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Die Wahrheit · 1926-02-12 · Heft 7 (12.2.1926) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 7 (12.2.1926)
Date
1926-02-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 DIE WAHRHEIT Nr. 7 lange in voller körperlicher und geistiger Frische genießen mögen. Mit herzlichem Gruße: Der Vorstand der Budapester-Autonom- Orthodox-isr.-Religionsgemeinde: Abraham Freudiger de öbuda. m. p., Präsident. Budapest, den 19. November 1925. Aus all dem ist ersichtlich, daß sich die Budapester Agudisten nicht nur nicht von der Feier ferngehalten! haben, sondern auch die Pester israelitische Religionsgemeinde und ihren von den Wiener Jüdischnationalen so viel gelästerten Präsidenten in überschwänglichen Worten ihrer Hochachtung versicherten: Es wäre Pflicht der Loyalität, die tendenziösen Behauptungen, nachdem ihre Unrichtigkeit erwiesen worden ist, zurückzunehmen. Die „Union" hat*deshalb der „Morgenzeitung" den Brief der Budapester Orthodoxen Gemeinde mit den nötigen Aufklärungen übersendet und sie in höflichster Weise um Richtigstellung des Tatbestandes ersucht. Die „Morgenzeitung" hat es nicht der Mühe wert gefunden, die Unrichtigkeiten richtigzustellen, was uns allerdings nicht wundert. Denn kann man gerechterweise von jüdischnationalen Politikern und ihrer Presse verlangen, daß sie die einzige Waffe, die ihnen noch geblieben ist, freiwillig aus der Hand geben? Das sind eben die Methoden der Jüdischnationalen, die immer das schöne Wort von der „jüdischen Würde" im Munde führen. 1 Wahrheiten vom Tage Jugeodgruppe der Union deutschösterreichischer Juden. Am Dienstag, den 2. d. M. fand im Olympia-Saal ein Fes t- Abend der Jugendgruppe statt, dessen Reinerträgnis dem WaSsenhause Charlotte Merores-Itzeles zufloß. Das Damenkomitee dieses Waisenhauses unter Leitung seiner rührigen Präsidentin Frau Prof. Dr. S. Pick hatte die Mitveranstaltung des überaus gut besuchten Abends übernommen und so vereinigte dieser erste Kreise der Wiener jüdischen Gesellschaft und bot ein sehr vornehmes Bild. Unter anderen waren erschienen: Präsident der Kultusgemeinde Herr Prof. Dr. A. Pick, Präsident der „Union" Dr. Jakob Ornstein, die Kultusvorsteher Baurat W. K e m p 1 e r, Justizrat A. Adler und M. Scharfstein, vom Zentralvorstand der „Union" Med.-Rat Dr. H. H a a s e, ferner Bethausvorsteher Dir. Julius Haber, vom Verein „Wohlfahrt" die Herren Siegmund K o r n m e h 1 und Friedrich Wechsler, die Herren Rabbiner Dr. M. J. Bach und Dr. D. Feuchtwang, viele Damen des Waisenhauskomitees, darunter Frau Prof. Dr. S. Pick und Frau Baurat W. Kempler, der Ausschuß der Jugendgruppe mit Obmann Jakob Herz und viele andere. Der Abend wurde durch eine Begrüßungsansprache des Vorstandsmitgliedes der Propagandasektion der „Union" Herrn Dr. E. Korn eingeleitet und von Herrn Erich Hirschfeld in vorzüglicher Weise konferiert. Die reichhaltigen und gediegenen Darbietungen fanden großen Beifall, besonders die meisterhaften Gesangsvorträge der Herren Kammersänger Ernst Fischer und Rudolf B a n d 1 e r von der Volksoper, die fein pointierten Vorträge des Burgtheatermitgliedes Frau Lotte Witt, sowie die ausgezeichneten Vorträge des ungemein begabten Frl. Grete Bach, für den Humor sorgten Direktor Fritz Grünbaum mit seinen geistreichen Gedichten, ferner RosI Bern dt und Ernst Arnold. Nach den künstlerischen Darbietungen huldigte man eifrig dem Tanz und bis in die Morgenstunden blieb alt und jung in fröhlichster Stimmung beisammen. Der Abend, um dessen Gelingen sich der Vergnügungsausschusses der Jugendgruppe, besonders aber die Herren Dr. E. Korn, Julius Brückner und Mor. Neu mann die größten Verdienste erworben haben, war sowohl in gesellschaftlicher als auch, was in Anbetracht des humanitären Zweckes besonders erfreulich ist, in finanzieller Beziehung ein voller Erfolg. Die Jugendgruppe entledigt sich einer angenehmen Pflicht, wenn sie an dieser Stelle den Veranstaltern, mitwirkenden Künstlern, sowie allen, die sich um das Gelingen dieses wirklich schönen Abends bemüht haben, den herzlichsten Dank ausspricht. Rollos Aktiver Antisemitismus. Der christlichsoziale Parteitag ist ziemlich sang- und klanglos verlaufen. Es gab weder erregte Kulturkampfdebatten:, noch