Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1926-02-12 · Heft 7 (12.2.1926) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 7 (12.2.1926)
Date
1926-02-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3062972-3063973-3063980--14340-3081893
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 7 Seite 11 Israelitischer Gottesdienst. Am Samstag, den 13. Februar d. J., um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks- Synagogen des L, II. und IX. Bezirkes, sowie in der Toynbee- Halle, XX., Denisgasse 33, statt. Ferner wird für die reifere Jugend und die Gemeindemitglieder am Freitag, den 12. Februar, aim 7 Uhr abends, ein zweiter Gottesdienst in der Synagoge des I. Bezirkes abgehalten werden. Chewra Kadischa für den 16. und 17. Bezirk in Wien. Am 7. Februar d. J. fand die XVII. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt. Der Vorsitzende Herr Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch begrüßte die anwesenden Gäste und Mitglieder, insbesonders:.'den in Vertretung des Kultusvorstandes erschienenen Kultusvorstetoer Herrn David Dohan und erstattete einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Vereines im abgelaufenen Jahre, welcher von der Versammlung genehmigend zur Kenntnis genommen und über Antrag der Revisoren dem Vorstände das Absoktorium einstimmig erteilt wurde. Die anwesenden Vertreter sprachen dem Präses Herrn Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch und allen Vorstandsmitgliedern für ihre ersprießliche Tätigkeit den ganz besonderen Dank aus. Die ausscheidenden: Vorstandsmitglieder, die Herren Robert Beck. Solim Klawier, Edmund Kotanyi, Leopold Low ins er. Hermann Rattin, Josef Salamon und Karl Weinstein wurden Der Akklamation wiedergewählt. Konzertabend. Oberkantor Israel Alter, der derzeit in Hannover tätig ist und dessen Wirken im Brigittenauer Tempel noch allgemein in bester Erinnerung ist, gab Donnerstag, den 2. Februar, im Saale des Hotel Continental ein Konzert, dessen Reinertrag wohltätigen Zwecken gewidmet war. Oberkantor Alter gab herrliche Proben seiner wunderbaren Gesangskunst und löste mit seinen jüdischen Liedern und mit Arien von Puccini und Meyerbeer nichtendenwollenden Beifall aus. Der mitwirkende Brigittenauer Tempelchor unter Leitung des Chordirigenten D. Reisenmann trug Kompositionen von Dunajewski, Lewandowski. Gottlieb und Alter vor und erregte durch die Vollkommenheit der Wiedergabe der synagogalen Gesänge allgemeine Bewunderung. Auf vielseitiges Verlangen wurde Montag, den 8. Februar am selben Orte ein zweites Konzert von Oberkantor J. Alter gegeben, das ihm, dem trefflichen Chordirigenten D. Reisenmann und seinem ausgezeichnet geschulten Chor neuerliche Beifallskundgebungen einbrachte. „Ohel Rachel", Verein zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender (IL, Kleine Pfarrgasse 8). Die am 26. v. M. um 7 Uhr abends stattgefundene IV. ordentliche Generalversammlung hatte einen zahlreichen Besuch aufzaiweisen, was einen Beweis des regen Interesses einer großen Schicht der jüdischen Bevölkerung für den edlen Zweck des Vereines darstellt. Herr Präsident S. Klausner eröffnet mit einer Begrüßung der anwesenden Damen und Herren die Generalversammlung und hielt den verstorbenen Mitgliedern einen herzlichen Nachruf; hierauf beleuchtete Herr Apte in kurzen Worten den Zweck des Vereines, welcher, eine segensreiche Stiftung der Kinder des verstorbenen Ehepaares Selig und Berta Weininger, nach seinem vierjährigen Bestände derzeit in der Lage ist, 120 Personen Frühstück und Nachtmahl in reichlichem Maße zu geben. Gleichzeitig richtete der Redner an die anwesenden Mitglieder, Stifter und Gönner, da der Vereinsbestand nur aus der Gebefreudigkeit derselben erhalten werden kann, die Bitte, das schöne Werk zum Wohle unserer verarmten Glaubensbrüder auch fernehm zu unterstützen. Hierauf erstattete der Kassier Herr R. Goldstein den Kassabericht, der durch das der Generalversammlung vorgelegte Ziffernmaterial den Umfang der Ausspeisung zeigt. Die Herren Wasser und Adolf Weininger als Kassarevisoren erklärten die Kassaführung als einwandfrei, worauf dem Vorstand das Absolutorruim einstimmig erteilt wurde. Auf .Antrag des Vorstandes wurde der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1926 so wie im Vorjahre mit 50 Groschen pro Monat angenommen. Die zum Schlüsse stattgefundene Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der früheren Vorstandsmitglieder. Nach dreistündiger Dauer schloß der Präsident mit einem nochmaligen herzlichen Dank für das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder die IV. ordentliche Generalversammlung und gleichzeitig bat