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Die Wahrheit · 1926-02-05 · Heft 6 (5.2.1926) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 6 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Nr. 6 Von Woche zu Woche Predigt. Freitag, den 5. d. M., 5 Uhr nachm., findet im Großen Leopoldstädter Tempel eine Predigt Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald statt. Israelitischer Gottesdienst. Am Samstag, den 6. Februar d. J., um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks- Synagogen sowie in der Toynbee-Halle, XX., Denisgasse 33, statt. Femer wird für die reifere Jugend und die Gemeindemitglieder am Freitag, den 5. d. M., um K«7 Uhr abends ein zweiter Gottesdienst in der Synagoge des 1. Bezirkes abgehalten werden. Chewra Kadischa iür den XVI. und XVII. Bezirk. Sonntag, den 7. Februar d. J., um 10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale des Kultusbezirksamtes für den XVI. und. XVII. Bezirk in Wien, XVI., Hubergasse 8. die XVII. ordentliche Generalversarrmiluiig dieses Vereisries statt Brigittenauer Temoelverein. Freitag, den 29. d. M. fand die feierliche Einführung des neuen Oberkantors Samuel Lande r e r in seine Funktion statt, die sich zu einer Ovation sowohl für den jungen, sympathischen Oberkantor, als auch für den Vorstand des Vereines, der eine sehr glücklche Wahl getroffen zu haben scheint, gestaltete. Oberkantor Landerer, der früher in Karlsbad tätig war, besitzt eine klangvolle, überaus angenehme Tenorstimme und dürfte sich durch seine hervorragenden Fähigkeiten bald zu einem bedeutenden Vertreter seines Faches emporschwingen. Lehrlingsfürsorge. Sonntag, den 31. d. M., YA\ Uhr vormittags, fand im Lokale des Israel irischen Humanitätsvereines, IX., Universitätsstraße 4, eine gemeinsame Generalversammlung des „Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" (IX., Grüne Torgasse 26) und des Vereines „Zukunft" zur Förderung schulentwachsener verlassener Kinder in Wien (XII., 'Linzerstraße 299) statt, die den Zweck hatte, die Vereinigung beider Vereine, welche die gleichen Ziele verfolgen, zu gemeinsamer Arbeit zu vollziehen. Den Vorsitz führte der Präsident des „Vereines zur Beförderung der Handwerke" Herr Leopold Langer, der in längerer Rede die Gründe auseinandersetzte, welche die Fusionierung der beiden Vereine notwendig machen: Durch diese Vereinigung werden beide Vereine ihrem statutenmäßigen Zwecke, der Lehrlingsfürsorge in erhöhtem Maße nachkommen können. Sodann ergriff der geschäftsführende Vizepräsident des Vereines ,Zukunft", Kommerzialrat Paul Karpeles, das Wort um nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte beider Vereine ihre jetzige Tätigkeit näher zu beleuchten. Er teilte in seinem Referate unter anderem mit, daß die Lehrlinge, die derzeit provisorisch in Baumgarten untergebracht sind, in den nächsten Wochen in das neurenovierte und vergrößerte Heim in der Grünen Torgasse übersiedeln werden. Am Schlüsse seiner Rede sprach Kommerzialrat Karpeles die bestimmte Erwartung aus, daß der vor 86 Jahren durch die bedeutendsten Vertreter der Wiener Judenschaft gegründete „Handwerkerverein" durch seine Fusionierung mit dem Vereine „Zukunft" und durch Unterstützung der Wiener Juden in altem Glänze wiedererstehen werde. Kommerzialrat Bernhard B u c h w a 1 d überbrachte hierauf die Grüße der Kultusgemeinde, Dr. Edmund Kohn sprach im Namen der Israelitischen Humanitätsvereine, Oberrabhmer Prof. Dr. H. P. Chajes namens des „Joint", der die Aktionen der Vereine seit vielen Jahren unterstützt. Nachdem nun Amtsdirektor Guido Fuchsgelb die Vereine des Interesses der Kultusgemeinde für ihre Aktionen versichert und deren Unterstützung zugesagt hatte, gab Baumeister Edmund M e 1 c h e r einen kurzen historischen Ueberblick über die Geschichte des jüdischen Handwerkervereines. Bei der sodann erfolgten Abstimmung wurde die Fusionierung einstimmig zum Beschlüsse erhoben, worauf die Wahl von sechs Mitgliedern des Kuratoriums, 30 Ausschußmitgliedern und zwei Revisoren stattfand. Nach erfolgter Wahl sprach Großfleischhauer Siegmund Komme hl, der seiner Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß sich unter den 30 eben gewählten Ausschußmitgliedern nicht ein einziger Handwerker oder Gewerbetreibender befinde. Nach einer lebhaften Debatte wurde seitens des Präsidiums die Erklärung abgegeben, daß bei den zu erwartenden Kooptierungen hierauf Rücksicht genommen werden wird. Nach Festsetzung des Jahresbeitrages von fünf Schilling schloß der Vorsitzende mit einem Dank an alle Erschienenen die Generalversammlung. Trauungen. Sonntag, den 24. Jänner d. J. fand im Genieindetempel XVI., Hubergasse, die Trauung des Fräuleins Ciaire R a 11 i n. Tochter des Bethausvorstehers Herrn Hermann R a 11 i n und seiner Gattin Berta, mit Herrn Hermann W e i n e r statt. Unter den in großen Zahl, erschienenen Gästen, die das festlich beleuchtete Gotteshaus füllten, bemerkte man die Mitglieder des Bethausvorstandes mit dem Obmann Herrn Siegmund Weiler an der Spitze und Amtsleiter S. R o c h m i s, ferner die Obmänner und Vorstände aller Wohltätigkeitsvereine des XVI. und XVII. Bezirkes. Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache, in der er namentlich auf die großen Verdienste hinwies, die sich der Vater der Braut durch seine Tätigkeit im Bethausvorstande erworben hat Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor K o g a n mit Chor in vorzüglicher Weise. — Sonntag, den 7. d. M., K>2 Uhr nachmittags, findet im Bethausei, II., Große Schiff gasse 8, die Trauung des Fräulein Risa Freund, Tochter des Herrn Daniel Freund, Beamter der Chewra Kadischa I;, mit Herrn M. H. Schlesinger statt. Silberne Hochzeit Mittwoch, den 10. d. M„ feiert der Amtsleiter der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Oskar Mautn er, mit seiner Gattin Karoline geb. Neuron im Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Zum Oberrabbiner von Czernowicz wurde Dr. Abraham 1. Mark, Rabbiner in Biala, am 24. v. M. einstimmig gewählt» Mit dem Amte des Oberrabbiners von Czernowitz ist gleichzeitig auch ein Sitz im rumänischen Senat verbunden. Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Der Jüdische Frauenverein Leopoldstadt dessen Präsidentin Frau Dr. Margarete ürunwald ist, veranstaltete auf Initiative der Frau Olga Fried m'a n n, die sich auch um das Gelingen des Festes in hervorragender Weise bemühte, am letzten Sonntag (31. Jänner 1926) im großen Saale des Hotel Continental eine Wohltätigkeitsjause. Nachdem Frau Direktor Mandl eine warm empfundene Begrüßungsrede hielt, begannen die Vorträge, die auf künstlerischer Höhe standen und bei denen sich sämtliche Künstler unentgeltlich in den Dienst der Wohltätigkeit stellten. Allen Vorstandsdamen, speziell der Frau Marie Steiner, in deren Händen die artistische Leitung lag und Frau Ing. Lindner sei im Narnen der Leopoldstädter jüdischen Armen bestens gedankt. Die „Weiße Woche" bei Brüder Schiffmann. Den größten Stolz der Hausfrau der guten alten Zeit bildete der volle und reichsortierte Wäscheschrank. Dieser .traditionelle Hausfrauenschatz enthielt, insbesondere bei töchterreichen Familien, ein schier unerschöpfliches Lager von lilienweißem Linnen, Bett-, Tisch- und Leibwäsche je/der Art waren dutzend-, ja schockweise vertreten, für Kind und Kindeskinder war reichlich vorgesorgt. Dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang ist nach und nach auch diese Tradition zum Opfer gefallen. Der Wäschschrein der meisten Hausfrauen — auch der besser situierten Kreise — weist manche Lücken auf und Nachschaffungen wierden immer dringender. Die Okkasion der „Weißen Woche", , welche das renommierte Warenhaus Brüder S c h i f f m a n n, IL, Taborstraße 48, bis Samstag, den 6. Februar d. J. veranstaltet, bietet nun allen Hausfrauen sowie Gastwirten, Hoteliers usw. die Möglichkeit, ihren Bedarf an Weißwaren aller Art im gediegener Qualität äußerst billig einzukaufen. Die „Weiße Woche" des Warenhauses Brüder Schiffmann hat sich in den letzten Jahren so glänzend bewährt daß die Firma diesmal ihre Leistungsfähigkeit besonders angespannt hat, um wirklich AußerordentKcheis zu bieten. Schon das äußere Bild des Warenhauses während der kommenden Woche,.wird durch das einzigartige, künstlerische Arrangement der zahlreichen Schaufenster und die wirklich sehenswerte Innendekoration die Großzügigkeit dieses anerkannt führenden Leopoildstädter Kaufhauses zeigen. Die lebensgroße Teepuppe mit dem aus zirka 800 Taschentüchern; blumenartig arrangierten Reifrock, die . großartige „effektvoll beleuchtete Szenerie im Mittelfenster, welche dem großstädtischen Transport und dias Einlagern von Waren mit dem Bild einer Hafenamlage bei Nacht im Hintergrund veranschaulicht, werden sicherlich die Passanten anziehen und fesseln. Noch mehr aber die Warenpreise, welche, an der Qualität der Waren gemessen, einen, Billigkeitsrekord darstellen, der kaum mehr zu überbieten ist Der heutigen Nummer unserer Zeitschrift liegt ein Prospekt der Firma Sußmann & Sohn, III., Wassergasse 10, bei.

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