auch war von Reaktion und Klerikalismus viel zu spüren, die Beratungen beschäftigten sich fast ausschließlich mit wirtschaftlichen Fragen. Wir hätten also keine Ursache, uns mit dieser Parteizusammenkunft besonders zu beschäftigen, wenn nicht der unvermeidliche Dr. Jerzabek wieder eine seiner bekannten antisemitischen Hetzreden gehalten hätte. Er wünscht, „daß die antisemitische Politik der c h r i s 11 i c h s o z i a l'd n Partei in Hinkunft wieder aktiver als bisher sein müsse". Die christlichsoziale Partei, das sei unumwunderi~zügestanden, war sich nämlich in den letzten Jahren ihrer Verantwortung als Regierungspartei bewußt und hat die antisemitische Politik zwar nicht aufgegeben, aber doch in den Hintergrund gestellt. Wenn auch ab und zu in Parteierklärungen und Resolutionen die alten, aus der Zeit der Luegerei stammenden Schlagworte wieder zum Vorschein kamen, so war dies doch nur mehr oder weniger ein Pflaster für jene Kreise innerhalb der Partei, deren christliche und soziale Weltanschauung im Antisemitismus besteht. Damit nun ist Dr. Jerzabek nicht zufrieden. „Der Antisemitismus muß aktiver werden!" Es fragt sich nur, was Herr Jerzabek unter „aktiv" versteht. Ist es das glorreiche Beispiel Ungarns, das nachgeahmt werden soll? Läßt ihn die allgemeine Anerkennung, welche die ungarischen Rassenschützler für ihre Errungenschaften auf dem Gebiete der Finanzpolitik erworben haben und die sehr zur Hebung des Ansehens ihres Vaterlandes beigetragen haben, nicht ruhen? Oder sind es die Erfolge, welche die bayerischer Hakenkreuzler errungen haben, die ihm schlaflose Nächte bereiten? Letzteren ist es nämlich gelungen. München, einstens ein Zentrum der Kunst und der Lebensfreude, auf den Rang einer Provinzstadt herabzudrücken, ohne daß das moralische Niveau, das sich unter anderem auch in der Zahl der außerehelichen Geburten wiederspiegelt, sonderlich gestiegen wäre. Was will also Dr. Jerzabek eigentlich? „Es müsse ein Gesetz zum Schutze der nationalen Eigenart geschaffen werden, durch das der Kampf gegen Schmutz, Schund usw. wirksam geführt werden kann!" Mit diesem Vorschlage „zum Schutz der nationalen Eigenart" sind auch wir vollkommen einverstanden und glauben sogar, daß, was den Kampf gegen Schmutz und Schund betrifft, Herr Jerzabek bei sich selbst und der ihm nahestehenden Presse beginnen kann. Denn die Jugend wird unserer Ansicht nach nicht allein durch die bedauerlichen Ausschreitungen einer schamlosen, die Sitte und Moral verletzenden unzüchtigen Presse aufs schwerste gefährdet, sondern auch durch die zügellose Hetze einer ganzen Reihe antisemitischer Zeitungen, die in schmutzigster Weise gegen die Staatsbürger jüdischen Glaubens vorgehen, vergiftet und entsittlicht. Darum wäre es höchste Zeit, daß man gegen den Schmutz, sowohl gegen den erotischen als auch gegen den antisemitischen strenge Gesetze erlasse. Dann erst wird das kommen, was Bundesrat Dr. S t e i d 1 e als den ersten Punkt des christlichsozialen Parteiprogramms aufgestellt hat: „Die ethische Erneuerung". Denn der Kampf gegen Schmutz und Schund ist in 'erster Linie auch ein Kampf gegen den Antisemitismus. Das „seelenmordende" Judentum. Der für die Evangelisation tätige Daniel Schäfer hat vor kurzem tfm Berliner „Sonnenweg-Verlag" ein kleines Flugblatt unter dem Titel „Was ich beim Kaiser in Haus Doorn sah und erlebte" veröffentlicht. Er war zusammen mit einer Schar frommer Leute nach Doorn gepilgert, um „Klarheit zu schaffen über einige Fragen, die wie ein Alpdruck auf Millionen deutscher Herzen lastet". Die Pilger waren drei Tage lang auf Kosten des früheren Kaisers in einem Hotel einquartiert. Graf Bentinä sagte den Pilgern, Hindenburg hat den Kaiser gebeten, nach Holland zu gehen, um einen Bürgerkrieg zu-vermeiden. Der Kaiser habe also seine Ehre geopfert, um Blutvergießen zu vermeiden. Mit dem früheren Kaiser selbst kamen die Pilger ins Gespräch, der sich vor allem über „das christusfeindliche und darum seelenmordende Judentum" äußerte. 1&OTGASSE-1 Dr. "Bruno Werner6eeSrt si<$ mitzuteilen, baß seine Trauung mit Traufein X//M7 QrOSS Soaafa0>dett **• TeQruar 1926,5 Vffr nadjm. "im IjoteWristol, Czernowitz, Kum. stattfindet.

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