er, den Verein nach Möglichkeit zu unterstützen. da die derzeit schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse derv Allgemeinheit auch den Verein nicht verschont haben. Predigt. Freitag, den 12. d. M., 5.15 Uhr abends, während des Abendgebetes findet eine Predigt Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. S. Funk statt. Barmizwahieier. Ein schönes Familieniest vereinigte die Mitglieder der hochangesehenen Familie Pollak-Klein im Gotteshause des Josefstädter Tempelvereines in der Neudeggergasse. Sie waren herbeigeeilt, um an der Barmizwahfeier des Studenten Berti P o 11 a k s. des einzigen Sohnes des Herrn Max Po Hak und seiner Gattin Camilla, geb. Klein, teilzunehmen. Nach altjüdischer Sitte und der Tradition der Familie gemäß trug der Knabe die Paraschah wie den Prophetenabschnitt in der weihevollen Melodie vor, die, von frischen Kinderlippen gesprochen, einen tiefen Eindruck auf die andächtigen Zuhörer machte. Die Eltern wie der Sohn, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, wurden von allen Anwesenden herzlichst beglückwünscht. In jedem Antlitz war der von Herzen kommende Wunsch zu lesen, daß der Konfirmand zur Ehre seiner Familie und zur Ehre seiner Eltern heranwachse, welchem Wunsche auch wir uns anschließen. Promotion. Hans Brau n, Sohn des Herrn med. Dr. I. L. Braun, wurde dieser Tage an der Universität zum Dr. juris promoviert. 50. Geburtstag. Freitag, den 6. d. M. feierte der allseits beliebte Fürsorgerat Herr Buchdrucker Michael G r ü n w a 1 d im Schönlaterntempel, dessen Vorstand er seit Jahren angehört, seinen 50. Geburtstag und war aus diesem freudigen Anlasse Gegenstand zahlreicher Ehrungen. So wurde er feierlich zur Thora aufgerufen und das Vorstandsmitglied Herr Meissner hielt an ihn eine herzliche Ansprache, in der er die Verdienste des Jubilars um den schönen Tempelverein hervorhob und seine Bescheidenheit und stille segensreiche Tätigkeit, die seinem guten jüdischen Empfinden entspringt, rühmte. Herr Michael Grünwald ist ein weit bekannter Vertreter seines Berufes, dem er seit 35 Jahren, seit 20 Jahren als etablierter Buchdrucker mit seltenem Pflichteifer nachkommt. Den zahlreichen Gratulationen, die dem Jubilar und seiner Familie, insbesondere seiner geschätzten Frau Gemahlin Anna, geb. Kellner, aus allen Kreisen zukamen, schließt sicii auch die Redaktion dieses Blattes aufs herzlichste an. Kantor Philipp Bassel. Freitag, den 5. Februar, wurde unter ungewöhnlich großer Beteiligung der im 81. Lebensjahre, nach kurzem Leiden verschiedene Kantor des Margaretner Tempels Herr Philipp Bassel zu Grabe getragen. Tags vorher wurde die Leiche vom Sterbehause, begleitet vom Vorstande des Tempelvereines und einer großen Anzahl von Freunden des Verstorbenen in die Stätte seiner 50jährigen Tätigkeit in den Margaretner Tempel getragen. In der Vorhalle des Gdtteshauses nahm Rabbiner Dr. M. G. M e h r e r in kurzen, aber überaus sinnreichen WBrten Abschied von dem Toten. Herr Oberkantor Heinrich Fischer zeichnete treffend in einer mit talmudischen Zitaten geschmückten Rede die Persönlichkeit des Verblichenen als Scheliach Zibur, dessen Wirken er als vorbildlich für seine Kollegen bezeicnnete. Herr Oberkantor Israel K a i z stimmte ein allen zu Herzen gehendes El mole rachamim an und der Sarg wurde dann zur letzten Fahrt in den Wagen gehoben. Zur Leichenfeier war der Gesamtvorstand unter Führung seines Obmannes Herr Adolf H o f m a n n und einer großen Zahl Mitglieder, sowie der Frauenverein IV. und V. unter Führung seiner Präsidentin Frau Karoline H o f m a n n, der Obmann des Kantorenverbandes Herr Oberkantor J. Löwit mit allen Wiener Kantoren erschienen. Die Chewra Kadischa delegierte die Herreu Ferdinand Kornraehl und Jacob Schaffer. Die Zeremonienhalle konnte die große Zahl der Trauergäste nicht fassen. Nachdem Herr Oberkantor Israel K a t z die Trauergebete in erhebender Weise vorgetragen hatte, würdigte Herr Rabbiner Dr. M. G. M e h r e r den Verstorbenen in einer tiefempfundenen, gedankreichen Rede als vorzüglichen Menschen, als bescheidenen, aufrichtigen, mit allen Tugenden ausgestatteten Diener Gottes. Sein nie versagender Humor und seine liebenswürdigen Umgangsformen hatten ihm nur Freunde und Gönner erworben. „Die Gesänge'', fuhr Rabbiner Dr. Mehrer in seiner Rede fort, ..die er zum Preise und Ruhme Gottes durch mehr als ein halbes Jahrhundert Tag für Tag im Gotteshause unseres Temoel verein es hat ertönen lassen, sie konnten nicht bloß gehört und vernommen, sie durften auch, um mit einem Bibel wort zu sprechen, geschaut und gesehen werden. Denn bei ihm stimmte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.