehrwarden des Herrn Ober- ^fl Rabbiner Simon Schreiber aus Erlau ^fl wesrlttOllclm lcc»scl*«r 9 auch heuer wieder in garantiert reiner und austflebltfer Qualltftti 9 zu haben bei Heinrich rranck Söhne in hosice m Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht 9 des Herrn Ober-Rabbiners Simon Schreiber 9 und unter ständiger Kontrolle von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen S Aufsehern so daß sämtliche Erzeugnisse 9 YeriaoiMh koscher 9 sind und also von jedem Glaubens- S genossen das ganze Jahr hindurch S gebraucht werden können. j9 Beachten Sie beim Einkaufe im eigenen Int resse S recht genau die S braune Farbe Her Schachtel M die E» Schutzmarke KAFfEEMGflLE m und die Unterschrift 9 Heinrich ntANCK Söhne m Sinne der national-jüdischen Politik erfolgt. Bezeichnend ist es, daß die orthodoxen jüdischen Organisationen den Keren Hajessod nicht unterstützen, sondern vielmehr einen eigenen Aufbaufonds, den „Keren- Hajischuw" besitzen, der den Wiederaufbau in religiösem Geiste zum Zwecke hat. Mit Abscheu und Entrüstung wird jeder anständige Jude, welcher Parteirichtung immer, das Treiben einer zügellosen jüdischnationalen, rietzpresse und das Auftreten zionistischer Politiker verfolgen, denen kein Mittel schlecht genug ist im Kampfe gegen ihre eigenen Glaubensbrüder, mit denen man seinerzeit ein Wahlbündnis geschlossen hatte. Dieses noch nicht gelöste Bündnis in solcher Weise zu brechen, ist wieder einer der terroristischen Akte der Jüdischnationalen, wenn man noch dazu bedenkt, daß der Anlaß doch nur ein scheinbarer war. Sie also sind es, die, um mit der „Morgenzeitimg" zu reden, das „Kriegsbeil ausgegraben haben." Man wird sich an den Kopf greifen und ein derartiges Verhalten ganz unerklärlich finden, zumal in einer Zeit, wo das Judentum von äußeren Feinden, die auf sein Verderben lauern, umgeben ist. Doch wir wollen die Ursachen dieses schändlichen Treibens aufklären oder vielmehr aus den ureigenen Worten der „Morgenzeitung" selbst diese Aufklärung erbringen. Diese schreibt am Schlüsse ihres SchimpfPartikels: „Die Budgetdebatte ist noch nicht vorbei Unsere Mandatare werden hoffentlich Gelegenheit finden, mit dem sparsamen VizepräsJ-

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